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Freitag, 14. September 2012

Roter Mohn ...

Kurt F.Domnik_pixelio.de
... ich habe es schon mehrmals geschrieben, es graust mich am Tag den Fernseher anzuschalten oder die Zeitung aufzuschlagen, überall sieht, hört, oder liest man nur von Gewalt und Kriege. Was ich auch noch sehe, Deutschland, das friedliebende Deutschland, liefert Waffen, überallhin... oder sie mischen sich, wie in Afghanistan, in Kriege ein...

Eigentlich wollte ich heute Schweigen und nur dieses schönes Foto "Roter Mohn" einstellen, und fand dazu ein sehr  nachdenkliches Gedicht ... es passt sehr gut zum Weltgeschehen.


Roter Mohn
In einem fremden, fernen Land
Da wird gemordet und gebrannt
Von der Allianz aus aller Welt,
Vorsätzlich, wie sie sich gefällt
Nach Heroin-Despotenplan -
Gesprächsgerecht : es sei human.

Wer aber nimmt das Menschenrecht
So doppelzüngig im Geflecht
Der Demagogen in den Mund?
Wer tut mit Krieg nichts Gutes kund?
Es sei ja fern... und Kinder schrei'n. 
Ruinen stehn im Feuerschein. 

Auch deutsche Träume werden wahr
Schon wieder in der Kriegerschar
Nach alter preußischer Manier.
Und wer steht dafür noch Spalier?
Die Schwarzen, Grünen, Gelben, Roten
Sind Kolonialerfüllungsboten.

In jenem, fernen, fremden Land -
Wo mancher seine Ruhe fand...
Die allerletzte, starr im Blick,
Entgegen allem Wunsch und Glück -
Blüht roter Mohn...  ein ganzes Meer 
Wogt um das Schweigen rings umher.

E.Rasmus

Kommentare:

  1. Pardon, ich entdeckte soeben einen meiner Verse auf Ihrer Website. Auch wenn schon ein paar Jahre darüber zurückliegen, so verspüre ich doch ein wenig Genugtuung, daß Sie ähnlich empfunden haben.
    Ich wünsche Ihnen Gesundheit und Zuversicht in dieser

    Wirklichkeit

    Du hast die Ordnung der Sterne entdeckt
    Wie auch die Umlaufbahnen der Planeten.
    Da hat im Gras dich ein Insekt erschreckt.
    Von ihm - du wurdest aus dem Traum erweckt -
    Hieß angstnah Wirklichkeit dich nicht zu beten?

    Du liebst die Stille, da so laut um dich herum
    Ein Schweigen mit des Adlers Schwingen
    Durchpflügt den Äther und du fragst: warum
    Bringt uns die Zeit - wohin? Und du wirst stumm,
    Hörst ein Insekt nur Wirklichkeit durchdringen.

    Herzlich grüßend
    E.Rasmus






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    1. Hallo E. Rasmus vielen Dank für Ihre netten Worte, die mir sehr gut tun. Das Gedicht "Roter Mohn" ist sehr gut geschrieben und passte zu dem, was ich geschrieben hatte. Danke auch für dieses schöne Gedicht "Wirklichkeit". Wenn ich darf, würde ich es gerne noch einmal in einen meiner nächsten Beiträge einbringen.
      Ich wünsche Ihnen auch viel Gesundheit und Erfolg. Herzliche Grüße, Margot.
      PS: Ich bedanke mich noch einmal herzlichst für die Gedichte.

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  2. Ich habe nichts dagegen, liebe Frau Margot, wenn Sie von meinen Versen Gebrauch machen. Übrigens hörte ich heute, d.h. gestern, auf dem MDR in einem Interview mit Jan Wagner von einem Reporter, daß böse Zungen behaupten, es gäbe 300 Lyrikleser in Deutschland, wonach quasi die Autoren sich selbst läsen. Ich glaube, auch wenn es nicht gut um die Kultur derzeit bestellt ist, Sie, verehrte Frau Margot, widersprechen dieser Behauptung mit ihrem erlesenen ästhetischen Anspruch, den Sie auch auf dieser Website dokumentierend vermitteln. Es gibt noch widerständische Oasen in der sich abzeichnenden politischen Kulturwüste. Ich mußte sie leider ebenfalls wahrnehmen mit der Liquidierung der Gedichte-Datenbank bei Jokers vor etwa 15 Monaten. Hier eines von meinen (pardon, wenn ich das etwas eitel mitteile) damals dort 550 Versen, die zu den mehr als 40 000 sowohl klassischen als auch modernen ausgewählten Gedichten zählten. Aus dieser Zeit vom Februar 2012 grüße ich Sie mit

    Brahms Doppelkonzert a-moll op.102
    - nur ein Fragment -

    Im Widerhall, so wehmutsvoll
    Der Violinenklang.
    Da springen, tanzen Troll für Troll,
    Sie um die Mitternacht in Moll
    An einem Bergeshang.

    In Ihrem Bann gefangen nährt
    Ein Seelenzupfen sich,
    Wenn auch das Cello aufbegehrt.
    Die Trolle, lang nach dem Konzert,
    Spür' ich - begleiten mich.

    E.R.

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    1. Hallo E. Rasmus vielen Dank, dass ich Ihre Verse benutzen darf. Danke auch für ihre anerkennenden Worte über mein Blog. Darüber freue ich mich sehr, auch wenn ich nur Gedichte, die Menschen wie Sie schreiben, weitergebe. Danke auch für das Fragment von Brahms Doppelkonzert.
      Sie sehen, ich muss mich bei Ihnen bedanken und wünsche Ihnen noch viel Erfolg auf dem Gebiet der Literatur. Herzliche Grüße, Margot.

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  3. Antworten
    1. Vielen Dank, ich glaube sie rollen mein Blog von hinten auf.
      Was ich für bemerkenswert halte.
      Herzlichst Margot.

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