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Dienstag, 24. November 2015

Wie man Korruption begegnet

Egal welche Zeitung ich aufschlage, natürlich am Computer, lese ich von Korruption. Darf ich ehrlich sein, ich verstehe es nicht, wie man diese Korruption macht. Eigentlich möchte ich es auch nicht wissen. Nur frage ich mich, gibt es denn keine ehrlichen Menschen mehr? 
Eine Geschichte darüber habe ich gelesen, aber es ist ein anderes Jahrhundert wo es geschehen ist, und sie bekamen, die Fordernden, was sie verdient haben. Würde es diese Strafe noch heute geben, Schläge, würde es nicht mehr so viele korrupte Menschen geben. Es wäre ein Segen für die Menschheit ... 

Wie man Korruption begegnet


In früherer Zeit, als die Bauern bei den Fürsten und Adligen noch Frondienste tun mussten, begab es sich einmal, dass ein Landmann aus Stöcken bei Wolfenbüttel beim Ausfischen des vormals großen Teiches zwischen Wolfenbüttel und Fünnelse helfen musste. Bei dieser Gelegenheit brachte er einen mehr als sieben Fuß langen Hecht auf die Seite und warf ihn in einen Wasserkolk, um ihn am andern Morgen zu holen und heimlich zu verkaufen. 

Da er aber mit seinem Sacke hinkam, siehe, da hatte sich Reineke der Fuchs aus dem Trammer Holze herangeschlichen, um den Hecht für sich zu fischen. Der Hecht aber hatte unrecht verstanden, das Fell des Fuchses erfasst und sich so darin verbissen, dass beide nicht auseinander konnten und sich kopfüber, kopfunter in dem Kolk herumwälzten. Was war da zu tun? Der Bauer steckte sie beide in den Sack, band ihn zu und marschierte damit in die Stadt, dem fürstlichen Schlosse zu. 
Hier bemerkte er an dem offenen Fenster, dass der Herzog schon aufgestanden war und ging mit seinem Sacke auf dem Rücken der Zugbrücke zu. Als er in den Schlosshof treten wolle, rief ihm die Schildwache zu: „Bauer, wo willst du hin?“ – „Zum Herzoge.“ – „Was willst du da?“ – „Das soll mein gnädigster Herr zuerst wissen.“ – „Du bekommst wohl ein Trinkgeld?“ – „Ich hoffe, ja.“ – „Ich lasse dich nicht durch, wenn du mir nicht die Hälfte abgibst.“ – „Nun ja denn.“ Der Bauer musste der Schildwachse die Hand darauf geben. 
Nun musste er über den Schlosshof und wollte in die Hofpforte treten. Da rief ihm der Hofbeamte zu: „Bauer, wo will dich denn der Teufel hinfahren?“ – „Zum Herzoge.“ – „Du bleibst hier!“ – „So lass mich doch, ich will meinem gnädigen Herrn etwas zeigen.“ – „Was ist denn das?“ – „Das darf keiner vorher wissen.“ – „So bleibst du eben hier oder ich lasse dich gleich in die Wache sperren!“ Der Bauer flehte und flehte und musste dem Hofbeamten auch die Hälfte des Trinkgeldes versprechen. 
Endlich kam der Bauer in das Schloss. Als er die Treppe hinaufstieg, trat ihm der Kammerdiener entgegen und wollte ihn durchaus nicht zum Herzog lassen. Auch ihm musste er die Hälfte des Trinkgeldes versprechen. Da ließ ihn der Kammerdiener durch, und jetzt trat er beim Herzoge ein, tat seinen Sack auf und schüttete den Fuchs und den Hecht auf den Fußboden, die da von Neuem sich herumwälzten und mehrmals überschlugen. 
Der Fürst konnte sich vor Lachen kaum halten, denn er war ein Freund von schnurrigen Sachen, und bot dem Bauern eine gute Belohnung an. Aber dieser sagte: „Gnädiger Herr, das kann mir alles nichts helfen. Geben Sie mir lieber eine Tracht Schläge, die ich auch verdient habe, weil ich den Hecht stehlen wollte. Und was das Schlimmste ist, ich kann doch nicht drei Hälften aus einem Ganzen machen.“ 
„Was sagst du?“, fragte der Fürst, und der Bauer erzählte nun die ganze Sache. „Da“, lachte der Herzog und hieb ihn mit seinem Spanischen Rohr ganz gehörig über den Rücken und sagte, „hier nimm mein Rohr und teile den andern das Ihrige zu. Es schadet gar nichts, wenn es bei ihnen auch ein wenig fester kommt, du brauchst nicht so genau zu zählen. Und dann bring mir das Rohr wieder!“
Der Bauer tat nach des Herzogs Befehl und ging aus der Stube auf den Vorsaal, wo ihm der Kammerdiener mit ausgestreckter Hand begegnete. „Nun, was hast du bekommen?,“ fragte dieser. „Dies!“, sagte der Bauer und schwang das Rohr. Und der Lakai fing
jämmerlich an zu schreien. Aber der Fürst trat hinzu und sagte: „Er teilt richtig!“ Und der Bauer musste fortfahren und der Lakai musste stillhalten, bis der Herzog sagte: „Nun ist‘s genug!“ 
An der Treppe stand nun der Hofbeamte und hielt seine Hand auf. Der Fürst blieb ein wenig zurück, als der Bauer hinabstieg. „Nun, was hast du bekommen? Flunkere mir nichts vor!“ Da hieb ihn der Bauer mit der Rohr und rief: „Dies ist mein Trinkgeld gewesen.“ Der Hofbeamte wollte um Hilfe rufen, aber da stand der Herzog hinter ihm und sagte: „Er teilt richtig.“ Und der Bauer musste schlagen, bis der Herzog sagte: „Jetzt ist‘s genug!“ 
Nun ging der Bauer auf die Schildwache zu. Aber das wäre eine schlimme Sache gewesen, den mit dem Stocke anzutasten, denn der hätte den Bauern ja mit dem Spieße durchbohren können, ehe der Herzog ihm helfen konnte. Deshalb winkte er ihn zur Seite und bedeutete ihm, er möchte erst seinen Spieß in das Schilderhaus setzen, und nun ging das Teilen los. Da wollte der Soldat den Bauern bei den Ohren fassen, aber der Fürst rief: „Er teilt richtig!“ 
Und das war noch nicht alles. Der Lakai kam ins Gefängnis, der Hofbeamte wurde fortgejagt und die Schildwache kriegte noch mehr Schläge und ward über die Grenze gebracht. Aber der Bauersmann bekam ein gut Stück Geld vom Herzoge, musste aber geloben, nie wieder Fische zu fangen.


Kommentare:

  1. Hallo Margot,

    die halbe Welt ist wohl korrupt, zumindest erscheint es mir so. Überall "jagen" Menschen nach ihrem Vorteil und ich glaube in keinem Land der Welt gibt es hiervon eine Ausnahme.

    Halten tue ich davon allerdings gar nichts und nein, ich bin auch nicht korrupt :)

    Liebe Grüße
    Björn :)

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    1. Lieber Björn, ich gebe dir in allem was du geschrieben hast, Recht.
      Die Welt scheint nur noch aus Korruption zu bestehen. Es ist traurig ...

      Einen schönen Abend und liebe Grüße, Margot.

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