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Donnerstag, 6. August 2015

Heutzutage ..

Die Gedichte die ich heute aufschreibe, sollen "Sozialkritisch" sein. Sie sind wieder von Norbert van Tiggelen geschrieben und ich finde sie großartig, denn, sie stimmen mit meinen Gedanken überein.



Heutzutage

Heutzutage trägt man Tattoos
auf der Stirn und sonst noch wo;
schmückt sich gern mit Implantaten, 
festigt Brüste und den Po.

Heutzutage macht man Schulden,
selbst ein Nichtsnutz fährt 'nen Benz,
kann er's Darlehen nicht mehr tilgen,
geht er halt in Insolvenz. 

Heutzutage trägt man Piercings,
dort wo's richtig schmerzhaft ist.
Ehrlichkeit und Nächstenliebe
werden lang nicht mehr vermisst.

Heutzutag' ist vieles anders,
und was mich ganz arg erschreckt,
ist, wenn hinter manchem "Topgirl"
wahrhaftig ein Junge steckt.

©Norbert van Tiggelen


Mensch, ich will 
die D-Mark wieder!

Mensch, ich will die D-Mark wieder,
und wenn’s geht auch noch sofort!
Mancher andrer Landsgenosse
schon seit langem mit mir schmort.

Preise steigen unaufhörlich,

Löhne zieh’n nur schleppend nach.

Stellenabbau, Insolvenzen -
unser Land liegt lang schon brach.


Lebensmittel sind so teuer

wie noch niemals je zuvor.

Aufschwung sowie Besserungen
man uns schon sehr oft beschwor.


Andere Länder kriegen Gelder,
ohne dass man uns mal fragt.

Hier gibt es so manchen Armen,

der am Hungertuche nagt.

Damals, noch zu D-Mark-Zeiten,
war’s hier wirklich lebenswert.
Heute geht’s um’s Überleben,
Staat, was hast Du uns beschert? 

©Norbert van Tiggelen




Tierliebe

Wenn ich manche Menschen sehe,
meide ich prompt ihre Nähe;
zählt auf dieser schlechten Welt
wirklich nur noch Ruhm und Geld?

Höre ich sie dann auch spotten,
und das meist in großen Rotten,
wird der Gute schlecht gemacht
und zudem noch ausgelacht.

Ihre stolz erschaffnen Regeln,
Schwache aus dem Leben kegeln,
und dazu noch ihre Gier -
lieb’ ich umso mehr das Tier!


©Norbert van Tiggelen



Rüpel-Republik

In der Rüpel-Republik
kämpft man bis zum letzten Sieg;
mit Willkür und Ellenbogen 
wird geheuchelt und betrogen.

Mit Gewalt und Tyrannei

schießt man manchen Weg sich frei;

nur wer prellt gewinnt das Spiel -
Falschheit heißt der Weg zum Ziel.


Kalte Schonungslosigkeit

schürt so manchen üblen Streit;

Kinder lernen keine Pflichten,
wollen nichts als nur vernichten.


Worte wie „Ganz lieben Dank“, 

waren einmal eine Bank; 

heute wird auf sie geschissen
und das sogar mit Gewissen. 


Der, der bremst, ist ein Verlierer,

Ehrfurcht vor dem Randalierer;

nur noch Hader, Zoff und Krieg –
in der Rüpel- Republik.



© Norbert van Tiggelen




Es war einmal…

Früher kosteten zwei Brötchen
zwanzig Pfennig – wunderbar;
eine Bildzeitung 'nen Groschen -
machte dreißig, ist doch klar.

Fünfzehn Cent sind’s umgerechnet,
was man ganz schwer glauben kann.
Was ist hier im Land geschehen -
wann fing dieses Chaos an?

Heute kosten diese Dinge
etwa hundertzwanzig Cent.
Das sind schlappe Zweimarkvierzig, 
wie das Rad der Zeit doch rennt!

Kriegt der heutige Malocher
auch das Achtfache an Lohn?
Seid mal ehrlich, liebe Leute,
das ist doch wohl echt der Hohn!


© Norbert van Tiggelen



Kommentare:

  1. Hallo Margot,

    da sind viele wahre Worte dabei die ich sofort mit meiner Auffassung vereinbaren kann. Schon komisch in welche Richtung sich unsere "Zivilisation" derzeit bewegt ^^

    Liebe Grüße und einen schönen, restlichen, Tag
    Björn :)

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    1. Hallo Björn, bei diesen Gedichten muss ich immer an die Zeit vor der EU denken. Ich finde, es war eine bessere Zeit ...
      Liebe Grüße, Margot.

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