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Montag, 8. Februar 2016

Zwei Engel

Es ist kein schöner Tag, es regnet und es ist sehr windig, der Rosenmontagsumzug in Seligenstadt wurde auch abgesagt. Wie schon geschrieben, ich bin keine Karnevalistin, aber es tut mir für die Menschen leid. Wir hier in Hessen sind ja keine Hochburg des Karnevals.
Ich bin auch keine Kirchgängerin, aber ich habe eine Geschichte über zwei Engel, über die man sich Gedanken machen kann, nein, sogar sollte ...


Zwei Engel

Zwei reisende Engel machten Halt, um die Nacht im Hause einer wohlhabenden Familie zu verbringen. Die Familie war unhöflich und verweigerte den Engeln im Gästezimmer des Haupthauses auszuruhen.

Anstelle dessen, bekamen sie einen kleinen Platz im kalten Keller. Als sie sich auf dem harten Boden ausstreckten, sah der ältere Engel ein Loch in der Wand und reparierte es. Als der jüngere Engel fragte, warum, antwortete der ältere Engel: "Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."
In der nächsten Nacht rasteten die beiden im Haus eines sehr armen, aber gastfreundlichen Bauern und seiner Frau. Nachdem sie das wenige Essen, das sie hatten, mit ihnen geteilt hatten, ließen sie die Engel in ihrem Bett schlafen, wo sie gut schliefen. Als die Sonne am nächsten Tag den Himmel erklomm, fanden die Engel den Bauern und seine Frau in Tränen. Ihre einzige Kuh, deren Milch ihr einziges Einkommen gewesen war, lag tot auf dem Feld. Der jüngere Engel wurde wütend und fragte den älteren Engel, wie er das habe geschehen lassen können? 
"Der erste Mann hatte alles, trotzdem halfst du ihm", meinte er anklagend. "Die zweite Familie hatte wenig, und du ließt die Kuh sterben." "Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen", sagte der ältere Engel. "Als wir im kalten Keller des Haupthauses ruhten, bemerkte ich, dass Gold in diesem Loch in der Wand steckte. Weil der Eigentümer so von Gier besessen war und sein glückliches Schicksal nicht teilen wollte, versiegelte ich die Wand, sodass er es nicht finden konnte. Als wir dann in der letzten Nacht im Bett des Bauern schliefen, kam der Engel des Todes, um seine Frau zu holen. Ich gab ihm die Kuh anstatt dessen. Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."

Manchmal ist das genau das, was passiert, wenn die Dinge sich nicht als das entpuppen, was sie sollten. Wenn du Vertrauen hast, musst du dich bloß darauf verlassen, dass jedes Ergebnis zu deinem Vorteil ist. Du magst es nicht bemerken, bevor ein bisschen Zeit vergangen ist...


Herzlichst Margot.

Kommentare:

  1. Liebe Margot,
    ich habe jetzt noch vor dem Zubettgehen bei Dir vorbei geschaut und diesen Post gelesen. Es ist ein sehr nachdenklicher Post mit einem großen Wahrheitsgehalt. Oft können wir nur schwerlich den Sinn hinter manchen Geschehnissen entdecken. Manchmal offenbart er sich erst nach geraumer Zeit. Leider manchmal auch nicht.
    Ich wünsche Dir eine geruhsame und sturmfreie Nacht.
    LG
    Astrid

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    1. Liebe Astrid, danke für deine Zeilen. Es fällt mir auch schwer, den Sinn von manchem Geschehen zu erkennen. So gehen meine Gedanken immer wieder zurück zu diesem Geschehen und erkenne leider keinen Sinn. Deine Worte: Leider manchmal auch nicht, sind wohl für mich bestimmt.
      Einen wunderschönen Tag wünsche ich dir, genieße ihn.
      Liebe Grüße, Margot.

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  2. Guten Morgen liebe Margot,
    eine Geschichte mit tiefem Sinn. Sie gefällt mir sehr und hält mich noch eine Weile in meinen Gedanken, die ich mir selbst dazu mache!
    Herzliche Grüße und einen schönen Tag dir
    Regina

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    1. Liebe Regina, solche Geschichten sind auch für mich, und meine Gedanken sind noch sehr lange bei dem, was sie aussagt. Habe leider keinen Sinn, bei meiner Frage erkannt, nur etwas weniger Schlaf bekommen. Trotzdem, ich lasse mich nicht hängen ...
      Danke und einen schönen Tag, auch bei Regen. Herzliche Grüße, Margot.

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