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Donnerstag, 30. August 2012

Himbeer-Limonade


Manfred, ich, Dieter
WWW.RoteBrause.de
Manchmal genügt eine Kleinigkeit, und man wird wieder an seine Kindheit erinnert. Wie vor ein paar Minuten als ich mir eine Limonade zubereitet habe. Ein Früchte-Teegetränk hatte ich mir gekauft, was Heiß und Kalt löslich ist, mit Wildfrucht-Geschmack. Also, dieses Getränk hat den gleichen süßen, schönen Geschmack, wie unsere geliebte Rote-Fass-Brause nach dem Krieg. Wie schon mal geschrieben haben wir diese Brause, wir sagten nicht Limonade, geliebt. Dafür, und fürs Kino, haben wir sehr gerne unser Taschengeld ausgegeben. Ja, wir bekamen, trotz der schlechten Zeiten, Taschengeld. Und zwar 0,50 Pfennige die Woche, für jeden von uns. Es war für uns 3 Kinder, Manfred war unser Cousin und Pflegebruder, viel Geld, leider kamen wir trotzdem nicht immer mit dem Geld hin. Unser Vati hatte aber oft ein Einsehen und gab uns einen Vorschuss, und noch einen Vorschuss, und noch einen Vorschuss ... diese liebevollen Gesten, kann ich erst heute so richtig ermessen. Es gab ja nach dem Krieg nicht viel Lohn, nicht für Vati, nicht für Mutti. Sie arbeiteten am Tag und in der Nacht, und wir waren Schlüsselkinder. Diese Tatsache hat uns aber nicht geschadet, na ja, in der Schule wohl doch. Wir durften alle "Zugaben" machen, sind aber mit unseren erworbenen Kenntnissen sehr gut durchs Leben gekommen. Vielleicht, weil später in unserem Leben Spiel und Sport nicht mehr das Wichtigste war.
Foto von 1961
-hier waren meine Eltern 57 Jahre alt
Eine Erkenntnis gebe ich, immer wieder, gerne weiter, um Mensch zu werden, ist eine glückliche Kindheit unabdingbar. Es kommt nicht auf den Besitz an, es kommt auf das Herz der Eltern an. Für uns war es schön, dass beide, Vati und Mutti, ein großes Herz hatten... vielleicht auch, weil sie schon reifer und verständnisvoller waren. Sie waren beide schon 36 und 38 Jahre alt, als Dieter und 2 Jahre später ich, auf die Welt kamen. Zu materiellem Reichtum sind wir nie gekommen. Unser Reichtum waren unsere Eltern, sie haben uns geprägt, und wie man noch heute sagt, zu anständigen Menschen erzogen. Danke ihr Lieben...

Kommentare:


  1. Die Herzenswärme Deiner Eltern, sie haben sie an Dich weitergegeben und sie spricht heute aus Deinen Berichten.Es gibt kein besseres Rüstzeug für die Zukunft der Kinder. Heute wie damals.

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    1. Vielen Dank für Deine guten Meinung, liebe Claudia. Es freut mich, wenn die Zuneigung zu meinen Eltern zu erkennen ist. Ja, es gibt kein besseres Rüstzeug als Liebe zu den Kindern... Liebe bedeutet aber nicht verhätscheln, verwöhnen, alles für die Kinder aufopfern. Es gehört auch ein Klaps auf den Hintern dazu, und auch mal Nein sagen.

      Herzlichst Margot

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