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Dienstag, 15. April 2014

Der Pflegefall ... nicht so ernst gemeint ...


... das Wetter ist heute sehr unruhig, es regnet und der Wind weht stürmisch. Es ist so ein "Krankheitswetter", wo einem alles schmerzt, aber man kann nicht sagen wo. Da kommt mir so ein Gedicht wie der Pflegefall, ziemlich nahe. Na gut, mit einem Ehemann kann ich nicht aufwarten, aber es gibt noch andere Pflegefälle. Sie gehen nicht so schmerzlich aus, wie hier beschrieben, aber ... man sollte nicht nach Symptomen in Bücher oder Internet suchen. Sonst kann es dir auch so ergehen ...




DER PFLEGEFALL

Es war ihr angetrauter Gatte,
der eines Tages Schmerzen hatte,
die grundlos und ganz ungebeten,
so plötzlich bei ihm aufgetreten.

Der Arzt verreist - kein Telefon -
die Gattin griff zum Lexikon,
damit sie sich dort informiert,
wie man den Kranken denn kuriert.

Sie las - und - fing an zu erbleichen,
denn schon das erste Krankheitszeichen
war das, was nicht der kranke Gatte,
sie selbst jedoch schon lange hatte.

Schon spürte sie den Druck im Magen,
und dort wo sonst die Nieren lagen,
ganz leichte und diffuse Schmerzen,
bis ganz hinauf zu ihrem Herzen.


Sie blätterte - schlug nach - und las -
so dass sie es total vergaß,
dass sie nicht krank, sondern ihr Mann.
Doch erstmal war sie selber dran!

Die Diagnose - ohne Frage -
todkrank ist sie! Gezählt die Tage!
Der frühe Tod nicht zu vermeiden!
Das Buch war voll mit ihren Leiden.

Verstummt war schon im Nebenzimmer
des Gatten Stöhnen und Gewimmer.
Schmerzfrei und ohne Atemnot
lag er im Bett - - war mausetot.

Nach Jahren noch war sie ihm Gram,
dass er da keine Rücksicht nahm!
Anstatt sich tot ins Bett zu legen,
wär's seine Pflicht sie doch zu pflegen!

So kann es eben leicht geschehen,
dass Ehen auseinander gehen.
Speziell, wenn einer Egoist
und drum den and'ren glatt vergisst.

Ruth-Ursula-Westerop



Herzlichst Margot

Kommentare:

  1. Liebe Margot,
    ich habe geschmunzelt. Danke für das nette Gedicht.
    Einen angenehmen Tag wünscht dir
    Irmi

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    1. Liebe Irmi, es freut mich, dass dir das Gedicht gefallen hat. Ich vermeide es nach Krankheiten zu schauen, die Symptome passen zu jedem Menschen.:-))
      Wünsche dir auch einen schönen Tag.
      Liebe Grüße, Margot.

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  2. Das Gedicht hat mir sehr gut gefallen, Margot.
    Erst musste ich grinsen, wie sie immer "kränker" wurde.
    Aber dann hat es mich richtig geschockt, dass der arme Mann in der Zeit gestorben war... super gut geschrieben die Geschichte...

    Und ja... man sollte nicht nach den Symptomen suchen... da ist man wirklich sehr schnell tot krank. Ich vergesse auch nie den Beipackzettel von einem Medikament einer Kollegin. Dort stand: "In seltenen Fällen kann der Tod eintreten." ....

    Liebe Grüße
    Sonja

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    1. Hallo Sonja, über deinen Kommentar habe ich mich sehr gefreut. Danke.
      Über die Beipackzettel von Medikamenten kann man Vielfältiges lesen. So habe ich bei dem Rezept gegen Magensäure "OMEP" auf die Einnahme verzichtet. Beim Lesen ist es mir schon schlecht geworden ...
      Liebe Grüße, Margot.

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  3. Hallo Margot :)

    ich lasse mich leider auch oft verleiten bei solchen Dingen zu lesen,
    völlig falsch wie man mir schon öfter versichert hat und ich stelle fest, ja, man wird dabei immer kränker ;)

    Lieben Gruß und einen netten Abend
    Björn :)

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    1. Hallo Björn, du schreibst es richtig, beim Lesen fühlt man sich immer kränker.
      Wenn ich es merke, mache ich sofort Schluss, also ich beende das Lesen. :-)
      Liebe Grüße, Margot.

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  4. was für ein böses Gedicht :) aber stimmt schon, je mehr man liest um so schlimmer erscheinen die Symptome.
    Dir noch einen schönen Restabend.
    LG
    Eva

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    1. Hallo Eva, es ist ein böses Gedicht, weil man merkt, es trifft ein bisschen. :-))
      Danke und noch eine schöne Woche.
      Liebe Grüße, Margot.

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