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Samstag, 6. Februar 2016

Status Rentnerin

Status Rentnerin

Egal welchen Beruf ich auch immer mal ausgeübt habe und ich betone ausdrücklich MIT FREUDE, irgendwann ist es soweit. Das Berufsleben, die tägliche Herausforderung für den eigenen Lebensunterhalt durch Arbeit sorgen zu müssen, auch der Stress, vielleicht die gelegentliche Unzufriedenheit im Job ist irgendwann vorbei – so ungefähr mit 63 – 65 Jahren und dann? Beginnt der ungewohnt neue “Ruhestand”. Dabei kenne ich viele RentnerInnen – mich eingeschlossen – die gerade jetzt erst so richtig aktiv werden, endlich Pläne in die Tat umsetzen können für die früher keine Zeit übrig war. Eigentlich ist das ja sehr schön!

Seit einigen Monaten bin also auch ich Rentenbezieherin und habe gewisse Probleme damit, mich selbst mit dem Ausdruck “Rentnerin” zu identifizieren, denn es ist doch allgemein bekannt dass Rentner grundsätzlich zu den “falschen Zeiten” einkaufen gehen, mit Stöcken schwingend in Gruppen durch Wald und Feld wandern, dabei die schnellen Mountainbiker behindern, Schwimmbahnen im Hallenbad für sich beschlagnahmen, an Kassen umständlich Kleingeld zusammen suchen und überhaupt öfter mal alles blockieren.

Ja, ich habe (m)ein ganz persönliches “Problem mit diesem derzeitig noch neuen “Seins-Zustand”. Liegt es daran, dass ich selbst mit dem Begriff Rentner vor allem ältere Herrschaften in beigen Schuhen, beigen Hosen, beigen Jacken assoziiere, die beim Bäcker um die Ecke Punkt 3 Uhr ihr Kaffeegedeck aus “Kaffee mit Kuchen für 2,95 €” genießen und dabei die komplette Kuchentheke bevölkern? Die mit dem Einkaufstrolley – gerne scherzhaft auch “Hackenporsche” genannt – , den sie mit der einen Hand hinter sich her ziehen und dem riesigen Einkaufswagen, den sie mit der anderen Hand vorneweg schieben alle Wege im Supermarkt blockieren? ** (s.u.)

STOP - alles Vorurteile !!

Es gibt genauso viele Vorurteile über “die Lehrer, die Politiker, die Beamten, die, die die ” Und nichts davon ist “die Wahrheit”. Auch wir RentnerInnen sind Individuen, genau wie wir das im bisherigen Leben und im Beruf auch waren.

Der neue Status bietet sogar völlig neue Perspektiven. Lerne ich Menschen neu kennen ist es nicht wichtig was ich beruflich mal gemacht habe, viel wichtiger ist wie ich jetzt BIN: Hochnäsig, uninteressiert, unbelehrbar oder stur, unausgeglichen, besserwisserisch, schlecht gelaunt, nörglerisch, unzufrieden mit mir und der Welt O D E R zugewandt, aufgeschlossen, neugierig, interessiert, freundlich, hilfsbereit?

Oh ja, ich bin Rentnerin – eine von vielen – und wir sind tolle, spannende, aktive, selbstbewusste Frauen mit vielen Talenten und Interessen. Das musste jetzt wirklich mal gesagt werden ;-)

“Was machst du jetzt eigentlich”? – werde ich manchmal gefragt. Darauf weiß ich jetzt endlich die richtige Antwort:



“Nichts! Ich lasse das Leben auf mich regnen ...



Diese Worte von "Sigrid", die diese Zeilen geschrieben hat, finde ich schön und möchte sie befürworten, so geht es auch mir. Nur mein "Rentendasein" hat schon vor einigen Jahren begonnen, aber ich finde es noch immer schön.


Kommentare:

  1. Hallo Margot,

    gab es da nicht mal einen Liedtext "...ich bin Rentner von Beruf" von Reinhard Mey?

    Die Vorurteile gibt es, manchmal mögen sie auch berechtigt sein. Meine Eltern sind auch Rentner und teilweise sehr aktiv - manchmal vielleicht aktiver als ich ;)

    Liebe Grüße und genieße Deine "Renter"Zeit :)
    Björn :)

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    1. Lieber Björn,
      das Lied kenne ich leider nicht. Mein "Rentnerdasein" finde ich schön und wünsche es auch deinen Eltern.
      Liebe Grüße, Margot.

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  2. Liebe Margot,
    ich bin noch ein ganzes Jahrzehnt vom Rentnerdasein entfernt und kann eigentlich nicht mitreden. Rentnerwitze lese ich ebenso gerne wie Beamtenwitze oder alle anderen Witze. Auch wenn ich noch lange nicht den Rentenstatus erreicht habe, kann ich allen nur raten, genießt diesen Lebensabschnitt in vollen Zügen und seid dankbar ihn erreicht zu haben. Mein Vater zum Beispiel hat sein Leben lang darauf hin gearbeitet, aber ihn dennoch nie erreicht, weil er viel zu früh verstorben ist.
    Lass es Dir gutgehen, liebe Margot!
    LG
    Astrid

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    1. Liebe Astrid,
      trotzdem, Rentner zu sein ist schön, aber noch so weit
      mit Jahren entfernt zu sein, finde ich noch schöner. Meinem Vater erging es wie deinem Vater, er ist 1970 gestorben und hätte in diesem Jahr Altersrente bekommen.
      Wünsche dir einen schönen Tag, liebe Grüße, Margot.

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