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Donnerstag, 17. April 2014

Humorvolle Gedichte ...

...  heute möchte ich wieder humorvolle Gedichte eingeben, es sind Verse aus dem alltäglichem Leben. Sie wurden wieder von Ruth-Ursel-Westerop geschrieben. Meine Fotos von Blumen und Pflanzen kommen erst zu einem späteren Zeitpunkt. Nächste Woche werde ich sie pflanzen. Also heute etwas ohne Blumen ...



FLUCH DER MODERNE

Es ist die ganz besondre Masche,
dass der Verschluss der Plastikflasche,
trotz Kraft sich weder dreht noch rückt.
Das macht einen dann schon verrückt.

Wär sie aus Glas, würd man sich trauen,
den Hals der Flasche abzuhauen,
hätt sich ein Glas schon eingegossen,
doch Plastik hält und bleibt verschlossen.

Hat man kein Werkzeug in der Tasche,
so bleibt sie zu, die Plastikflasche.
Was da der Fortschritt uns beschert
ist, wenn man Durst hat, gar nichts wert.



PACKZETTEL

Ob’s Schmerzen, Husten, Schnupfen sei,
fast jeder greift dann zur Arznei,
die man zur Besserung nur schluckt,
nachdem man auf den Zettel guckt
und liest, was man nicht darf und soll.
Packzettel sind ja davon voll.

Damit beginnt dann die Tortur.
Man starrt auf jenen Zettel nur,
auf dem in klitzekleiner Schrift
das steht, was diesen Fall betrifft.
Doch da versagen alle Brillen,
drum schluckt man blind
gleich drei, vier Pillen.

Vor Schmerz gekrümmt, 
man hört sich fluchen,
wird man dann nach der Lupe suchen,
findet auch endlich dieses Biest,
greift sich den Zettel und man liest - - -
liest dann zur inneren Erbauung:
die Pillen sind für die Verdauung.



ALZHEIMER LÄSST GRÜSSEN

Da gibt es Dinge, die verschwinden.
Fast so, als wären sie geklaut.
Man kann sie einfach nicht mehr finden,
dabei hat man sie selbst verstaut.

Man sucht in Panik wie besessen;
wird wütend und ganz aufgeregt,
weiss, dass man selber ja vergessen,
wohin man sie mal weggelegt.

Man öffnet Schubladen und Schränke,
schaut unters Sofa, hinter Kissen,
kriecht unter Tische, steigt auf Bänke.
Wo denn das Ding ist, will man wissen!

Man hat ja schon zum x-ten Male
die gleichen Ecken kontrolliert,
schaut trotzdem in dieselbe Schale,
die völlig leer sich präsentiert.

Die Suchaktion wird immer schlimmer.
Man weiss, es hat doch keinen Zweck.
Im Kühlschrank? Oder Badezimmer?
Umsonst, das Ding ist einfach weg.

Dann irgendwann, man will’s kaum glauben,
man macht ‘ne Pause nach paar Stunden,
und will sich grad die Nase schnauben,
hat man’s im Taschentuch gefunden.

Man könnt sich selber massakrieren
und ist vom Suchen ganz benommen.
Denkt nur, das musste ja passieren,
denn Alzheimer ist angekommen.



Kommentare:

  1. Hallo Margot,

    die Sache mit der Plastikflasche finde ich besonders gelungen, wer kennt diese Problematik nicht ;) Wir haben glücklicherweise so einen speziellen Öffner, da klappt es eigentlich fast immer :)

    Liebe Grüße
    Björn :)

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    1. Hallo Björn, danke für deinen Kommentar. Du hast recht mit den Plastikflaschen, ich habe mir auch so einen Öffner gekauft. :-)
      Dir wünsche ich einen schönen Tag und sende liebe Grüße.
      Herzlichst Margot.

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