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Samstag, 14. März 2015

Ostern und das Spinnennetz

Ostern lässt sich unter verschiedenen Aspekten betrachten. Das Wort Ostern
geht zurück auf die germanische Göttin "Ostara", von der sich nicht nur der deutsche, sondern auch der englische Begriff (auf Englisch heißt Ostern "Easter") ableitet. Der Wortstamm ist auch mit griechisch Eos (Göttin der Morgenröte) verwandt. Der Name lässt jedoch nicht vermuten, dass es sich um ein christlich geprägtes Fest handelt. Also, Ostern ist nicht mehr weit und ich denke an die Bedeutung dieses Festes. Ich lese: für die Christen ist die Auferstehung Jesu das zentrale Ereignis ihres Glaubens. Der Tod wird nicht als Ende, sondern als Neubeginn eines neuen Lebens gesehen. Damit soll im christlichen Osterfest bekundet werden, daß das Leben über Tod, die Wahrheit über die Lüge, die Gerechtigkeit über das Unrecht und die Liebe über den Hass siegen wird. 

Da ich, wie schon öfters erwähnt, keine strenggläubige Christin bin, aber die Eigenschaften dieses Festes  als gut empfinde, möchte ich die nachfolgende Geschichte erzählen. Sie hat nichts mit Ostern zu tun, kann sie aber nachempfinden ...


Das Spinnennetz
Autor unbekannt

Ein junger Soldat geriet in einen schrecklichen und hoffnungslosen Kampf. Der Feind hatte die Armee dieses jungen Mannes gründlich besiegt. Er und seine Kameraden flüchteten hastig vom Schlachtfeld und rannten um ihr Leben. Der Feind nahm die Verfolgung auf. Der junge Mann rannte so schnell er konnte, voller Angst und Verzweiflung. Doch bald war er von seinen Kameraden abgeschnitten.

Schließlich kam er an einer Felsplatte an, in der sich eine Höhle befand. Wissend, dass ihm der Feind dicht auf den Fersen war, und erschöpft von der Jagd, beschloss er, sich darin zu verstecken. Nachdem er in die Höhle gekrochen

war, fiel er in der Dunkelheit auf sein Angesicht und schrie verzweifelt zu Gott, er möge ihn retten und vor seinen Feinden schützen. Er traf auch ein Abkommen mit Gott – eines, das viele Menschen (und du vielleicht auch?) schon vor ihm abgelegt haben. Er versprach Gott, wenn er ihn retten würde, würde er ihm im Gegenzug dafür den Rest seines Lebens dienen. 
 
Als er danach wieder aufblickte, sah er, dass eine Spinne damit begonnen hatte, vor dem Eingang der Höhle ihr Netz zu weben. Während er beobachtete, wie die filigranen Fäden langsam aus dem Mund der Spinne kamen, grübelte der junge Soldat über diese Ironie nach. Er dachte: „Ich habe Gott um Schutz und Befreiung gebeten und stattdessen schickt er mir eine Spinne. Wie soll eine Spinne mich retten?" 

Sein Herz verhärtete sich und er glaubte zu wissen, dass der Feind sein Versteck bald entdecken und ihn töten würde. Es dauerte auch nicht lange bis er schon die Stimmen seiner Feinde hörte, die nun das Gelände durchsuchten. Ein Soldat mit einem Gewehr kam langsam auf den Eingang zur Höhle zu. Als der junge Soldat im Versteck noch weiter in die Finsternis der Höhle zurück kroch, in der Hoffnung, den Feind in einem letzten, verzweifelten Versuch, sein Leben zu retten, in einem Überraschungseffekt vielleicht doch noch überwältigen zu können, fühlte er sein Herz unkontrolliert und wie wild klopfen.

Als sich der Feind vorsichtig dem Eingang der Höhle näherte, entdeckte er das

Spinnennetz, das sich nun komplett über die gesamte Öffnung zur Höhle spannte. Er wich zurück und rief hinüber zu einem Kameraden: "Hier kann keiner drin sein. Er hätte das Spinnennetz zerreißen müssen um hier hinein zu kommen. Lass’ uns weitergehen." 

Jahre später schrieb der junge Mann, der sein Versprechen eingehalten hatte und ein Prediger und Evangelist geworden war, über dieses Erlebnis. Was er beobachtet hatte, hat mir in harten Zeiten immer Mut gemacht, besonders wenn alles vollkommen unmöglich aussah.

Er schrieb: “Wo Gott ist, ist ein Spinnennetz wie eine Steinmauer. Wo Gott nicht ist, ist eine Steinmauer wie ein Spinnennetz." 


Kommentare:

  1. Ja, manchmal bewirken kleine Dinge Großes.
    Einen schönen Samstag wünscht Dir und Deinen Lesern
    Astrid

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    1. Guten Morgen Astrid und einen schönen Tag wünsche ich dir. Danke für deine Worte, sie sind treffend.
      Liebe Grüße, Margot.

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  2. Gottes Wege sind unergründlich...
    LG und schönes WE
    Eva

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    1. Hallo Eva, ja so ist es ... :-)

      Wünsche dir auch ein schönes Wochenende. Liebe Grüße, Margot.

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