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Samstag, 17. Mai 2014

Kalter Wind, nette Gedanken ...

... mein heutiger Eintrag, hier in mein Blog, fängt mit folgenden Worten an. Die Sonne ist hervorgekommen, die Luft ist kühl, aber ich habe Hoffnung, dass die Luft wärmer wird. Die Wolken sind so klein und halten Abstand, das muss doch etwas bedeuten ... Schäfchenwolken, Balkon-Wetter, und ich sitze im Liegestuhl, herrlich. Da kann ich doch gleich ein paar Gedichte lesen. Es wäre schön, wenn ihr mitlesen könntet ... na, ich fange mal an.



Die sonnige Kinderstrasse

Meine frühe Kindheit hat
Auf sonniger Strasse getollt;
Hat nur ein Steinchen, ein Blatt
Zum Glücklichsein gewollt.
Jahre verschwelgten. Ich suche matt
Jene sonnige Strasse heut,
Wieder zu lernen, wie man am Blatt,
Wie man am Steinchen sich freut.

Joachim Ringelnatz 1883-1934



Reiz des Lebens

Immer hab' ich es geliebt,
Dass es Leute, die lebendig,
Solche, die nur öd-verständig,
Solche, die schon halb elendig,
Und auch ganze Narren gibt!

Was auch hätten wir zu tun,
Und was könnt' uns amüsieren,
Schwankten wir nicht zwischen Tieren
Und den göttlichsten Manieren?
Alles Leben müsste ruhn.

Blas, du Erdenwirbelwind,
Uns das Dasein scharf zu beizen!
Wollen uns nicht gegenspreizen -
Und besonders soll's uns reizen
Wenn wir selbst die Narren sind!

Hanns von Gumppenberg 1866-1928



Wechsel

Mit Brünetten hat's eine Ende!
Ich gerate dieses Jahr
Wieder in die blauen Augen,
Wieder in das blonde Haar.

Die Blondine, die ich liebe,
Ist so fromm, so sanft, so mild!
In der Hand den Lilienstengel,
Wäre sie ein Heil'genbild.

Schlanke, schwärmerische Glieder,
Wenig Fleisch, sehr viel Gemüt;
Und für Liebe, Hoffnung, Glaube
Ihre ganze Seele glüht.

Sie behauptet, sie verstünde
Gar kein Deutsch – ich glaub es nicht.
Niemals hättest du gelesen
Klopstocks himmlisches Gedicht?

Heinrich Heine 1797-1856



Ein Wiesel sass auf dem Kiesel

Ein Wiesel sass auf einem Kiesel
Inmitten Bachgeriesel.
Wisst ihr weshalb?
Das Mondkalb verriet es mir im stillen:
Das raffinierte Tier
tat's um des Reimes willen.

Christian Morgenstern 1871-1914



So genug für heute, diese Gedichte müssen ja erst in unser Bewusstsein vordringen, um uns zu erfreuen.

Für heute sage ich ...


Kommentare:

  1. Hallo liebe Margot,
    vielen Dank für deine Gedichte die ich gerne gelesen habe, besonders dass vom Ringelnatz.Es tut gut wieder zu lernen wie man sich an kleinen Dingen erfreuen kann.
    Ich wünsche dir ein sonniges Wochenende.
    ♥ liche Grüße
    Christine

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    1. Liebe Christine, vielen Dank für deine lieben Worte. Ja, es ist schön, sich wieder an kleine Dinge zu erfreuen oder sich daran zu erinnern.
      Wünsche dir auch ein schönes Wochenende.
      Liebe Grüße, Margot.

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  2. Ich habe Dir doch Balkonwetter versprochen.^^
    Für mich ist es auch immer wieder herrlich entspannend, draußen so sitzen, das herrlich Wetter zu genießen und zu lesen.

    Liebe Grüße
    Sonja

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    1. Danke Sonja, ja es ist schön und sonnig, aber bei uns noch sehr kühl. Der Wind pfeift auch noch ... :-)
      Doch es wird schon, liebe Grüße, Margot.

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  3. Liebe Margot,
    hier ist es auch noch recht kühl, aber doch schön. Ich wünsche dir ein wunderbares Wochenende und bedanke mich für die schönen Gedichte (und all deine lieben Kommentare)
    Alles Liebe Regina

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    1. Liebe Regina, ein herzliches Dankeschön für deinen lieben Wunsch. Natürlich auch für die Gedichte. Mein Kommentar gefällt dir, es ist besonders schön. Noch einmal danke und ein schönes Wochenende.
      Liebe Grüße, Margot.

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  4. Liebe Margot,
    wieder ein bunter, scshöner Post.
    Ich kann es mit Ringelnatz halten.
    Einen schönen Samstagabend wünscht dir
    Irmi

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    1. Liebe irmi, Ringelnatz ist sehr gut, auch er suchte die Kindheit.
      Danke. Dir wünsche ich nun einen schönen Sonntag.
      Liebe Grüße, Margot.

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