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Mittwoch, 7. Oktober 2015

Der Schatz von Mallorca

Es ist Herbst und die große Urlaubszeit ist vorbei, besonders um ins Ausland zu fahren, sogar nicht nach Mallorca. Es ist, wie ich so höre, eine Urlaubsinsel der Deutschen, trotzdem ich noch nie dort anzutreffen war. Klaus Pfauter kennt wohl diese Insel und schrieb diese Geschichte, die gleichzeitig eine kleine Warnung war und ist.


Der Schatz von Mallorca

Unsere originellen Reiseberichte im Herbst-Blatt kennen Sie. Lehrreich sind sie alle und manchmal auch lustig. Uns allerdings ist jetzt etwas auf Mallorca passiert, über das nur die lachen konnten, denen wir es erzählt haben. So wie Sie vielleicht jetzt gleich.

Von einer Urlaubsreise muss man natürlich immer etwas mitbringen, nicht nur als Andenken, sondern auch beispielsweise für die liebe Schwiegertochter, die sich so rührend um unsere Pflanzen gekümmert hat. Meine Frau beschloss, dass es diesmal eine Halskette sein muss. Wer will da widersprechen, wenn sich die Damen etwas in ihre hübschen Köpfchen setzen? Im Haupt meiner Gattin spukten aber noch andere Dinge, so dass der letzte Abend vor der Abreise anbrach, das geplante Schmuckstück jedoch immer noch nicht in unserem Besitz war.

So schoben wir unsere Fahrräder in Palma durch die Fußgängerzone bis vor einen seriös anmutenden Juwelierladen. Ich blieb draußen, um die Drahtesel vor einer Entführung zu bewahren, während die kauflustige Gattin "kurz" das Geschäft betrat. Noch bevor ich Wurzeln schlagen konnte, war sie wieder draußen und wir zischten ab, es dunkelte bereits.

Im Hotel wollte sich die glückliche Schwiegermutter noch einmal das gute Stück für die Schwiegertochter ansehen, aber, wie schön, die schmucke Verpackung war zugeschweißt. Sie tastete also die Tüte ab, doch konnte sie die Kette mit dem massiven Anhänger nicht ausmachen. Nun durfte ich mal probieren. Leider merkte auch ich nichts von der voluminösen Errungenschaft. Da beschlossen wir, die hübsche Verpackung zu öffnen. Drinnen war eine Plastikkordel, eine Schnur, die man mit ein bisschen Wohlwollen als Schnürsenkel bezeichnen konnte. Sicher, manchmal benötigt man so einen, jedoch wir sind keine Snobs, die ihre Schnürsenkel beim Juwelier erstehen.

Was sollten wir tun? Morgens um sechs wurden wir abgeholt, und um acht brauste unser Flieger hoch über Palmas Fußgängerzone Richtung Heimat.

Da wollte ich wenigstens Ihnen die Geschichte zum Schmunzeln und zur Warnung anbieten.

Autor: Klaus Pfauter
Zeichnung: Klaus Pfauter

Kommentare:

  1. Zum Schmunzeln ist diese Geschichte tatsächlich, aber auch zum Ärgern, zumindest für die Betroffenen.
    Ich bin ein Fan dieser so wunderschönen Insel und wir waren schon sehr oft dort. Allerdings haben wir nie negative Erfahrungen gemacht. Aber überall auf der Welt, wo Touristen sind, werden auch immer wieder Tricks probiert, um diese zu betrügen.
    Wollen wir alle hoffen, dass wir nie in solche oder ähnliche Fallen tappen.
    LG
    Astriid

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    1. Liebe Astrid, ich freue mich, dass du diese schöne Insel kennst und keine negativen Erfahrungen gemacht hast. Ich wünsche dir, egal wo deine Reise hingeht, dass dir nie so eine Betrügerei unterkommt. Es schmälert den Genuss von Urlaub.
      Einen schönen Tag und liebe Grüße, Margot.

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