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Donnerstag, 6. Februar 2014

Väterchen Frost ...

... es ist der 6. Februar, es regnet und ich muss an den Winter denken. Wo ist er in diesem Jahr geblieben? Nein, kein Schnee liegt und ich kann mich nicht an ihn erfreuen, aber an ein russisches Märchen ... an Väterchen Frost. Vielleicht gefällt es auch euch, ich erzähle es nun ...


Väterchen Frost 
Russisches Volksmärchen 

Es war einmal vor langer Zeit in einem weit entfernten Land 

ein Mann mit seiner Frau. Beide waren bereits zuvor 
verheiratet gewesen, doch ihre früheren Eheleute waren gestorben und so hatten sie wieder geheiratet. Beide hatten aus ihrer früheren Ehe je eine Tochter. Die Tochter der Frau war böse und gemein, während die Tochter des Mannes lieb 
und sanft war. Die Frau liebte nur ihre eigene Tochter und ließ ihre Stieftochter den ganzen Tag hart arbeiten. Das Mädchen musste das ganze Haus alleine putzen und wurde von der Stiefmutter oft geschlagen. Doch dennoch hasste die Frau die Tochter des Mannes von Tag zu Tag mehr.


Eines Tages, mitten in einem harten, kalten Winter, beschloss die Stiefmutter, dass das arme Mädchen in den tiefen Wald gebracht und sich selbst überlassen werden sollte. Der Vater des Mädchen wollte das natürlich nicht, doch seine Frau war so boshaft und herrisch, dass er mittlerweile Angst vor ihr hatte, seine Tochter tatsächlich mit in den Wald nahm und sie dort alleine ließ. 

Einsam und verlassen saß das Mädchen nun unter einem Baum. Doch schon nach kurzer Zeit hörte 

sie ein Knacken von Zweigen und kurz darauf eine Stimme, die sprach: „Frierst Du, liebes Kind ?“ Das 
Mädchen erkannte die Stimme als die von Väterchen Frost und antwortete: „Nein, Väterchen Frost. 
Mir ist nicht kalt.“ Da fragte er sie nochmals und noch mal und kam näher und näher zu dem Kind. Das 
Mädchen antwortete jedes mal, dass ihr warm sei, doch das arme Kind dauerte dem Väterchen so sehr, dass er es in einen weichen, prächtigen Mantel wickelte, die ganze Nacht wärmte und es am Morgen mit Geschenken überhäufte. 

Dem Vater bedauerte seine böse Tat inzwischen und kam am nächsten Tag in den Wald zurück, um 
seine Tochter zu retten und freute sich sehr, als er sie nicht nur lebendig, sondern auch warm 
bekleidet und mit großen Reichtümern beladen fand. Beide kehrten nach Hause zurück. Als sie wieder 
da waren und die Stiefmutter die Reichtümer des Mädchens sah, wollte sie sofort, dass auch ihre 
eigene Tochter in den Wald gebracht und dort eine Nacht verbringen solle. Natürlich hoffte sie, dass 
auch ihre Tochter reich beschenkt zurückkommen würde. 

Also ging der Mann in den Wald und ließ die Tochter der Frau dort zurück. Doch als er sie am 
nächsten Morgen holen wollte, erschrak er. Nicht beladen mit Reichtum, sondern kalt gefroren war der 
Leib des bösen Mädchens. Er brachte ihren Leichnam der bösen Frau zurück, nahm seine eigene 
Tochter bei der Hand und zog von der bösen Stiefmutter für immer fort. Und wenn er und das 
Mädchen nicht gestorben sind, so leben sie noch heute. 

Dieses Märchen ähnelt bestimmt der Wirklichkeit, wenn auch in einer anderen Umgebung, und ich hoffe, die Herzen dieser Stiefmütter werden nach dem Lesen dieses Märchens, sehr, sehr viel weicher.


Kommentare:

  1. Guten Morgen Margot
    Die Geschichte ist sehr sehr schön, auch wenn ich persönlich sehr froh bin, dass kein Schnee liegt.
    Denn Autofahren und Schnee ist nicht so meine Sache, und da ich jeden Morgen raus muss....
    Zu Weihnachten hätte ich ihn mir gewünscht, aber jetzt kann er meinetwegen da bleiben wo er die ganz Zeit war. ;-)

    In diesem Sinne einen schönen Tag
    Liebe Grüße
    Tina

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    1. Guten Morgen liebe Tina, und vielen Dank für deine Zeilen. Damit du weiterhin gut fahren kannst, halte ich meinen Wunsch nach Schnee zurück.
      Dir einen wunderschönen Tag, wünsche ich.
      Liebe Grüße, Margot.

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  2. Ich mag Märchen sehr und derzeit ist bei uns ganz große Märchenzeit.^^
    Die Stiefmütter sind alle immer so böse und die Männer können sich überhaupt nicht durchsetzen, aber das Gute ist, dass alle Bösen am Ende absolut gerecht bestraft werden. :-)

    Ja, und der Winter. Ich würde ihn Dir gönnen, Margot. Aber nur bei Dir.^^
    Ich habe mir wohl letzten Winter zu laut gewünscht, dass er für zwei Winter reicht, und jetzt bin ich auch schon mitten drin im Frühlingsprogramm. Heute morgen roch die Luft schon ein wenig nach Frühling, die Vögel zwitscherten und es schien die Sonne. Kalt war es auch überhaupt nicht. Und da bei uns keinerlei Schnee oder frostige Temperaturen mehr angesagt sind, freue ich mich einfach und genieße den Vorfrühling. Letztes Jahr gab es ja herzlich wenig Frühling.

    Liebe Grüße
    Sonja

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    1. Hallo Sonja,
      dass du Märchen magst, erfreut mich. Ich mag sie auch, sehr sogar.

      Von mir aus kann es gleich Frühling werden, ihn mag ich lieber als Schnee.:-) So wie die Fotos auf deinem Blog, die mir den Frühling zeigen. Wunderschön.
      Danke, und dir einen Tag mit Vorfreude auf den Frühling.
      Liebe Grüße, Margot.

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  3. Guten Morgen, liebe Margot,
    im Märchen bekommt immer jeder Böse seine gerechte Strafe. Das gefällt mir so an den Märchen, weil ich mich da aus der Wirklichkeit herausträumen kann.
    Schnee gönne ich dir von Herzen - ich selbst möchte lieber keinen mehr, aber wir können und das nicht aussuchen und müssen es nehmen wie es kommt, nciht wahr.
    Ich wünsche dir einen wunderbaren Tag und grüße dich herzlich
    Regina

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    1. Guten Morgen liebe Regina,
      es stimmt, im Märchen bekommt jeder seine gerechte Strafe. Im wahren Leben "leider" nicht ... auch wenn ich kein rachsüchtiger Mensch bin.
      Und wie geschrieben, ich würde mich auf Frühling auch mehr freuen. Gut, dass wir das Wetter nicht beeinflussen können. :-)
      Wünsche dir einen herrlichen Tag und sende liebe Grüße, Margot.

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  4. Hallo Margot :)
    irgendwie erinnert mich dieses Mädchen an Cindarella - na zumindest ein wenig,
    aber die Stiefmütter kamen in den Märchen ja meist nicht sonderlich gut weg und die Stieftöchter waren auch nicht gerade die Liebheit in Person, woher dies wohl kommen mag?
    Lieben Gruß
    Björn :)

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    1. Hallo lieber Björn, ja die Stiefmütter sind ein Thema für sich. :-)) Und die Töchter haben leider ein schlechtes Vorbild. In diesem Punkt verwundere ich mich nicht ... :-) Ich danke dir für deine Worte.
      Einen schönen Abend und liebe Grüße, Margot.

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  5. Wie gut, dass bei Märchen die bösen immer ihre Quittung bekommen.

    Schnee brauche ich jetzt nicht mehr, meinetwegen darf der Frühling jetzt ganz schnell kommen. Der Winter im letzten Jahr reichte locker für 2 Jahre.
    Schönen Abend noch für Dich.
    LG
    Eva

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    1. Hallo Eva,
      schön, dass es in den Märchen Gerechtigkeit gibt, und Schnee ist schön, aber auch für mich nicht mehr nötig.
      Liebe Grüße, Margot.

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