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Mittwoch, 16. Dezember 2015

Der Traum

Gestern habe ich, da ich kein Schlaf gefunden hatte, nichts zu Hause gemacht, also Staub, Staub sein lassen. Heute nun habe ich kräftig nach einem Staublappen gegriffen ... und mich hingesetzt, es war mein Fehler. Der Stuhl stand vor dem Computer, und ich wollte nur einmal am Computer schauen, wegen einer Kurzgeschichte. So bin ich zu meinem Traum gekommen, erzählt von Wilhelm Busch ... und die Zeit verging, weil ich nur noch, ganz schnell mal, nach diesem und jenem schauen wollte. 



Der Traum

Ich schlief Punkt dann hatte ich einen Traum.
Mein ich verließ den Seelenraum.

Frei vom gemeinen Tagesleben,
vermocht ich leicht dahinzuschweben.
So, angenehm mich fort bewegend,
erreicht ich eine schöne Gegend.

Wohin ich schwebte, wuchs empor
alsbald ein bunter Blumenflor,
und lustig schwärmten um die Dolden
viel tausend Falter, rot und golden.

Ganz nah auf einem Lilienstängel,
einsam und sinnend, saß ein Engel,
und weil das Land mir unbekannt,
fragte ich: Wie nennt sich dieses Land?

Hier, sprach er, ändern sich die Dinge.


Du bist im Reich der Schmetterlinge.

Ich aber, wohlgemut und heiter,
zog achtlos meines Weges weiter.

Da kam, wie ich so weiterglitt,
ein Frauenbild und schwebte mit
als ein willkommenes Geleite,
anmutig lächelnd mir zur Seite,
und um sie nie mehr loszulassen,
dachte ich die Holde zu umfassen;
doch eh ich Zeit dazu gefunden,
schlüpft sie hinweg und ist verschwunden.



Mir war so schwül. Ich musste trinken.
Nicht fern sah ich ein Bächlein blinken.
Ich bückte mich hinab zum Wasser.
Gleich fasst ein Arm, ein kalter nasser,
vom Grund herauf mich beim Genick.

Zwar zog ich eilig mich zurück,
allein der Hals war steif und krumm,
nur mühsam dreht ich ihn herum,
und ach, wie war es ringsumher
auf einmal traurig, öd und leer.

Von Schmetterlingen nicht zu sehen,
die Blumen, eben noch so schön,
sämtlich verdorrt, zerknickt, verkrumpelt.
So bin ich zweifelnd fortgehumpelt,
denn mit dem Fliegen, leicht und frei,
war es nun leider auch vorbei.



Urplötzlich springt aus einem Graben,
begleitet vom Geschrei der Raben,
mir eine Hexe auf den Nacken
und spornt mich an mit ihren Hacken
und macht sich schwer wie Bleigewichte
und drückt und zwickt mich fast zunichte,
bis dass ich matt und Lendenlahm
zu einem finsteren Walde kam.

Ein Jägersmann, dürr von Gestalt,
trat vor und rief ein dumpfes Halt.

Schon liegt ein Pfeil auf seinem Bogen,
schon ist die Sehne straff gezogen.
Jetzt trifft er dich ins Herz, so dachte ich,
und von dem Todesschreck erwacht ich
und sprang vom Lager ungesäumt,
sonst hätte ich wohl noch mehr geträumt.
Wilhelm Busch

Herzlichst Margot

Kommentare:

  1. Ja, so geht es mit der Träumerei, kreuz und quer und alles durcheinander. Seltsam ist nur, dass im Traum alles logisch ist, nur wenn man erwacht, erscheint alles als ein heilloses Durcheinander.
    LG
    Astrid

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    1. Liebe Astrid, egal ob ich träume oder auch nicht, bei mir geht alles heillos Durcheinander, wenigstens zur Zeit. :-)
      Wünsche dir einen schönen Tag und sende liebe Grüße, Margot.

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