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Mittwoch, 20. November 2013

Eine Pause für den Winter ...

... es sind heute zwei kleine Geschichten, die mir sehr gefallen, denn der Winter steht vor der Tür. Und ich frage mich, wie werde ich über diesen Winter sprechen? Werde ich klagen oder mich lieber über ihn freuen ... 


Eine Pause für den Winter

Jahr für Jahr schimpften die Menschen auf den Winter. Zu grau sei er, zu kalt, zu lang.

So beschloss der Winter, einfach ein Jahr Urlaub zu machen. Der Herbst könnte ja einen Teil übernehmen und dann der Frühling etwas früher beginnen. Sicher würden die Menschen dann aufatmen und fröhlich sein.

Gesagt, getan: Herbst und Frühling waren einverstanden und so legte sich der Winter aufs Sofa und ließ es sich gut gehen.

Am Ende seines Urlaubs wollte er dann aber doch noch einmal kurz schauen, wie es den Menschen in der Zwischenzeit ergangen war.

Was er da vorfand, waren noch längere Gesichter als je zuvor.

Die Menschen klagten, dass es gar nicht richtig kalt geworden sei und dass es
keinen Schnee gegeben habe. Der Winter sei einfach ausgefallen in diesem Jahr!

Da verstand der Winter die Welt nicht mehr.

Von Tania Konnerth aus ihrem Buch Aus der Schatzkiste des Lebens

Ich verstehe es auch nicht mehr, liegt es an der Zeit oder am Wandel der Zeit? Oder nur am Bedürfnis zu sprechen? Ich werde diesen Winter abwarten und hoffe, es schneit ...


Beim Arzt
Im Sprechzimmer des Arztes saßen dicht gedrängt Menschen und warteten.
Ein älterer Herr stand nach einer Weile auf und ging zur Sprechstundenhilfe.
"Entschuldigung." sagte er freundlich. "Ich hatte einen Termin um 10.00 Uhr. Jetzt ist es fast 11.00 Uhr. Ich möchte nicht länger warten. Bitte geben Sie mir einen neuen Termin."
Im Sprechzimmer wurde getuschelt. Eine Frau sagte zu einer anderen: "Der ist doch bestimmt schon 80 – was kann der wohl so Dringendes vorhaben, dass er nicht warten kann?"
Der Mann hörte die Bemerkung und drehte sich um. Er verbeugte sich vor der Dame und sagte: "Ich bin siebenundachtzig Jahre alt. Und genau deswegen kann ich es mir nicht leisten, auch nur eine Minute der kostbaren Zeit zu vergeuden, die mir noch bleibt."
aus: Gib Deiner Seele Zeit von Anthony de Mello
Und ich muss sagen, diese zweite Geschichte gefällt mir sehr gut, sie zeigt mir auf, wie sinnlos ich meine Zeit, sehr oft, vergeude. An solchen netten Geschichten möchte ich mich einfach nur aufrichten ... auch wenn ich so gut wie nie zum Arzt gehe.
Herzlichst Margot 

Kommentare:

  1. Hallo Margot :)

    ich bin auch gespannt auf den Winter, wenn es schneit ist es schön - ich mag diese "gepuderte" Welt - auf der anderen Seite ist es natürlich schlecht für die Fahrt ins Büro und ich laufe nicht so gerne im Schnee und wenn es glatt ist -
    wie schnell fällt man hin und ich bin schon genug verschraubt ;)

    Bin gespannt wie der Winter wird. Und Zeit, hm, eigentlich haben wir die wohl alle nicht, aber deshalb vergeude ich sie am liebsten mit netten Sachen ;)

    Ich lasse Dir noch meine besten Grüße da und ziehe wieder weiter
    Björn :)

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    1. Hallo lieber Björn, deine Worte lese ich gerne, sie finden eine Übereinstimmung mit meinen Gedanken. Ich mag Schnee und "Gott sei Dank", muss ich nicht mehr ins Geschäft gehen.
      Und Zeit kannst du dir noch lassen, du bist noch zu jung ... :-))
      Doch Spaß an deinen Sachen sollst du immer haben, ich wünsche es dir.
      Danke für deine lieben Grüße, sie erfreuen mich.
      Du sollst aber auch nicht ohne einen lieben Gruß weiterziehen, den ich dir hiermit sende.
      Herzlichst Margot.

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  2. Hab mich total erkältet - momentan habe ich also keine Lust auf den Winter.
    Viele liebe Grüsse Babs

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    1. Hallo Babs, es tut mir leid für dich mit deiner Erkältung. Wünsche dir die schnellste Genesung und uns, der Winter kann noch warten. :-)
      Liebe Grüße, Margot

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  3. Mit der ersten Geschichte hast Du bei mir genau den Nagel auf den Kopf getroffen, Margot. Derzeit hätte ich absolut nichts dagegen, wenn der Herbst noch etwas bliebe und der Frühling früher beginnen würde. Für mich war der Winter letztes Jahr einfach zu lang und zu dunkel. Genau wie in der Geschichte.

    Aber ich weiß, wenn es so wirklich kommen würde, würde ich auch am Ende traurig sein, dass er ganz ausgefallen wäre. So wie im vorletzten Jahr. Da habe ich gemault, weil wir keinen richtigen Schnee hatten... Denn eigentlich mag ich die wunderschönen Schneelandschaften und mein Kleiner freut sich schon riesig auf den Schnee. Mal schauen, was ich dieses Jahr zu meckern habe.

    Die zweite Geschichte trifft, finde ich, auf jedes Alter zu. Man sollte seine Zeit nicht einfach vergeuden, sondern sie mit schönen Dingen füllen. Das man nicht immer nur Dinge tun kann, die einen erfreuen, versteht sich von selbst. Aber da wo man die Möglichkeit hat, sollte man sie nutzen. Denn keiner weiß, wieviel Zeit einem gegeben ist.

    Liebe Grüße
    Sonja

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    1. Hallo liebe Sonja, deine Worte verstehe ich sehr gut, denn so denke ich auch so manches Jahr. Doch in diesem Jahr würde ich gerne Schnee bekommen, er macht doch den Winter zum Winter.
      Mit "der Zeit" gebe ich dir in allen Dingen recht, man sollte sie nicht vergeuden. Doch wir gehen mit der Zeit um, als wäre sie unendlich ...
      Dir ganz liebe Grüße, herzlichst Margot.

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  4. Ich mag die Kälte nicht, aber wenn der Winter ganz ausfiele, würde etwas fehlen.
    Die Geschichte von dem alten Herrn beim Arzt gefällt mir. Wir sollten alle etwas mehr auf sinnvolle Zeit aus sein. Danke fürs Erinnern.
    LG
    Eva

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    1. Ja liebe Eva, es wäre wirklich schade, wenn der Winter ausfiele. Und, mit der Zeit, wäre es wirklich sinnvoll darauf zu achten, wohin sie geht.
      Danke für deine schönen Zeilen.
      Liebe Grüße, Margot

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