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Sonntag, 8. Juni 2014

Die Blume der Kaiserin

... es ist ein neuer Tag, die Sonne scheint und zeigt mir, ich sitze auf dem Balkon mit einer Tasse Kaffee umgeben von Blumen, wie herrlich ein Tag werden kann. 
Meine Gedanken befinden sich in China, denn ich lese eine Fabel über einen jungen Prinzen aus diesem Land, die mir sehr gefällt. Und zwar ...




Die Blume der Kaiserin

Einst lebte im alten China ein junger Prinz, der zum Kaiser gekrönt werden sollte. Zuvor jedoch musste er heiraten, weil es das Gesetz so vorschrieb. Da es darum ging, die künftige Kaiserin auszuwählen, musste der Prinz ein Mädchen finden, dem er blind vertrauen konnte.
Dem Rat eines Weisen folgend, ließ er alle jungen Frauen der Gegend in seinem Palast zusammenrufen und sprach zu ihnen: „Ich werde jeder von euch einen Samen geben. Diejenige, die mir in sechs Monaten die schönste Blume bringt, wird die zukünftige Kaiserin von China sein.“

Nun waren unter den geladenen jungen Frauen viele schöne und reiche zu finden, aber auch die Tochter des Palastgärtners, die den Prinzen schon viele Jahre heimlich liebte. Auch sie erhielt ein Samenkorn und ging glücklich damit nach Hause.
Jeden Tag hegte und pflegte sie nun das Korn, sorgte für Dünger, Wasser, stellte es ins Sonnenlicht und nährte es mit all ihrer Hingabe und Liebe, die sie für den Prinzen empfand.
Drei Monate vergingen, und nichts keimte. Die junge Frau versuchte alles, sprach mit vielen Gärtnern und Bauern, doch keiner der Ratschläge führte zum Erfolg. Ihre Liebe war indes so lebendig wie eh und je. Schließlich waren die sechs Monate vergangen und in ihrem Blumentopf war trotz all ihrer Bemühungen nichts gewachsen.

Am Tag der erneuten Audienz erschien die junge Frau mit ihrem Blumentopf ohne Pflanze und sah, dass die anderen Bewerberinnen großartige Ergebnisse erzielt hatten. Jede hatte eine Blume und eine war schöner als die andere.
Dann nahte der entscheidende Augenblick. Der Prinz kam herein und sah eine Bewerberin nach der anderen eindringlich an. Anschließend verkündete er das Ergebnis: Er zeigte auf die Tochter des Gärtners als seine zukünftige Frau.
Die anderen Frauen murrten und fragten, weshalb er denn ausgerechnet jene erwählt hatte, der es nicht gelungen war, eine Pflanze zu ziehen.
Da erklärte der Prinz ruhig seine Wahl: 
„Sie war die einzige, die eine Blume gezogen hat, die sie würdig macht, Kaiserin zu werden – die Blume der Ehrlichkeit. Alle Samen, die ich verteilt habe, waren unfruchtbar und konnten unmöglich Blumen hervorbringen.“

Nun wünsche ich euch noch ein schönes Pfingstfest.

Samstag, 7. Juni 2014

Indische Redewendungen

... gestern, wo ich die Zitate von Sokrates suchte, fand ich auch indische Zitate. Einige Zitate davon möchte ich heute in mein Blog schreiben, sie sind, jedenfalls für mich, etwas besonderes.



Der Wissende weiß und erkundigt sich,
aber der Unwissende weiß nicht einmal,
wonach er sich erkundigen soll.


Hänge die heutige Pflicht nicht auf den morgigen Haken.


Der Erwachsene achtet auf Taten, das Kind auf Liebe.

Schöne Mädchenaugen sind genug, um hier in dieser Welt 
sowohl Ungebildete als auch Gebildete auf Abwege zu bringen; 
stehen sie doch alle in der Gewalt von Liebe und Zorn.
altindische Spruchweisheit.


Der Mensch bringt täglich sein Haar in Ordnung, 
warum nicht auch sein Herz.


Geduld verlieren heißt Würde verlieren.


Wer ein schlechtes Gedächtnis hat, 
wird nicht darum herumkommen, seine Fehler zu wiederholen.


Der Zweifel ist das Wartezimmer der Erkenntnis.


Sind die Kinder klein, müssen wir ihnen helfen,
Wurzeln zu fassen.
Sind sie aber groß geworden, müssen wir ihnen Flügel schenken.


Das Weib ist mit seinem Mann, 
der Mann aber mit seinem Geschäft verheiratet.


Wenn du den Hahn einsperrst, 
geht die Sonne doch auf.

Es ist besser, eines anderen Opfer
als sein Bürge zu sein.



Schöne Frauen sind nur eine Woche gut,
gute Frauen aber ihr Leben lang schön.




Herzlichst Margot

Freitag, 6. Juni 2014

Früher war alles besser ?

... heute bin ich über den Satz, "Früher war alles besser", gestolpert. Und ich wollte wissen, ob diesen Satz nicht schon Generationen vor unserer heutigen Zeit verwendet haben und es stimmt. Sokrates Zitate spiegeln diesen Satz wider. 
Ich liebe keine seitenlange Berichte, also bin ich auf Zitate gestoßen. Sie fassen gelebtes Leben, in kurze Sätze zusammen, was mir gefällt. 
So bin ich auf Sokrates einem griechischen Philosophen gekommen. Er lebte von 468 - 399 v.Chr. Es liegen also so einige Generationen zwischen unserer Zeit und es ist sehr interessant, was er sagte. Hier sind seine Äußerungen ... und ich stelle fest, es gibt nicht viele Unterschiede zwischen diesen Zeiten im Wort.  


Bedenke, daß die menschlichen Verhältnisse insgesamt unbeständig sind, dann wirst Du im Glück nicht zu fröhlich und im Unglück nicht zu traurig sein.


Die Kinder von heute sind Tyrannen. Sie widersprechen ihren Eltern, kleckern mit dem Essen und ärgern ihre Lehrer.


Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren
      Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.


Selbsterkenntnis gibt dem Menschen das meiste Gute, Selbsttäuschung aber das meiste Übel.


Lernen besteht in einem Erinnern von Informationen, die bereits seit Generationen in der Seele des Menschen wohnen.


Das Glück liegt in der Hand des Menschen der die Wahrheit sieht.


Eine Frau, gleichgestellt, wird überlegen.


Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser.


Genügsamkeit ist natürlicher Reichtum, Luxus künstliche Armut.


Wer glaubt, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden.


Nur der ist weise, der weiß, daß er es nicht ist.



Nun, es gibt noch so einige Zitate von Sokrates, ich möchte euch aber nicht zu viel zumuten und euch euren eigenen Gedanken überlassen. Die Zeit, wenn sie vorüber, ist, ein Tautropfen in der Unendlichkeit. Jedenfalls sind meine Gedanken so nach dem Lesen dieser Zitate.




Donnerstag, 5. Juni 2014

Lisas Blumen ...

... mein Blick durch die Balkontür zeigt mir wieder an, das Wetter ist durchwachsen. Kein strahlender Sonnenschein, sondern eher dem Regen zugeneigt. Doch am Himmel wird es wieder heller, also durchwachsen ... 
Meine Blumen beobachte ich mit scharfen Augen, ob sie wieder gewachsen sind. Ja, sie sind, jedenfalls habe ich das Empfinden. 
Nun denn, so möchte ich heute über Blumen erzählen, Blumen erfreuen Groß und Klein. Meine eigene Phantasie ist nicht so ausgeprägt wie ich es möchte, also gehe ich auf Suche durchs Internet ... hier auf der Seite von  www.kinder-alles-fuer-kids.com gefällt mir eine Geschichte von © Monika Minder, vielleicht gefällt sie auch euch. Es würde mich freuen ...



Lisa's Blumen

Es war einmal ein Mädchen, das hiess Lisa. Lisa war ein fröhliches Mädchen mit langen blonden Haaren und schönen blauen Augen.
Lisa war gerne draussen in der Natur. Dort konnte sie durch Wiesen spazieren und Blümchen pflücken und schöne Tiere beobachten.

Endlich war es Frühling geworden und alles war grün und gelb. Es duftete nach Blumen und frischem Gras. Lisa freute sich immer besonders auf diese Jahreszeit. Da konnte sie viele Blumen pflücken und der Mutter bringen und ihr eine Freude machen.

So machte sie sich an einem schönen Frühlingstag wieder auf den Weg zu ihrer Lieblingswiese am Waldrand, dort wo die vielen gelben Schlüsselblumen waren. Dafür musste sie zuerst über das Brücklein hinter dem Haus, weil da ein kleines Bächlein durchplätscherte.

Sie hüpfte fröhlich und sagte: "Guten Tag Bächlein, wie geht es dir heute?" Das Bächlein schien zu lächeln und Lisa hüpfte weiter. Auf der anderen Seite ging es jetzt über die Wiese noch ein Stück am Bächlein entlang. Dort gab es viel zu sehen. Gelbe Dotterblumen nickten Lisa zu, Steine glänzten, kleine Bäumchen und Sträucher mit leuchtend grünen jungen Blättern tanzten im Wind und sagten leise: "Hallo kleines Fräulein!"

Da, eine lange Raupe auf einem Blatt. Sie räkelte sich hin und her. Lisa ging ganz nahe ran um sie zu beobachten. Jetzt schaute die Raupe plötzlich zu Lisa hoch, wie wenn sie freundlich grüssen wollte. Dabei verdrehte sie den Kopf und schwupps purzelte sie auf den Boden und blieb auf dem Rücken liegen. Sie strampelte verzweifelt, kam aber nicht mehr auf die Beine.

"Oh je!", sagte Lisa, "was bist du für ein dummer Tolpatsch. Warte, ich helfe dir!" Lisa holte ein kleines Ästchen und hielt es der Raupe an die strampelnden Füsschen, die alle nach oben zeigten. Jetzt konnte sich die Raupe am Ästchen festhalten. Lisa drehte den Ast um und legte ihn an ein grosses grünes Blatt, so dass die Raupe nur noch vom Ästchen auf das Blatt spazieren musste.

Lisa lächelte und als sie weiter spazierte sagte sie noch: "Besser aufpassen das nächste Mal, gell!" Dabei winkte sie ihm noch ein letztes Mal zu.

Bald war sie bei ihrer Lieblingswiese angekommen. Viele gelbe und weisse Blümchen warteten auf sie. "Oh, seid ihr alle schön!" sagte sie zu ihnen und begann gleich fröhlich zu pflücken. Nur die grössten und schönsten Blumen wählte sie aus. Für ihre Mutter sollte es den schönsten Blumenstrauss geben. Heute wollte sie ihr eine besondere Freude machen damit, denn Mutter war ein bisschen krank und hatte Sorgen.

Als Lisa so viele Blümchen gepflückt hatte, wie sie in ihren kleinen Händen halten konnte, machte sie sich auf den Rückweg: "Bis zum nächsten Jahr ihr schönen Blümchen", winkte sie ihnen zu und schon hüpfte sie wieder. 

Jetzt ging es nach Hause. Nicht aber ohne vorher bei der Raupe vorbei zu sehen. Ja, sie war noch dort und es ging ihr gut. Lisa war froh, denn sie wusste, dass aus der grünen Raupe einmal ein ganz schöner Schmetterling entstehen würde. Das ist wichtig für die Natur. Alle Tiere sind wichtig für die Natur, deshalb wollte Lisa immer lieb zu ihnen sein.

Auch zu ihrer Katze Sami, die jetzt zu Hause auf dem Sofa schlief. Lisa war sicher, dass sie von ihr begrüsst wird, wenn sie nach Hause kommt. Sami ist auch wichtig, sie wusste es. 

Lisa stieg gerade die steile Holztreppe zur Wohnung hoch als die Türe aufging und Sami ihr entgegen kam. Lisa bückte sich und streichelte sie zur Begrüssung. Sami schnurrte und strich ihr um die Beine: "Ja, so ein Lieber bist du", sagte sie schelmisch zu ihm.

Die Mutter stand in der Türe und fragte: "Wo warst du so lange, ich habe mir Sorgen gemacht?"

Jetzt überreichte Lisa der Mutter voller Stolz die Blümchen: "Die sind für dich. Die habe ich extra für dich gepflückt, dort bei der Wiese hinten am Waldrand. Damit es dir bald wieder besser geht."

Erwartungsvoll blickte Lisa zur Mutter hoch. Dieser huschte ein Lächeln über's Gesicht. Sie nahm Lisa auf den Arm, drückte sie ganz fest an sich und gab ihr ein paar Küsschen: "Das sind aber ganz ganz schöne Blümchen Lisa. Ich freue mich darüber sehr. So schöne Blümchen hast du für mich gepflückt. Vielen Dank!" 

"Komm, wir stellen sie gemeinsam in eine Vase mit Wasser, damit sie noch lange schön bleiben!"


Vielleicht habe ich diese Geschichte ausgesucht, weil ich in meiner Kindheit es auch so gemacht habe. In bin in den Wald gefahren, den kurzen Weg mit der Straßenbahn, und habe für Mutti Blumen gepflückt. 
Ach ja, die Erinnerungen :-))




Mittwoch, 4. Juni 2014

Der Fuchs und der kleine Prinz

... es ist ein Tag um Geschichten zu erzählen. Die Sonne scheint, die Luft ist angenehm warm und ich rede mit meinen Blumen, nur ganz leise aber sie hören es. Und sie warten auf dieses Gespräch, ich habe mich ihnen vertraut gemacht. Nun bin ich für sie verantwortlich ... wie es in dieser Geschichte erzählt wird.

Der Fuchs und der  kleine Prinz

"Du bist nicht von hier", sagte der Fuchs, "was suchst du?" "Ich suche die Menschen", sagte der kleine Prinz. "Was bedeutet, zähmen?" „ Die Menschen", sagte der Fuchs, "die haben Gewehre und schießen. Das ist sehr lästig. Sie ziehen auch Hühner auf. Das ist ihr einziges Interesse. Du suchst Hühner?" „Nein", sagte der kleine Prinz, "ich suche Freunde. Was heißt, zähmen ' ?"  "Zähmen, das ist eine in Vergessenheit geratene Sache", sagte der Fuchs.
"Es bedeutet: sich vertraut machen". "Vertraut machen?" "Gewiss", sagte der Fuchs. 
"Du bist für mich noch nichts als ein kleiner Knabe, der hunderttausend kleinen Knaben völlig gleicht. Ich brauche dich nicht, und du brauchst mich ebenso wenig. Ich bin für dich nur ein Fuchs, der hunderttausend Füchsen gleicht. Aber wenn du mich zähmst, werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzig sein in der Welt. Ich werde für dich einzig sein in der Welt ..."


"Ich beginne zu verstehen", sagte der kleine Prinz. "Es gibt eine Blume ... ich glaube, sie hat mich gezähmt ..." "Das ist möglich", sagte der Fuchs. "Man trifft auf der Erde alle möglichen Dinge ..." "Oh, das ist nicht auf der Erde", sagte der kleine Prinz. Der Fuchs schien sehr aufgeregt: "Auf einem anderen Planeten?" – "Ja." "Gibt es Jäger auf diesem Planeten?" – "Nein." "Das ist interessant! Und Hühner?" – "Nein." "Nichts ist vollkommen!" seufzte der Fuchs.
Aber der Fuchs kam auf seinen Gedanken zurück: "Mein Leben ist eintönig. Ich jage Hühner, die Menschen jagen mich. Alle Hühner gleichen einander, und alle Menschen gleichen einander. Ich langweile mich also ein wenig. Aber wenn du mich zähmst, wird mein Leben wie durchsonnt sein. Ich werde den Klang deines Schrittes kennen, der sich von allen andern unterscheidet. Die anderen Schritte jagen mich unter die Erde. Der deine wird mich wie Musik aus dem Bau locken. Und dann schau! Du siehst da drüben die Weizenfelder? Ich esse kein Brot. Für mich ist der Weizen zwecklos. Die Weizenfelder erinnern mich an nichts. Und das ist traurig. Aber du hast weizenblondes Haar. Oh, es wird wunderbar sein, wenn du mich einmal gezähmt hast! Das Gold der Weizenfelder wird mich an dich erinnern. Und ich werde das Rauschen des Windes im Getreide lieb gewinnen." Der Fuchs verstummte und schaute den Prinzen lange an: "Bitte ... zähme mich!" sagte er.

"Ich möchte wohl", antwortete der kleine Prinz, "aber ich habe nicht viel Zeit. Ich muss Freunde finden und viele Dinge kennen lernen." "Man kennt nur die Dinge, die man zähmt", sagte der Fuchs. "Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgendetwas kennen zu lernen. Sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften. Aber da es keine Kaufläden für Freunde gibt, haben die Leute keine Freunde mehr. Wenn du einen Freund willst, so zähme mich!" "Was muss ich da tun?" sagte der kleine Prinz. "Du musst sehr geduldig sein", antwortete der Fuchs. "Du setzt dich zuerst ein wenig abseits von mir ins Gras. Ich werde dich so verstohlen, so aus dem Augenwinkel anschauen, und du wirst nichts sagen. Die Sprache ist die Quelle der Missverständnisse. Aber jeden Tag wirst du dich ein bisschen näher setzen können ..."

Am nächsten Morgen kam der kleine Prinz zurück. "Es wäre besser gewesen, du wärst zur selben Stunde wiedergekommen", sagte der Fuchs. "Wenn du zum Beispiel um vier Uhr nachmittags kommst, kann ich um drei Uhr anfangen, glücklich zu sein. Je mehr die Zeit vergeht, umso glücklicher werde ich mich fühlen. Um vier Uhr werde ich mich schon aufregen und beunruhigen; ich werde erfahre, wie teuer das Glück ist. Wenn du aber irgendwann kommst, kann ich nie wissen, wann mein Herz da sein soll ... Es muss feste Bräuche geben." "Was heißt, fester Brauch?'"
"Auch etwas in Vergessenheit Geratenes", sagte der Fuchs. "Es ist das, was einen Tag vom andern unterscheidet, eine Stunde von den andern Stunden. Es gibt zum Beispiel einen Brauch bei meinen Jägern. Sie tanzen am Donnerstag mit dem Mädchen des Dorfes. Daher ist der Donnerstag der wunderbare Tag. Ich gehe bis zum Weinberg spazieren. Wenn die Jäger irgendwann einmal zum Tanze gingen, wären die Tage alle gleich und ich hätte niemals Ferien." 


So machte denn der kleine Prinz den Fuchs mit sich vertraut. Und als die Stunde des Abschieds nahe war: "Ach!" sagte der Fuchs, "ich werde weinen." "Das ist deine Schuld", sagte der kleine Prinz, "ich wünschte dir nichts Übles, aber du hast gewollt, dass ich dich zähme ..."! "Gewiss", sagte der Fuchs. "Aber nun wirst du weinen!" sagte der kleine Prinz. "Bestimmt", sagte der Fuchs. "So hast du also nichts gewonnen!" "Ich habe", sagte der Fuchs, "die Farbe des Weizens gewonnen." Dann fügte er hinzu: "Geh die Rosen wieder anschauen. Du wirst begreifen, dass die deine einzig ist in der Welt. Du wirst wiederkommen und mir adieu sagen, und ich werde dir ein Geheimnis schenken." Der kleine Prinz ging, die Rosen wieder zu sehen: "Ihr gleicht meiner Rose gar nicht, ihr seid noch nichts", sagte er zu ihnen. "Niemand hat sich euch vertraut gemacht und auch ihr habt euch niemandem vertraut gemacht. Ihr seid, wie mein Fuchs war. Der war nichts als ein Fuchs wie hunderttausend andere. Aber ich habe ihn zu meinem Freund gemacht, und jetzt ist er einzig in der Welt."

Und die Rosen waren sehr beschämt. "Ihr seid schön, aber ihr seid leer", sagte er noch. "Man kann für euch nicht sterben. Gewiss, ein Irgendwer, der vorübergeht, könnte glauben, meine Rose ähnle euch. 
Aber in sich selbst ist sie wichtiger als ihr alle, da sie es ist, die ich begossen habe. Da sie es ist, die ich unter den Glassturz gestellt habe. Da sie es ist, die ich mit dem Wandschirm geschützt habe. Da sie es ist, deren Raupen ich getötet habe (außer den zwei oder drei um der Schmetterlinge willen). Da sie es ist, die ich klagen oder sich rühmen gehört habe oder auch manchmal schweigen. Da es meine Rose ist." Und er kam zum Fuchs zurück: "Adieu", sagte er ... "Adieu", sagte der Fuchs. "Hier mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."


"Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar", wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken. "Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig." "Die Zeit, die ich für meine Rose verloren habe ...", sagte der kleine Prinz, um es sich zu merken. "Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen", sagte der Fuchs. "Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich ..." "Ich bin für meine Rose verantwortlich ...", wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.




Dienstag, 3. Juni 2014

Sonne und Blumen ...

... der heutige Tag fing mit Sonnenschein an, aber mit einem kühlen Wind. Ich merkte es, als ich auf dem Balkon stand und anfing zu frieren. Im Gegensatz zu einer Elster, die sich auf einer Mauer sonnte. Leider stand diese Mauer zu weit entfernt, sodass ich die Elster nicht zu scharf aufnehmen konnte. 




Und gestern hatte ich wieder einige Blumen von meinem Urlaubsort "Balkonien" aufgenommen und möchte sie euch heute zeigen ... natürlich aus einer anderen Perspektive als vom letzten Mal.
  





















So, nun beende ich meinen sonnigen Tag, er erinnert mich an einen südländischen Tag den ich noch nie im Original erlebt habe. Also, es bedeutet, ich war noch nie im Süden, sondern habe immer nur daran gedacht und ihn so gestaltet ... :-) In meiner Vorstellung gehören dazu, viele Blumen und Sonne. Besonders viel Sonne ...

Der Sturm sprach einst: "Ich kenne
die Welt; denn ich zerpflücke sie."
Da sprach der Reif: "Ich kenne
die Welt; denn ich erdrücke sie."
Die Sonne lacht: "Ich kenne
sie besser; denn ich beglücke sie."

Carmen Sylva (1843 - 1916), Dichtername der Königin Elisabeth (eigentlich Pauline Elisabeth Ottilie Luise) Prinzessin zu Wied, Königin von Rumänien, deutsche Lyrikerin und neuromantische Märchenerzählerin

Ewig jung ist nur die Sonne 

Heute fanden meine Schritte 
mein vergeßnes Jugendtal, 
Seine Sohle lag verödet, 
seine Berge standen kahl. 
Meine Bäume, meine Träume, 
meine buchendunkeln Höhn –
Ewig jung ist nur die Sonne, 
sie allein ist ewig schön. 
Drüben dort in schilf'gem Grunde, 
wo die müde Lache liegt, 
Hat zu meiner Jugendstunde 
sich lebend'ge Flut gewiegt, 
Durch die Heiden, durch die Weiden 
ging ein wandernd Herdgetön –
Ewig jung ist nur die Sonne, 
sie allein ist ewig schön.

Conrad Ferdinand Meyer (1825 - 1898)


Montag, 2. Juni 2014

Tag des Kindes

Am Sonntag, also gestern, war "Tag des Kindes" und ich musste an ein schönes Zitat denken, was mich ein Leben lang begleitet hat. Es ist von Khalil Gibran und lautet so:


Was man als Kind geliebt hat, bleibt im Besitz des Herzens bis ins hohe Alter.

Khalil Gibran



und auch das Zitat von Astrid Lindgren gefällt mir, es hat meinen Lebensweg begleitet.


Man kann in Kinder nichts hineinprügeln, aber vieles herausstreicheln.

Astrid Lindgren


Nun möchte ich noch einige Zitate dazuschreiben, sie gefallen mir sehr, denn ich kann sagen, wenn ich mein Leben betrachte, ja sie stimmen.



Kinder erleben nichts so scharf und bitter wie Ungerechtigkeit.

Charles Dickens


Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben.

Pablo Picasso


Ein Kind ist ein Buch, aus dem wir lesen und in das wir schreiben sollen.

Peter Rosegger



Eltern verzeihen ihren Kindern die Fehler am schwersten, die sie ihnen selbst anerzogen haben.

Marie von Ebner-Eschenbach



Du kannst deinen Kindern deine Liebe geben, nicht aber deine Gedanken. Sie haben ihre eigenen.

Khalil Gibran


Mit den Kindern muss man zart und freundlich verkehren. Das Familienleben ist das beste Band. Kinder sind unsere besten Richter.

Otto von Bismarck


Dieses letzte Zitat gefällt mir sehr, auch wenn ich es nicht so stehen lassen kann. Zart, dieses Wort ist für mich stets die Meinung gewesen, dass, bei allem was meine Eltern mit uns Kindern taten, wir ihre Liebe spüren durften.

Ich spüre ihre Liebe noch heute, so viele Jahre nach ihrem Tod. Es ist ihr größtes Geschenk, dass sie mir, ihrem Kind, mitgegeben haben, Liebe. Ihr Eltern denkt bitte daran, man kann nichts an seinen Kindern so falsch machen, wie in diesen Kinderjahren. Sie prägen den Menschen.



Sonntag, 1. Juni 2014

Spaßige Erinnerung ...

... gestern habe ich an Politik gedacht, trotzdem ich mich eigentlich nicht ärgern wollte. Heute denke ich wieder an etwas Unerfreulichem, aber es macht Spaß darüber zu lesen und daran zu denken. Ich habe, als ich vor langer Zeit auf die West-Seite von Deutschland kam, auch so einen GEZ-Eintreiber erlebt. Nun freut es mich, dass nicht jeder so ein höflicher Mensch war und habe Spaß an dieser Geschichte ...


Der GEZ-Scherge

30. Dezember, müde und abgespannt von der Arbeit fuhr ich in die Wohnung meiner Freundin. Dort war es aufgeräumt, im Kühlschrank war etwas zu essen. Nachdem ich mir den Magen vollgeschlagen hatte, machte ich es mir auf dem Sofa bequem.

In diesem Moment klingelt es an der Wohnungstür. Ich gehe zur Tür und blicke durch den Spion. Dort stand ein etwa 40 Jahre alter, gut gekleideter Mann.

Kaum hatte ich die Tür geöffnet, fing der gute Mann auch schon an: 
GEZ-Scherge: "Guten Tag, mein Name ist Lars Lästig, ich bin ihr Rundfunkgebührenbeaufftragter... blabla.... blabla..."

GEZ? Wirklich ein GEZ-Scherge? Oh je...

GEZ-Scherge: "......blabla........ sind sie Frau Anja K.?"
Hat der mich wirklich gerade gefragt ob ich Frau Anja K. (meine Freundin) bin? (Ich sehe nun wirklich nicht wie eine Frau aus, zudem trug ich einen deutlich sichtbaren drei-Tagesbart)

Das verschlug selbst mir die Sprache. Stille machte sich im Hausflur breit. Plötzlich traf mich der Hammer der Erkenntnis: Es gibt ein Leben nach dem Gehirntod, der Beweis steht vor dir. Pack den Typen ein und der nächste Nobelpreis ist dir sicher. Ich entschied mich dagegen, denn der gute Mann war sicher nicht stubenrein und ich antwortete ihm stattdessen, dass ich Gina W. sei, die uneheliche Tochter von Frau K.

GEZ-Scherge: "Na gut, lassen wir das. Sie wissen sicher.......blabla........verpflichtet ..........blabla........anzumelden......"
Ich unterbrach den Redefluss des GEZ-Schergen nur ungern, aber ich teilte ihm mit, dass ich mal auf die Toilette müsste, versprach ihm aber, dass ich gleich wieder da bin und schloss die Tür hinter mir. Nach fünf Minuten gab es die ersten zarten Klingelversuche.

Nach weiteren drei Minuten klingelte er Sturm und ich öffnete wieder die Tür.

GEZ-Scherge: "Was haben sie denn solange gemacht?"
Wahrheitsgemäß antwortete ich ihm, dass ich ein lauwarmes Bier getrunken habe. Außerdem mussten mal wieder meine Fußnägel geschnitten werden.

GEZ-Scherge: "So eine Frechheit, so was habe ich ja noch nie erlebt...."

Ich musste dem guten Mann leider Recht geben und versprach meine Freundin noch heute Abend darauf anzusprechen, warum sie das Bier nicht in den Kühlschrank gestellt hatte. Wirklich eine Frechheit.
Nun lief dieser geistige Tiefflieger rot an und rastete aus.

GEZ-Scherge: "Wenn sie noch weiter so ein Kasperltheater veranstalten, kann ich auch andere Seiten aufziehen. Ein Anruf von mir und die Polizei durchsucht ihre Wohnung......blabla....... das wird sehr teuer für sie......blabla".

Logisch, mit Bundesgrenzschutz und Sondereinsatzkommando.

Sichtbar eingeschüchtert versprach ich nun, effektiv mitzuarbeiten und mein Kasperltheater bleiben zu lassen.

GEZ-Scherge: "Besitzen sie einen Fernseher oder ein Radio?"

Freundlich gab ich dem Mann Auskunft. "Ja klar, ich besitze 2 Fernseher, 3 Radios, noch ein Radio in meinem Büro und zwei in meinen Autos."

GEZ-Scherge: "Haben sie diese angemeldet?"
Ich: "Nein, bisher leider nicht."
GEZ-Scherge: "Wie lange besitzen sie diese Geräte schon?"
Ich: "Ca. 10-12 Jahre."
Uiiiii, jetzt war er am Sabbern, als er seine Provision in Gedanken überschlug. Nun ja, um es kurz zu machen, er hielt mir nach ein bis zwei Minuten zwei Zettel zur Unterschrift unter die Nase. Eine Anmeldung der GEZ und einen Schrieb, dass ich schon seit fünf Jahren die Geräte besitze. Beides auf den Namen und die Adresse meiner Freundin ausgestellt.

Freundlich wie ich nun einmal bin teilte ich ihm mit, dass ich weder Frau Anja K. bin, noch hier wohne.

GEZ-Scherge: "Wo wohnen sie denn?"
Ich: "Wissen sie das nicht?"
GEZ-Scherge: "Nee"
Ich: "Super - dann schönen guten Abend"
Ich schloss die Tür, schaltete die Klingel ab und den Fernseher ein, das Bier war auch schon etwas kühler.

Wenn ich Glück habe, kommen vielleicht auch bald mal wieder die Zeugen Jehovas vorbei...

Ein Nachsatz von mir, die Zeugen Jehovas waren auch schon da ...