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Montag, 1. Juni 2015

Den Mond schenken...

Dieser heutige Tag ist kein Sommertag, also keine Sonne zu sehen. Es ist nicht gut für meine Pflanzen, also streichle ich sie, damit sie etwas Wärme abbekommen. Nein, nicht alle Pflanzen bekommen diese extra Behandlung, nur die Jungpflanzen. Sie haben ja, von der DHL schlecht behandelt, Nachholbedarf. Diese Behandlung bekommen sie so lange, wie ich noch keine gesunden Blütenstände sehe. Geduld muss ich schon aufbringen, da habt ihr recht. 

So, danach mach ich etwas für mich, ich lese einige Kurzgeschichten ... wenn ihr mitlesen möchtet, würde es mich freuen.


Den Mond schenken...

Eines Nachts brach ein Dieb in die bescheidene Hütte des Zen-Meisters Ryokan Daigu ein, die hoch oben in den Bergen lag. Er durchwühlte die Wohnstätte des Meisters, konnte aber nichts finden, das es sich mitzunehmen lohnte. Als Meister Ryokan von seiner nächtlichen Wanderung zurück und zur Tür hineinkam und den Einbrecher überraschte, sah er das enttäuschte Gesicht des Diebes. Darauf sagte er: "Der Weg hier hinauf zu mir war lang und beschwerlich. Ich will dich nicht mit leeren Händen gehen lassen. Deshalb schenke ich dir meine Kleider. "Der Dieb war verblüfft, ergriff aber hektisch die Kleider des Meisters und rannte Hals über Kopf davon. Ryokan setzte sich nackt vor seine Hütte und schaute in den sternklaren Himmel hinauf. "Der arme Mensch. Ich bedauere, dass ich ihm diesen wunderschönen Mond nicht schenken kann."
nach "Was ist die ewige Wahrheit?" von Marco Aldinger, 1998


Der Asket und die Maus

Ein Asket saß in einer Höhle. Da huschte eine Maus herein und knabberte an seiner Sandale. Der Asket öffnete verärgert die Augen: "Warum störst Du mich in meiner Andacht!" "Ich habe Hunger", piepste die Maus. "Geh weg, törichte Maus", predigte der Asket, "ich suche die Einheit mit Gott, wie kannst Du mich dabei stören!" "Wie willst Du Dich mit Gott vereinigen", fragte da die Maus, "wenn Du nicht einmal mit mir einig wirst?"
Quelle unbekannt


Der Ritter und der Bogenschütze

Einmal ritt ein schwer bewaffneter Ritter mit furchteinflössendem Aussehen auf seinem mächtigen Streitross durch die Wälder.
Plötzlich hielt er inne und sah, dass ein Bogenschütze seinen Bogen direkt auf ihn gerichtet hielt, die Sehne straff gespannt, fertig zum Schuss.
Mit ängstlicher Stimme flehte der Ritter: "Oh nein! Schieß nicht, bitte! Wenn ich auch so stark aussehe, so bin ich in Wahrheit doch ganz schwach. Ich bin wahrhaftig nicht stärker als ein altes Weib."
"Nun denn. Geh also!" befahl der Bogenschütze, "Du hast recht gesprochen. Andernfalls hätte ich meiner Furcht gehorcht und Dich erschossen."
aus Rumi, Dschalaluddin: Der Herrscher und sein Narr


Nun, wenn ich die Geschichten lese, finde ich, jede hat eine Aussage ...

... meine Aussage, ich wünsche euch eine wunderschöne Woche mit viel Freude, es darf auch mit viel Sonne sein.


Kommentare:

  1. Vielen Dank Margot, das wünsche ich Dir auch. Sonne soll ja kommen.
    Hab eine gute Woche.
    LG Eva

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    1. Liebe Eva, ich muss Danke sagen. Auf die Sonne bin ich gespannt. :-))

      Wünsche dir auch eine gute Woche. Herzliche Grüße, Margot.

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  2. Liebe Margot,
    danke für die schönen Geschichten. Ich freue mich jeden Tag,
    hier lesen zu dürfen.
    Einen schönen Abend wünscht dir
    Irmi

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    1. Liebe Irmi, ich wünsche dir einen wunderschönen Tag und sage, vielen Dank. Ich freue mich, wenn du gerne bei mir liest, so wie ich gerne bei dir lese. Du schreibst viel Wissenswertes, was mir gefällt. Vielen Dank.
      Ganz liebe Grüße, Margot.

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