Seiten

Freitag, 8. August 2014

Das Pferd und der Esel

... das Wetter ist heute wieder durchwachsen, mal Regen, mal Sonne. Der Himmel bleibt aber wolkig und möchte der Sonne den Blick auf die Erde verweigern. Warum? Die Welt ist nicht immer schön, um sie moralisch gesehen, anzublicken. Wenn ich die nachfolgende Geschichte lese, gebe ich meinen eigenen Worten recht ...


Das Pferd und der Esel

Ein Bauer trieb ein Pferd und einen Esel, beide gleichmäßig beladen, zu Markte. Als sie schon eine gute Strecke vorwärts gegangen waren, fühlte der Esel seine Kräfte abnehmen. »Ach«, bat er das Pferd kläglich: »Du bist viel größer und stärker als ich, und doch hast du nicht schwerer zu tragen, nimm mir einen Teil meiner Last ab, sonst erliege ich.«

Hartherzig schlug ihm das Pferd seine Bitte ab: »Ich habe selbst meinen Teil, und daran genug zu tragen.«

Keuchend schleppte sich der Esel weiter, bis er endlich erschöpft zusammenstürzte.

Vergeblich hieb der Herr auf ihn ein, er war tot. Es blieb nun nichts weiter übrig, als die ganze Last des Esels dem Pferde aufzupacken, und um doch etwas von dem Esel zu retten, zog ihm der Besitzer das Fell ab und legte auch dieses noch dem Pferde oben auf.

Zu spät bereute dieses seine Hartherzigkeit. »Mit leichter Mühe«, so klagte es, »hätte ich dem Esel einen kleinen Teil seiner Last abnehmen und ihn vom Tode retten können. Jetzt muss ich seine ganze Last und dazu noch seine Haut tragen.«

Hilf zeitig, wo du helfen kannst. Hilf dem Nachbarn löschen, ehe das Feuer auch dein Dach ergreift.

Aesop - Griechenland


Diese Mentalität "Geht mich nichts an", müssen wir überwinden. Zu einigen kleinen Hilfeleistungen ist jeder fähig. Wir sollten nicht zu egoistisch sein, um uns im Nachhinein nicht zu schämen.



Kommentare:

  1. Guten Morgen, liebe Margot,
    ja, da hätte das Pferd das Übel verhindern können, wenn es rechtzeitig geholfen hätte. Irgendwann ist es zu spät für die Einsicht. Die kleine Fabel dürckt das sehr gut aus!
    Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende dir
    Regina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Regina, die Einsicht kommt oft sehr spät. In diesem Fall leider zu spät.

      Wünsche dir ein schönes Wochenende. Liebe Grüße, Margot.

      Löschen
  2. Liebe Margot, wir sind in der heutigen Zeit von toten Eseln umgeben, wir wollen sie entfernen und die Last der Esel auf alle verteilen, liebe Grüße ClauDia.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Claudia, im Prinzip hast du recht und ich bin mit deinem Vorschlag einverstanden. :-)
      Wünsche dir einen wunderschönen Tag. Liebe Grüße, Margot.

      Löschen
  3. Eine wahre und mahnende Fabel.
    Die Geschichte zeigt sehr gut, dass man nicht mit der Haltung "Geht mich nichts an" weiterkommt. Irgendwann geht es einem was an und dann ist es zu spät...

    Liebe Grüße
    Sonja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja Sonja, mit den Worten:"Geht mich nichts an", kommen wir in unserer Gesellschaft nicht weiter. Versuchen wir lieber zu sehen, wo wir helfen können.
      Wünsche dir einen schönen Tag, Liebe Grüße, Margot.

      Löschen
  4. Hallo Margot,

    heute ist es hier sehr warm (zu warm für mich),
    in Deiner Geschichte steckt wieder viel Wahrheit - leider sind wir in letzter Zeit immer mehr von Personen umgeben die eine solche Geschichte nicht gelesen haben ;)

    Liebe Grüße
    Björn :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Björn, mir geht es wie dir, das Wetter ist durchwachsen aber zu warm.
      Deinen Worten muss ich auch zustimmen, viele Menschen haben diese Geschichte nicht gelesen und handeln wie das Pferd. Leider!
      Ganz liebe Grüße, Margot.

      Löschen