
Hier in dieser Geschichte, die in den Bergen spielt, schwingt auch Wehmut mit.
Niemand und jemand
Großmutter erzählt von Weihnachten
Eine wahre Weihnachtsgeschichte (Nikolausgeschichte) aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts.
Eine wahre Weihnachtsgeschichte (Nikolausgeschichte) aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts.
Der Advent war kalt geworden. Noch lag nicht viel Schnee auf den Feldern, aber bald würde der Winter die Herrschaft über unseren Berg übernehmen, an dessen Hang unser Hof stand.
Am Nikolaustag hockten wir sechs Kinder in der warmen Stube zu Füßen unserer Großmutter. „Muito, erzähle uns doch, wie es in deiner Kindheit zu Weihnachten war!“, baten wir. Das Spinnrad surrte leise.
„Ja, Kinder! Der Nikolaus kam am frühen Abend auf die
Höfe am Wielenberg. Er war stets begleitet von drei fürchterlichen Krampussen. Doch der Nikolaus erlaubte ihnen nicht, uns zu nahe zu kommen. Unsere Eltern wünschten, dass er uns beschenkte. Er fragte die Eltern zuerst nach unserem Benehmen und die Krampusse jagten uns ein wenig Angst ein. Der Nikolaus schüttete seine Gaben vor uns aus, und unsere Augen leuchteten.“
Das Spinnrad surrte leise weiter. Die Muito hielt inne, als dächte sie an die Nikolausabende ihrer Kindheit. Mit der Hand strich sie ihr schlohweißes Haar zurück.
„Jeden Abend betete der Vater den Rosenkranz vor, langsam und bedächtig. Uns Kindern dauerte das ein wenig zu lang, denn wir knieten auf dem Holzboden.

„Trink ein bisschen, Muito“, sagte die Mamme. So nannten wir unsere Mutter im Unterschied zur Großmutter. Die Muito nahm einen kleinen Schluck Tee aus der Tasse und sah uns Kinder in der Runde liebevoll an. Ihre Stimme wurde fast feierlich, als sie fortfuhr:
„Am Morgen des Heiligen Abends holten meine Brüder Joggl und Hias die Krippenfiguren vom Dachboden und richteten die Weihnachtskrippe auf. Ich war die Jüngste und durfte die Schäfchen um die Hirten herum aufstellen. Das Hiasele hatte den Stall selber gebaut und mit Stroh gedeckt.

Dann warteten wir eine Weile ganz still in der Küche und warteten auf die Bescherung. Ein paar Bratäpfel, ein paar Socken und Hemden, von der Nachbarin im Advent geschneidert, alles praktische Dinge, auf die wir das ganze Jahr warteten. Das Schönste war der weite Weg durch den Schnee hinunter nach Percha zur Kirche, wo wir um Mitternacht die Weihnachtsmette feierten. Es war kalt, und wir hatten klamme Finger, wenn wir das Gesangsbuch hielten und am Ende Stille Nacht sangen. Wenn wir dann heimwärts stapften und im Sternenlicht um zwei Uhr früh unseren Hof erreichten, glaubten wir den Weihnachtsstern am Himmel zu sehen, der über Bethlehem stand.“

Hallo Margot,
AntwortenLöschendiese weihnachtlichen Sentimentalitäten und Unruhen kenne ich, man denkt in diesen Tagen oft zurück an vergangene Zeiten.
In letzter Zeit bin ich leider nicht so sehr zum kommentieren gekommen, ich hatte viel andere Dinge zu erledigen -wie es so ist am Ende des Jahres, Du kennst es sicherlich.
Meine besten Grüße und, sollten wir uns nicht mehr lesen, eine gesegnete Weihnachten und ein paar wunderbare Tage für Dich.
Liebe Grüße
Björn :)
Lieber Björn, es stimmt was du schreibst, so wie dir, geht es auch mir. Ich kommentiere auch nicht zu viel, aber meistens gehe ich auf die Seiten, um die Berichte und Fotos anzuschauen.
LöschenIch wünsche dir auch schon ein schönes Weihnachtsfest und viel Ruhe, um zu entspannen. Ganz liebe Grüße, sende ich dir.
Herzlichst Margot.
Liebe Margot,
AntwortenLöschenleider hat auch mich der vorweihnachtliche Stress gepackt und ich konnte nicht jeden Tag bei dir vorbei schauen. Ich möchte Dir jedoch sagen, dass ich immer gerne die Geschichten lese, die Du für uns heraus suchst. Deshalb komme ich auch immer wieder, nur manchmal fehlt die Zeit zum Kommentieren.
Ich wünsche Dir ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest. Mache es Dir gemütlich und genieße die weihnachtliche Stille und Ruhe.
LG
Astrid
Liebe Astrid, du musst nicht immer kommentieren, ich weiß, du bist da. Es ist ein schönes Gefühl. Danke für alle Kommentare der vergangenen Zeit.
LöschenEin wunderschönes Weihnachtsfest mit deiner Familie, wünsche ich dir. Möge Ruhe und Frieden herrschen.
Liebe Grüße sende ich dir, herzlichst Margot.