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Montag, 22. Dezember 2014

Seltsame Töne ...

Gerd Altmann_pixelio.de
Mein erster Blick, wenn ich aus dem Bett steige und den Rollladen hochziehe, gilt dem Wetter. Heute ist kein Regen zu sehen, auch wenn der Himmel sich geschlossen zeigt. Meine Hoffnung aber gilt dem morgigen Tag, ohne Regen meine letzten Einkäufe zu tätigen. Heute ist Ruhetag und ich denke an Weihnachten ... es sind nur noch 3 Tage zum Heiligen Abend. Sehr schöne Gedichte über Weihnachten hat Anita Menger geschrieben ... 



Seltsame Töne

Ein Gedicht von Anita Menger

Ein Kichern und Tuscheln,
ein Wispern und Raunen.
Die seltsamen Töne,
sie lassen mich staunen.

Hier sitzen die Engel
und singen im Chor.
Dort werkeln sie eifrig - 
was geht denn da vor?

Die himmlischen Lieder,
geübt mit viel Fleiß.
Geschenke gebastelt - 
das ist der Beweis!

Auch riecht es nach Plätzchen
mit Anis und Zimt.
Es weihnachtet wieder -
jetzt weiß ich´s bestimmt.


Weihnachtszauber
von Anita Menger

Bei frostig kalter Winterluft
träum ich vom süßen Tannenduft
und warmen Kerzenschein.
Bei frostig kalter Winterluft
Vom leisen Fall der weißen Flocken
dem hellen Klang der Weihnachtsglocken
und möchte Kind noch sein.

Mit Ungeduld und voller Freud´
erwarten was die Weihnachtszeit
an Wunder mit sich bringt.
Stattdessen hetze ich durch Straßen,
besorge schnell was wir vergaßen -
und nur die Kasse klingt.

Voll Sehnsucht denke ich zurück
an weihnachtliches Kinderglück -
wie reich der Schnee doch fiel.
Ich höre das Adventsgedicht
das Mutter jeden Sonntag spricht -
seh´ mich beim Krippenspiel.


Und dann erst in der heil´gen Nacht -
wie spannend wurde es gemacht -
geheim war stets der Raum.
Gemeinsam gingen wir hinein
und sangen froh beim Kerzenschein
das Lied: „Oh Tannenbaum".

Da rührt sich etwas tief in mir
und plötzlich weiß ich - jetzt und hier -
es liegt an mir allein.
Das Kind ist einst im Stall geboren -
der Zauber er ging nicht verloren -
er will gelebt nur sein.



Weihnachtswundertraum
von Anita Menger

Wir staunen und sind hell entzückt
wie herrlich ist der Markt geschmückt.
Und mittendrin bestrahlt von Licht
das Christkind seine Botschaft spricht.

Ein Chor das Weihnachtslied anstimmt
der Zauber uns gefangen nimmt.
Hier um den großen Tannenbaum
lebt er - der Weihnachtswundertraum.

In uns das Kind erwachen will -
das sich noch heute - wenn auch still
auf´s weihnachtliche Wiegenfest
von Herzen freut - wenn man es lässt.

Lasst es nur zu - habt doch den Mut
das „Kind sein" tut uns allen gut.
Vergesst den Stress - nur Menschlichkeit
ist Trumpf - in dieser stillen Zeit.



Herzlichst Margot

Sonntag, 21. Dezember 2014

4. Advent

chocolat01_pixelio.de
Der heutige Tag fängt mit Regen an und macht mich, bin gerade aufgestanden, wieder müde. Na gut, es ist der 4. Advent und mich treibt nichts aus dem Haus. So werde ich den heutigen Tag in Ruhe angehen und mich mit Gedichten von Norbert van Tiggelen beschäftigen. Es sind keine Weihnachtsgedichte aber ich finde sie gut, sie sind mit Humor geschrieben. Was vielen Menschen leider abgeht ... 


Es geht auf Weihnachten zu und zwar sehr schnell, so kann ich dieses Gedicht gut verstehen ...


Das bisschen Haushalt ...

So ein bisschen Haushalt, sagt man,
ist doch wirklich schnell gemacht.
Wegen dieses heiklen Themas,
gab es schon so machen Schlacht.

Essen kochen, Wäsche waschen
ist doch ehrlich kein Problem.
Neben her den Einkauf machen
schafft man spielend, ganz bequem.

Müll rausbringen, Fenster putzen
ist doch förmlich ein Geschenk!
Frischluft wird dabei genossen,
und trainiert so mach Gelenk.

Betten machen, saugen, bügeln -
ach, was könnte schöner sein?
Flur und Bad auf Hochglanz wienern
hält nicht nur die Seele rein.

Wer so denkt, den sollt man strafen -
peitschen, rädern und noch mehr.
Solche Sprüche, die beweisen,
dass so manches Hirn ist leer.

© Norbert van Tiggelen


Weihnachtsgans

Lag die Gans zu lang im Ofen
muss man eine neue "kofen";
denn von all den großen Hitzen
musste sie ganz mächtig schwitzen.
Nun ist sie zu Muttis Leide
nicht mehr eine Augenweide;
darum würden, sei nicht platt,
nur noch wenig Leute satt.

©Norbert van Tiggelen
Weihnachtszeit

O schöne, herrliche Weihnachtszeit!
Was bringst du Lust und Fröhlichkeit!
Wenn der heilige Christ in jedem Haus
teilt seine lieben Gaben aus.

Und ist das Häuschen noch so klein,
so kommt der heilige Christ hinein,
und alle sind ihm lieb wie die Seinen,
die Armen und Reichen, die Grossen und Kleinen.

Der heilige Christ an alle denkt,
ein jedes wird von ihm beschenkt.
Drum lasst uns freuen und dankbar sein!
Er denkt auch unser, mein und dein!

Heinrich Hoffmann von Fallersleben
1798-1874


Herzlichst Margot.

Samstag, 20. Dezember 2014

... das Leben kann sehr schön sein.


Der heutige Tag fängt sehr dunkel an, wieder mit Regen. Der Wind ist  stürmischer als in den vergangenen Tagen und ich wollte zum Einkauf, es ist ja Wochenende. Wollte habe ich geschrieben, es fehlte mir Brotbelag für heute, da klingelte es an der Tür und ein Postbote stand mit einem Päckchen vor der Tür, von meiner Freundin Uli aus Thüringen. Hier fand ich nicht nur etwas zum Lesen, sondern auch Gläser und einen Ring Knackwurst vor. Nicht die herrlichen Plätzchen zu vergessen, die Uli selbst gebacken hatte. Was habe ich gemacht? Richtig, ich habe meinen Einkauf auf morgen verschoben ... meinen Dank an Uli habe ich den ganzen Tag mit frohen Gedanken abgeleistet. Es war ja wieder so gemütlich in der warmen Stube. Ich wollte ja eigentlich nicht gehen und musste es nun auch nicht  ...

Ich kochte mir eine Tasse Kaffee, schnitt mir eine Scheibe Brot ab, aß die Knackwurst dazu, las am Computer nachfolgende lustige Geschichte und fand ...
das Leben kann sehr schön sein. 





Vor dem Fest gibt es Sonderkonditionen
von Peter Benz

„Ehevermittlung - Trautes Heim” ist in der Jungferngasse in unserer Stadt von weitem in großen Lettern zu lesen. Am Eingang des Hauses wurde ich darauf hingewiesen, dass die Vermittlung per Computer in nur zwanzig Minuten vonstatten geht. Ich betrat den Computerraum. „Vor dem Weihnachtsfest Sonderkonditionen“ war das Lockangebot. 
Auf einem Hinweisschild war zu lesen: „Werfen sie bitte 5 Zwei-Euro Münzen in den Automat. Anschließend tippen sie bitte ihre Rentenversicherungsnummer ein.” 
Irrtümlicherweise gab ich eine Zahl verkehrt ein. „Sie sind verheiratet Bitte verlassen sie sofort dieses Haus!” ermahnte mich der Computer. Beim zweiten Mal klappte es. Danach wurden mir über Bildschirm die verschiedensten Fragen gestellt. Die eine Fragestellung war mir direkt peinlich. Ich bestätigte die Zahl drei. „Soll die Partnerin ihren Eigenschaften entsprechen oder entgegengesetzte Charaktereigenschaften besitzen?” fragte mich der EVC 01. EVC 01 ist die genaue Bezeichnung für den Ehevermittlungscomputer. Mir fiel die Redewendung „Gegensätze ziehen sich an” ein. Sollten wir, wenn die Ehevermittlung klappt, eines Tages ein Kind haben mit den gleichen Eigenschaften wie wir? Nein! So fiel meine Entscheidung auf die entgegengesetzten Eigenschaften. „Setzen sie sich bitte mit Fräulein Erna Ruschbach, Lupenstraße 3, in Zickenhorst in Verbindung”, riet mir der Computer. 
Erna wird etwa 24 Jahre alt sein, dachte ich mir. Zu Hause zog ich mir rasch noch den grüngesprenkelten Anzug an. Auf der Treppe band ich mir dann schnell den gelben Schlips um und kaufte fix einige Rosen und ein kleines Adventsgeschenk. Nun war ich an besagter Wohnungstür. Nach dem Klingeln öffnete eine alte Dame. 
„Ist ihre Tochter oder Nichte zu sprechen?” fragte ich höflich. „Ich bin Erna Ruschbach” entgegnete sie. Die Verblüffung war auf meiner Seite, besonders ihres Alters wegen. Wir plauderten miteinander. Dabei erfuhr ich, wie es zu diesem Missverständnis kam. Sie besaß die entgegengesetzten Eigenschaften. Sollte ich mein Glück noch mal auf diese Art suchen, wähle ich keinesfalls die entgegengesetzten Daten. 

Nein, ich bin nicht auf der Suche nach einem Partner, ich fand diese Geschichte nur lustig, besonders in der heutigen Zeit der Computertechnik.



Herzlichst Margot    

Freitag, 19. Dezember 2014

Ein ganz normaler Tag ...

Das Wetter heute ist wie gestern, Regen mit kurzen Unterbrechungen. Doch ich habe die Nacht geschlafen und fühle mich wohl. Vielleicht durch die Wünsche mancher netter Freunde an mich. Wie es auch sei, ich fühle mich wohl, als ob mich ein unsichtbarer Mantel umhüllt. Er gibt mir Wärme, so wie ein netter Brief von J.W. von Goethe an Johann Christian Kestner ... über einen Weihnachtstag.
Johann Georg Christian Kestner war ein deutscher Jurist und Archivar, berühmt vor allem als Ehemann von „Werthers Lotte“ Charlotte Buff. "Wikipedia"


Am Weihnachtsmorgen 1772


Frankfurt, den 25. Dezember 1772

Christtag früh. Es ist noch Nacht, lieber Kestner, ich bin aufgestanden, um bei Lichte morgens wieder zu schreiben, das mir angenehme Erinnerungen voriger Zeiten zurückruft; ich habe mir Coffee machen lassen, den Festtag zu ehren, und will euch schreiben, bis es Tag ist. Der Türmer hat sein Lied schon geblasen, ich wachte darüber auf. Gelobet seist du, Jesus Christ! Ich hab diese Zeit des Jahrs gar lieb, die Lieder, die man singt, und die Kälte, die eingefallen ist, macht mich vollends vergnügt. ich habe gestern einen herrlichen Tag gehabt, ich fürchtete für den heutigen, aber der ist auch gut begonnen, und da ist mir's fürs Enden nicht angst.

Der Türmer hat sich wieder zu mir gekehrt; der Nordwind bringt mir seine Melodie, als blies er vor meinem Fenster. Gestern, lieber Kestner, war ich mit einigen guten Jungens auf dem Lande; unsre Lustbarkeit war sehr laut und Geschrei und Gelächter von Anfang zu ende. Das taugt sonst nichts für de kommende Stunde. Doch was können die heiligen Götter nicht wenden, wenn's ihnen beliebt; sie gaben mir einen frohen Abend, ich hatte keinen Wein getrunken, mein Aug war ganz unbefangen über die Natur. Ein schöner Abend, als wir zurückgingen; es ward Nacht. Nun muß ich Dir sagen, das ist immer eine Sympathie für meine Seele, wenn die Sonne lang hinunter ist und die Nacht von Morgen heraus nach Nord und Süd um sich gegriffen hat, und nur noch ein dämmernder Kreis von Abend herausleuchtet. Seht, Kestner, wo das Land flach ist, ist's das herrlichste Schauspiel, ich habe jünger und wärmer stundenlang so ihr zugesehn hinabdämmern auf meinen Wanderungen. Auf der Brücke hielt ich still. Die düstre Stadt zu beiden Seiten, der stilleuchtende Horizont, der Widerschein im Fluß machte einen köstlichen Eindruck in meine Seele, den ich mit beiden Armen umfaßte. Ich lief zu den Gerocks, ließ mir Bleistift geben und Papier und zeichnete zu meiner großen Freude das ganze Bild so dämmernd warm, als es in meiner Seele stand.
Sie hatten alle Freude mit mir darüber, empfanden alles, was ich gemacht hatte, und da war ich's erst gewiß, ich bot ihnen an, drum zu würfeln, sie schlugen's aus und wollen, ich soll's Mercken schicken. Nun hängt's hier an meiner Wand und freut mich heute wie gestern. Wir hatten einen schönen Abend zusammen, wie Leute, denen das Glück ein großes Geschenk gemacht hat, und ich schlief ein, den Heiligen im Himmel dankend, daß sie uns Kinderfreude zum Christ bescheren wollen.

Als ich über den Markt ging und die vielen Lichter und Spielsachen sah, dacht ich an euch und meine Bubens, wie ihr ihnen kommen würdet, diesen
Augenblick ein himmlischer Bote mit dem blauen Evangelio, und wie aufgerollt sie das Buch erbauen werde. Hätt ich bei euch sein können, ich hätte wollen so ein Fest Wachsstöcke illuminieren, daß es in den kleinen Köpfen ein Widerschein der Herrlichkeit des Himmels geglänzt hätte. Die Torschließer kommen vom Bürgermeister und rasseln mit den Schlüsseln. Das erste Grau des Tags kommt mir über des Nachbarn Haus, und die Glocken läuten eine christliche Gemeinde zusammen. Wohl, ich bin erbaut hier oben auf meiner Stube, die ich lang nicht so lieb hatte als jetzt.

von Johann Wolfgang von Goethe an Johann Christian Kestner

Diesen Brief  zu lesen, gab mir innerliche Freude und Ruhe, trotz eines verregneten Tages. Das Alltägliche kann wunderschön sein ...



Herzlichst Margot.

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Wie der Tod blind wurde

Heute ist ein Wetter zum Heulen, Regen, Regen, Regen. Wenn ich an meine vergangene Nacht denke, die ich schlaflos verbracht habe, könnte ich auch heulen. An solchen Tagen kann man also seiner Traurigkeit nachgeben und auch traurige Geschichten lesen. 
Nein, eigentlich ist es keine traurige Geschichte, sondern sie erklärt uns, als Märchen, warum der Tod sich ohne Vorwarnung anschleicht, um unsere Seele zu holen. In diesem bulgarischen Märchen können wir es nachlesen und ich finde, es ist gut beschrieben ... 


Wie der Tod blind wurde


Gott schickte eines Tages den Tod, um die Seele eines armen Mannes zu holen. Der hatte eine große Familie. Der Tod trat in das Haus und grüßte die Leute. „Gott segne Dich“, antworteten sie. Und die Mutter gab Befehl, den Besuch auf das Beste zu bedienen. „Lasst das“, sagte der Tod, „ich brauche das nicht, ich komme nur, um die Seele des Mannes zu holen, um sie zu Gott zu führen.“
Bei diesen Worten weinten die Frau und die Kinder gar bitterlich und warfen sich dem Tod zu Füßen: „Wenn unser Vater stirbt, wer wird uns ernähren, wer uns kleiden? Wir sind noch klein und können nicht arbeiten.“

Der Tod dachte, dass sie recht hatten, und ging wieder. Aber Gott rief ihn vor sich und sagte: „Wo ist die Seele des Mannes, um den ich Dich fortgeschickt habe?“

„Herr“, antwortete der Tod, „es scheint mir, dass dieser Mann doch besser bei seinen Kindern bleiben sollte, sie sind noch klein, und keines kann arbeiten.“

„Geh“, sagte der Herr, „steig hinab an die tiefste Stelle des Meeres und bring mir den Stein, den Du dort findest.“

Der Tod brachte den verlangten Stein, und Gott sprach zu ihm: „Schlag den Stein entzwei und sieh, was darin ist!“

Der Tod schlug den Stein entzwei, und heraus fiel ein kleines Würmlein.

Gott sprach: „Wer hat diesen Stein erschaffen?“

„Du“, sagte der Tod.

„Wer hat diesem Wurm das Leben gegeben?“

„Du, Herr!“

„Wenn ich diesem elenden Würmlein Leben und Nahrung gegeben habe auf dem Grund des Meeres, werde ich dann nicht auch für die Menschen sorgen?“

Gott verfluchte den Tod und sagte: „In Zukunft sollst Du blind sein, damit Du nicht siehst, ob die Menschen alt oder jung, reich oder arm sind. Du sollst taub und stumm sein, damit Du mit den Menschen nicht sprechen kannst. Du sollst unsichtbar sein, damit sie nicht erschrecken bei Deinem Anblick. Endlich sollst Du unbarmherzig sein, damit Du Dich nicht wieder erweichen lässt durch die Bitten der Menschen.“

Dann hauchte Gott den Tod an, und von diesem Augenblick an wurde er blind, taub, stumm, unsichtbar und unbarmherzig.

Bulgarisches Märchen

Nein, es ist nicht schön an den Tod zu denken, aber er gehört zum Leben und keiner kann sich Freikaufen. Und ich finde, es ist gut so ... es ist die einzige Gerechtigkeit die es auf der Welt gibt.

Herzlichst Margot.

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Der Christbaumständer

Rike_Pixelio.de
Wieder kommt ein regnerischer, nebliger Tag auf mich zu. Der Wind pfeift ein Liedchen und ich höre etwas von Weihnachten. Weihnachten??? 
Mein Blick aus dem Fenster lässt diesen Gedanken platzen ... aber doch, es ist ja die Jahreszeit und in 8 Tagen ist es so weit, wir werden singen ... O Tannenbaum, O Tannenbaum ... und ich hoffe, der Weihnachtsbaum steht gut im Christbaumständer. Nicht wie in dieser nachfolgenden Geschichte ...

Der Christbaumständer

Beim Aufräumen des Dachbodens - ein paar Wochen vor Weihnachten entdeckte ein Familienvater in einer Ecke einen ganz verstaubten, uralten Weihnachtsbaumständer. Es war ein besonderer Ständer mit einem Drehmechanismus und einer eingebauten Spielwalze. Beim vorsichtigen Drehen konnte man das Lied "O du fröhliche" erkennen. Das musste der Christbaumständer sein, von dem Großmutter immer erzählte, wenn die Weihnachtszeit herankam. Das Ding sah zwar fürchterlich aus, doch da kam ihm ein wunderbarer Gedanke. Wie würde sich Großmutter freuen, wenn sie am Heiligabend vor dem Baum säße und dieser sich auf einmal wie in uralter Zeit zu drehen begänne und dazu "O du fröhliche" spielte. Nicht nur Großmutter, die ganze Familie würde staunen. 

Es gelang ihm, mit dem antiken Stück ungesehen in seinen Bastelraum zu verschwinden. Gut gereinigt, eine neue Feder, dann müsste der Mechanismus wieder funktionieren, überlegte er. Abends zog er sich jetzt geheimnisvoll in seinen Hobbyraum zurück, verriegelte die Tür und werkelte. Auf neugierige Fragen antwortete er immer nur "Weihnachtsüberraschung". Kurz vor Weihnachten hatte er es geschafft. Wie neu sah der Ständer aus, nachdem er auch noch einen Anstrich erhalten hatte. 
Jetzt aber gleich los und einen prächtigen Christbaum besorgen, dachte er. Mindestens zwei Meter sollte der messen. Mit einem wirklich schön gewachsenen Exemplar verschwand Vater dann in seinem Hobbyraum, wo er auch gleich einen Probelauf startete. Es funktionierte alles bestens. Würde Großmutter Augen machen! 
Endlich war Heiligabend. "Den Baum schmücke ich alleine", tönte Vater. So aufgeregt war er lange nicht mehr. Echte Kerzen hatte er besorgt, alles sollte stimmen. "Die werden Augen machen", sagte er bei jeder Kugel, die er in den Baum hing. Vater hatte wirklich an alles gedacht. Der Stern von Bethlehem saß oben auf der Spitze, bunte Kugeln, Naschwerk und Wunderkerzen waren untergebracht, Engelhaar und Lametta dekorativ aufgehängt. Die Feier konnte beginnen. 
Vater schleppte für Großmutter den großen Ohrensessel herbei. Feierlich wurde sie geholt und zu ihrem Ehrenplatz geleitet. Die Stühle hatte er in einem Halbkreis um den Tannenbaum gruppiert. Die Eltern setzten sich rechts und links von Großmutter, die Kinder nahmen außen Platz. Jetzt kam Vaters großer Auftritt. Bedächtig zündete er Kerze für Kerze an, dann noch die Wunderkerzen. "Und jetzt kommt die große Überraschung", verkündete er, löste die Sperre am Ständer und nahm ganz schnell seinen Platz ein. 
Langsam drehte sich der Weihnachtsbaum, hell spielte die Musikwalze "O du fröhliche". War das eine Freude! Die Kinder klatschten vergnügt in die Hände. Oma hatte Tränen der Rührung in den Augen. Immer wieder sagte sie: "Wenn Großvater das noch erleben könnte, dass ich das noch erleben darf." Mutter war stumm vor Staunen. 
Eine ganze Weile schaute die Familie beglückt und stumm auf den sich im Festgewand drehenden Weihnachtsbaum, als ein schnarrendes Geräusch sie jäh aus ihrer Versunkenheit riss. Ein Zittern durchlief den Baum, die bunten Kugeln klirrten wie Glöckchen. Der Baum fing an, sich wie verrückt zu drehen. Die Musikwalze hämmerte los. Es hörte sich an, als wollte "O du fröhliche" sich selbst überholen. Mutter rief mit überschnappender Stimme: "So tu doch etwas!" Vater saß wie versteinert, was den Baum nicht davon abhielt, seine Geschwindigkeit zu steigern. Er drehte sich so rasant, dass die Flammen hinter ihren Kerzen herwehten. Großmutter bekreuzigte sich und betete. Dann murmelte sie: "Wenn das Großvater noch erlebt hätte." 
Als Erstes löste sich der Stern von Bethlehem, sauste wie ein Komet durch das Zimmer, klatschte gegen den Türrahmen und fiel dann auf Felix, den Dackel, der dort ein Nickerchen hielt. Der arme Hund flitzte wie von der Tarantel gestochen aus dem Zimmer in die Küche, wo man von ihm nur noch die Nase und ein Auge um die Ecke schielen sah. Lametta und Engelhaar hatten sich erhoben und schwebten wie ein Kettenkarussell am Weihnachtsbaum. Vater gab das Kommando "Alles in Deckung!" Ein Rauschgoldengel trudelte losgelöst durchs Zimmer, nicht wissend, was er mit seiner plötzlichen Freiheit anfangen sollte. Weihnachtskugeln, gefüllter Schokoladenschmuck und andere Anhängsel sausten wie Geschosse durch das Zimmer und platzten beim Aufschlagen auseinander. 
Die Kinder hatten hinter Großmutters Sessel Schutz gefunden. Vater und Mutter lagen flach auf dem Bauch, den Kopf mit den Armen schützend. Mutter
jammerte in den Teppich hinein: "Alles umsonst, die viele Arbeit, alles umsonst!" Vater war das alles sehr peinlich. Oma saß immer noch auf ihrem Logenplatz, wie erstarrt, von oben bis unten mit Engelhaar und Lametta geschmückt. Ihr kam Großvater in den Sinn, als dieser 14-18 in den Ardennen in feindlichem Artilleriefeuer gelegen hatte. Genau so musste es gewesen sein. Als gefüllter Schokoladenbaumschmuck an ihrem Kopf explodierte, registrierte sie trocken "Kirschwasser" und murmelte: "Wenn Großvater das noch erlebt hätte!" Zu allem jaulte die Musikwalze im Schlupfakkord "O du fröhliche", bis mit einem ächzenden Ton der Ständer seinen Geist aufgab. 
Durch den plötzlichen Stopp neigte sich der Christbaum in Zeitlupe, fiel aufs kalte Buffet, die letzten Nadeln von sich gebend. Totenstille! Großmutter, geschmückt wie nach einer New Yorker Konfettiparade, erhob sich schweigend. Kopfschüttelnd begab sie sich, eine Lamettagirlande wie eine Schleppe tragend, auf ihr Zimmer. In der Tür stehend sagte sie: "Wie gut, dass Großvater das nicht erlebt hat!" 
Mutter, völlig aufgelöst zu Vater: "Wenn ich mir diese Bescherung ansehe, dann ist deine große Überraschung wirklich gelungen." Andreas meinte: "Du, Papi, das war echt stark! Machen wir das jetzt Weihnachten immer so?"
Verfasser  unbekannt

Herzlichst Margot.

Dienstag, 16. Dezember 2014

Säugling in Stall gefunden ...

Es ist Montag und ich möchte euch eine schöne Woche wünschen. Nein, es liegt kein Schnee und ich überlege mir, ob ich eine Sonnenbrille aufsetze. :-))
Ich überlege mir, auch wenn es kein Winterwetter gibt, meine gute Stimmung nicht zu verlieren. In der 3. Adventswoche soll man auch sein Lachen nicht verlieren. Dazu gehört für mich auch die nachfolgende Geschichte ... so kann man in der heutige Zeit die Geburt Jesus auch sehen.



Säugling in Stall gefunden - Polizei und Jugendamt ermitteln 

Schreiner aus Nazareth und unmündige Mutter vorläufig festgenommen 

In den frühen Morgenstunden wurden die Behörden von einem besorgten Bürger alarmiert. Er hatte eine junge Familie entdeckt, die in einem Stall haust. Bei Ankunft fanden die Beamten des Sozialdienstes, die durch Polizeibeamte unterstützt wurden, einen Säugling, der von seiner erst 14-jährigen Mutter, einer gewissen Maria H. aus Nazareth, in Stoffstreifen gewickelt in eine Futterkrippe gelegt worden war. Bei der Festnahme von Mutter und Kind versuchte ein Mann, der später als Joseph H., ebenfalls aus Nazareth identifiziert wurde, die Sozialarbeiter abzuhalten.
Joseph, unterstützt von anwesenden Hirten, sowie drei unidentifizierten Ausländern, wollte die Mitnahme des Kindes unterbinden, wurde aber von der Polizei daran gehindert. Festgenommen wurden auch die drei Ausländer, die sich als weise Männer eines östlichen Landes bezeichneten. Sowohl das Innenministerium als auch der Zoll sind auf der Suche nach Hinweisen über die Herkunft dieser drei Männer, die sich anscheinend illegal im Land aufhalten. Ein Sprecher der Polizei teilte mit, dass sie keinerlei Identifikation bei sich trugen, aber in Besitz von Gold, sowie von einigen möglicherweise verbotenen Substanzen waren. 
Sie widersetzten sich der Festnahme und behaupteten, Gott habe ihnen angetragen, sofort nach Hause zu gehen und jeden Kontakt mit offiziellen Stellen zu vermeiden. Die mitgeführten Chemikalien wurden zur weiteren Untersuchung in das Kriminallabor geschickt. Der Aufenthaltsort des Säuglings wird bis auf weiteres nicht bekannt gegeben. Eine schnelle Klärung des ganzen Falls scheint sehr zweifelhaft. Auf Rückfragen teilte eine Mitarbeiterin des Sozialamts mit: Der Vater ist mittleren Alters und die Mutter ist definitiv noch nicht volljährig. Wir prüfen gerade mit den Behörden in Nazareth, in welcher Beziehung die beiden zueinander stehen. Maria ist im Kreiskrankenhaus in Bethlehem zur medizinischen und psychiatrischen Untersuchungen. Sie kann mit einer Anklage rechnen. 
Weil sie behauptet, sie wäre noch Jungfrau und der Säugling stamme von Gott, wird ihr geistiger Zustand näher unter die Lupe genommen. In einer offiziellen Mitteilung des Leiters der Psychiatrie steht: Mir steht nicht zu, den Leuten zu sagen, was sie glauben sollen, aber wenn dieser Glaube dazu führt, dass - wie in diesem Fall - ein Neugeborenes gefährdet wird, muss man diese Leute als gefährlich einstufen. Die Tatsache, dass Drogen, die vermutlich von den anwesenden Ausländern verteilt wurden, vor Ort waren, trägt nicht dazu bei, Vertrauen zu erwecken. 
Ich bin mir jedoch sicher, dass alle Beteiligten mit der nötigen Behandlung in ein paar Jahren wieder normale Mitglieder unserer Gesellschaft werden können. Zu guter Letzt erreicht uns noch diese Info: Die anwesenden Hirten behaupteten übereinstimmend, dass ihnen ein großer Mann in einem weißen Nachthemd mit Flügeln (!) auf dem Rücken befohlen hätte, den Stall aufzusuchen und das Neugeborene zu seinem Geburtstag hoch leben zu lassen. Dazu meinte ein Sprecher der Drogenfahndung: Das ist so ziemlich die dümmste Ausrede vollgekiffter Junkies, die ich je gehört habe.
Autor: Unbekannt

Und ich hoffe, ich habe keine religiösen Gefühle verletzt. Diese  Geschichte soll so gesehen werden, wie sie geschrieben wurde, als harmlose Erzählung aus der heutigen Sicht. 
Herzlichst Margot

Montag, 15. Dezember 2014

Fröhliche Weihnacht überall

Es ist der 3. Advent, es herrscht ein Wetter wie im Frühling und es missfällt mir. Wo sind die großen Schneeflocken, die die Jahreszeit Winter einläuten? Wo ist die Kälte, über die ich oft schimpfte und es trotzdem als schön empfand? Es nutzt mir diese Fragerei nichts, ich sehe nebenbei TV - Wintersport und höre, der Schnee fehlt in vielen Ländern. Also, ich höre mit dieser Fragerei auf und konzentriere mich auf den heutigen Tag. Advent ... da sind mir Weihnachtsgeschichten willkommen, sie geben mir ein gutes Gefühl.

Fröhliche Weihnacht überall   

Im Jahre des Herrn 1767: Draußen war es finster und Marie vernahm das heulen des Windes, welches an den Fenstern rüttelte. Die alte Hütte schien sich im Winde zu bewegen. Marie lag alleine eingekuschelt in ihrem zu klein gewordenen Bett. Von unten vernahm sie ihre Stiefmutter in der Küche. 

Maries Stiefmutter war eine schreckliche Frau, die nur an sich selber dachte und alles tat, um Maries Leben nur noch unerträglicher zu machen. Ihr Vater war vor einem Jahr gestorben. Genau einen Tag vor Weihnachten. Die Tränen liefen ihr über die Wangen. 

Lange hielt sie es hier nicht mehr aus! Sie musste weg von dieser schrecklichen Person. Kurzer Hand packte sie ein paar alte Kleidungsstücke und eine Wolldecke in einen Sack und floh aus dem Fenster. Der Schnee unter ihren Füßen knirschte und die eisig kalte Luft brannte in ihrer Lunge, aber Marie ging immer weiter. Nach einem halben Tag kam sie in einer Stadt an, deren reges Treiben sie erschreckte.

In einer alten Scheune fand sie unterschlupf für eine Nacht und Marie stellte fest, dass sie noch nie so glücklich war in ihrem Leben. Sie war sie selbst, auf sich alleine angewiesen, aber es gab ja noch die Engel im Himmel die über sie wachten. Nun würde sie Weihnachten mit ihrem Vater und ihrer Mutter feiern. Im Geiste waren sie ihr näher als je zuvor! Denn egal wo man ist, die Engel folgen einem überall hin.


Herzlichst Margot.

Sonntag, 14. Dezember 2014

3. Advent ...

Es ist ja keine Seltenheit, wenn ich schreibe, es regnet. Schön wäre es, wenn ich schreiben könnte, es schneit. Dann wäre eine festliche Stimmung angesagt, die mich erfreuen würde. Doch der Wettergott hält nichts davon und lässt nur die flüssige Variante zu, eben Regen. So muss ich den 3. Advent grau in grau erleben und sage, früher war das Wetter schöner. Als ich diese Worte gedanklich sprach, habe ich nicht gelogen, es war wirklich so. Die Industrie war noch nicht so weit entwickelt und die Autoindustrie lag noch in den Kinderschuhen. Ach ja, ... möchte nicht weiter darüber nachdenken. Dafür haben wie jetzt die Computerzeit, wenn auch dadurch das Wetter nicht besser wird. Ich finde diese Zeit sehr schön ... 

Nun es ist 3. Advent und meine Gedanken gehen in eine andere Richtung. Zu Kurz-Geschichten, auch wenn sie über Wunder und Frömmigkeit erzählen. Es ist Adventszeit ... da darf ich es, auch wenn ich keine Kirchgängerin bin.


Die Bestrafung und Begnadigung eines Betrügers

Ein Christ, der sich in großer Not befand, wandte sich an einen Juden um ein Darlehen und schwur über einem Bilde des hl. Nikolaus, das entliehene Geld pünktlich an einem festgesetzten Tage zurückzuliefern. Als die Frist um war, verlangte der Jude sein Geld, der Christ aber schwur hoch und teuer, dass er ihm nichts schulde und ihm deshalb auch nichts wiedergeben würde. Der Gläubiger machte die Sache bei Gericht anhängig, die streitenden Parteien
wurden vorgeladen. 

Der Christ aber, ein verschmitzter Geselle, barg das geliehene Geld in einem hohlen Stocke, und als er seinen Schwur ablegen sollte, hieß er den Juden den Stock halten, worauf er schwur, dass er jenem all sein Gut zurückgegeben hätte. Der Jude bekam Unrecht und verließ den Saal, auf den hl. Nikolaus scheltend. Aber die Strafe sollte nicht ausbleiben. Als der Betrüger heimkehrte, überfiel ihn eine unwiderstehliche Schlafsucht, die ihn zwang, sich mitten auf dem Wege niederzulegen. Niemand war imstande, ihn von der Stelle zu bringen.

So wurde er dann von einem scharfem Trabe daher kommenden Wagen überfahren und erlitt einen qualvollen Tod; zugleich aber hatte der Wagen auch den mit Gold gefällten Stock zerbrochen und den reichen Inhalt bloßgelegt. Der herbeigeholte Jude erkannte zwar das Gold als das seinige an, weigerte sich aber es zu nehmen, wenn St. Nikolaus nicht den Christen wieder zum Leben erwecken würde. Kaum war das Wort gesprochen, so erhob sich jener. Der Jude aber, durch dieses Wunder bekehrt, ließ sich mit seinem ganzen Hause taufen.


Herzlichst Margot.

Samstag, 13. Dezember 2014

Weihnachtliche Zitate

Das Wetter ist dunkel, stürmisch und lässt fast jeden Menschen sich freuen, wenn er nicht raus muss. Nein, es ist schön, warm in der Stube zu sitzen und das Wetter nur durchs Fenster zu beobachten. Gestern war ich fürs Wochenende einkaufen und mein Gesicht strahlt Zufriedenheit aus. Ich denke an Weihnachten und möchte gerne wissen, was haben große Geister über diese Tage gedacht? Ein paar Antworten, die ich gefunden habe, schreibe ich hier auf ...


Vom Honigkuchenmann 


Keine Puppe will ich haben - 
Puppen gehn mich gar nichts an. 
Was erfreu’n mich kann und laben 
Ist ein Honigkuchenmann. 
So ein Mann mit Leib und Kleid 
durch und durch an Süßigkeit. 

Stattlicher als eine Puppe 
Sieht ein Honigkerl sich an, 
Eine ganze Puppengruppe 
Mich nicht so erfreuen kann. 
Aber seh ich recht dich an, 
Dauerst du mich, lieber Mann. 

Denn du bist zum Tod erkoren - 
Bin ich dir auch noch so gut, 
Ob du hast ein Bein verloren. 
Ob das andre weh dir tut: 
Armer Honigkuchenmann, 
Hilft dir nicht, du mußt doch ran.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874), 



Bäume leuchtend, Bäume blendend, 
Überall das Süße spendend, 
In dem Ganzen sich bewegend, 
Alt- und junges Herz erregend - 
Solch ein Fest ist uns bescheret, 
Mancher Gaben Schmuck verehret; 
Staunend schaun wir auf und nieder, 
Hin und her und immer wieder.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)


Noch einmal ein Weihnachtsfest,
Immer kleiner wird der Rest,
Aber nehm' ich so die Summe,
Alles Grade, alles Krumme,
Alles Falsche, alles Rechte,
Alles Gute, alles Schlechte –
Rechnet sich aus allem Braus
Doch ein richtig Leben raus.
Und dies können ist das Beste
Wohl bei diesem Weihnachtsfeste.

Theodor Fontane (1819 - 1898


Es gibt tatsächlich Leute, die Weihnachtsfeste veranstalten. Ist das komisch!

Gustave Flaubert (1821 - 1880), französischer Erzähler und Novellist


Weihnachten: ein besonderer Tag der Völlerei, Trunksucht, Gefühlsduselei, Annahme von Geschenken, öffentlichem Stumpfsinn und häuslichem Protzen gewidmet.

Ambrose Gwinnett Bierce (1842 - 1914), genannt Bitter Pierce, US-amerikanischer Journalist und Satiriker




Weihnachtsmarkt

Welch lustiger Wald um das hohe Schloß
hat sich zusammengefunden,
Ein grünes bewegliches Nadelgehölz,
Von keiner Wurzel gebunden!

Anstatt der warmen Sonne scheint
Das Rauschgold durch die Wipfel;
Hier backt man Kuchen, dort brät man Wurst,
Das Räuchlein zieht um die Gipfel.

Es ist ein fröhliches Leben im Wald,
Das Volk erfüllet die Räume;
Die nie mit Tränen ein Reis gepflanzt,
Die fällen am frohsten die Bäume.

Der eine kauft ein bescheidnes Gewächs
Zu überreichen Geschenken,
Der andre einen gewaltigen Strauch,
Drei Nüsse daran zu henken.

Dort feilscht um ein winziges Kieferlein
Ein Weib mit scharfen Waffen;
Der dünne Silberling soll zugleich
Den Baum und die Früchte verschaffen.




Mit rosiger Nase schleppt der Lakai
Die schwere Tanne von hinnen;
Das Zöfchen trägt ein Leiterchen nach,
Zu ersteigen die grünen Zinnen.

Und kommt die Nacht, so singt der Wald
Und wiegt sich im Gaslichtscheine;
Bang führt die ärmste Mutter ihr Kind
Vorüber am Zauberhaine.

Einst sah ich einen Weihnachtsbaum:
Im düsteren Bergesbanne
Stand reifbezuckert auf dem Grat
die alte Wettertanne.

Und zwischen den Ästen waren schön
Die Sterne aufgegangen;
Am untersten Ast sah man entsetzt
Die alte Wendel hangen.

Hell schien der Mond ihr ins Gesicht,
Das festlich still verkläret;
Weil auf der Welt sie nichts besaß,
Hatt' sie sich selbst bescheret.

Gottfried Keller (1819 - 1890), Schweizer Dichter und Romanautor



Weihnachten

Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh' ich durch die Gasssen,
Alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus ins weite Feld,
Hehres Glänzen, heil'ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigt's wie wunderbares Singen -
O du gnadenreiche Zeit!

Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff (1788 - 1857)


Nun, ich könnte noch einige Seiten mit diesen Aussagen füllen, doch ich mag keine zu viele beschriebene  Seiten. Ich habe das Gefühl, ihr auch nicht ...


Herzlichst Margot