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Sonntag, 6. Dezember 2015

Zweiter Advent ...




Es ist der Zweite Advent und wir genießen diesen Tag, trotzdem kein Schnee liegt und die Kälte fehlt. In Gedanken, leider nur in Gedanken, weht ein kühler Wind um meine Nase, als ich ein paar Schritte ums Haus gehe. Etwas durchgekühlt betrete ich, nach diesem Spaziergang das Haus und mache mir einen Glühwein heiß. Ich setze mich in einen Sessel, nehme ein Buch zur Hand, und lese folgende Kurz-Geschichte.


Frau Elend


Es war einmal eine arme Frau, die besaß eine winzige Hütte in einem kleinen Garten sowie einen Birnbaum und eine Ziege. Da die Dorfbuben ihr regelmäßig die Birnen vom Baum stahlen musste sie sich ausschließlich von der Milch der Ziege ernähren.

Eines Tages kam zu ihr ein Alter und bat um ein Quartier für die Nacht. Obwohl sie auch für sich zu wenig zum Leben hatte nahm sie ihn um der Barmherzigkeit - wie sie sagte - auf und teilte das Wenige mit ihm. Bevor er morgens ging bedankte er sich bei ihr und gewährte ihr einen Wunsch, der ihr in Erfüllung gehen sollte, denn er war der heilige Antonius von Padua.

Sie wünschte, die Buben sollten so lange auf dem Baum verharren, bis sie sie wieder herunterlässt. So kam es, dass die diebischen Buben beim nächsten Beutezug reglos im Baum verharren mussten bis ihre Eltern die Frau Elend auf Knien baten, die Schlingel herunter zu lassen. Fortan blieb sie unbehelligt von ihnen und verbrachte ihre Jahre froh und zufrieden.

Schließlich kam der Tod zu ihr um sie zu holen. Sie schien bereit zu sein und bat ihn, auf den Birnbaum zu steigen um sich für den Weg zu stärken. Da er nun aber nicht mehr herunter konnte starben die Alten und Kranken lange Zeit nicht mehr. Sie versammelten sich jedoch und baten Frau Elend, den Tod freizulassen, damit sie in Ruhe sterben könnten.

Frau Elend sagte: Wenn der Tod mir schriftlich gibt, dass er mich immer übergeht, dann lass ich ihn vom Birnbaum heruntersteigen. So geschah es und so lebt Frau Elend noch heute.



Christnacht

(Ferdinand von Saar 1833-1906)
Wieder mit Flügeln, aus Sternen gewoben,
senkst du herab dich, o heilige Nacht;
was durch Jahrhunderte alles zerstoben,
du noch bewahrst deine leuchtende Pracht.

Ging auch der Welt schon der Heiland verloren,
der sich dem Dunkel der Zeiten entrang,
wird er doch immer aufs Neue geboren,
nahst du, Geweihte, dem irdischen Drang.

Selig durchschauernd kindliche Herzen,
bist du des Glaubens süßester Rest;
fröhlich begangen bei flammenden Kerzen,
bist du das schönste, menschlichste Fest.

Leerend das Füllhorn beglückender Liebe,
schwebst von Geschlecht zu Geschlecht du vertraut.
Wo ist die Brust, die verschlossen dir bliebe,
nicht dich begrüßte mit innigstem Laut?

Und so klingt heut noch das Wort von der Lippe,
Das einst in Bethlehem preisend erklang,
Strahlet noch immer die lieblichste Krippe -
Tönt aus der Ferne der Hirten Gesang ...

Was auch im Sturme der Zeiten zerstoben -
senke herab dich in ewiger Pracht,
Leuchtende du, aus Sternen gewoben,
Frohe, harzduftende, heilige Nacht!


Einen wunderschönen 2. Advent wünsche ich allen Menschen. Genießt diesen schönen Tag und behaltet eine friedliche Ruhe in euch.




Herzlichst Margot. 

Kommentare:

  1. Auch ich wünsche Dir einen schönen zweiten Advent, der für mich eigentlich der erste Advent ist. Das liegt daran, dass wir erst gestern Abend von einem mehrwöchigen Bangkokaufenthalt zurückgekommen sind. Jetzt muss ich mich erst einmal in die Weihnachtsvorbereitungen stürzen.
    LG
    Astrid

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    1. Danke liebe Astrid, du warst in Bangkok, somit hast du wohl schon dein Weihnachtsgeschenk erhalten? :-)
      Ich gönne dir jede schöne Stunde und wünsche dir einen herrlichen Nikolaustag.
      Liebe Grüße, sende ich dir, herzlichst Margot.

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