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Freitag, 27. November 2015

Übergang vom Herbst ...

Eine Winzigkeit ist es heute wärmer als gestern, es sind schon 5° Plus und der Himmel zeigt etwas Sonne an. Für einen späten Herbst ist der heutige Tag einfach herrlich, auch wenn der Wind sich dagegen auflehnt und kräftig weht.

In den vergangenen Tagen war Regenzeit angesagt und ich muss an eine kleine Erzählung denken. 





Dunkle Wolken jagen über den grauen Himmel. Der Regen fällt in schrägen und langen Strahlen herunter auf die Dächer und auf die Straßen. Aus der Dachgosse pulscht es über und fällt klatschend auf den Bürgersteig, dass die Leute im weiten Bogen herumlaufen. Wer solche Tropfen auf den Schirm kriegt, dem donnert es um die Ohren wie Kanonenfeuer. Und in den Straßengossen jagt das Wasser dahin wie ein Bach, der alles mitreißt; Papierfetzen und welke Blätter und Holzstücke treiben wild am Bordstein entlang, bis sie endlich in den Kanal hineinschießen. Wenn nur der entsetzliche Wind nicht wäre! Man weiß gar nicht mehr, wie man den Schirm halten soll. Und kommt man um die Ecke, hui, da fasst der Wind unter den Schirm und will ihn uns wegreißen. Ja, wart’ nur, du böser Bube, den kriegst du doch nicht! Und immer neue Regenschauer ziehen am Himmel herauf. Türme und Mauern sehen grau oder schwarz aus, als wenn es blasse Tinte regnete; auch die Schirme werden vom Regen so glänzend schwarz, dass sie wie Seide schimmern. Die Straßenbahn muss immer wieder stillhalten, um noch nasse Menschen aufzunehmen, bis sie endlich ganz voll ist und der Schaffner ein kleines rundes Schild: „Besetzt“ herunterlässt. Nun jagt sie rasch dahin; hinter ihr wühlen die Räder das Wasser hoch, dass es spritzt und schäumt. Die Fenster sind beschlagen, dass man nicht hindurchsehen kann. Alle Schirme tröpfeln Wasser auf den Fußboden; alle Kleider und Stiefel tröpfeln. Bald ist der Fußboden glatt und nass. Und draußen regnet es und weht es.
Dass ist ein Wetter!

Fritz Gansberg


Nun sage ich mir, am Sonntag ist der 1. Advent und läutet die offizielle Weihnachtszeit ein, da muss ich auch noch mal an den Herbst denken. 




Herbst.

Da steigt der Herbst frisch von den Bergen nieder!
Und wie er wandert durch den grünen Wald,
gefällt’s ihm nicht, dass überall das Laub
dieselbe Farbe hat; er sagt: „Viel hübscher
ist’s rot und gelb; das sieht sich lustig an!“
So spricht er, und gleich färbt der Wald sich bunt.

Und wie der Herbst drauf durch den Garten geht
Und durch den Weinberg, spricht er: „Was ist das?
Der Sommer tat so groß mit seiner Hitze,
und Wein und Obst hat er nicht reif gemacht?
Schon gut, so zeig’ ich, dass ich’s auch versteh!“
Und kaum gesagt, so haucht der Wein und Obst
mit seinem Atem an, und, siehe da!
Die Äpfel und die Pflaumen und die Trauben,
zusehends reifen sie voll Duft und Saft.

Drauf kommt der Herbst zur Stadt und sieht die Knaben
in ihrer Schule sitzen voller Fleiß.
Da ruft er ihnen zu: „Grüß Gott, ihr Buben!
Heut ist Sankt Michaelistag; da gibt
es lange Ferien. Kommt zu mir aufs Land!
Ich hab’ dem Wald das Laub schön bunt geblasen;
ich hab’ dem Apfel rot gefärbt die Backen;
ich will euch klar und blank die Augen wehen,
und eure Backen will ich tüchtig bräunen,
wie sich’s für Jungen schickt. Versteht ihr mich?“

So spricht der Herbst, und jubelnd ziehn die Knaben
Auf seinen Ruf durch Berg und Wald und Feld
Und kehren heim mit neuer Lust zur Arbeit.

Robert Reinick.





Kommentare:

  1. Liebe Margot,
    bin ich froh, dass ich bei solch einem Regenwetter nicht aus dem Haus muss. Das ist genau das Herbstwetter, das ich absolut nicht leiden kann. Aber was soll es, wir können das Wetter nicht ändern. Wir müssen es nehmen, wie es kommt und es kommen mit Sicherheit auch wieder bessere Tage.
    LG
    Astrid

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    1. Liebe Astrid, ich mag das Wetter nicht, auch wenn es im Moment nicht regnet. Der Nebel ist für mich unangenehm und ich lasse mich hängen. Leider ...
      Wünsche dir einen schönen Tag. Liebe Grüße, Margot.

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