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Sonntag, 14. September 2014

Leo Tolstoi - Zitate

Leo Tolstoi
... das Wetter ist heute sehr, sehr Grau und so ist auch die Politik. Im Fernsehen wird dieses Grau der Politik, in den Nachrichten übertragen. Ich höre und sehe Nachrichten und verstehe sie nicht mehr. Die Ukraine wird hochgejubelt und Klitschko, er hat ja sein Ziel, Bürgermeister von Kiew zu werden, erreicht und eine Revolution ausgelöst, aber 
die Russen und somit Putin, werden aber als Verursacher der Krise hingestellt und Maßnahmen gegen ihn ergriffen. Die westliche Welt jubelt mit Klitschko ... und ­ich, ich verstehe diese falsche Politik nicht mehr. 

Hier tritt kein Verursacherprinzip ein, weil ja Klitschko und Konsorten in die NATO möchten. Dürfen diese Staaten, einschließlich Klitschko, so eine Krise auslösen um die Welt, hoffentlich nicht, in einen Krieg rein zuziehen?


So waren meine Gedanken, als ich zu diesem Thema kam, Krieg und Frieden. Und ich schreibe einige Zitate auf, vom Autor des Buches:"Krieg und Frieden", Leo (Lew) Nikolajewitsch Graf Tolstoi, er schrieb Folgendes: 


"Die Bewegung des allgemeinen Lebens besteht nicht in der wachsenden Stärke und Zunahme des Kampfes der Wesen untereinander, sondern im Gegenteil in der Verminderung der Uneinigkeit und der Abnahme des Kampfes."


"Sobald man annimmt, das Leben der Menschheit könne durch Vernunft gelenkt und geleitet werden, macht man das Leben als solches unmöglich."


Mögen die Parsen ihre Topis tragen, die Juden ihre Philalektere, die Christen ihr Kreuz, Muselmänner ihren Halbmond, aber mögen sie alle dessen eingedenk sein, daß dies nur Formen und Embleme sind, daß aber das Grundwesen aller Religionen — die Nächstenliebe — in gleicher Weise gefordert wird von Jesus, Paulus, Manu, Zoroaster, Buddha, Moses, Hillel, Sokrates, Mohammed.


Allein im Bereich des Bewußtseins ist der Mensch frei, Bewußtsein wiederum ist nur im jeweils gegenwärtigen Augenblick möglich.



Christentum muß man nicht so sehr den Arbeitern

wie den nicht arbeitenden Herren predigen.


Das Mitleid bleibt immer dasselbe Gefühl, ob man es für einen Menschen oder für eine Fliege empfindet. Der dem Mitleid zugängliche Mensch entzieht sich in beiden Fällen dem Egoismus und erweitert dadurch die moralische Befriedigung seines Lebens.


Für uns, die wir von Christus den Maßstab des Guten und Bösen erhalten haben, gibt es nichts Unmeßbares. Und es gibt keine Größe, wo nicht Schlichtheit, Herzensgüte und Wahrhaftigkeit vorhanden ist.


Das Glück besteht nicht darin, daß du tun kannst, was du willst, sondern darin, daß du immer willst, was du tust.


Alles nimmt ein gutes Ende für den, der warten kann.


Der Widerspruch, zur eigenen Vernunft zu leben, ist der unerträglichste aller Zustände.


Mit diesem letzten Zitat von Tolstoi muss ich wieder an die falsche Politik dieser Menschen denken. Denn ich glaube, sie sind zu 99 Prozent im Widerspruch zu ihrer eigenen Vernunft.

Und auch das nachfolgende Zitat finde ich sehr interessant, besonders im Umgang dieser schweren Krise. Wo jeder das Recht für sich in Anspruch nimmt.


Wenn wir nur 0,0001 von dem ausführen, was wir für richtig halten, oder wenigstens nicht täten, was wir für falsch halten, wie bald würde sich die ganze Ordnung unseres Lebens ändern und aus einer heidnischen Ordnung eine christliche werden.

Leo (Lew) Nikolajewitsch Graf Tolstoi (1828 - 1910), 



Samstag, 13. September 2014

Du musst das Leben nicht verstehen

... heute kann ich nicht von Sonne schreiben, denn der Wind fegt über Balkonien und versucht verschiedene Dinge mitzureißen. Die Gießkanne hat er geschafft und vom Tisch gefegt. Zum Glück war kein Wasser in der Kanne, ansonsten hätte ich mir eine Beschwerde von meinem Vermieter eingehandelt. Der Himmel schaut wirklich nicht freundlich, deshalb habe ich alles, was fliegen könnte, in Sicherheit gebracht. Der Regen stimmt in den Wind ein und lässt es tropfen. Eigentlich sind es schon mehr als Tropfen ... ich habe eine eigenartige Stimmung und ich denke ...





EIN SEPTEMBER

von Annegret Kronenberg

All das Schöne, das Erquickende,
die bunte Blumenpracht
sind schon wieder vorbei.
Ungestüm reißt der Sturm
alles, was er fassen kann,
zu Boden und zerstört es.
Überall ausgerissene Bäume
und umgeknickte Blumen.
Dabei hatten sich alle den
Übergang etwas weicher vorgestellt.
Einen sonnigen Altweibersommer
mit leuchtenden Früchten,
die sich nach Ernte sehnen.
Vielleicht wird uns noch ein
goldener Oktober geschenkt.




NIE VERGESSEN

von Annegret Kronenberg

Jetzt sind wir alt geworden,
auch ein wenig gebrechlich
und sehr vergesslich.
Gemeinsam meistern wir
noch Vieles, wenn auch nicht
mehr so exakt wie früher.
Du hast aber nie vergessen,
mir hin und wieder eine Rose
zu schenken – zur Erinnerung.





Der Birnenschmaus

So komm, du lieber Sonnenschein,
Lass unsre Birnen gut gedeih'n!
Und wenn sie gelb geworden sind,
Dann komm und wehe, lieber Wind!
Komm, Wind, und schüttle jeden Ast
Und lad' uns alle samt zu Gast!
Dann eilen wir zum Haus hinaus
Und halten einen Birnenschmaus.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben 




Blätterfall 

Leise, windverwehte Lieder, 
mögt ihr fallen in den Sand! 
Blätter seid ihr eines Baumes, 
welcher nie in Blüte stand. 

Welke, windverwehte Blätter, 
Boten, naher Winterruh, 
fallet sacht!… ihr deckt die Gräber 
mancher toten Hoffnung zu.

Heinrich Leuthold


Meine Gedanken sind melancholisch, ich habe von verschiedenen Seiten keine gute Nachrichten gehört, sie muss ich wohl verdauen. Und ich denke an dieses Gedicht ...





Du musst das Leben nicht verstehen

Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen
von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken lässt.
Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.

Rainer Maria Rilke


Marcel André Briefs, möchte ich herzlichst auf meinen Seiten begrüßen. Es würde mich freuen, wenn du dich hier wohlfühlst, Marcel.


Freitag, 12. September 2014

Der greise Kopf

... heute kann ich nicht schreiben, die Sonne lacht. Heute kann ich nur schreiben, der Himmel lacht nur zeitweise, denn der Regen unterbricht laufend den Sonnenschein. Doch ich kann mich nicht einmal über ihn ärgern, ich spare mir dadurch einen Weg zum Friedhof. Ich müsste auch dort Blumen giessen. So hat eben alles einen Vorteil, besonders wenn man nicht gehen möchte. Besser gesagt, die Beine möchten nicht mehr so, wie ich es möchte. Ha, ansonsten ... :-)

Da fällt mir doch ein Gedicht von Wilhelm Müller ein ...




Der greise Kopf

Der Reif hatt einen weißen Schein
Mir übers Haar gestreuet.
Da meint ich schon ein Greis zu sein,
Und hab mich sehr gefreuet.

Doch bald ist er hinweggetaut,
Hab wieder schwarze Haare,
Daß mir's vor meiner Jugend graut –
Wie weit noch bis zur Bahre!

Vom Abendrot zum Morgenlicht
Ward mancher Kopf zum Greise.
Wer glaubt's? Und meiner ward es nicht
Auf dieser ganzen Reise!

Wilhelm Müller
1794-1827


Im Dorfe

Es bellen die Hunde, es rasseln die Ketten.
Die Menschen schnarchen in ihren Betten,
Träumen sich manches, was sie nicht haben,
Tun sich im Guten und Argen erlaben:
Und morgen früh ist alles zerflossen. –
Je nun, sie haben ihr Teil genossen,
Und hoffen, was sie noch übrig ließen,
Doch wieder zu finden auf ihren Kissen.

Bellt mich nur fort, ihr wachen Hunde,
Laßt mich nicht ruhn in der Schlummerstunde!
Ich bin zu Ende mit allen Träumen –
Was will ich unter den Schläfern säumen?

Wilhelm Müller
1794-1827


Was ich persönlich als schön empfinde, er schrieb den Text für die Lieder,
»Der Lindenbaum«, »Das Wandern ist des Müllers Lust«. Diese Lieder haben wir in der Schule sehr gerne gesungen. Franz Schubert hat diesen schönen Liedern seine Stimme gegeben, er hat sie vertont. 



Der Lindenbaum

Am Brunnen vor dem Tore
Da steht ein Lindenbaum:
Ich träumt in seinem Schatten
So manchen süßen Traum.

Ich schnitt in seine Rinde
So manches liebe Wort;
Es zog in Freud und Leide
Zu ihm mich immerfort.

Ich mußt auch heute wandern
Vorbei in tiefer Nacht,
Da hab ich noch im Dunkel
Die Augen zugemacht.

Und seine Zweige rauschten,
Als riefen sie mir zu:
»Komm her zu mir, Geselle,
Hier findst du deine Ruh!«

Die kalten Winde bliesen
Mir grad ins Angesicht,
Der Hut flog mir vom Kopfe,
Ich wendete mich nicht.

Nun bin ich manche Stunde
Entfernt von jenem Ort,
Und immer hör ich's rauschen:
Du fändest Ruhe dort!

Wilhelm Müller


Nun hab ich´s aufgeschrieben,
das Lied und noch viel mehr, 
nun werde ich´s beenden,
 ich freu mich drüber sehr.
M.J. 


Donnerstag, 11. September 2014

Von der Stadtmaus und der Feldmaus

Der Sommer, der vergeht, ist wie ein Freund, der uns Lebewohl sagt.

Victor Marie Hugo (1802 - 1885 


An dieses schöne Zitat musste ich heute, beim Betrachten des herrlichen Wetters, denken. Und auch an die Worte einer lieben Bloggerin an mich, sie schrieb: 
"Wirklich schön hast Du Dir Dein Balkonien eingerichtet. Mit all dieser Blumenpracht mag man den Sommer gar nicht loslassen." Darf ich etwas sagen, sie hat recht. Je älter ich werde, umso mehr Freude habe ich an meinen Pflanzen. Doch heute möchte ich nicht von den Pflanzen sprechen, sondern eine Fabel erzählen ...



Von der Stadtmaus und der Feldmaus

Eine Stadtmaus ging spazieren und kam zu einer Feldmaus. Die tat sich gütlich an Eicheln, Gersten, Nüssen und woran sie konnte.

Aber die Stadtmaus sprach: »Was willst du hier in Armut leben! Komm mit mir, ich will dir und mir genug schaffen von allerlei köstlicher Speise.«

Die Feldmaus zog mit ihr hin in ein herrlich schönes Haus, darin die Stadtmaus wohnte, und sie gingen in die Kammern, die voll waren von Fleisch, Speck, Würsten, Brot, Käse und allem. Da sprach die Stadtmaus: »Nun iss und sei guter Dinge. Solcher Speise habe ich täglich im Überfluss.«

Da kam der Kellner und rumpelte mit den Schlüsseln an der Tür. Die Mäuse erschraken und liefen davon. Die Stadtmaus fand bald ihr Loch, aber die Feldmaus wusste nirgends hin, lief die Wand auf und ab und gab schon ihr Leben verloren.

Da der Kellner wieder hinaus war, sprach die Stadtmaus: »Es hat nun keine Not, lass uns guter Dinge sein.«

Die Feldmaus antwortete: »Du hast gut reden, du wusstest dein Loch fein zu treffen, derweil bin ich schier vor Angst gestorben. Ich will dir sagen, was meine Meinung ist: bleib du eine Stadtmaus und friss Würste und Speck, ich will ein armes Feldmäuslein bleiben und meine Eicheln essen. Du bist keinen Augenblick sicher vor dem Kellner, vor den Katzen, vor so vielen Mäusefallen, und das ganze Haus ist dir feind. Von alldem bin ich frei und bin sicher in meinem armen Feldlöchlein.«

Wer reich ist, hat viel Sorge.

von Martin Luther


Diese Fabel hat Martin Luther sicherlich als Gleichnis gesetzt, denn ich fühle mich auch als eine Feldmaus. Mich umgibt kein Reichtum trotzdem ich Wurst, Speck und andere Köstlichkeiten zu mir nehme. Doch nach Gold, Perlen und anderen Reichtum, habe ich kein Verlangen, nie gehabt. Ich lebe genügsam, bescheiden und ohne Angst. Ich liebe meine Ruhe ... wie es die Feldmaus sagte, und ich liebe meine Freiheit.




"Besser arm und frei, denn ein voller Kragen und eine goldene Kette um den Hals."




Mittwoch, 10. September 2014

Hab Dank, du lieber Wind!

... wie schön sind zurzeit die September-Tage. Erst Nebel, danach setzt sich die Sonne durch und sie scheint den ganzen Tag. Ich fühle mich wohl und habe ein Grinsen auf dem Herzen, was man auch in meinem Gesicht sehen kann. Zum Plaudern habe ich niemanden, aber ich erzähle mir selber Geschichten. Das finde ich in Ordnung und sogar sehr gut, es kann mir niemand widersprechen. :-) Dazu gehört, selbstverständlich, mein Internet-Rundgang, er bringt mir so viel Neues. Und wenn ich etwas finde, was auch den anderen Leser/innen gefällt, gefallen könnte, bin ich sehr zufrieden. Also, nun denn ...




Wenn die Blätter gelblich werden

Wenn die Blätter gelblich werden
Und der kühle Wind sie bricht
Schwach und schwächer stets auf Erden
Nieder strahlt der Sonne Licht:

Hören auch die Herzen wieder
Auf des Wechsels ewigen Ruf
Blumen, Blätter sinken nieder
Die der Lenz in ihnen schuf.

Was zu Hoffnung und zu Wonne
Weckte Sommer-Sonnenstrahl
Schwindet vor der Wintersonne
Und wir trauern kalt und kahl.

Stefan George (1868-1933)




Hab Dank, du lieber Wind!

Ich bin in den Garten gegangen
und mag nicht wieder hinaus. 
Die goldigen Äpfel prangen
mit ihren roten Wangen
und laden ein zum Schmaus. 
Wie ist es anzufangen? 
Sie sind mir zu hoch und fern. 
Ich sehe sie hangen und prangen
und kann sie nicht erlangen
und hätte doch einen gern! 
Da kommt der Wind aus dem Westen
und schüttelt den Baum geschwind
und weht herab von den Ästen
den allerschönsten und besten. 
Hab Dank, du lieber Wind!

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben




In trauter Verborgenheit

Ade, ihr Sommertage, 
Wie seid ihr so schnell enteilt, 
Gar mancherlei Lust und Plage
Habt ihr uns zugeteilt.

Wohl war es ein Entzücken, 
Zu wandeln im Sonnenschein,
Nur die verflixten Mücken
Mischten sich immer darein.

Und wenn wir auf Waldeswegen
Dem Sange der Vögel gelauscht,
Dann kam natürlich ein Regen
Auf uns hernieder gerauscht.
Die lustigen Sänger haben
Nach Süden sich aufgemacht, 
Bei Tage krächzen die Raben, 
Die Käuze schreien bei Nacht.

Was ist das für ein Gesause!
Es stürmt bereits und schneit.
Da bleiben wir zwei zu Hause
In trauter Verborgenheit.

Kein Wetter kann uns verdrießen. 
Mein Liebchen, ich und du, 
Wir halten uns warm und schließen
Hübsch feste die Türen zu. 

Wilhelm Busch (1832-1908)


Wilhelm Busch schreibt in diesem Gedicht schon von Sturm und Schnee. Meine Hoffnung besteht darin, dass dieses Wetter noch sehr lange auf sich warten lässt. Ich erwarte erst einen wunderschönen Herbst.


Dienstag, 9. September 2014

Die Sonne strahlt im Spätsommer ...

Es ist ein wunderschöner Tag, die Sonne strahlt und ich gieße meine Blumen. Die Luft ist herrlich warm und ich freue mich, dass mein Balkon nicht in der Sonne liegt. So habe ich am späten Nachmittag noch eine angenehme Kaffee-Zeit. Beim Gießen sehe ich jetzt, an meinen Blumen, noch viele Knospen. Und ich muss sagen, am Küchenfenster finde ich die Blüten am schönsten. 





Als ich jetzt nun am Fotografieren war, habe ich noch zwei, drei andere Aufnahmen von meinen Blumen auf Balkonien gemacht. Es werden vielleicht die Letzten sein und ich muss sie bis zum nächsten Jahr, wenigstens als Foto, mitnehmen.







Wenn ich die Blumen genau betrachte, stelle ich fest, der Mehltau auf den Rosen ist nicht weniger geworden. Somit wohl auch zeit aufs nächste Jahr zu warten.










Heute werde ich mit diesem sommerlichen Ausflug auch meinen Beitrag beenden. Und beende ihn mit folgendem Zitat ...


Sollst nicht murren, sollst nicht schelten,
wenn die Sommerzeit vergeht;
Denn es ist das Los der Welten,
alles kommt und alles geht.

Wilhelm Müller (1794 - 1827)




Montag, 8. September 2014

Liebeswerk des Sommers

Es ist wieder ein Tag, um meiner Freude schriftlich Ausdruck zu geben. Ein milder Spätsommer oder auch Herbsttag umgibt mich. Mein Wohlfühlgefühl umgarnt mich und lullt mich zum Träumen ein. In den Liegestuhl auf dem Balkon habe ich mich fallen lassen, die Luft ist ja mild und meine Gedanken gehen wandern. Zuerst besuche ich die Dichterin Annegret Kronenberg, www.gedichte-garten.de, ihre aufgeschriebenen Zeilen klingen wie Gedichte, die in die Welt möchten. Ich gebe ihnen auch diesen Weg, sie haben es verdient ...


Festung Königstein - Christian Auspurg

WIEDER SO EIN HERBSTTAG, DEN MAN GENIEßEN MUSS

von Annegret Kronenberg


Ein strahlend blauer Herbsthimmel.
Schmeichelnd spielt die Sonne
mit den bunten Blättern am Baum.
Vorsichtig pflückt der leichte Wind
das rote Weinlaub und lässt es
sacht zu Boden gleiten.
Übermütig  hängen die Spatzen
sich an wippende Jasminzweige
und genießen ein warmes Sonnenbad.
Die letzten Rosen strecken sich stolz
dem Sonnenlicht entgegen.
Ach, dürfte es noch ein paar
solcher herrlichen Sonnengeschenke geben,
bevor die eiskalte Hand des Frostes
diese schönen Anblicke zerstört.


September-Oberstdorf

LIEBESWERK DES SOMMERS

von Annegret Kronenberg


 Viel zu früh hat der Sommer
sein Zepter aus der Hand gelegt.
Es beginnt schon zu herbsteln,
dabei hätten wir noch gerne etwas
glühende Sommersonne genossen.
In der Frühe steigt aus den Wiesen
schon der weiße Nebel auf.
An geschützten Stellen, die der
Sommeratem noch berührt,
warten erntereif schon
die goldenen Früchte.
Der Wein braucht noch dringend
ein paar kräftige Sommeratemzüge
um zur vollen Süße zu gelangen.
Vielleicht tritt der Herbst mit
mildem Wirken ein, und vollendet
das Liebeswerk des Sommers.




LÄNGST VERGANGEN

von Annegret Kronenberg


Sehnsucht nach
der längst vergangen
Kinderzeit.
Leider passen im Alter
die dazugehörenden
Kinderschuhe nicht mehr.



Die Kinderschuhe passen nicht mehr, aber man darf noch wie ein Kind träumen. Diese Zeit geht zwar in Sekunden an einem vorbei. 
Was aber das Schöne an dieser Träumerei ist, wir können sie immer und immer wieder aus der Vergangenheit hervorholen. So wird die Vergangenheit eine geträumte Wirklichkeit. Was, gemessen an der Wirklichkeit, sehr schön ist.


Sonntag, 7. September 2014

Jupiter und das Schaf

Heute war ein Tag wie man sich den Herbst vorstellt. Am frühen Morgen war kräftiger Nebel und hüllte Haus und Bäume in ein Vergessen ein. Ich sah nicht einmal mehr, die gegenüberliegende Hauswand. Doch nach ein paar Stunden, zerfloss der Nebel in einen herrlichen Sonnenschein, der den ganzen Tag anhielt. Was für eine Freude für mich, denn ich musste zum Einkauf um das Wochenende nicht zu hungern. Diesen Weg ging ich mit freudigem Schritt, um mich im Anschluss daran, einer Fabel zuzuwenden. Sie war diesem Tag angebracht ...



Jupiter und das Schaf

Ein Schafweibchen lebte in einer spärlich bewachsenen Gebirgsgegend. Es musste viel von anderen Tieren erleiden und war ständig auf der Flucht vor Feinden. Ein Adler kreiste oft über diesem Gebiet, und das Schafweibchen war
gezwungen, immer wieder ihr kleines Schäfchen zu verstecken. Auch musste es Acht geben, dass der Wolf es nicht entdeckte, denn dieser strolchte auf dem dicht bebuschten Nachbarhügel herum. Außerdem war es wirklich ein Wunder, dass der Bär aus der waldigen Schlucht unter ihm es und sein Kind mit seinen riesigen Pranken noch nicht erwischt hatte.

An einem Sonntag beschloss das Schaf, zum Himmelsgott zu wandern und ihn um Hilfe zu bitten. Demütig trat es vor Jupiter und schilderte ihm sein Leid. »Ich sehe wohl, mein frommes Geschöpf, dass ich dich allzu schutzlos geschaffen habe«, sprach der Gott freundlich, »darum will ich dir auch helfen. Aber du musst selber wählen, was für eine Waffe ich dir zu deiner Verteidigung geben soll. Willst du vielleicht, dass ich dein Gebiss mit scharfen Fang- und Reißzähnen ausrüste und deine Füße mit spitzen Krallen bewaffne?«

Das Schaf schauderte. »O nein, gütiger Vater, ich möchte mit den wilden, mörderischen Raubtieren nichts gemein haben.«

»Soll ich deinen Mund mit Giftwerkzeugen wappnen?« Das Schaf wich bei dieser Vorstellung einen Schritt zurück. »Bitte nicht, gnädiger Herrscher, die Giftnattern werden ja überall so sehr gehasst.«

»Nun, was willst du dann haben?« fragte Jupiter geduldig. »Ich könnte Hörner auf deine Stirn pflanzen, würde dir das gefallen?«

»Auch das bitte nicht«, wehrte das Schaf schüchtern ab, »mit meinem Gehörn könnte ich so streitsüchtig oder gewalttätig werden wie ein Bock.«

»Mein liebes Schaf«, belehrte Jupiter sein sanftmütiges Geschöpf, »wenn du willst, dass andere dir keinen Schaden zufügen, so musst du Gezwungenerweise selber schaden können.«

»Muss ich das?« seufzte das Schaf und wurde nachdenklich. Nach einer Weile
sagte es: »Gütiger Vater, lass mich doch lieber so sein, wie ich bin. Ich fürchte, dass ich die Waffen nicht nur zur Verteidigung gebrauchen würde, sondern dass mit der Kraft und den Waffen zugleich auch die Lust zum Angriff erwacht.«

Jupiter warf einen liebevollen Blick auf das Schaf, und es trabte in das Gebirge zurück. Von dieser Stunde an klagte das Schaf nie mehr über sein Schicksal.

Gotthold Ephraim Lessing Europa - Mitteleuropa - Deutschland



Weil der Tag heute so herrlich war, möchte ich noch ein Gedicht über das Erntefest aufschreiben.




Erntefest


Wagen auf Wagen schwankte herein,
Scheune und Böden wurden zu klein:
Danket dem Herrn und preist seine Macht,
glücklich ist wieder die Ernte vollbracht.

Hoch auf der Fichte flattert der Kranz,
Geigen und Brummbass laden zum Tanz;
leicht wird das Leben trotz Mühe und Plag,
krönet die Arbeit ein festlicher Tag.

Seht ihr der Kinder fröhliche Schar,
blühende Wangen, goldlockiges Haar?
hört ihr sie jubeln? O liebliches Los,
fällt ihnen reif doch die Frucht in den Schoß!

Wir aber furchen, den Pflug in der Hand,
morgen geschäftig aufs neue das Land;
ewig ja reiht, nach des Ewigen Rat,
Saat sich an Ernte und Ernte an Saat.

Julius Sturm (1816-1886)


                                                                   Herzlichst Margot