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Samstag, 14. Mai 2016

Pfingstfest ... ein fauler Tag.

Nun habe ich mir überlegt, schreibe ich eine Geschichte auf oder lasse ich mich heute einfach fallen. Einfach faul sein und mich hängen lassen. Ja, dies gefällt mir, ich bin faul aber schreibe vorher doch noch ein paar nette Geschichten auf.


Der Pfarrer und der Regen

Volkstümlich

In einem Dorfe begehrten die Bauern von ihrem Pfarrer, daß er ihnen einen Regen von Gott zuwege bringen sollte, weil er ihnen in der Predigt gesagt, daß der Glaub' alles vermöge. Er gab ihnen zur Antwort, er sei ein Pfarrer für alle, und nicht für etliche allein; sie sollten deswegen zusammen kommen. Als dies geschehen, fragte er einen jeden insbesondere, was er für ein Wetter begehrte. Da begehrte einer Regen, der andere schön Wetter, ein dritter halb Sonnenschein und halb Regen; und ein vierter, der nichts im Haus und wenig im Felde hatte, sagte aus Verdruß, er wolle gar kein Wetter. Da antwortete der Pfarrer: »Da ihr euch wegen des Wetters nicht eins werden könnt, so kann ich euch von Gott auch nichts zuwege bringen.«

Die größte Sparsamkeit

Volkstümlich


Es waren einmal zwei Freunde, die trieben den Geiz und die Sparsamkeit gleichsam als Lebensberuf und Hauptamt und setzten eine besondere Ehre darein, sich, wie und wo sie nur konnten, gegenseitig in der schönen Kunst der

Pfennigsammelei zu übertreffen. Als sie nun eines Abends in vertraulicher Unterhaltung zusammensaßen, stand der eine auf und löschte das Licht. »Was fällt dir ein?« fragte der andre. »Um sich bloß zu unterhalten, braucht man kein Licht. Das kann man sparen«, war die Antwort. Nun saßen also die beiden im Stockfinstern, ließen sich aber dadurch in ihrem Geplauder nicht stören. Auf einmal hörte derjenige, welcher soeben das Licht gelöscht hatte, ein eigentümliches Geknister, das er sich nicht zu erklären vermochte. »Was machst du da?« fragte er den andern. »Och,« versetzte dieser, »es ist ja dunkel, drum streife ich bloß meine Hosen herunter, damit sie nicht verschleißen.«


Die betrogenen Zecher

J. P. Hebel

Zwei Zechbrüder besuchten oft, eine Stunde weit, einen Freund aufs Mittagessen, weil er guten Neuen hatte und nicht geizig damit war. An seinem Geburtstage, als sie wiederkamen, hatte jeder vorher einen Hering gegessen, wegen dem Durst, und schwitzten Tropfen wie Haselnüsse; denn es war am 8. August, Zyriak hieß er, da dachte der Herr Zyriak: »Ich will doch einmal sehen, ob ich der gute Freund bin, oder mein Wein.« Also nahm er den einen vor dem Essen auf die Seite und sagte: »Gevatter, tut mir den Gefallen, und helft mir den Apotheker (das war der andere) unter den Tisch trinken. Wir wollen gelbgefärbtes Wasser trinken, und Ihr müßt fleißig mit ihm anstoßen auf den Zyriak, immer einen Ganzen!« Das war dem Gevatter recht. Drauf nahm er den Apotheker auf die Seite und sagte: »Helft mir heute meinen Gevattermann zudecken!« und tat ihm den nämlichen Vorschlag. Dem Apotheker war's auch recht, und jeder dachte, das gibt einen Spaß. Also tranken sie miteinander sieben Maß Wasser, Durlacher Eich, über der Mahlzeit und noch drei Maß stehenden Fußes auf viel nachfolgende. Als er ihnen die vierte einschenken wollte, sagte der Gevattersmann: »Ich kann nimmer, er ist mir zu stark!« Der Apotheker sagte: »Ich kann auch nimmer. Ich muß noch Süßholz kochen, wenn ich heimkomme!« Doch nahmen sie noch eins zur schuldigen Danksagung. Unterwegs sagte der Gevatter des Zyriak: »Apotheker, heut' habt Ihr ein Meisterstück gemacht, ich kann nicht begreifen, wie Ihr noch aufrecht gehen könnt!« Der Apotheker sagte: »Mich wundert, daß Ihr nicht blindhagelvoll seid!« »So,« sagte der Gevattersmann, »drum hab' ich Wasser getrunken!« Da gingen dem Apotheker die Augen auf, und er sagte: »Ich auch!« Da gingen dem Gevattersmann auch die Augen auf.

Kommentare:

  1. Liebe Margot,
    ja das liebe Wetter. Genauso ist es, ein jeder wünscht sich anderes Wetter. Deshalb ist es ja so gut, dass der Mensch nicht auch noch das bestimmen kann. Das wäre ein heilloses Durcheinander. Solange wir kein Unwetter haben, sollten wir einfach nur mit dem Wetter zufrieden sein. Aber dem Mensch kann man es ja leider nie recht machen ;-)
    Ich schicke Dir ganz liebe Grüße und wünsche Dir schöne Pfingsten- egal wie das Wetter ist :-)

    Astrid

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    1. Liebe Astrid, es ist so wie du schreibst, das Wetter ist nicht schön, aber ich möchte es nicht ändern. Trotzdem meckere ich immer ein bisschen, dadurch entsteht kein Stau in meiner Seele.:-)
      Ganz liebe Grüße, schicke ich auch dir. Ein frohes Pfingstfest kommt noch dazu. Herzliche Grüße, Margot.

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