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Sonntag, 6. Januar 2013

Im Winter blühen keine Rosen ...

... aber Zeit ihre Schönheit auf Fotos zu betrachten. Gerade in diesem Monat Januar, der für mich ein grauer Monat ist. Ein Monat, dem ich keine Jahreszeit zuordnen kann, auch wenn der Kalender etwas anderes sagt. So möchte ich dieser Zeit Farbe geben, in Wort und Bild und mich an beides erfreuen. 



Helene Souza_pixelio.de


Der Rosenelf Inmitten eines Gartens wuchs ein Rosenstrauch, der war ganz voller Rosen, und in einer davon, der schönsten von allen, wohnte ein Elf; er war so winzig klein, dass kein menschliches Auge ihn sehen konnte, hinter jedem Blatt in der Rose hatte er so wohlgestalt und hübsch, wie ein Kind nur sein konnte, und hatte Flügel an den Schultern, hinab bis zu den Füßen. Oh, es war ein Duft in seinen Zimmern, und wie hell und schön waren die Wände! Sie waren ja die feinen hellrosa Rosenblätter. Hans Christian Andersen 


Rosenhag 

Es blühen dir Rosen jeglichen Tag 

in einem verschwiegenen Rosenhag 

- und du weißt nichts davon. 



Von Blut darin ein Brunnen springt, 

TKJ1966_pixelio.de
und Blut die Blätter der Rosen durchdringt 
  - und du weißt nichts davon. 



  Und weil ich sie dir nicht schneiden mag, 
  verwelken dir Rosen jeglichen Tag 
  - und du weißt nichts davon. 

  So blühen sie auf, so gehen sie hin; 
  und ist in allen mein Herzblut darin 
  - und du weißt nichts davon. 

  Nur manches Mal, da brech ich dir 
  eine rote Rose von meinem Spalier 
  als ein Lied, das nicht welken mag. 
  Rudolf G. Binding 


Erika Hartmann_pixelio.









Sieben Rosen hat der Strauch 
Sechs gehörn dem Wind Aber eine bleibt, dass auch Ich noch eine find.
Sieben Male ruf ich dich Sechsmal bleibe fort Doch beim siebten Mal, versprich Komme auf ein Wort. 
Bertolt Brecht 



Ach, wie sollen wir die kleine Rose buchen? Plötzlich dunkelrot und jung und nah? Ach, wir kamen nicht, sie zu besuchen. Aber als wir kamen, war sie da. 

Eh sie dar war, ward sie nicht erwartet. 
Als sie dar war, ward sie kaum geglaubt.
TKJ1966pixelio.de
Ach, zum Ziele kam, was nie gestartet. 
Aber war es so nicht überhaupt? 



Bertolt Brecht 


Die Rose 
Begreift ihr nun? Mein Ursprung ist der Hauch. 
Ein Hauch ist nichts. Und der Name auch.
Erfühlt es tief. Mein Ende ist der Duft. Sehr sanft entlässt ihn meines Namens Gruft.

Die Gruft ist leer. O neu gehauchtes Glück: Die Welt strömt ein. Ich atme sie zurück. 

Elisabeth Langgässer





Lieber Gott, die Linden blühn! 
Lieber Gott, was hab' ich getan, 
dass ich in Mauern wohnen muss? 
Draußen im Land deine Bäume sind grün, 
Stefan Koelbl_pixelio.

hier hängt alles voll Ruß.
Ich kaufte mir eine Rose um Geld -
Rosen sind besser als Brot. 
Ich habe sie neben mein Kissen gestellt, 
sie blüht und duftet sich tot.
Lieber Gott, in mein Zimmer 
Scheint jetzt der Mond - 
ach, warum hab' ich immer, 
immer in Städten gewohnt? 
Ina Seidel





O wie viel schöner strahlt die Schönheit doch, Wenn Treu sich zum höchsten Schmuck erhebt. Schön ist die Rose, schöner scheint sie noch Durch jenen süßen Duft, der in ihr lebt. 
Wildrosen haben gleicher Farben Glut, 
die gleichen Dornen wie die duft'gen Rosen, 
sie spielen mit dem gleichen Übermut, 
wenn Winde sie enthüllen und umkosen. 
Doch ihre Tugend ist nur ihr Gesicht, 
sie leben ungeliebt, verblühn am Strauch 
und sterben zwecklos - das tun Rosen nicht, 
Aus ihrem süßen Tod strömt süßer Hauch. 
Angelika Wolter_pixelio.de
So, schöner Liebling, wenn die Jugend flieht, 
strömt deiner Treue Duft aus meinem Lied. 

William Shakespeare


Ihr verblühet, süße Rosen, 
meine Liebe trug euch nicht; 
Blühtet, ach, dem Hoffnungslosen, 
dem der Gram die Seele bricht! 
Jener Tage denk' ich trauernd, 
als ich, Engel, an dir hing, 
auf das erste Knöspchen lauernd 
früh zu meinem Garten ging. 
Johann Wolfgang von Goethe

H.D.Volz_pixelio.de






Gedanke nicht noch Welt begreifen Rose. 
Sie kommt als Botin aus dem Garten Seele, 

des schönen Sinn und Spiegel ist die Rose. 

Von neuen Kräften wird der Geist durchdrungen, 

so oft er schlürft die Süßigkeit der Rose. 

Wie einst durch Abrams Einhauch Vogel-Leben, 

erwacht durch Frühlingshauch das Herz der Rose. 

O schließe dir den Mund mit Rosenknospen 
und lerne schweigend lächeln wie die Rose. 
Dschelaleddin Rumi 






Kommentare:

  1. Hallo Margot,
    ich stöbere immer mal auf deinem Blog und finde, du gestaltest deine Seite wirklich sehr schön. Kluge Worte und hübsche Bilder, wirklich eine gelungene Mischung. :) Weiter so!

    Lieben Gruß und schönen Sonntag, Anne

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    1. Hallo, Anne, hab vielen Dank für Deine netten Worte. Es freut mich sehr, da deine Worte, wie ich jetzt gesehen habe, aus kompetentem Munde kommen. Ich gestalte meine Seiten nur aus Spaß an der Freude, aber auch, wenn ich keine Freude empfinde. ;-)

      Dir wünsche ich auch einen schönen Sonntag und weiterhin viel Erfolg, nicht nur auf Deinem literarischen Weg.


      Liebe Grüße, Margot

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