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Mittwoch, 17. Juli 2013

Eine "Hammer-Geschichte" ...

... und diese Geschichte habe ich mir nicht ausgesucht, um unglücklich zu sein, sondern weil sie, in meinem Leben, so ungefähr mal stattgefunden hat. War nicht so gut drauf ... 
Natürlich bin ich nicht, wie bei dieser Hammer-Geschichte, zu meiner Nachbarin gegangen um sie zu beschimpfen, aber meine Gedanken waren schon mal so ähnlich. Und wenn ich ehrlich bin, wenn ich noch heutzutage mit jemandem hadere, geht es manchmal auch so ab ... allein in meinem Kämmerlein. Deshalb finde ich gefallen an dieser Geschichte, sie könnte eigentlich ein Tatsachenbericht sein ... :-)


Die Geschichte vom Hammer


Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: 

Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht's mir wirklich.

 Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er »Guten Tag« sagen kann, schreit ihn unser Mann an: „Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!“

Aus: Paul Watzlawick (1921-2007), Anleitung zum Unglücklich Sein


Wenn ihr so ein Zwiegespräch nicht kennt, vielleicht hat es euch Spaß gemacht, mal darüber zu lesen. Ich würde mich freuen ...




Kommentare:

  1. Liebe Margot,

    guten Morgen!
    Im Positiven wie auch im Negativen setzen wir manchmal zu viel voraus. Es wäre ja viel besser, wenn wir unbefangen an eine Sache herangehen könnten. In diesem Fall einfach den Nachbarn fragen, der die Bitte um dem Hammer wahrscheinlich gar nicht ablehnen würde.
    Genauso ist es, wenn wir jemandem etwas schenken wollen und denken: Vielleicht ist er beleidigt, wenn ich ihm das anbiete und er denkt, dass ich möglicherweise denken könnte, dass er nicht Geld genug hat, um sich das selbst zu kaufen - also lasse ich es sein, um ihn nicht zu beschämen. Da gibt es unzählige Beispiele, glaube ich.
    Die kleine Geschichte regt mal wieder sehr zum Nachdenken an!

    Ich wünsche dir einen schönen Tag, und wenn du mal einen Hammer brauchst, ich habe einen und ich gäbe ihn dir gern! :)
    Liebe Grüße
    Regina

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    1. Guten Morgen liebe Regina,
      ich freue mich, dass du es auch so siehst. Wir können nicht mehr spontan sein und so handeln, wie wir fühlen. Alles müssen wir bedenken und zerpflücken, und fahren nicht sehr gut dabei. Warum sind wir im Herzen keine Kinder geblieben und handeln so wie sie, spontan ...
      Danke für deine lieben Worte, dass du mir einen Hammer geben würdest. Es freut mich, sogar sehr, aber wenn man alleine lebt, dann hat man auch als Frau einen Hammer. :-)) Bei dir hätte ich aber keine Bedenken etwas anderes zu borgen.
      Wünsche dir einen wundervollen Tag.
      Herzlichst Margot

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  2. Liebe Margot

    Sehr schön ich sage nur Reden ist alles.
    Aber auch ich kenne diese Art von Gedanken. So oft ich versuche sie nicht zu haben, so oft kommen sie dann doch zu mir.
    Und anstatt ein wenig Geduld aufzubringen und zu reden machen sich die Gedanken alleine auf den Weg und bringen die kuriosesten Ergebnisse zu Tage. Aber immer nur im Stillen denn zum Glück ist es mir noch nicht passiert, dass ich vor der Klärung schon explodiert bin. Aber in Gedanken platzte ich immer mal wieder. Wobei das völlig unnötig ist, aber ich habe noch keinen Weg für mich gefunden, das abzustellen.


    Na ja vielleicht gelingt es eines Tages.

    Aber Deine Spiegel, die Du mir vorhälst bringen mich häufiger zum Schmunzeln und vielleicht hilft das ja dabei, wenn einem das eigene Verhalten noch mal gezeigt wird - auch unbeabsichtig - noch mal drüber nachzudenken und es kommt mir dann doch noch die zündende Idee.
    DANKE dafür :-))

    Hab einen schönen Tag
    Liebe Grüße
    Tina

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    1. Liebe Tina,
      diese Geschichten sind zuerst meine Spiegel,;-) ich erkenne mich in ihnen und das gefällt mir. Ich nehme gerne lehren an, wenn sie mir auf heitere Art nahe gebracht werden. Und so wie sie mir helfen, mich zu erkennen, so gebe ich sie gerne an andere Menschen weiter. Wenn man darüber schmunzeln kann, wie du schreibst, dann ist es gut. Ich möchte kein Klugsch... sein und andere Menschen verletzen. Ein bisschen Nachdenklichkeit schadet aber niemanden von uns. :-)
      Danke für deinen lieben Kommentar. Wünsche dir auch einen schönen Tag.
      Herzlichst Margot

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  3. Liebe Margot,
    diese Geschichte kannte ich bereits und haben oft darüber nachgedacht.
    Ich mag deinen Blog so gerne, immer wieder wird man zum Nachdenken animiert.
    Viele Grüsse und einen wunderschönen Tag,
    Babs

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    1. Liebe Babs, es freut mich sehr, dass du meinen Blog magst. :-) Ja, solche Geschichten regen wirklich zum Nachdenken an und man kann sie auch 2x lesen. ;-)

      Wünsche dir ein langes schönes Wochenende.
      Liebe Grüße, Margot

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  4. Oh ja, auch diese Geschichte ist auch bei mir ein Spiegel!
    Bislang bin ich natürlich auch noch so weit gegangen wie dieser Mann, aber früher ist es mir schon passiert, dass ich so von meinen Gedanken überzeugt war, dass ich dem betreffenden Menschen richtig komisch war. Und genau durch dieses Verhalten, dass diese Geschichte beschreibt, ist in meiner Pubertätszeit eine sehr sehr gute und innige Freundschaft zerbrochen. Was mir heute noch leid tut, denn vielleicht wäre dann das Wiederaufleben dieser Freundschaft 10 Jahre später anders ausgegangen. Denn sie ist wieder zerbrochen. Wer weiß es.

    Heute versuche ich dieses Verhalten im Zaun zu halten und darüber zu reden. Meistens jedenfalls...

    Liebe Grüße
    Sonja

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    1. Liebe Sonja, so ist wohl das Leben. Deine Worte treffen auch auf mich zu, und das Verhalten entsteht wohl aus Selbstzweifel. Schade um die Freundschaft, aber es, war nicht dein Weg, sonst hätte die Freundschaft, wenn auch mit Unterbrechung, gehalten. Und wenn so etwas passiert, ist nicht nur ein Mensch schuld daran ... Ja, es ist sehr wichtig zu reden, aber ohne alles zu zerreden. Ich arbeite auch noch daran ...
      Danke für deine lieben, offenen Worte.
      Wünsche dir nur schöne Tage.
      Liebe Grüße, Margot

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  5. Hallo Margot,
    diese Geschichte kannte ich schon. Hatte sie nur etwas ausführlicher in Erinnerung...
    Und ich denke, man kann sie nicht oft genug lesen oder hören.
    In so vielen Fällen hilft es ganz einfach über Zweifel zu reden oder einfach mal nachzufragen, bevor man sich selber den Kopf zerbricht und dann am Ende so oder so ähnlich reagiert.

    LG
    Angela

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    1. Hallo Angela, deine Worte sind kluge Worte, denn man sollte wirklich, besonders über Probleme, reden. Nur gibt es eine menschliche Schwäche ... die man durchs Hinzulernen, auch durch solche Geschichten, in den Griff bekommen muss. :-)

      Dir einen schönen Tag und liebe Grüße, Margot

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