Seiten

Sonntag, 3. April 2016

Frühlings - Gedichte


Frühlings-Gedichte sind immer schön, wenn das Wetter danach ist. Die Luft ist warm, der Himmel mit leichtem Sonnenschein bedeckt. Die Vögel sitzen in den Bäumen, es sieht aus als ob sie träumen ... 





Foto: Margot J.

Frühling

Über kürzlich erst gedüngte
Wiesen zieht der Blumenflor,
Und Natur, die sich verjüngte,
Kommt uns schön und lieblich vor.

Lämmer springen, Ziegen hüpfen,
Alle Tiere dünkt es recht,
Liebedurstig anzuknüpfen
Mit dem anderen Geschlecht.

Spatzen, Tauben, Stare, Schwalben
Paaren sich, und auch das Huhn
Will im Feld und allenthalben
Mit dem Hahn dasselbe tun.

Stolz erfüllt den muntern Gockel,
Und das Weibchen schwimmt im Glück.
Nur der arme Pfarrerzwockel
Zieht sich in sich selbst zurück.

Liebesglück und Liebesschmerzen
Sind ihm fremd et cetera.
Denn er kennt nur Frauenherzen,
Die er durch ein Astloch sah.

Ludwig Thoma, 1867-1921

Foto: Margot J.

Vom Gras der erste Schimmer

Vom Gras der erste Schimmer,
Als fiel vom grünen Seidenkleid meiner Liebsten
Auf den braunen Wegrand ein grüner Glimmer.
Bald gehen ihre und meine Schuhe ohne Ziel
Durch die grüne Ruhe im Feld immer weiter, immer.
Dann holen die Nachtigallen zum Liebesspiel
Alle Lieder aus dem Berg, wie aus einer eisernen Truhe.
Alles das und noch mehr verspricht von dem bißchen Gras
Der erste Schimmer.


Max Dauthendey 1867-1918

Foto: Margot J.

Früher Frühling

Zwischen Februar und März
liegt die große Zeitenwende,
und, man spürt es allerwärts,
mit dem Winter geht's zu Ende.
Schon beim ersten Sonnenschimmer
steigt der Lenz ins Wartezimmer.
Keiner weiß, wie es geschah,
und auf einmal ist er da.

Manche Knospe wird verschneit
zwar im frühen Lenz auf Erden.
Alles dauert seine Zeit,
nur Geduld, es wird schon werden.
Folgt auch noch ein rauher Schauer,
lacht der Himmel um so blauer.
Leichter schlägt das Menschenherz
zwischen Februar und März.

Fred Endrikat 1890 - 1942



Foto: Margot J.

Auf der Wiese

Viel tausend Blumen stehen
im Sonnenglanze hier.
Kann sie nicht alle sehen,
wünsch` aber alle mir.

Hätt` ich doch tausend Augen
und Hände ohne Zahl.
Könnt` sie wohl alle brauchen,
die Wiesen pflück ich kahl.

Möcht` alle Blumen bringen
den lieben Eltern mein,
zu ihnen lustig springen
mit tausend Sträußelein.

Jed`s  Blümlein freundlich nicket,
als wollt`s  mit mir nach Haus.
Ich habe schon gepflücket
den allerschönsten Strauß.

Karl W. Ferdinand Enslin, 1819-1875



Kommentare:

  1. Meine liebe Margot,
    wieder ein sehr einfühlsamer, wunderschöner Post.
    Danke für die Mühe.
    Einen guten Start in die neue Woche wünscht dir
    Irmi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Irmi,
      vielen Dank, weil dir meine geschriebenen Sachen gefallen.
      Es ist schön, ein Lob zu lesen.
      Wünsche dir einen wunderschönen Tag. Herzliche Grüße, Margot.

      Löschen
  2. Schöne Gedichte hast Du ausgesucht. Sie passen richtig gut zu unserem Frühlingswetter heute. Doch wie es eben so ist, kaum hat man sich über die Sonne gefreut, ist sie auch schon wieder hinter den Wolken verschwunden. Morgen soll es bei uns mit den Temperaturen schon wieder abwärts gehen. Aber der Frühling versteckt sich nur kurz, er kommt schon wieder, - so hoffe ich jedenfalls.
    Liebe Frühlingsgrüße
    Astrid

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Astrid,
      deine Worte sind das Gegenteil von unserem Wetter hier. Es hatte viel geregnet, aber heute scheint die Sonne und ich freue mich darüber. Der Frühling zeigt sich - wie schön.
      Du magst auch Wärme und Frühling und ich gönne es dir, jeden Tag.
      Ganz liebe Grüße von Margot.

      Löschen