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Mittwoch, 12. Februar 2014

Karma - was ist das ...

... im Buddhismus höre und lese ich sehr viel von Karma. Nur weiß ich nicht was Karma ist, deshalb finde ich es gut, dass ich eine Erklärung gefunden habe. Diese Erklärung wird auch den Unwissenden erfreuen und vielleicht können wir dadurch noch etwas, in unserem Leben, positiv ändern. 

Karma

Im Buddhismus wird sehr viel über Karma gesprochen. Was ist das eigentlich?
Übersetzt heißt das Wort, das aus der alten indischen Sprache Sanskrit stammt, Handlung, Tat. 
Alles im Leben besteht aus Handlungen, also ist alles Karma. Denn alles, was wir erleben, ist die Folge von Taten. Dadurch, dass wir leben, tun wir etwas. Wir handeln unentwegt, wir können nicht leben, ohne etwas zu tun, zu verändern, zu bewegen. Handlungen bestehen nicht nur als Taten mit dem Körper, sondern auch durch Sprechen und Denken.

Im Buddhismus sagt man deshalb: Durch Körper (etwas tun), Rede (= Sprechen) und Geist (= Gedanken) entsteht Karma.

Wir stehen morgens auf und setzen uns an den Frühstückstisch. Dass wir am Tisch sitzen, ist die Folge der Handlung, dass wir aus dem Bett aufgestanden sind.
Wir essen ein Brötchen.
Dass das Brötchen auf unserem Teller liegt, ist die Folge der Handlung, dass unsere Mutter am Tag zuvor welche eingekauft hat.
Wir beißen in das Brötchen, und sagen unserer Mutter, dass es uns toll schmeckt und bedanken uns dafür.
Wir gehen in die Schule und lernen, dass die Erde ein runder, blauer Planet ist. Dass wir das wissen, ist die Folge davon, dass wir der Lehrerin zugehört haben und es uns gemerkt haben. Wir denken darüber nach, wie schön es ist, dass wir auf einem blauen Planeten leben.

Hier habt ihr ein Beispiel für Karma, das durch drei Arten ensteht: Körper, also durch Handlungen (Aufstehen, Einkaufen, Essen), Rede (Gespräch mit der Mutter, Dank), und Geist (Denken und Lernen in der Schule, sich über den blauen Planeten freuen).


Ursachen und Wirkungen

Alles besteht aus Ursachen und deren Wirkungen. Diese zwei Worte „Ursachen“ und „Wirkungen“ werdet ihr auch sehr oft im Buddhismus hören, und sie bedeuten eigentlich dasselbe wie Karma.

Interessant wird es, wenn man den Gedanken des Karma, also dass alles aus Handlungen und deren Folgen besteht, auf unseren Alltag anwendet.


Ein Beispiel: Es ist Morgen, meine Mutter weckt mich, ich muss aufstehen. Ich bin noch müde, und quäle mich aus dem Bett. Weil ich noch müde bin, bin ich schlecht gelaunt. Verschlafen setze ich mich an den Frühstückstisch. Ich habe keine Lust, das Brötchen zu essen, das auf meinem Teller liegt. Meine Mutter schimpft. „Iss das Brötchen, sonst kommst du zu spät in die Schule“.
„Ich will aber heute nicht in die Schule gehen!“, gebe ich zurück.
Meine Mutter wird wütend: „Du musst aber!“
„Ich gehe nicht!“, schreie ich und renne aus dem Zimmer.

An diesem kleinen Beispiel könnt ihr erkennen, wie alles aus Ursachen und Wirkungen besteht! Könnt ihr sie zurückverfolgen?
Weil ich noch müde bin, bin ich schlecht gelaunt.
Weil ich schlecht gelaunt bin, habe ich keine Lust auf das Brötchen.
Weil ich das Brötchen nicht esse, schimpft meine Mutter.
Weil meine Mutter schimpft, werde ich wütend.

Spannend wird es, wenn einem klar wird, dass man daran etwas ändern kann. Denn ich kann bestimmen, welche Folgen meines Tuns ich bewirke.

Bleiben wir bei dem Beispiel mit dem Frühstück:
Es ist Morgen, meine Mutter weckt mich, ich muss aufstehen. Ich bin noch müde, und quäle mich aus dem Bett. Ich weiß, dass ich wach werden muss, deshalb bespritze ich mein Gesicht mit kaltem Wasser. Jetzt bin ich schon etwas wacher. Etwas verschlafen setze ich mich an den Frühstückstisch und esse das Brötchen, das auf meinem Teller liegt. Das frische Knuspern hört sich lustig an. Ich muss lachen. Das Brötchen schmeckt mir gut. Meine Mutter freut sich. „Schmeckt dir das Brötchen? Habe ich extra aufgetoastet“.
„Ja, schmeckt gut!“, antworte ich und schaue auf die Uhr.
„Du musst los, sonst kommst du zu spät zur Schule!“, sagt die Mutter.
Ich nicke, esse mein Brötchen fertig, schnappe meinen Ranzen und renne los. Meine Mutter winkt mir nach.

Die kleine Geschichte fing gleich an, endete aber anders. Warum? Weil die Folgen andere waren. Der Ausgangspunkt war gleich: ich war noch müde. Aber ich bin beim zweiten Beispiel anders damit umgegangen.

Um die Folgen steuern zu können, braucht man einen klaren Kopf, sagt der Buddha. Mit einem klaren Kopf können wir vermeiden, in einen „schlechte Laune“ Trott zu verfallen.

Wir können darauf aufmerksam sein, was wir tun, anstatt uns einer – womöglich schlechten – Gewohnheit zu überlassen.

Der Buddha lehrte auch, dass wir aufpassen sollen, wenn andere sich gemein zu uns verhalten. Denn hier ist man sehr schnell unaufmerksam.

Wieder ein Beispiel:
Meine Freundin meckert mich an, weil ich ihr im Weg stehe.
Ich motze zurück und sage: „Na und, dann geh doch um mich herum!“
Sie nennt mich: „Blöde Zicke!“,
und daraufhin nennen ich sie „Selber blöde Zicke“. 
Die Folge davon: Wir sind verkracht.

Das Ganze könnte aber auch anders ablaufen:
Meine Freundin meckert mich an, weil ich ihr im Weg stehe.
Ich antworte: „Du bist aber schlecht gelaunt heute. Ich geh dir aus dem Weg, ist schon ok.“ Und ich gehe ihr aus dem Weg.
Sie ist froh, dass ich gemerkt habe, dass sie heute schlecht drauf ist, und sagt. „Weißt du, heute morgen ist mir was Blödes passiert.“
Ich frage nach: „Was ist dir denn passiert?“
Und sie erzählt mir, was ihr auf der Seele liegt.
Die Folge davon: Unsere Freundschaft wird tiefer und stärker.

Es geht bei Karma also immer darum, wie ich mich verhalte, wie ich meine Handlungen so steuere, dass sie Gutes bringen. Das tut nicht nur den anderen, sondern auch mir gut. Denn wenn die anderen sich verstanden fühlen, dann sind sie (als Folge davon) auch zu mir verständnisvoll, freundlich und hilfsbereit.



Kommentare:

  1. Hallo Margot,
    mit dem Buddhismus habe ich mich bisher nicht wirklich viel beschäftigt. Ich bin Christ, hoffe es zumindest ;) Aber ich finde Deine Beiträge zum Thema interessant. Generell würde ich mich ja als "Multi-Interessiert" bezeichnen ;)
    Lieben Gruß
    Björn :)

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    1. Hallo lieber Björn, weil ich eben auch ein "Multi-Interessierter Mensch" bin, möchte ich mehr über Buddhismus wissen. Es ist eine sehr freundliche Religion, die mir zusagt. Und was ich bis jetzt gelesen habe, finde ich gut und wahr. :-)
      Ich danke dir für deine Worte und wünsche dir einen schönen Tag.
      Liebe Grüße, Margot.

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