Seiten

Freitag, 13. Dezember 2013

Der Tannenbaum ...

... heute muss ich, nachdem ich diese nachfolgende Geschichte gelesen hatte, an meine Kindheit nach dem Krieg denken. An die Weihnachtszeit, die wunderbar war, meine Mutsch backte und brutzelte die ganzen Tage, und wir waren dabei um zu helfen ... es machte uns große Freude... 
Ja, es war eine sehr schlechte Zeit, aber es gab keinen Hunger, jedenfalls bei uns. Vati und Mutti sorgten für uns, immer ... ob durch Stoppeln oder Hamsterfahrten, oder durch Bauen und verkaufen von Öfen, die Vati baute. Und diese Erinnerungen lassen mir, noch heute, die Tränen in die Augen steigen ... es sind gute Tränen. Doch zurück zu dieser Geschichte. 

Gänseblümchen_pixelio.de
Zu Weihnachten fehlte manchmal ein gekaufter Weihnachtsbaum, den wir nicht als Ausgleich, durchs Abholzen eines Baumes im Wald, erhielten. Sondern durch den Ideenreichtum meines Vaters. 
So wurde sogar einmal ein Besenstiel mit Löcher versehen und mit Tannenzweigen aufgefüllt ... schöne Erinnerungen. 


Der Tannenbaum

Es geschah wie in jedem Jahr, daß Weihnachten heranrückte. Da blickte Blasius Trumpel, der in einem kleinen Häuschen am Rande der Stadt wohnte, auf die herrlich gewachsenen zehn Silbertannen, die sein Vater seelig wie die Orgelpfeifen Jahr für Jahr in den Garten gepflanzt hatte, damit er Jahr für Jahr eine davon als Weihnachtsbaum nehmen könnte. Doch wie er so schaute, tat es ihm im Herzen weh um die schönen Bäume, und er ging in den Wald, um eine der wild wachsenden Fichten abzusägen. In der Dämmerung kam er nach Hause, bemerkte aber mit Schrecken, dass die größte seiner Silbertannen samt Wurzelballen ausgegraben war. In dem Loch lag ein Zettel, auf welchem vier Worte standen: „Für den angerichteten Waldschaden.” 

Im nächsten Jahr schwankte er lange, ob er den Diebstahl wiederholen sollte, doch die neun schönen Silbertannen dauerten ihn, und so ging er erneut in den Wald. Bei seiner Rückkehr fand er den mysteriösen Zettel. Dies geschah
weitere drei Jahre. Als er dann im Sommer beim Pilze suchen an einer Lichtung auf fünf Silbertannen stieß, vor denen ein Schild stand, wurde er nachdenklich. Denn auf diesem las er: „Hier entsteht mit Hilfe eines Weihnachtsbaumdiebes eine Pflanzung.” Ja, es waren seine Silbertannen! 

Da beschloss Blasius Trumpel, der im Grunde seines Herzens kein böser Mensch war, in Zukunft den Weihnachtsbaum nur aus seinem Garten zu nehmen oder ihn von einem Händler zu kaufen. Und wenn Ihr nicht glaubt, dass dieser Mensch Blasius Trumpel heißt und ihm jemand seine Silbertannen als Ersatz für gestohlene Bäume ausgegraben hat, dann könnt Ihr sogar ein wenig recht haben. Aber Märchen sind nun einmal so: „Sie berücksichtigen einfach nicht, dass Weihnachtsbaumdiebe in der Regel im eigenen Garten aus Furcht vor Diebstählen keine Silbertannen haben.” 

Autor: Peter Benz

Kommentare:

  1. Hallo Margot :)
    solche Menschen gibt es ja wirklich, die in den Wald ziehen und dort die Bäumchen holen um ein paar Groschen zu sparen. Meist sind es nicht wirklich Menschen mit wenig Geld, aber "Geiz ist Geil" in der heutigen Zeit ;) Eine schöne Geschichte.
    Lieben Gruß und ein schönes Adventwochenende
    Björn :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Björn, ja, so wie du es siehst, sehe ich es auch. Und den Satz "Geiz ist Geil", kann ich schon nicht mehr hören. Danke für deinen Kommentar, ich freue mich darüber.
      Wünsche dir auch eine wunderschöne Woche.
      Liebe Grüße, Margot.

      Löschen
  2. Liebe Margot, danke für den kurzen Einblick in Deine Kindheit.

    Das Märchen von dem Tannenbaumdieb ist gut. Heute kann man ja nun wirklich überall einen Baum bekommen, da bräuchte es nun wirklich keine Wildbaumdiebe mehr. Leider wird es die aber wohl immer noch geben. Keine schlechte Idee, in deren Gärten mal zu schauen ;)
    Lieben Gruß
    Eva

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Eva, danke für deine Worte über meine Kindheit. Und, du hast erkannt, sogar im Luxus wird geklaut und wenn es nur Weihnachtsbäume sind. :-))
      In den Gärten werden die Silbertannen wirklich immer weniger ... leider.
      Dir ganz liebe Grüße, Margot.

      Löschen