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Samstag, 14. September 2013

Unabhängigkeit der Presse?

Gestern beim Online-Zeitungslesen ist mir wieder einmal aufgefallen, wie die Presse Artikel lanciert, die nicht immer eine Unabhängigkeit des Journalisten erkennen lässt, wie oft behauptet wird ... und, ich musste an die "Presserabatte" denken. Wie kann ein Journalist unabhängig sein, wenn er von einem Unternehmen Vergünstigungen erhält. Dazu ist mir ein Bericht vom NDR in die Hände gefallen, den ich sehr interessant fand.
Sendedatum war am: 04.04.2012 23:20 Uhr
Daraus einige Passagen ... 

Vergünstigung: Presserabatte am Ende?

von Josy Wübben
Ja, die Zeiten werden härter. Das merken jetzt auch die Journalisten. Zu gerne berichten Reporter über Verfehlungen und Gier bei anderen - vor allem bei Politikern. Die sich qua Amt Vorteile verschaffen oder Vergünstigungen erhalten, die andere nicht bekämen. Ungern dagegen reden sie über die Vergünstigungen, die ihnen der Presseausweis beschert. Der für viele inzwischen vor allem zur "Schnäppchencard" verkommen ist. Aber nun schwingt die Moralkeule zurück. Erste Unternehmen haben aktuell ihre Presserabatte abgeschafft. Brechen jetzt moralische Zeiten an?
dpa

Christian Wulff musste gehen. Ob er gegen das Gesetz verstieß, ist unklar. Gegen das Moralgefühl vieler Menschen hat er verstoßen. Sie verübeln ihm, wie ungeniert er Vorteile in Anspruch nahm. Die Medien tadelten den "kleinen bösen Wulff" (Die Zeit, 12.01.2012). Verhöhnten ihn als "Rabattkönig" (Der Spiegel, 13.02.2012). Oft mit erhoben den Zeigefinger: "Das tut man nicht, Herr Präsident" (Süddeutsche Zeitung, 14.12.2011).

Die Medien kennen keine Gnade, wenn sie Privilegien von Politikern anprangern. Wenn es aber um den eigenen Vorteil geht, urteilen sie weniger streng. Denn viele Journalisten sind selbst leidenschaftliche Schnäppchenjäger. Sie bekommen spezielle Rabatte, ganz gleich ob 50 Prozent auf Flugreisen oder 20 Prozent auf den schicken Neuwagen. Kinokarten gibt es manchmal sogar ganz umsonst und auch für Waschmaschinen, Möbel und Hotel-Übernachtungen müssen findige Journalisten weniger zahlen. Auf den einschlägigen Internetseiten für Pressekonditionen wimmelt es nur so von Vergünstigungen. So sind ausgerechnet unter Journalismus.com über 1.700 Rabatte verzeichnet.



Rabatte sind "nicht mehr zeitgemäß"

Jetzt haben allerdings die drei gefragtesten Anbieter ihre Journalistenrabatte abgeschafft. Zuerst die Deutsche Bahn: In einem Brief schrieb sie allen Journalisten, denen sie bislang eine um die Hälfte vergünstigte Bahncard verkauft hatte, der Rabatt sei "nicht mehr zeitgemäß". Im März zog Air Berlin mit der gleichen Begründung nach. Bislang konnten Journalisten mit der Fluggesellschaft um ein Viertel billiger reisen. Gestern hat die Telekom ihren Pressetarif abgeschafft.

Christian Humborg, Geschäftsführer von Transparency International, meint: "Also das ist ein guter Schritt. Man würde sich wünschen, dass mehr Unternehmen diesem Schritt folgen. Denn natürlich besteht immer die Gefahr, dass die Glaubwürdigkeit der Medien nicht davon profitiert, wenn die Menschen merken, dass viele Journalisten und Journalistinnen Pressekonditionen, bessere Pressekonditionen nutzen können. Und wir ja auch gar nicht wissen, wer es tut und wer es nicht tut."

ZAPP wollte wissen, ob es Firmen gibt, die dem Beispiel von Bahn, Air Berlin und Telekom folgen wollen. Deshalb hat die Redaktion die 15 Unternehmen, die in der Liste der gefragtesten Presserabatte hinter der Telekom rangieren, angeschrieben. Das erstaunliche Ergebnis: Keine einziges von ihnen plant, die Sonderkonditionen ebenfalls abzuschaffen. Schriftlich antwortet uns etwa die Autovermietung Hertz: "Mit der Press Club Card ermöglichen wir Journalisten die Miete zu vergünstigten Konditionen, da sie zur Ausübung ihrer Arbeit, wie Reportagen oder Reiseberichte, überproportional häufig mobil sein müssen."

Und dieser NDR-Bericht bestätigt meine Meinung, die Presse ist, bist auf einige ehrliche Journalisten, auch käuflich. Anders kann ich diese "Presserabatte" nicht ansehen. Und Presse und Medien machen außerdem aus Politiker "Kasperpuppen". Sie bestimmen was sein darf, oder auch nicht ... und die Politiker lassen es sich aus Eitelkeit gefallen und sind dabei sehr oft die Verlierer. (siehe Cover-der SZ) 
Sie haben einen ehrlichen Journalismus erwartet und sind jetzt Wahlhelfer für die andere Partei. Armes Deutschland.

Unter diesem Link könnt ihr nachsehen, auf was Journalisten alles Rabatte bekommen. Wird so die Unabhängigkeit der Presse gefördert?

Und dieser Artikel des GG war wohl auch nicht so gedacht, mit dem Presse-Rabat:

"In Deutschland gewährleistet Artikel 5 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland die Pressefreiheit gemeinsam mit der Meinungsfreiheit, der Rundfunkfreiheit und der Informationsfreiheit."


Kommentare:

  1. Liebe Margot,
    bin wieder zurück und wollte dir einfach ganz liebe Grüsse zum Wochenende senden.
    Babs

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    1. Liebe Babs hab vielen Dank. Freue mich, dass du wieder da bist und solch tolle Fotos mitgebracht hast.:-)

      Dir auch ein schönes Wochenende, und ganz liebe Grüße.
      Ich hoffe es geht dir wieder ein bisschen besser. Pass gut auf dich auf.

      Herzlichst Margot.

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  2. Hallo Margot
    Wie heißt es so schön die Hand die einen füttert beißt man nicht
    So werden Journalisten auch denken wenn es im ihre Artikel geht
    In Köln nennt man das Kölsche Klüngel und man sieht den gibt es nicht nur in Köln
    Wünsche Dir einen schönen restlichen Samstag
    Liebe Grüsse
    Tina

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    1. Hallo Tina, da hast du die richtigen Worte gefunden. Nur als Journalist sollte man der Wahrheit verpflichtet sein, und Ehrlichkeit nicht nur von den anderen fordern.
      Geklüngelt wird leider überall. :-))

      Dir auch noch einen schönen Abend.
      Liebe Grüße, Margot.

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