Heute kommen wieder 2 nette Geschichten zur Kenntnis. Die eine Geschichte ist von Ludwig Auerbach, die andere Geschichte ein Volksschwank. Beide Geschichten machen Spaß sie zu lesen.
Die Hasenjagd
Ludwig Auerbacher
Zeichnung: Hans von Volkmann
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Bück dich, Mann
Volksschwank
Der Herr Pastor hatte in seinem Garten einen Birnbaum, der hing voll schöner reifer Früchte, die am Montag abgenommen werden sollen. Als nun der geistliche Herr am Sonntag früh einen Gang durch sein Gärtlein machen will, um noch ein wenig an der Predigt zu lernen, sieh an, da hat jemand über Nacht an den Birnen Gefallen gefunden; der Baum ist rein abgepflückt bis auf eine einzige Birne. Da hatte es nun mit dem Lernen der Predigt seine Schwierigkeit, aber der Pfarrer denkt: Wartet ihr! steckt die letzte Birne in die Tasche und begibt sich nach der Kirche. Als er nun auf dem Predigtstuhl steht, hält er eine schöne Ansprache, die seiner Gemeinde so recht erbaulich zu Herzen geht. Auf einmal kommt er aber auf den Diebstahl zu sprechen, nimmt die Birne in die Hand und ruft: »Wehe dem, der heute nacht meinen Birnbaum geplündert hat, der Spitzbube, ich kenne ihn genau! Dem werfe ich jetzt die Birne an den Kopf!« Als der streitbare Pfarrherr nun mit dem Arm ausholt, da ruft eine Frau aus der andächtigen Menge ihrem Manne halblaut zu: »Bück' dich, Mann, er wirft!«
Ein wenig Heiterkeit darf auch zu Pfingsten sein.
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