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Samstag, 10. Oktober 2015

Süße Sprüche I

Süße Sprüche - sind heute angesagt, doch wie sind sie in der Regel, süße Sprüche, so, wie folgende ?


Manche Menschen lassen sich vom Wind treiben. Andere ärgern sich einfach nur über den Sturm.

Ich bin das Zentrum Deines Universums. Du darfst mich gerne ein paar Lichtjahre lang umkreisen.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wozu die jungen Leute alle so  ein Zungenpiercing brauchen. Befestigen die daran etwas?

Asiatinnen tun alles, um ihr Gesicht zu wahren. Amerikanerinnen kaufen sich einfach ein neues.

Lieber mit Helene Fischer atemlos durch die Nacht als mit mir selbst allein und keuchend auf dem Laufband.

Anzeige im Tageblatt: Frau von Welt sucht Mann mit Geld. Plan B: Ich nehme auch nur das Geld.

Wer grün hinter den Ohren ist, hat es vielleicht mit dem Verzehr von Spirulina-Algen übertrieben.
Dumm gelaufen ist es, wenn Du in einem Seitensprungportal unter einem Nickname mit Deinem eigenen Mann flirtest, ohne es zu wissen.

Ich versteh nicht, warum viele Politiker so dick sind, wo sie doch ständig Diäten kriegen.


Ein Pfeifkonzert ist, wenn Pfeifen in aller Öffentlichkeit mit Pauken und Trompeten untergehen.

Altersarme Veganer sollten aus ethischen Gründen auch auf Hundekuchen verzichten.

Schreite tapfer und mutig in die Volljährigkeit. Die Welt braucht Helden.

Anforderungen für eine leitende Position: Sprüche klopfen, wichtig Aussehen und andere den Job machen lassen.

Wer als Chef will, dass seine 20 Mitarbeiter pünktlich sind, der stellt ihnen nur 15 Parkplätze zur Verfügung.


Unser Büro ist ein gefährlicher Ort. Eine sichere und arbeitsfreie Zone ist nur das Büro vom Chef.

Überschreiten Sie nicht Ihre Kompetenzen – loben Sie nie  Ihren Chef!

Ein Chef kümmert sich um alles – sogar die unfertigen Mitarbeiter werden fertig gemacht.


Wenn Chuck Norris in den Himmel schaut, fangen die Wolken an zu schwitzen, manche nennen es auch Regen.

Chuck Norris liest keine Bücher: Er starrt sie so lange an, bis sie ihm freiwillig sagen was er wissen will.

Chuck Norris ging mit Jim Beam, Johnnie Walker und Jack Daniels zur Schule.

Chuck Norris kann eine Drehtür zuschlagen.

Was ist der Unterschied zwischen Chuck Norris und Gott? Gott kennt Gnade.

Es gibt feindliche Aliens. Sie warten nur bis Chuck Norris gestorben ist, damit sie angreifen können.



Zwei Knaben gaben sich einen Kuss,

der eine, der hieß Julius,
der andere hieß Gretchen,
ich glaub', das war ein Mädchen.




Freitag, 9. Oktober 2015

Keine Gunst dem blauen Dunst

Frauen rauchen auch in der Öffentlichkeit, schon seit einigen Jahren in unserem Land. Nein, mir gefällt dieses Verhalten nicht, trotzdem ich eine Frau bin und Emanzipation als gut empfinde, aber Rauchen? In der Öffentlichkeit? Da fällt mir ein Wort ein, was ich vor langer Zeit über diese Frauen hörte, man sagte, sie sehen aus wie "Flintenweiber". Die Bedeutung habe ich erst jetzt gesucht, und folgendes gefunden:

1. eine Soldatin; Frau, die eine Waffe trägt 
2. eine durchsetzungsfähige / machtbewusste / rigorose / rabiate / rücksichtslose Frau

Nein, das kann ich wirklich nicht sagen, dass ich diese Frauen so einstufe, aber es gefällt mir nicht, dass sie "Rauchen" in der Öffentlichkeit, außerdem ist Rauchen ungesund. Dies ist eine Bemerkung von mir, um mich für so eine Denkweise zu entschuldigen.

Klaus Pfautner schrieb eine nette Geschichte über rauchende Frauen, und meinte es wohl ernst.


Keine Gunst dem blauen Dunst


Lang ist es her, da wollte ich Liedermacher werden. Ich dichtete einen Text gegen das Rauchen, der ging etwa so:

Deine Wände von Nikotin gelb,
das neue Tischtuch von Altbier besudelt,
nach Aschenbecher schmeckt dein Kuss,
Liebste, ich fürchte, dass ich dich verlassen muss. usw.

Dieses bahnbrechende Werk fand keinen würdigen Komponisten, deshalb gab ich die angepeilte Karriere auf. Einem jungen Menschen stehen alle Türen offen, da suchte ich eben eine andere.

Der Anlass, warum ich überhaupt ein Poet werden wollte, war - aus heutiger Sicht - simpel: Auf dem alten Markt in Unna traf ich zufällig eine junge, hübsche Kollegin, die ich schon früher heimlich und nur für mich in die engere Wahl meiner potenziellen Lebensabschnittpartnerinnen aufnahm. Und dieses bezaubernde Geschöpf, stellen Sie sich das einmal vor, hatte eine Zigarette im rechten Mundwinkel!

Sie paffte!
Sie paffte! Vor all den Leuten in der Öffentlichkeit! Dieses Bild regt Sie nicht auf? Freilich, heute stört es niemanden mehr besonders. Sie muss sich recht cool vorgekommen sein, etwa wie George Sand, als sie sich im Herrenanzug auf die Pariser Prachtstraßen wagte.

Die rauchende Tussi strich ich sofort aus meinem Verzeichnis. Sie ärgerte sich kaum, offenbar registrierte sie es gar nicht. Es waren eben andere Zeiten.

Emanzipation und Gleichberechtigung, das waren damals aktuelle Schlagwörter. Sonst lief doch alles gut, wir hatten Beckenbauer und den Gerd Müller, der Klimawechsel war noch nicht erfunden, die Grünen, das waren die aus Bremen, glaube ich, mit denen wurden die Schwarzgelben spielend fertig.

Wie gesagt, die Zeiten haben sich geändert, die Alten sagen das immer, nicht zum Besseren. Sehe ich heute jemanden auf der Straße rauchen, so ist es garantiert eine Frau. Oder eine, die es erst noch werden will. Mutige Amazonen, ohne Furcht vor Lungenkrebs. Sie haben ihre Gleichberechtigung erreicht. Oder? Haben wir Männer ihnen listig eine unserer Schwächen untergejubelt?

Es sieht so aus, als hätten die Männer im Kampf der Geschlechter diesmal eine Runde gewonnen.

Leider wurde dadurch die Welt um keinen Deut schöner...


Herzlichst Margot.

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Die Fahrt

Mein Blick aus dem Fenster zeigt mir etwas Sonne, bei geschlossenem Himmel an, und wenn ich auf die Bäume vor meinem Fenster schaue, deren Blätter sich leise bewegen, könnte ich jedes Mal in eine Träumerei versinken. So ist es auch heute ... ich sehe mich am Bahnhof und denke an eine gelesene Geschichte, die ich hier an euch, jetzt weitergeben möchte.


Die Fahrt
Besinnliche Geschichte zum Nachdenken

Wie so oft in den letzten Monaten stand sie am Bahnsteig Nr.4, die vermutlich eiskalten Hände heute tief in den Taschen des braunen Ledermantels vergraben.

Es war verflucht kalt geworden in den letzten Tagen. Den hellen Wollschal über Mund und Nase gezogen stand sie da und schaute dem einfahrenden Zug entgegen. Das metallische Quietschen der Bremsen war höllisch laut, doch sie
schien es nicht zu bemerken. Wie immer wirkte sie, als wäre sie in einem Tagtraum gefangen, könne nicht heraus. Der Zug hielt endlich an, die Türen öffneten sich langsam und schwerfällig. Sogleich strömten in hektischer Eile die Fahrgäste heraus, sie wirkten gestresst und ungeduldig, als würden sie ihre Umgebung kaum wahrnehmen. Als der Strom der Menschen abriss, die aus dem Zug stiegen, folgte er der Unbekannten in das Großraumabteil, setzte sich ihr gegenüber. Er wusste nicht warum, er konnte sie heute nicht gehen lassen. Seine Fahrkarte war für die Gegenrichtung ausgestellt, fiel ihm jetzt ein. Egal, er konnte jetzt nicht mehr zurück. Dieses unbändige Gefühl in ihm, er müsse in ihrer Nähe bleiben, ließ seiner Vernunft keine Chance für klare Gedanken mehr. 

Auf dem Gleis gegenüber sah er den Zug abfahren, der ihn normalerweise nach Hause brachte. Noch nie hatte er eine Veränderung an ihrem Gesichtsausdruck feststellen können. Vielleicht war das der Grund, warum sie ihn so sehr faszinierte. Seit Monaten sah er sie fast täglich am Bahnhof, sie schien immer zur selben Zeit Feierabend zu haben wie er. Selbst, wenn er den Zug eine Stunde früher oder später nahm, war sie da. Und immer ging diese Anziehungskraft von ihr aus. Jedoch noch nie, und das wurde ihm jetzt erst bewusst, so stark wie heute. Er würde zu spät zum Training kommen, wusste nicht einmal, ob später noch Züge in Richtung Heimat fahren würden. Doch daran verschwendete er keinen weiteren Gedanken. Für ihn schien die Welt still zu stehen, so sehr zog sie seine Aufmerksamkeit auf sich. Ob sie wohl bemerken würde, dass er sie anstarrte? Es war ihm etwas unangenehm, doch er konnte nicht anders. Sie schaute aus dem Fenster heraus, noch immer den gleichen Gesichtsausdruck. So, als würde sie mit offenen Augen träumen, wäre gar nicht anwesend. Ihre Kleidung war etwas altmodisch, doch er schätzte sie nicht älter als 25 Jahre. Woher sie wohl kam? Ihm fiel auf, dass er gar nicht wusste, wohin dieser Zug fuhr. Die Gegend kam ihm auch völlig unbekannt vor. Nun begann er auch zu überlegen, was er denn tun sollte. Wenn er ihr nun schon folgte, dann müsste er sie zumindest auch ansprechen, oder? „Das ist unmöglich“ stöhnte er in Gedanken. Er schloss kurz die Augen, nur einen Moment. „Die Fahrscheine, bitte“ tönte es von der Tür her. Oje, jetzt flog er auf. Er öffnete die Augen und schaute zu ihr rüber. 
Sie war nicht mehr da. Verwirrt schaute er sich um, doch er konnte sie nirgends entdecken. Auf ihrem Platz saß ein älterer Herr und schaute ihn leicht amüsiert an.
„ Na, junger Mann, keinen Fahrschein dabei, was?“ schien er zu denken. Ihm wurde klar, dass er geträumt haben musste und wohl doch im richtigen Zug saß. Er zog seine Fahrkarte heraus. Der Schaffner schaute kurz darauf und sah ihn dann mit großen Augen an. „ Das hier ist nicht der Zug nach Mannheim, wir fahren nach Kassel“ hörte er den Mann in Uniform sagen. „ Da haben sie aber großes Glück gehabt, dass sie sich gerade heute vertan haben. Der Zug nach Mannheim ist vor 15 Minuten verunglückt. Man weiß noch nicht, ob es Überlebende gibt.“ Der Bahnbedienstete verließ das Abteil. Er schaute ihm stumm hinterher.

Autor: Hari




Mittwoch, 7. Oktober 2015

Der Schatz von Mallorca

Es ist Herbst und die große Urlaubszeit ist vorbei, besonders um ins Ausland zu fahren, sogar nicht nach Mallorca. Es ist, wie ich so höre, eine Urlaubsinsel der Deutschen, trotzdem ich noch nie dort anzutreffen war. Klaus Pfauter kennt wohl diese Insel und schrieb diese Geschichte, die gleichzeitig eine kleine Warnung war und ist.


Der Schatz von Mallorca

Unsere originellen Reiseberichte im Herbst-Blatt kennen Sie. Lehrreich sind sie alle und manchmal auch lustig. Uns allerdings ist jetzt etwas auf Mallorca passiert, über das nur die lachen konnten, denen wir es erzählt haben. So wie Sie vielleicht jetzt gleich.

Von einer Urlaubsreise muss man natürlich immer etwas mitbringen, nicht nur als Andenken, sondern auch beispielsweise für die liebe Schwiegertochter, die sich so rührend um unsere Pflanzen gekümmert hat. Meine Frau beschloss, dass es diesmal eine Halskette sein muss. Wer will da widersprechen, wenn sich die Damen etwas in ihre hübschen Köpfchen setzen? Im Haupt meiner Gattin spukten aber noch andere Dinge, so dass der letzte Abend vor der Abreise anbrach, das geplante Schmuckstück jedoch immer noch nicht in unserem Besitz war.

So schoben wir unsere Fahrräder in Palma durch die Fußgängerzone bis vor einen seriös anmutenden Juwelierladen. Ich blieb draußen, um die Drahtesel vor einer Entführung zu bewahren, während die kauflustige Gattin "kurz" das Geschäft betrat. Noch bevor ich Wurzeln schlagen konnte, war sie wieder draußen und wir zischten ab, es dunkelte bereits.

Im Hotel wollte sich die glückliche Schwiegermutter noch einmal das gute Stück für die Schwiegertochter ansehen, aber, wie schön, die schmucke Verpackung war zugeschweißt. Sie tastete also die Tüte ab, doch konnte sie die Kette mit dem massiven Anhänger nicht ausmachen. Nun durfte ich mal probieren. Leider merkte auch ich nichts von der voluminösen Errungenschaft. Da beschlossen wir, die hübsche Verpackung zu öffnen. Drinnen war eine Plastikkordel, eine Schnur, die man mit ein bisschen Wohlwollen als Schnürsenkel bezeichnen konnte. Sicher, manchmal benötigt man so einen, jedoch wir sind keine Snobs, die ihre Schnürsenkel beim Juwelier erstehen.

Was sollten wir tun? Morgens um sechs wurden wir abgeholt, und um acht brauste unser Flieger hoch über Palmas Fußgängerzone Richtung Heimat.

Da wollte ich wenigstens Ihnen die Geschichte zum Schmunzeln und zur Warnung anbieten.

Autor: Klaus Pfauter
Zeichnung: Klaus Pfauter

Dienstag, 6. Oktober 2015

Ehen, kurz betrachtet ...

Heute beim Einkauf sah ich verschiedene Ehepaare, hörte ihre Reden, betrachtete ihre Gesten, und machte mir meine Gedanken über diese Ehen. Ob ich richtig gelegen habe, weiß ich nicht, es hat aber Spaß gemacht und ich habe sie in die unten stehenden 5 Kategorien versucht einzuordnen. 


Die Ehe - kritisch betrachtet

Jetzt kommt wieder die Zeit, in der die Standesämter Hochkonjunktur haben. Es gibt immer noch junge Menschen, die den witzigen Schritt in die Ehe wagen, aus welchen Gründen auch immer.

Lassen Sie Ihre Ehe mal Revue passieren. Vielleicht passt sie in eine der folgenden Kategorien der Studie des Dr. John Cuber. Er untersuchte das Verhalten von 440 Ehepaaren mit mindestens zehnjähriger Erfahrung. Dabei kam heraus, dass die meisten Ehen aus Heucheleien, Lügen, Entfremdung, Resignation bestehen. Aus diesen Ergebnissen bildete Dr. Cuber fünf Kategorien:

Die Streitehe

Hier reiben sich die Eheleute aus dem kleinsten Anlass. Vor den Kindern, Verwandten, Freunden und Fremden spielen sie Harmonie. Die gegenseitigen Gefühle reichen aus, um zusammen zu bleiben.


Die gleichgültige Ehe

hat früh ihren Schwung verloren. Es gibt weder Kampf, noch böse Worte. Apathie beherrscht die Szene. Trotzdem bleiben die Partner zusammen.

Die passive oder kongeniale Ehe

In dieser Verbindung gibt es ebenfalls keinen Streit. Die Eheleute suchen krampfhaft nach Gemeinsamkeiten, die es nicht gibt. Sie kennen ihre Enttäuschungen genau und wahren raffiniert, überspielt durch gegenseitige Aufmerksamkeiten, den Ehefrieden.

Die vitale Ehe

Sie lebt aus einer starken Resonanz. Der Alltag kann ihr nichts anhaben. In dieser Verbindung gibt es einen nie versiegenden Kraftquell, der aus verschiedenen Strömen gespeist wird. Zum einen die Erotik, zum anderen aus der Freude, mit dem Partner gemeinsam alle Probleme zu bewältigen. Die Kinder schlingen ebenfalls ein starkes Band um ihre Eltern.

Kommen wir zu der letzten Kategorie, zu der wir alle gehören:

Die vollkommen glückliche Ehe

Sie soll die seltenste von allen sein. Das mag in Amerika zutreffen, aber nicht bei uns, oder? Ähnlich wie die vitale Ehe ist der Unterschied, dass hier viele Gemeinsamkeiten bestehen. Es ist das Gleichgewicht zwischen Kopf, Herz und Leib. Sag ich doch: genau wie bei uns.

Heinz Naß
Gefunden in der Zeitschrift "Glück"
Nach meiner heutigen Einschätzung, führen die meisten Ehepaare eine gleichgültige Ehe. Apathie ist bei ihnen das Zauberwort, was verbindet. Die glücklichsten Ehepaare waren für mich ältere Ehepaare, sie unterhielten sich sogar über die Ware und machten ein zufriedenes Gesicht.




Montag, 5. Oktober 2015

Redensarten ...

Heute schaue ich aufs Wetter und weiß nicht, ob es überhaupt ein Wetter ist. Es ist ein gemischtes Grau und dieser Farbton zeigt an, es könnte noch ein Wetter werden, oder auch nicht. Da schaue ich einmal nach den Bauernregeln, auch wenn sie nicht stimmen sollten, sie sind lustig ...


 Zieh'n die wilden Gäns' und Enten fort, ist der Winter bald am Ort. 

Früher Vogelsang macht den Winter lang.

Guter Trunk macht Alte jung.

Besser Wasser getrunken und erworben, als Wein getrunken und verdorben.


Bleiben die Schwalben lange, sei vor dem Winter nicht bange.

Herrscht am Abend Sonnenschein, wird er nicht von Dauer sein.

Hängt's Laub in den November rein, wird der Winter lange sein.

Man muß die Feste feiern, wie sie fallen, und das Wetter nehmen, wie's ist.

Da Gott nicht alles allein machen wollte, schuf er Mütter.

Wer einen guten Nachbar hat, braucht keinen Zaun.

Fällt im Fasching Schnee, rufen die Apfelbäum' Juchhe.

Beim Trinken und Essen wird der Kummer vergessen.

Kraniche, die niedrig ziehn, deuten auf warmes Wetter hin.

Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder bleibt wie's ist.

Rede wenig, rede wahr, trinke mäßig, zahle bar.

Späte Rosen im Garten, schöner Herbst und der Winter läßt warten.

Dreht mehrmals sich der Wetterhahn, so zeigt er Sturm und Regen an.

Fällt der Apfel reif ins Maul, dann beiß zu und sei nicht faul.

Will das Laub nicht gern von den Bäumen fallen, so wird ein kalter Winter erschallen.


Wenn der Laubfrosch schreit, ist der Regen nicht weit.

Hüpfen Eichhörnlein und Finken, siehst Du schon den Frühling winken.

Auch eine kleine Wolke kann den Himmel trüben.

Zieh'n die wilden Gäns' und Enten fort, ist der Winter bald am Ort.

Die beiden Hähne

Von zwei Hähnen, welche um Hennen miteinander kämpften, behielt der eine die Oberhand über den andern. Der Überwundene zog sich zurück und verbarg sich an einem dunklen Orte; der Sieger aber flog aufwärts, stellte sich auf eine hohe Wand und krähte mit lauter Stimme. Da schoß jählings ein Adler herab und nahm ihn mit sich fort. Nunmehr kam der Versteckte ungehindert wieder aus seinem Verschlupf hervor und gesellte sich zu den Hennen.




LUXUS HOCH ZWEI

Ganz allein 
und mit achtzig Jahren,
ist Tantchen 
auf einem Schiff gefahren.
Für sie ist alles hochinteressant.
Drum fragt sie den Herrn,
der neben ihr stand:
“ Na, junger Mann, 
was machen Sie hier ?”
“ Gnädige Frau,
ich bin hier der Deckoffizier. “
Das alte Gesichtchen 
errötet und lacht:
“ Sie haben ja hier 
auch an alles gedacht. “

Ruth Ursula Westerop


Herzlichst Margot.


Sonntag, 4. Oktober 2015

Talent allein reicht nicht

Diese nachfolgende Geschichte erinnert mich daran, dass auch ich einige Talente habe oder gehabt habe. Ich bin ja in der DDR aufgewachsen und hatte leider kein Ar ... in der Hose, meine Talente auszuprobieren, außerdem gab es dazu keine geeigneten DDR- Stätten. Mich hat es auch nicht gepackt, alles auf eine Karte zu setzen um die DDR zu verlassen. 
Nein, nur einmal habe ich es versucht, aber nicht um mich zu verwirklichen, sondern ich wollte, dass es meinen Eltern und Geschwistern besser ging, und wollte im Westen arbeiten. So habe ich 1960 versucht, über Berlin, in den Westen zu kommen und wurde an der Grenze aus dem Zug geholt und zurückgeschickt. Natürlich nach verschiedenen Verhören.
In der DDR, bin ich bis zum Mauerfall geblieben und wurde ein nützliches "Mitglied der Gesellschaft", laut DDR Sprache, ohne einer Partei oder Organisation beizutreten. Nach dem Mauerfall waren die talentierten Jahre vergangen und ich habe mich um mein neues Leben, was mit Arbeit, Wohnen, Essen, Trinken zusammenhing, gekümmert. Nun ist, meine eigene Talentsuche vorbei ... mein größter Wunsch war, ein Clown zu sein, wie Oleg Popow mit viel Talent. 

Talent allein reicht nicht

Burkhard Heidenberger schrieb zum Thema „Geschichten & Weisheiten“:

Es gibt viele Menschen mit außergewöhnlichen Talenten. Aber Talent allein reicht nicht, um damit auch Erfolg zu haben. Das will uns wohl auch Paulo
Coelho mit dieser Kurzgeschichte sagen:

Zu der Taufe des Prinzen wurden drei Feen geladen. Sie taten ihre Wünsche für den Prinzen kund. So wünschte ihm die erste Fee reichlich Liebe in seinem Leben, die zweite Reichtum und die dritte Schönheit.

Dann erschien plötzlich die böse Fee. Sie war wütend, weil sie nicht eingeladen wurde und sprach deshalb einen Fluch aus:

„Du wirst Talent haben zu allem, was Du machen möchtest!“

Der junge Prinz wuchs zu einem schönen, reichen Mann heran, der von allen geliebt wurde, so wie es die Feen in ihren Prophezeiungen kundgetan hatten.

Aber er war auch ein ausgezeichneter Bildhauer, Maler, Musiker und Mathematiker. Doch er schaffte es nie, ein Vorhaben zu Ende zu bringen, weil er stets etwas Neues begann.

Aus “Der Wanderer” (Amazon)



Herzlichst Margot

Samstag, 3. Oktober 2015

Kaufen Sie Gold

Wir, die Rentner, haben im Juli eine Rentenerhöhung erhalten und heute habe ich, durch den nachfolgenden Artikel, wieder daran denken müssen. Diese Zeilen bringen mir ein sarkastisches Lächeln auf meine Lippen und ich frage mich, warum die Rentenerhöhung immer so "hoch" sein muss ... 


Kaufen Sie Gold

Brigitte Paschedag hat uns mit ihrem Artikel in "Herbst-Blatt" eindrucksvoll darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Jahr der Mathematik gewidmet wurde. Das ist auch gut so, denn wir werden sie brauchen, diese Mutter aller Wissenschaften, weil wir, die Rentner, schon wieder eine Rentenerhöhung gnädig genehmigt bekommen haben. Für einige Rentenempfänger ist das überhaupt das erste Mal, dass sie noch mehr bekommen, als sie jetzt schon sowieso haben! Wir, die etwas Älteren, haben dieses Glücksgefühl schon vor einigen Jahren erleben dürfen. Die Regierung stößt für uns praktisch das Tor zur ganz großen Finanzwelt auf. Da stehen wir nun und werden mit dem ganz großen Glück alleine gelassen.

Was tun mit dem enorm gestiegenen Einkommen? Aktien kaufen? Nicht so gut, wie wir wissen. Sparbücher anlegen? Die versprechen nicht viel Zinsen. Die Leitzinsen steigen oder fallen, wie sie wollen. Und der Lombardsatz? Bleiben Sie weg mit dem Lombardsatz! Immobilien haben wir reichlich, aber die sind fast alle nicht unterkellert – auch so eine unüberlegte Sparmaßnahme! Weil, wenn Sie, wie wir Ihnen jetzt raten möchten, G o l d k a u f e n, werden Sie das Problem der Lagerung lösen müssen. Dafür eignen sich die Keller am besten.

Ist Opa jetzt reich?

Nun gut, bevor wir uns die Köpfe zerbrechen, wohin mit den Goldbarren, die wir uns für die gestiegene Rente kaufen, möchten wir etwas mehr über diese Ware wissen. Es gibt viel Gold auf der Welt, etwa 160.000 Tonnen. Würde man diese Menge in einem Keller unterbringen wollen, so müsste er 20 Meter hoch, breit und lang sein. Jedes Jahr kommen 2500 Tonnen dazu. Viel wird davon auch wieder verbraucht, das meiste für Schmuck, ungefähr zwei Drittel. Weil Gold ein guter Stromleiter ist, verwendet es auch die Elektronik-Industrie, ferner kann man damit sonnenabweisende Fensterscheiben galvanisieren oder es als Zahnfüllung mit sich führen.

Früher hatten sich Pharaonen goldene Särge fertigen lassen – der von Tutanchamun wog 180 Kilo, später, etwa im Jahre 550 v. Chr., erfand der bekannte Krösus die Goldmünzen.

Sie, liebe Rentner, bekommen im Juli die versprochene Rentenerhöhung von etwa 2%. Nur mal angenommen, dass das in Ihrem Fall 1000 Euro macht (wir gehen also von einer Rente von 50 000 Euro im Monat aus) – denken Sie an das Tor zur großen Finanzwelt – dafür können Sie sich dann jeden Monat eine Unze des begehrten Metalls kaufen (1 Unze = 31,1 Gramm).

Wenn Sie jetzt in hämisches Gelächter ausbrechen, dann entschuldigen Sie bitte, für Sie war dieser Artikel nicht gedacht!

Autor:Klaus Pfauter
Zeichnung:Klaus Pfauter

Herzlichst Margot

Freitag, 2. Oktober 2015

Kunterbunt ...

Hallo du schöner Tag, kommst du als Altweibersommer und bringst uns Freude? Freude über das sonnige Licht, leider nicht über die Wärme. Die Wärme hat sich zurückgezogen und gibt der Jahreszeit "Herbst", Genugtuung, aber tröstet mit buntem Laub der Bäume und Sträucher. Ich fühle ein kleines Glück ...


Kleines Glück

Was hilft es nur
immerzu traurig zu sein.
Sieh nur
die Welt liegt im Sonnenschein.

Lerne
an kleinen Dingen dich zu erfreuen.
Du wirst
diesen Augenblick sicher nicht bereuen.

Und wenn dir
ein Kummer das Herz macht so schwer.
Glaube an dich
und verzag nicht so sehr.

Es gibt noch viel
Schönes auf dieser Welt.
Vielleicht schon morgen
das Glück für dich die Tür offen hält.

© Karin Thießen (*1958), Hobbypoetin 




Seit es Menschen gibt, hat der Mensch sich zu wenig gefreut: Das allein, meine Brüder, ist unsre Erbsünde! Und lernen wir besser uns freuen, so verlernen wir am besten, anderen wehezutun und Wehes auszudenken.

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900)


Wer viel Freude hat, muss ein guter Mensch sein: aber vielleicht ist er nicht der klügste, obwohl er gerade das erreicht, was der Klügste mit aller seiner Klugheit erstrebt.

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900), 




Verklärter Herbst

Gewaltig endet so das Jahr 
Mit goldnem Wein und Frucht der Gärten. 
Rund schweigen Wälder wunderbar 
Und sind des Einsamen Gefährten. 

Da sagt der Landmann: Es ist gut. 
Ihr Abendglocken lang und leise 
Gebt noch zum Ende frohen Mut. 
Ein Vogelzug grüßt auf der Reise 

Es ist der Liebe milde Zeit 
Im Kahn den blauen Fluß hinunter 
Wie schön sich Bild an Bildchen reiht 
Das geht in Ruh und Schweigen unter.

Georg Trakl (1887 - 1914)




O trübe diese Tage nicht

O trübe diese Tage nicht,
Sie sind der letzte Sonnenschein,
Wie lange, und es lischt das Licht
Und unser Winter bricht herein.

Dies ist die Zeit, wo jeder Tag
Viel Tage gilt in seinem Wert,
Weil man's nicht mehr erhoffen mag,
Dass so die Stunde wiederkehrt.

Die Flut des Lebens ist dahin,
Es ebbt in seinem Stolz und Reiz,
Und sieh, es schleicht in unsern Sinn
Ein banger, nie gekannter Geiz;

Ein süßer Geiz, der Stunden zählt
Und jede prüft auf ihren Glanz,
O sorge, daß uns keine fehlt
Und gönn' uns jede Stunde ganz.

Theodor Fontane (1819 - 1898)




Wie der Herbstwind weht!
Doch wir beide leben noch,
beide, du und ich.

Shiki (1867 - 1912), japanischer Dichter




Donnerstag, 1. Oktober 2015

Erinnerungen an einen Winter, der gar ...

Heute ist wieder ein wunderschönes Herbstwetter, die Sonne strahlt, der Wind weht leise, meine Geranien blühen noch herrlich und meine Laune ist auch gut.
Aus dem Haus muss ich heute nicht, ich darf nette Geschichten lesen und mich daran erfreuen. Sie, diese Geschichte, geht in meinem Kopf herum und bringt mir Erinnerung an meine eigene Jugendzeit, wo ich die gleichen Tätigkeiten durchführte, nicht immer gewollt. An die Schlittschuh-Fahrten erinnere ich mich sehr gerne, auch wenn ich die Absätze sehr oft verloren hatte ... :-)


Erinnerungen an einen Winter, der gar keiner war

Eine Seniorenclique saß wieder einmal beim Kaffeetrinken zusammen. Nach dem üblichen Begrüßungsritual fing das Loben und Klagen über die Gesundheit an, wobei mehr geklagt als gelobt wurde. Oder besser gesagt, eigentlich nur geklagt. Nur einer sann nach einer Möglichkeit, die Diskussion auf eine andere Bahn zu lenken. Er warf die Frage in die Runde, wie alle über den Winter gekommen sind. Es folgte ein Moment der Konsternation. Dann sagte einer: "Winter? Hatten wir einen Winter? Für mich war es nur eine Periode von Schmuddelwetter, in der ich unnötigerweise auf lauten Winterreifen gefahren bin." Doch da regte sich Widerspruch. Denn, wie der Rheinländer zu sagen pflegt – es hätte ja vielleicht Winter kommen können. So ist uns wohl einige Male ein Verkehrschaos erspart geblieben.

Danach kam der typische Erinnerungseffekt: Ja, früher war alles besser! Da waren die Winter auch richtige Winter. Es gab jede Menge Schnee und Freude beim Bau von Schneemännern. Einer erinnerte daran, dass es nicht nur Spaß im Winter gab. Er musste nämlich jeden Tag der Großmutter Kohlen aus dem Keller nach oben in die Wohnung bringen. Und Großmutters Wohnung war trotzdem nicht besonders warm. Die Fenster nur einfach verglast und nicht dicht. Bei der Kohleheizung hätten sie auch nicht dicht sein dürfen. Ein anderer stimmte zu, er holte einem Onkel das Heizöl in Kannen aus dem Keller. Ein Ölofen galt damals als fortschrittlich. Er hatte den Vorteil vor dem Kohleofen, dass man keine Asche mehr raustragen musste. Das Öl verbrannte fast ohne Rückstand. Es hatte aber auch einen Nachteil, ein leichter Ölgeruch war leider nicht zu vermeiden. Wir erinnerten uns an die guten Bratäpfel, die es manchmal bei Großmutter aus der Backröhre des Kachelofens gab. Darauf bemerkte eine Hausfrau, dass sie sich Bratäpfel jetzt im Mikrowellenherd selber mache. Aber Großmutters Äpfel wären eben besser gewesen.

Dann meldeten sich die Wintersportbegeisterten zu Wort. Eine Dame schwärmte von ihren Eislauferfahrungen. Auf einer Nebenstraße war ein Tennisplatz. Dieser wurde bei Frost mit Wasser besprüht. Am Abend gab es Musik von einem primitiven Plattenspieler bei spärlicher Beleuchtung. Quasi heile Welt. Aber so heil war die Welt nicht. Schlittschuhe, so wie auch andere Sportartikel, waren nach dem Kriege rar und von schlechter Qualität. Sie wurden, zum Leidwesen der Väter, über eine Klemmverbindung an gewöhnliche Straßenschuhe befestigt. Nicht selten riss der Absatz ab. Dann gab es zu Hause Krach. Eine andere Dame des Kränzchens erzählte, dass sie in den Weihnachtsferien meistens zu den Großeltern aufs Land gefahren ist. Dort war der Weiher zu dieser Zeit immer zugefroren. Den Tag verbrachten die Kinder auf dem Eis. Weil es doch damals kaum Schlittschuhe gab, befestigte der Großvater unserer Freundin auf den Sohlen von Holzschuhen zwei Drähte. Der Spaß damit war vollkommen. Andere bestätigten, dass es diese Art von Selbstbauschlittschuh gab. An Unfälle damit konnte sich keiner erinnern. Mit ein bisschen Wehmut schauen sich alle noch Eissportereignisse im Fernsehen an.

Drei aus der Clique hatten sich früher einmal für den Skisport begeistert. Alle drei erzählten, dass sie nach dem Kriege auf Holzbretteln gestanden sind. Einer
von ihnen macht heute noch Langlauf, wenn im Sauerland genügend Schnee liegt. Und einer war im vergangenen Winter in Österreich, aber dort konnte man nur auf den Gletschern Ski fahren. Der Dritte erzählte von einem Unfall im Skiurlaub, bei dem er sich ein Bein gebrochen hatte. Das Ärgerliche für ihn war obendrein, dass er sich das Bein nicht auf der Piste brach, sondern auf dem Weg ins Restaurant zum Abendessen.

Vielleicht bezogen sich die Schilderungen der "schönen Winter" auch nur auf wenige Tage des Jahres. Aber als freudige Erlebnisse im grauen Alltag der damaligen Zeiten haben sie sich tief in unseren Erinnerungen eingegraben.

Christian Modrok
Zeichnung: Klaus Pfauter