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Mittwoch, 23. März 2016

"Diese Jugend heutzutage."

Heute muss ich an Worte denken, die ich in dieser Woche aus dem Mund einer älteren Dame hörte ..."Diese Jugend heutzutage."
Diese Worte habe ich schon mehrmals gehört und jetzt hat es mich interessiert, was Generationen vor uns über die Jugend sagte und fand Folgendes. Beachtet bitte die Jahreszahlen des Gesagten. 



Eine kleine Auswahl:





"Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos.
Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern.
Das Ende der Welt ist nahe."
(Keilschrifttext aus Ur um 2000 v. Chr.)

"Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes,
wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt.
Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen."
(Aristoteles) 

"Die Jugend liebt heutzutage den Luxus.
Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor
älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten soll.
Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten.
Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die
Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer."
Sokrates (470 - 399 v. Chr.)

» ...die Schüler achten Lehrer und Erzieher gering. Überhaupt, die Jüngeren stellen sich den Älteren gleich und treten gegen sie
auf, in Wort und Tat.«
Platon (427 - 347v.Chr.) »Der Staat«

580 n.Chr. schreibt Gregor von TOURS, »...daß man die Flammen der jugendlichen Leidenschaft nur mit Hilfe der
klösterlichen Aufsicht und einer strengen Disziplin besiegen könne.« 

1250 vertritt Vincent von BEAUVAIS die Auffassung, 
»...wenn der Knabe ... ins Jünglingsalter tritt, so hat er auch dann, weil sich dieses Alter ebenso leicht dem Bösen
zuneigt, den Zügel der Zucht nötig...«


»Die Welt macht schlimme Zeiten durch.
Die jungen Leute von heute denken an nichts anderes als an sich selbst.
Sie haben keine Ehrfurcht vor ihren Eltern oder dem Alter. Sie sind ungeduldig
und unbeherrscht. Sie reden so, als wüssten sie alles, und was wir für weise halten, empfinden sie als Torheit.
Und was die Mädchen betrifft, sie sind unbescheiden und unweiblich in ihrer Ausdrucksweise, ihrem Benehmen
und ihrer Kleidung.« Mönch Peter, 1274

»Das Sittenverderben unserer heutigen Jugend ist so groß, dass ich 
unmöglich länger bei derselben aushalten kann. Ja, oft geschieht es, dass die nicht in Schranken 
gehaltene oder nicht gebührend ausgetriebene Zuchtlosigkeit eines einzigen Jünglings von ungesunder Triebkraft 
und verdorbenen Auswüchsen auch die übrigen noch frischen und gesunden Pflanzen ansteckt.« (18. Jahrhundert)


1852 heisst es in einem Regierungsbericht: »Es ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß bei der Schuljugend die 
früher kundgegebene Anständigkeit und das sittliche Benehmen ... mehr und mehr verschwinde.«

Wenn ich diese Zeilen lese, finde ich keine Unterschiede zur heutigen Zeit. Wir urteilen sehr schnell und unüberlegt über unsere Jugend. Ist sie wirklich so schlecht, wie wir immer tun? Ich glaube nicht, wie ich es selbst erfahren habe. Es gibt auch viele nette und höfliche junge Menschen. 



Herzlichst Margot

Kommentare:

  1. Liebe Margot,
    diesen Beitrag musste ich jetzt unbedingt lesen. Ich dachte mir schon, dass man in jeder Generation auf die Jugend geschimpft hat, aber dass es so weit zurück reicht, das hätte ich nicht vermutet.
    So schlecht kann die Jugend doch gar nicht sein, bisher sind immerhin aus den meisten Jugendlichen ordentliche Menschen geworden. Gut Ding braucht Weile. Sicher gibt es immer wieder Ausnahmen, aber die Jugendlichen, die ich persönlich kennenlernen durfte, waren alle in Ordnung und werden ihren Weg gehen. Also lassen wir ihnen doch die Zeit ihre Persönlichkeit zu formen und glauben wir an das Gute im Menschen.
    Liebe Ostergrüße
    Astrid

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    1. Liebe Astrid, auch ich habe nicht geglaubt, dass diese Generationsprobleme schon so lange bestehen. Nein, auch ich habe so gut wie noch nie Probleme mit der Jugend. Du hast recht, wir sollten ihnen die Zeit geben ihre Persönlichkeit zu formen. An das Gute im Menschen denke ich täglich und bin etwas sauer, wenn es nicht so ist.
      Wünsche dir und deiner Familie ein wundervolles Osterfest.
      Herzliche Grüße, Margot.

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