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Mittwoch, 16. September 2015

Der Esel und die Ziege

Das Wetter ist heute trübe, meine Gedanken bewegen sich auch dahin und ich muss an Menschen denken, die den anderen Menschen schlechte Ratschläge geben, es ist wie in der nachfolgenden Geschichte. Nur muss man aufpassen, dass es einen nicht selber trifft ... nein, schlechte Ratschläge gebe ich nicht, dann lieber gar keine. 

Der Esel und die Ziege

Ein Bauer hatte einen Esel und eine Ziege. Weil nun der Esel sehr viel arbeiten und große Lasten tragen musste, erhielt er ein reichlicheres und besseres Futter als die Ziege.
Diese beneidete den Esel, und um ihn um die bessere Kost zu bringen, oder doch wenigstens ihm Schläge einzutragen, sprach sie eines Tages zu ihm:
»Höre, lieber Freund! Oft schon habe ich dich von Herzen bedauert, daß du Tag für Tag die schwersten Lasten tragen und vom Morgen bis Abend arbeiten mußt; ich möchte dir wohl einen guten Rat geben.«
»Warum nicht?« sagte der Esel, »ich bitte dich sogar darum!«
»Nun, so höre: Wenn du an eine Grube kommst, so stürze dich hinein, stelle dich verletzt, und dann wirst du längere Zeit Ruhe haben und nichts arbeiten dürfen.«
Dem Esel schien dies ein ganz guter Vorschlag, und kaum war er anderntags mit einer Last bei einer Grube angekommen, als er auch schon den Rat befolgte. Wie aus Zufall trat er fehl und stürzte hinein. Aber das hatte er sich nicht gedacht! Halb tot lag er da und daß er sich nicht ein Bein gebrochen, war ein Glück. Ganz geschunden wurde er herausgeholt und konnte sich kaum nach Hause schleppen.
Sein Herr hatte nichts Eiligeres zu tun, als zu einem Vieharzt zu schicken, der dann verordnete: der Kranke solle eine frische, pulverisierte Ziegenlunge einnehmen.
Da dem Herrn der Esel mehr wert war als die Ziege, so ließ er diese sofort schlachten, um den Esel zu retten.

So büßte die Ziege für ihren bösen Rat mit dem Leben.
Die Folgen des Neides gereichen nicht selten dem Neider selbst zum Verderben.




Kommentare:

  1. Eine schöne Geschichte, liebe Margot. Neid mag ich gar nicht, denn er bringt sowieso nichts ein. Gut gemeinte und uneigennützige Ratschläge sind in Ordnung, wobei man bei Ratschlägen generell vorsichtig sein sollte.
    LG
    Astrid

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    1. Liebe Astrid, ja die Geschichte ist schön, aber darf ich es sagen, deine Geschichte mit den Redewendungen finde ich schöner. :-)

      Liebe Grüße, Margot.

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