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Freitag, 28. Juni 2013

Zu schnell gefahren ...

... beim "Online -Zeitung" lesen erschrecke ich immer über die vielen Verkehrstoten. Und ich stelle mir die Angehörigen vor, wie sie trauern, dass einer aus ihrer Mitte gegangen ist, oder auch "gegangen wurde" ... und dabei ertappe ich mich, dass ich an eine Geschichte denken muss, die mich sehr berührt hat, trotzdem ich kein Auto besitze. 

Ich erzähle sie euch, und vielleicht wird mancher bei dieser Geschichte auch nachdenklich ... und zieht für sich eine Lehre daraus. 



Zu schnell gefahren



Jack schaute kurz noch einmal auf seinen Tachometer, bevor er langsamer wurde: 73 in einer 50er Zone. Mist, das war das vierte Mal in gleicher Anzahl von Monaten.
Er fuhr rechts an den Straßenrand und dachte: "Lass den Polizisten doch wieder einmal herummosern über meinen Fahrstil. Mit etwas Glück würde ein noch schnellerer Autofahrer an ihnen vorbeiflitzen, an dem der Bulle mehr Interesse hätte."
Der Polizist stieg aus seinem Auto, mit einem dicken Notizbuch in der Hand. War das etwa Bob? Bob aus der Kirche?
Jack sank tiefer in seinen Sitz. Das war nun schlimmer als der Strafzettel: Ein christlicher Bulle erwischt einen Typen aus seiner eigenen Kirche. Er stieg aus dem Auto um Bob zu begrüßen.
"Hi Bob. Komisch, dass wir uns so wieder sehen !"
"Hallo Jack."
"Ich sehe du hast mich erwischt in meiner Eile nach Hause zu kommen, um meine Frau und Kinder zu sehen."
"Ja, so ist das."
"Ich bin erst sehr spät aus dem Büro gekommen. Diane erwähnte etwas von Roast Beef und Kartoffeln heute Abend. Verstehst du, was ich meine?"
"Ich weiß, was du meinst. Und ich weiß auch, dass du soeben ein Gesetz gebrochen hast."
Aua, dachte Jack. Das ging in die falsche Richtung. Zeit, die Taktik zu ändern.
"Bei wieviel hast du mich erwischt?"
"Siebzig. Würdest du dich bitte wieder in dein Auto setzen?"
"Ach Bob, warte bitte einen Moment. Ich habe den Tacho sofort gecheckt, als ich dich gesehen habe! Ich habe mich auf höchstens 65 km/h geschätzt!"
"Bitte Jack, setz dich wieder in dein Auto."
Genervt quetschte Jack sich wieder ins Auto. Ein Knall. Türe zu. Er starrte auf sein Armaturenbrett.
Bob war fleißig am Schreiben auf seinem Notizblock. Warum wollte Bob nicht seinen Führerschein und die Papiere sehen?
Dann klopfte Bob an die Tür. Er hatte einen Zettel in der Hand. Jack öffnete das Fenster, maximal 5cm, gerade genug, um den Zettel an sich zu nehmen. Bob reichte ihm den Zettel und ging dann zu seinem Auto, ohne ein weiteres Wort zu verlieren.
Jack faltete den Zettel auf. Was würde ihn dieser Spaß wieder kosten? Doch, Moment: War das ein Witz? Das war gar kein Strafzettel!
Jack las:
Lieber Jack, 
ich hatte einmal eine kleine Tochter. Als sie sechs Jahre alt war, starb sie bei einem Verkehrsunfall. Richtig geraten; der Typ ist zu schnell gefahren.

Einen Strafzettel, eine Gebühr und drei Monate Knast und der Mann war wieder frei. Frei um seine Töchter wieder in den Arm nehmen zu dürfen. Alle drei konnte er wieder lieb haben.
Ich hatte nur eine und ich werde warten müssen, bis ich in den Himmel komme, bevor ich sie wieder in den Arm nehmen kann. Tausend Mal habe ich versucht, diesem Mann zu vergeben. Tausend Mal habe ich gedacht ich hätte es geschafft. Vielleicht habe ich es geschafft, aber ich muss immer wieder an sie denken. Auch jetzt. Bete bitte für mich.
Und sei bitte vorsichtig, Jack. Mein Sohn Ist alles was ich noch habe.
Bob
Jack drehte sich um und sah Bob wegfahren, bis er nicht mehr zu sehen war. Langsam fuhr auch er nach Hause. Zu Hause angekommen, nahm er seine überraschte Frau und die Kinder in den Arm und drückte sie ganz fest.
Das Leben ist so wertvoll. Behandle es mit Sorgfalt.
Verfasser unbekannt


Herzlichst Margot

Kommentare:

  1. Hallo Margot,

    eine nachdenklich machende Geschichte. Ich befürchte allerdings, dass ich mich dann und wann doch noch wieder beim zu schnellen fahren erwischen werde.

    Liebe Grüße
    Thomas

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    1. Hallo Thomas, eine nachdenklich machende Geschichte, schreibst Du. Nur aus diesem Grund habe ich diese Geschichte weitererzählt, sie soll "Nachdenklich" machen ...
      Wünsche Dir immer eine "gute Fahrt".

      Liebe Grüße, Margot

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  2. Liebe Margot,

    danke für die Geschichte, die sehr nachdenklich macht. Ich fahre seit vielen Jahren täglich und halte mich weitestgehend an die Geschwindkeitsbegrenzungen, trotzdem könnte es mir auch passieren, dass ich einem anderen Menschen Schaden zufüge. Ich hoffe, dass das niemals passieren wird!
    Herzliche Grüße
    Regina

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    1. Liebe Regina,
      wie ich schon Thomas geantwortet habe, die Geschichte soll nur nachdenklich machen. Wie schnell vergisst man Vorsätze ... ich wünsche Dir, von ganzem Herzen, es möge nie geschehen, dass Du über einen verursachten Schaden an andere Menschen nachdenken musst.
      Liebe Grüße, Margot

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  3. Oh mann Margot, bei solchen Geschichten muss ich immer heulen.
    Wenn es irgendwie um Kinder geht kann ich mich einfach nicht mehr halten.

    Auch ohne solch einen Strafzettel habe ich mein Verhalten im Straßenverkehr geändert. Früher, in meiner Sturm und Drang Zeit bin ich auch immer viel zu schnell gefahren. Das war halt "cool".
    Seit dem ich selber einen kleinen Jungen habe, fahre ich vorsichtig. Gerade in Wohngebieten. Denn ich denke, es könnte auch Dein Kind sein.

    Solche Strafzettel müssten wirklich mehr verteilt werden!

    Liebe Grüße
    Sonja

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    1. Hallo Sonja, das wollte ich bestimmt nicht ... Dich zum Weinen bringen. Du bist ein sehr sensibler mitfühlender Mensch, deshalb hast Du schon Deinen Fahrstil geändert, das ist gut so. Ich möchte kein Moralapostel sein ... wollte nur ein bisschen nachdenklich machen.
      Ja, ich finde auch, solche Strafzettel würden mehr bringen, als nur Geld abzuzocken ... für die Gemeindekassen.

      Wünsche Dir einen schönen Tag.
      Liebe Grüße, Margot

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    2. Du bist kein Moralapostel, Marion.
      Dieses Thema ist zu wichtig, als es nicht anzusprechen!
      Und mach Dir keine Gedanken, seit dem ich meinen Kleinen habe, bin ich schrecklich nahe am Wasser gebaut. Da reicht schon eine Kleinigkeit.
      Mach weiter so, Margot, mit Deinen Geschichten die die Leute zum Nachdenken anregen.

      Liebe Grüße
      Sonja

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    3. Danke Sonja für Deine lieben Worte. So ein Thema wie dieses, werde ich auch nicht zu oft anschneiden. Ich habe keinen festen Fahrplan mit meinem Blog, was mir am Tag durch den Kopf geht, darüber schreibe ich.

      Liebe Grüße, Margot

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  4. Oh das geht direkt ins Herz und du hast dein Ziel gut erreicht: die Geschichte macht sehr nachdenklich!

    LG
    Angela

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    1. Hallo Angela, es soll ins Herz gehen aber keinen Schmerz verursachen. Nur Nachdenklichkeit hervorrufen ...

      Wünsche Dir ein wunderschönes Wochenende ohne Regen.

      Liebe Grüße, Margot

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