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Sonntag, 13. März 2016

Der Arme und das Glück

Es ist eigenartig, immer wenn man an Glück denkt, denkt man an viel Geld. Nein, nicht nur ich, sondern viele Menschen. Im Laufe meines Lebens habe ich dies erkannt und von vielen Menschen gehört. Ist es wirklich so? Nein, jetzt, wo ich die meiste Zeit meines Lebens hinter mir habe, sage ich, Glück sind Momente, wo das Herz mit Freude höher schlägt. Zum Beispiel jetzt, beim Warten auf den Frühling ... aufs erste zarte Grün.


Der Arme und das Glück


Ein armer Mann, verseh'n zum Graben, wollt' jetzt ein besser Schicksal haben und rief das Glück um Beistand an.


Das Glück erhörte sein Verlangen.  

Er fand, indem er grub, zwei starke gold'ne Stangen; allein der ungeschickte Mann sah sie für altes Messing an und gab für wenig Geld den Reichtum aus den Händen, fuhr fort und bat das Glück, doch mehr ihm zuzuwenden.

»0 Tor!« rief ihm die Gottheit zu, »was quälst du mich, dich zu beglücken? Wer wäre glücklicher als du, wenn du gewusst, dich in dein Glück zu schicken?«

Du wünschest dir mit Angst ein Glück und klagst, dass dir noch keins erschienen. Klag' nicht, es kommt gewiss ein günst'ger Augenblick; allein, bitt' um Verstand, dich seiner zu bedienen, denn dieses ist das größte Glück.

Der Affe und das Pferd


Ein Reicher hielt sich einen Affen, um sich durch seine drolligen Sprünge und Einfälle die Stunden zu vertreiben.


Einst sah der Affe ein Ackerpferd, welches schweißtriefend und keuchend seine Last von dannen zog.

»Armer, gequälter Gaul!« rief der Affe, »wie viel leichter als das deine ist doch mein Los! Warum bestimmte dich der Schöpfer zu einem Lastträger?!«

»Schwer ist mein Dasein«, antwortete das Pferd, »aber es dünkt mich noch edler als das deine. Ich bin der Arbeiter der Menschen, du aber bist ihr Narr!«

Europa

Der Adler und der Sperber


Zu einem Sperber sagte prahlerisch ein Aar: »An Schärfe des Blickes kann sich kein Tier mit mir vergleichen!«

»Wohl möglich«, entgegnete der Sperber, »doch Lass uns in die Lüfte steigen, um es zu erproben!«

Der Adler war es zufrieden, und beide schwangen sich in den Äther empor und kreisten über einem Tale.

»Siehst du die Körner dort ausgestreut tief unten auf der Heide?« fragte der Aar seinen Begleiter.

»In der Entfernung willst du die Körner sehen?« fragte spottend der Sperber.

Statt zu antworten, schwebte der Adler hinab in die Tiefe. jauchzend stürzte er sich dort auf Körner, die über die kahle Erde verstreut waren. Ehe er sich's aber versah, hatte er sich in einem Netze gefangen. Von dem hatte er in seinem blinden Eifer nichts gewahrt.

Der Sperber, der ihm gefolgt war, erblickte ihn als Gefangenen, der sich vergeblich anstrengte, sich zu befreien.

»Was hilft der schärfste Blick«, sagte der Sperber da, »wenn man blind ist gegen die Gefahren, die uns mit Verderben bedrohen!«


Kommentare:

  1. Liebe Margot,
    das Glück versteckt sich oft in den kleinen Dingen des Lebens. Es sind kleine Momente,Begegnungen, Menschen, Ereignisse, ein Lächeln ... Wir müssen es erkennen, wenn es uns begegnet, das ist wichtig.
    Ich wünsche Dir viele kleine Momente des Glücks und schicke Dir LG
    Astrid

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    1. Liebe Astrid du hast recht, es sind die kleinen Dinge des Lebens, die das Leben wertvoll machen. Das Schönste ist, das Lächeln eines Menschen.
      Wünsche dir Glück in jeder Lebenslage. Herzliche Grüße, Margot.

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  2. Hallo Margot,

    Glück ist für mich Gesundheit, Zufriedenheit und Familie - was möchte man mehr :)

    Lieben Gruß
    Björn :)

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    1. Lieber Björn, da stimme ich mit ein, was braucht der Mensch mehr? Nichts! Es sind die wichtigsten Dinge.
      Noch einen schönen Tag und liebe Grüße, Margot.

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  3. Liebe Margot, wieder wunderschöne Gleichnisse.
    Glück und Zufriedenheit sind die wichtigsten Dinge.
    Einen schönen Abend wünscht dir
    Irmi

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    1. Liebe Irmi, hab vielen Dank, für deine lieben Worte.
      Ja, ich mag solche Worte. Sie geben mir ein gutes Gefühl.
      Wünsche dir einen schönen Abend, wenn auch einen Tag später.
      Liebe Grüße, Margot.

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