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Dienstag, 26. August 2014

Es pfeift der Wind . . .

Der Tag fängt mit einem Blick auf meine Blumen an, wo sich schon einige Blätter in einen Goldton färben. Ich frage mich, wo ist das Jahr geblieben? Es war doch erst Frühling! Nun beginnt schon der Herbst mit seinen goldenen Farben. Wo war der Sommer, warum habe ich ihn verpasst? Lag es an dem vielen Regen? 

Egal, ich werde eben den frühen Herbst genießen und den Rest des Sommers.






Es pfeift der Wind . . .

Es pfeift der Wind. Was pfeift er wohl? 
Eine tolle, närrische Weise. 
Er pfeift auf einem Schlüssel hohl, 
bald gellend und bald leise.

Die Nacht weint ihm den Takt dazu
mit schweren Regentropfen, 
die an der Fenster schwarze Ruh
ohn` End eintönig klopfen.

Es pfeift der Wind. Es stöhnt und gellt. 
Die Hunde heulen im Hofe. 
Er pfeift auf diese ganze Welt, 
der große Philosophe.

Christian Morgenstern 
(1871-1914)






Die verwelkten Blumen

Aus des Glückes unumwölkten Tagen
Hab' ich Euch mir liebend aufgespart,
Am gerührten Herzen Euch getragen,
Und mit stiller Sorgfalt euch verwahrt.

Dennoch - fühllos gegen treue Pflege,
Ist verblichen Eure bunte Zier,
Und wie Blumen am gemeinen Wege
Blühn und welken, so vergingt auch ihr.

Dientet ihr zum Sinnbild wohl der Liebe?
Wird auch sie der Stunden leichter Raub?
Sinkt, dass nichts auf Erden heilig bliebe,
Auch der Liebe Blüte in den Staub?

Dann, o dann kann dieses öde Leben,
Das so reich, so herrlich einst mir schien,
Keinen tröstenden Ersatz mir geben
Für die Lieblingsträume, die mich fliehn.

Dann, ihr Blumen, werd' ich Euch beneiden,
Dass ihr früh dem Tode euch geweiht,
Denn noch bittrer als der Trennung Leiden
Ist des höchsten Glücks Vergänglichkeit.

Charlotte von Ahlefeld (1781-1849)






Im Herbst

Der schöne Sommer ging von hinnen,
Der Herbst der reiche, zog ins Land.
Nun weben all die guten Spinnen
So manches feine Festgewand.
Sie weben zu des Tages Feier
Mit kunstgeübtem Hinterbein
Ganz allerliebste Elfenschleier
Als Schmuck für Wiese, Flur und Hain.

Ja, tausend Silberfäden geben
Dem Winde sie zum leichten Spiel, 
Die ziehen sanft dahin und schweben
Ans unbewusst bestimmte Ziel.

Sie ziehen in das Wunderländchen, 
Wo Liebe scheu im Anbeginn, 
Und leis' verknüpft ein zartes Bändchen
Den Schäfer mit der Schäferin.

Wilhelm Busch 
(1832-1908)






Der Herbst hat auch etwas sehr schönes, denn Søren Aabye Kierkegaard (1813 - 1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller, sagte in einem Zitat ...

Ich ziehe deshalb den Herbst dem Frühjahr vor, weil das Auge im Herbst den Himmel, im Frühjahr aber die Erde sucht.

... und ich liebe es, in den Himmel zu schauen.


Kommentare:

  1. Ja, das Jahr ist wirklich vorbei geflogen.
    Ich genieße jetzt auch die Gemütlichkeit des Herbstes. Hoffentlich können wir uns auch an den Farben des Herbstes erfreuen. Wenn es immer nur regnet, macht das nämlich keinen Spaß...

    Die Gedichte sind sehr schön und stimmungsvoll. Und auch ich liebe es in den Himmel zu schauen, Margot.

    Liebe Grüße
    Sonja

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    1. Hallo Sonja, ich möchte auch gemütlich den Herbst genießen, leider regnet es schon wieder. Es macht keinen Spaß, jedenfalls heute. :-)
      Es freut mich, dass die Gedichte gefallen. Ich werde heute in den Himmel schauen ... :-))
      Dir einen schönen Tag, liebe Grüße, Margot.

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