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Freitag, 23. Januar 2015

Anekdoten

Es ist für mich immer eine Freude, wenn ich im Internet, Gutes und Interessantes finde. So wie heute, Anekdoten, aus einer Zeit, die ich nicht kenne, aber die auch in die heutige Zeit passen. Zuerst eine Definition Anekdote.

Die Anekdote gehört zu der literarischen Gattung der Epik. Eine Anekdote ist eine knappe Erzählung, die nicht auf der Wirklichkeit beruhen muss, aber dennoch ist sie plausibel . Sie endet oft mit einer überraschenden, witzigen Wendung und gibt eine Gegebenheit wieder, die für eine Person oder eine Gesellschaft besonders charakteristisch ist. Die Anekdote endet in der Regel mit einer Pointe.


Kennzeichen der Unschuld
Friedrich Nicolai

Eine Frau beklagte sich über einen Diebstahl, der in ihrem Hause von Soldaten begangen worden sei.
»Haben die Diebe denn alles mitgenommen?« fragte der Kapitain.
»Nein, mein Herr«, antwortete die Frau, »etwas haben sie dagelassen.«
»Nun«, erwiderte der Kapitain, »so können es meine Leute nicht gewesen sein, denn die nehmen alles.«


Das beißende Gleichnis
Friedrich Nicolai

Auf die Amtsstube zu Leipzig kam ein Bauer des Morgens, um seine Steuer zu bezahlen. Weil es noch frühe war, so war, außer einigen Schreibern, noch niemand von den Einnehmern da. Wie nun der Bauer auf dem Vorsaale mit starken Schritten auf und nieder ging, kam einer von den Schreibern heraus und sagte: »Guter Freund, Ihr habt noch lange Zeit, die Herren werden so bald nicht kommen. Setzt Euch derweil!«
Der Bauer, welcher wohl sah, daß man ihn zum besten haben wollte, weil weder Stuhl noch Bank in dem Saale war, antwortete: »Hm. Hier gemahnt mich's eben wie zu Hause in meiner Scheune. Da sind auch keine Stühle und Bänke, aber desto mehr Flegel!«


Anekdote
Heinrich von Kleist

Ein mecklenburgischer Landmann, namens Jonas, war seiner Leibesstärke wegen, im ganzen Lande bekannt.
Ein Thüringer, der in die Gegend geriet, und von jenem mit Ruhm sprechen hörte, nahm sichs vor sich mit ihm zu versuchen.
Als der Thüringer vor das Haus kam, sah er vom Pferde über die Mauer hinweg auf dem Hofe einen Mann Holz spalten und fragte diesen: ob hier der starke Jonas wohne? erhielt aber keine Antwort.
So stieg er vom Pferde, öffnete die Pforte, führte das Pferd herein, und band es an die Mauer.
Hier eröffnete der Thüringer seine Absicht, sich mit dem starken Jonas zu messen.
Jonas ergriff den Thüringer, warf ihn sofort über die Mauer zurück, und nahm seine Arbeit wieder vor.
Nach einer halben Stunde rief der Thüringer, jenseits der Mauer: Jonas! – Nun was gibts? antwortete dieser.
Lieber Jonas, sagte der Thüringer: sei so gut und schmeiß mir einmal auch mein Pferd wieder herüber!



Donnerstag, 22. Januar 2015

Fabeln, Zitate von Aesop

Viele Fabeln habe ich schon aufgeschrieben, Witze, Gedichte, Kurzgeschichten, nun sollen es wieder Fabeln sein. An Fabeln von Aesop bin ich noch immer dran und lese heute zuerst ...


"Wir hängen die kleinen Diebe - die großen schicken wir in den öffentlichen Dienst."

Aesop (um 600 v. Chr.)

Es sind Worte die Aesop schon 600 Jahre vor Christus geschrieben hat. Ich frage mich, woher kannte er schon unsere Regierung? :-))



Zwei Frösche

In einem außerordentlich heißen Sommer war ein tiefer Sumpf ausgetrocknet und die Frösche, die bisherigen Bewohner desselben, mußten sich nach einem
andern Wohnort umsehen.

Zwei derselben kamen auf ihrer Wanderschaft zu einem tiefen Brunnen, worin es noch Wasser gab.
»Ei! Sieh da!« rief der eine. »Warum wollen wir weitergehen? Laß uns hier hinunterhüpfen!«
»Halt!« antwortete der andere, »das Hinunterkommen ist zwar ganz leicht, aber wenn auch der Brunnen eintrocknet, wie willst du dann wieder herauskommen?«
Was dir heute nutzt, das kann dir morgen schaden, darum denke nach, bevor du handelst.


Die Ziege und der Ziegenhirt

Ein Ziegenhirt musterte seine Ziegen, bevor er sie austrieb. Eine derselben hatte es sich gut schmecken lassen und sehr viel gefressen. Sie ging daher langsamer als die andern und blieb zurück.
Der Hirt ärgerte sich über ihre Langsamkeit, und da er nicht lange auf sie warten wollte, hob er einen Stein auf und warf nach ihr. Unglücklicherweise traf er das eine Horn, daß es abbrach. Kaum geschehen, bereute er seine Unvorsichtigkeit und bat die Ziege, doch ja nichts ihrem Herrn zu klagen.
»Sei doch gescheit«, antwortete die Ziege, »wenn ich auch nichts davon sagen wollte, so würde doch das fehlende Horn dich anklagen.«
Wo Taten sprechen, laßt sich das einmal Geschehene nicht verhehlen.


Zwei Krebse

»Geh doch gerade und vorwärts!« rief einem jungen Krebs seine Mutter zu.
»Von Herzen gerne, liebe Mutter«, antwortete dieser, »nur möchte ich es dich ebenso machen sehen.«
Jedoch vergeblich war der Mutter Anstrengung und sichtbar ihre Klügelei und Tadelsucht.
Gib keine Befehle, die man nicht vollbringen kann, und tadle an andern keine Fehler, die du selbst begehst!


Der Hahn und der Diamant

Ein hungriger Hahn scharrte auf einem Misthaufen nach Fruchtkörnern und fand einen Diamanten. Unmutig stieß er ihn beiseite und rief aus: »Was nützt einem Hungrigen ein kostbarer Stein; sein Besitz macht wohl reich, aber nicht satt. Wie gerne würde ich diesen Schatz um nur einige Gerstenkörner geben.«
Das Stücklein Brot, das dich ernährt, ist mehr als Gold und Perlen wert.


Die Hasen und die Frösche

Die Hasen klagten einst über ihre mißliche Lage; »wir leben«, sprach ein Redner, »in steter Furcht vor Menschen und Tieren, eine Beute der Hunde, der Adler, ja fast aller Raubtiere! Unsere stete Angst ist ärger als der Tod selbst. Auf, laßt uns ein für allemal sterben.«

In einem nahen Teich wollten sie sich nun ersäufen; sie eilten ihm zu; allein das außerordentliche Getöse und ihre wunderbare Gestalt erschreckte eine Menge Frösche, die am Ufer saßen, so sehr, daß sie aufs schnellste untertauchten.
»Halt«, rief nun eben dieser Sprecher, »wir wollen das Ersäufen noch ein wenig aufschieben, denn auch uns fürchten, wie ihr seht, einige Tiere, welche also wohl noch unglücklicher sein müssen als wir.«
Laß dich nie durch's Unglück niederschlagen; es gibt immer noch Unglücklichere, mit deren Lage du nicht tauschen würdest.


Was mir noch gefällt, sind die Zitate von Aesop. Sie sind klug gewählt und beinhalten noch heute, im 21.Jahrhundert, ihre Wahrheiten.




Er, der unzufrieden ist an einem Ort, wird selten glücklicher an einem anderen Ort.

Man solle sich nicht mit Menschen einlassen, die ihre Freunde in der Not verlassen.

Die Unglücklichen schöpfen Trost aus den schlimmeren Leiden anderer.

Viele verlieren, indem sie mehr zu gewinnen streben, dasjenige, was sie in Sicherheit genießen könnten.

Die Bildung des Geistes gibt erst der Schönheit des Körpers einen Wert.

Genügsamkeit und Zufriedenheit macht glücklicher als Reichtum und Überfluß unter großen Sorgen.

Aesop 

 Herzlichst Margot

Mittwoch, 21. Januar 2015

Polizei und Bund

Heute möchte ich, habe darüber gründlich nachgedacht, etwas über Polizei und Bund schreiben. Nun schreibe ich schon 3 Jahre Beiträge und habe noch nie, über unsere "Freunde und Helfer" geschrieben. Vielleicht, weil ich kein Fahrzeug besitze und mich kein Polizist mal angehalten hat. Nun aber ... da fange ich doch zuerst mit der ehemaligen Volkspolizei an.

kennste den ...

Ball der Deutschen Volkspolizei.

Ein VoPo-General fordert Margot Honecker zum Tanzen auf. Dabei sagt er ihr:
"Genossin Honecker, es wird Zeit, daß diese VoPo-Witze verboten werden!"
Darauf Margot:
"Aber irgend etwas muß dran sein. Sie sind der erste, der mich bei der Nationalhymne zum Tanzen aufgefordert hat..."

oder diesen...

Anruf bei der Funkzentrale der Polizei:

"Helfen Sie mir, man hat aus meinem Wagen Lenkrad, Handbremse und Armaturenbrett geklaut!"
Minuten später meldet sich der Streifenwagen:
"Hat sich erledigt. Der Kerl ist besoffen und sitzt auf dem Rücksitz..."

oder ...

Ein Polizist hat beim Schießwettkampf einen Preis gewonnen und kommt stolz zu seiner Frau nach Hause:
"Schau nur, Liebling, ich habe eine Vase gewonnen!"
Seine Frau sieht sich das Ding an und meint dann:
"Na, da hast Du Dir ja einen schönen Mist andrehen lassen, die hat ja oben gar keine Öffnung!"
Darauf er: "Tatsächlich! Und sieh mal hier, der Boden fehlt auch völlig..."

kennste den ...

Polizist:
"In ihrem Zustand heißt die Devise: Hände weg vom Steuer!"
Betrunkener Autofahrer:
"Was, wenn ich blau bin soll ich auch noch freihändig fahren?"

Ein LKW-Fahrer fährt über die Landstraße, als er plötzlich ein kleines blaues Männchen am Straßenrand stehen sieht.
Er hält an und fragt: "Na, was bist Du denn für einer?"
Das kleine blaue Männchen antwortet:
"Ich komme von der Venus, bin schwul und habe Hunger!"
Der LKW-Fahrer antwortet: "Tut mir leid, ich kann Dir nur ein Brötchen geben, das ist alles, was ich für Dich tun kann!"
Er gibt dem blauen Männchen ein Brötchen und fährt weiter, bis er am Straßenrand ein kleines rotes Männchen stehen sieht.
Er hält wieder an und fragt: "Na, was bist Du denn jetzt für einer?"
Das kleine rote Männchen sagt: "Ich komme vom Saturn, bin schwul und habe Durst!"
Der LKW-Fahrer gibt dem roten Männchen eine Cola und sagt:
"Tut mir leid, das ist alles, was ich für Dich tun kann!", und fährt weiter.

Schließlich sieht er ein kleines grünes Männchen am Straßenrand stehen. Er hält wieder an und sagt:
"Na, Du kleines grünes, schwules Männchen, was kann ich Dir denn geben?"
Sagt das grüne Männchen:
"Führerschein und Fahrzeugpapiere, bitte!..."

Eine wahre Geschichte:

Der Musterungsarzt zum zukünftigen Rekruten:
"So, und jetzt setzen sie doch mal bitte die Brille ab!"
"Aber dann seh ich doch nix mehr..."
"Das werden wir herausfinden... Lesen sie doch bitte mal die Zahlen da vor!"
"Welche Zahlen?"
"Na, die auf der Tafel!"
"Welche Tafel..."

Rekrut:
"Herr Leutnant, wir haben einen Schwulen in unserer Kompanie."
Leutnant: "So wer ist es denn?"
Rekrut: "Küssen Sie mich und ich verrate es Ihnen..."

Wußtest Du, daß die Bundeswehr schon in der Bibel erwähnt wurde?
"...und sie hüllten sich in seltsame Gewänder und irrten ziellos umher..."

"Mein Name ist Stein, und ich bin hart wie Stein. Schreiben Sie sich das hinter die Ohren! So, und wie heißen Sie?"
fragt der Feldwebel den Rekruten. "Steinbeißer, Herr Feldwebel..."


kennste den ...

Freundlich schlägt der General bei der Truppeninspektion dem Rekruten auf die Schulter: "Wie geht's uns denn, mein Sohn?"
Der strahlt und freut sich: "Toll, Vati, daß du dich endlich meldest. Mutti sucht dich schon seit Jahren..."

Kurzsichtiger Feldwebel:

"Stillgestanden! Das gilt auch für den Kleinen da hinten mit der roten Mütze."
Zaghafter Einwand: "Aber, Herr Feldwebel, das ist doch ein Hydrant!"
Feldwebel:"Egal, hier haben auch Akademiker zu gehorchen!" 

Steht ein Schütze am Wachtor und hält Dienst.

Kommt auf einmal der UvD an und sagt:
"Hey, Schütze, heute kommt der General. Wenn er kommt, sofort Meldung an mich!"
Der Schütze einigermaßen eingeschüchtert:
"Jawoll!"
Nach einer Stunde - der General ist noch nicht gekommen - turnt wieder der UvD an. Diesmal noch hektischer:
"Sobald der General da ist, sofort Meldung machen!"

Wieder 30 Minuten später der UvD zum Schützen:
"Sobald der General da ist, sofort Meldung zu mir!"
Das geht alle 20 Minuten so weiter, bis auf einmal eine Limousine vor dem Kasernentor hält. Der Schütze geht auf den Wagen zu und fragt:
"Hey, du! Bist du der General?"
Sagt der General:
"Ja, der bin ich. Und?"
Sagt der Schütze:
"Dann verpiss dich lieber schnell, der UvD sucht dich schon die ganze Zeit..."









So, nun verpiss, nein, schleiche ich mich auch weg, für heute reicht es mit  unseren Helfern und Freunden. Wünsche noch einen schönen Tag und sage: 



Herzlichst Margot.

Dienstag, 20. Januar 2015

Nach Regen scheint Sonne ...

... nach Weinen wird gelacht. Nach diesem Motto möchte ich die heutige Seite gestalten. Der gestrige Beitrag hatte mich sehr traurig gemacht, denn die eigene Stimmung ist nicht immer auf Fröhlichkeit und Singen ausgelegt. Doch heute möchte ich wieder meine lustige Seite zeigen, sie ist mir angenehmer. Also, fange ich mit Gesang an ...


              


Nun ein paar politische Witze ... und ich möchte noch sagen, ich verstehe nicht, warum man einen "Langhaardackel" zum Politiker machen darf. Seine politischen Aussagen finde ich gleich Null.

Politiker sind ja die Vertreter des Volkes. Ja, das ist wahr. Sie vertreten uns in staatlichen Belangen, sie sollten es eigentlich tun. Ich kann ihnen das ja beweisen.
Nur, ich muss da etwas ausholen. Ein Staubsaugervertreter, was verkauft der? Richtig, Staubsauger.
Ein Autovertreter, was verkauft der? Richtig, Autos natürlich.
Und was verkauft der Volksvertreter? Richtig, das Volk natürlich.

Merkel beim Frisör: Während er der Bundeskanzlerin die Haare schneidet, erzählt er den neuesten Klatsch und Tratsch.

Doch während er so erzählt, sagt er immer wieder Worte wie: 'Milliardenloch', oder 'Arbeitslosigkeit'.
Merkel ist empört: "Hören Sie auf, immer diese Dinge zu mir zu sagen! Was soll das?"
Darauf der Frisör: "Tut mir leid, Frau Bundeskanzlerin, aber so kann ich Ihre Haare besser schneiden. Jedes mal wenn ich das zu Ihnen sage, stehen Ihre Haare so schön..."

Na gut, genug  mit Politik, sie verderben mir meine gute Laune. Lieber noch ein Witz der mir gefällt.

Der Freund einer Blondine sieht sich ein Eishockeyspiel im Fernsehen an. Die Blondine fragt: „Wie lange dauert das Spiel noch?“ „Es ist erst im zweiten Drittel“, erklärt der Mann. „Wie viele Drittel hat so ein Spiel denn?“, will die Blondine wissen. „So eine dumme Frage! Drei Drittel natürlich!“, erwidert der Freund. Da sagt sie empört: „Woher soll ich das wissen? Ich verstehe doch nichts von Eishockey!“


Zwei Blondinen unter der Dusche: “Gib mir mal dein Shampoo, bitte!” “Ja aber du hast doch eines gleich neben dir.” “Ja ich weiß, aber hier steht ‘für trockenes Haar’ und meine sind doch nass!”


Beim Zoll

Eine Frau sitzt im Flugzeug neben einem Pfarrer.
"Vater", sagt sie, "darf ich Sie um einen Gefallen bitten?"
"Gerne, wenn ich kann, meine Tochter."
"Also wissen Sie, ich habe mir einen sehr teuren und ganz besonders guten Rasierapparat für Damen gekauft, der ist aber noch ganz neu und jetzt fürchte ich, dass ich beim Zoll einen Haufen Abgaben dafür zahlen muss. Könnten Sie ihn vielleicht unter ihrer Soutane verstecken?"
"Das kann ich schon, meine Tochter, das Problem ist nur: ich kann nicht lügen, aber geben sie das Gerät her, es wird mir schon etwas einfallen."
Na ja, denkt sich die Frau, irgendwie wird das schon klappen und sie gibt ihm den Rasierer.
Am Flughafen fragt der Zollbeamte den Pfarrer, ob er etwas zu verzollen hat.
"Vom Kopf bis zur Mitte nichts zu verzollen, mein Sohn!", versichert der Pfarrer.

Etwas erstaunt fragt der Zollbeamte:
"Und von der Mitte abwärts?"
"Da unten", sagt der Pfarrer, "habe ich ein Gerät für Damen, das noch nie benutzt wurde."
Der Zollbeamte lacht schallend und ruft: "Der Nächste bitte!" 


Damit möchte ich diese Seite beenden, der Satz: "der Nächste bitte!" erinnert mich, dass ich zum Augenarzt muss.


Montag, 19. Januar 2015

Der Neujahresbesuch

Diese Geschichte, die ich heute erzähle, soll sich zur Neujahrszeit zugetragen haben. Ich erzähle sie heute, es ist ja Januar und noch nicht sehr weit von Neujahr entfernt. Meine Stimmung liegt zwischen Lachen und Weinen. Ich denke an die Menschen, die nicht vom Glück gesegnet wurden und es auch in der heutigen Zeit schwer haben, ein ordentliches Leben zu führen. Besonders an alte Menschen, die viel Kummer erleben mussten ... und an alte Menschen, die am Ende ihres Weges stehen. Ihnen möge ein friedlicher Eintritt in eine andere Welt möglich und gegönnt sein.
Es ist mir nicht leicht gefallen, diese Geschichte aufzuschreiben, meine Tränen haben meinen Schreibfluss ständig unterbrochen, aber auch ich habe Hoffnung auf ein friedliches Ende. Doch vorher möchte ich noch sehr viele schöne und lustige Jahre erleben ... das wünsche ich auch euch allen.

Die Hoffnung, so trügerisch sie auch ist, dient doch dazu, uns zum Ende des Lebens auf einem angenehmen Weg zu führen.

François VI. Duc de La Rochefoucauld
(1613 - 1680), französischer Offizier, Diplomat und Schriftsteller


Der Neujahresbesuch
neujahrswuensche.net

In einem Dorf lebte einmal ein altes Ehepaar. Sie hatten beide ihr ganzes Leben hart gearbeitet und waren doch arm geblieben. Nie hatten sie die Sonnenseite des Lebens kennen gelernt. Sie wohnten ganz alleine in einer kleinen und armseligen Hütte. Ihre einzige Tochter war mit 15 Jahren an Gelbfieber erkrankt und gestorben. Der Sohn hatte als Soldat im Krieg sein Leben lassen müssen. Das war nun schon über dreißig Jahre her. Oft sagte der alte Mann traurig zu seiner Frau: “Es waren uns nur wenige Jahre vergönnt, in denen wir alle vier zur Neujahrsandacht in die Kirche gehen konnten”.

Nun war wieder einmal der Neujahrstag gekommen. In der Nacht zuvor hatte es geschneit. Der Schnee bedeckte die Armut der kleinen Hütte und zauberte ein glitzerndes Weiß auf das Dach. Drinnen aber saßen die beiden alten Leute und dachten mit Wehmut und Gram an die Zeit mit ihren Kindern. Seit einigen Monaten fühlte sich der alte Mann krank. “Ich glaube, dass ich nicht mehr lange leben werde”, sagte er zu seiner Frau. Diese weinte still in ruhelosen Nächten. Was würde denn sein, wenn sie ganz alleine mit ihren Erinnerungen leben musste?

Wie jeden Mittag bereitete sie ein karges Mahl zu. Sie setzten sich zusammen an den alten Tisch und aßen schweigend. Der Mann sah seine Frau lange an, doch sie wich seinem Blick aus. Er sollte nicht sehen, dass sie schon wieder geweint hatte. Nach dem Mahl sagt der Mann: “Ich bin sehr müde, Frau! Da auf die Bank will ich mich legen und ein wenig schlafen”.
Die Frau nickte nur stumm mit dem Kopf. Er legte sich hin und war sehr bald eingeschlafen. Sie betrachtete ihren Mann und liebevolle Erinnerungen stiegen

in ihr auf. Das erste Kennenlernen, der erste Kuss und das Versprechen, sich nie mehr zu verlassen. Das alles hatten sie in einem entbehrungsreichen Leben erreicht. Sie kannten weder Reichtum noch Vermögen, aber sie wussten sehr wohl was Liebe bedeutete.

Der Mann schlief sehr lange und draußen begann es schon zu dämmern. “Nun werden wir auch in diesem Jahr nicht mehr zur Neujahrsandacht gehen”, sagte die Frau leise. So schloss sie ihre Augen, faltete die Hände und sprach ein kurzes Gebet. Als sie die Augen nach einer Zeit wieder öffnete bemerkte sie, dass es im Raum eigenartig hell war. Ein Lichtstrahl fiel durchs Fenster und erleuchtete die armselige Stube. Doch er strahlte so hell, dass es nicht mit rechten Dingen zugehen konnte. Die Frau weckte ihren Mann. Auch er sah erschrocken in das Licht.
“Wie geht da zu?”, stammelte er bestürzt, “was für ein seltsamer Zauber ist das?”

Die alten Leute fassten einander an den Händen. Da! In diesem Moment klopfte es leise an die Türe.
“Mach’ nicht auf!”, flüsterte die Frau. Sie war zu Tode erschrocken.
“Ich glaube nicht, dass uns etwas Gutes da draußen erwartet”, sprach sie weiter.
“Ist schon in Ordnung, Frau”, antwortete der Mann, “wir öffnen die Türe nicht”.
Da erklang das leise Klopfen noch einmal.
“Vielleicht ist da draußen jemand in Not”, sprach der Mann, “es ist unsere Christenpflicht zu helfen!”


Obwohl ihn seine Frau davon abhielt, ging der Mann zur Tür. Noch einmal erklang das Klopfen. Da öffnete er ganz langsam die Türe – und erstarrte. Im dichten Schneegestöber standen zwei junge Menschen. Sie lächelten den Alten an.
“Ein frohes Neues Jahr, Vater!”, sprach da der junge Mann.
Er ging auf den erschrockenen Alten zu und drückte ihm herzlich die Hand.
“Auch von mir alles Gute!”, sagte nun auch das junge Mädchen und umarmte ebenfalls ihren Vater.
“Ihr seid es? Meine Kinder? Oh mein Gott! Ich…”, stammelte der alte Mann. Er fiel vor seinen Kindern im Schnee auf die Knie. Tränen liefen über seine Wangen und er konnte nichts sagen.
Der Sohn hob seinen Vater nun behutsam auf.
“Lasst uns in die Hütte gehen”, sprach der junge Mann, “wir wollen Mutter begrüßen!”

Die alte Frau hatte schon Sorge was da draußen wohl geschehen sei. Doch als ihre Kinder mit dem Vater in die Stube traten sank sie auf die Bank und wurde totenbleich.
“Ihr seid gekommen?”, flüsterte sie tonlos.
Doch da waren ihre Kinder schon auf sie zugeeilt und umarmten sie. Die alte Frau weinte und lachte und wusste gar nicht wie ihr geschah.
Nachdem die erste Wiedersehensfreude etwas abgeklungen war setzten sich alle auf die alte Eckbank. Dann begann der Sohn zu erzählen:
“Meine Schwester und ich haben so lange schon Euer Leid gesehen. Doch nie war es uns möglich, noch einmal zu Euch zurück zu kehren. Doch nun, da Vater nicht mehr lange zu leben hat, haben wir die Erlaubnis erhalten, noch einmal gemeinsam das Neue Jahr zu feiern”.
“Wer hat es Euch erlaubt?”, fragte der Vater, obwohl er die Antwort kannte.
“Ihr werdet ihn bald kennen lernen”, sprach die Tochter, “er hat mich damals so unsagbar getröstet, als ich von Euch gehen musste!”
Und die jungen Menschen erzählten ihren Eltern von der Herrlichkeit, den himmlischen Chören und dem ewigen Licht. Noch einmal saß die Familie zusammen und feierte das Neue Jahr. So eine große Freude hatte in der kleinen Hütte lange nicht mehr geherrscht.
Als es Mitternacht geworden war fragte die alte Frau: “Könnt Ihr nicht noch bei uns bleiben? Es wäre so schön, Euch in dieser so seligen Nacht bei uns zu wissen!”
“Natürlich Mutter”, sagte das Mädchen sanft, “wir werden uns jetzt nie mehr trennen”.
Und so legten sie sich schlafen. Als die alten Leute in ihrem Bett lagen, nahmen sie sich bei der Hand. Seit über dreißig Jahren waren sie nicht mehr mit so einem leichten und freudigen Herzen eingeschlafen.

Es war der 5. Januar als man die Tür der kleinen Hütte aufbrach. Seit Tagen hatte niemand mehr die alten Leute gesehen und die anderen Dorfbewohner befürchteten Schlimmes. Als die Leute in die Hütte traten fanden sie die beiden Alten tot im Bett liegen. Noch immer hielten sie sich an den Händen. Ein seliges Lächeln umspielte die Züge der Verstorbenen.
Niemand ahnte, dass sie, endlich wieder mit ihren Kindern vereint, in die Herrlichkeit eingegangen waren.


Sonntag, 18. Januar 2015

Der Wolf und der Kranich

Wikipedia-Aesop
Heute werde ich nur zwei Fabeln erzählen, denn die Müdigkeit der Nacht steckt in meinen Gliedern und lässt mich wie eine Tranfunsel reagieren. Meine Gedanken sind so träge, dass ich nicht lange meine Finger bewegen kann. Also verzeiht ...

Die Fabeln sind von Äsop, er war ein berühmter griechischer Dichter von Fabeln und Gleichnissen und lebte um 600 v. Chr. Er gilt für Europa als der Begründer der Fabeldichtung.




Der Fuchs und der Storch

Ein Fuchs hatte einen Storch zu Gaste gebeten, und setzte die leckersten Speisen vor, aber nur auf ganz flachen Schüsseln, aus denen der Storch mit seinem langen Schnabel nichts fressen konnte. Gierig fraß der Fuchs alles allein, obgleich er den Storch unaufhörlich bat, es sieh doch schmecken zu lassen.
Der Storch fand sich betrogen, blieb aber heiter, lobte außerordentlich die Bewirtung und bat seinen Freund auf den andern Tag zu Gaste. Der Fuchs mochte wohl ahnen, daß der Storch sich rächen wollte, und wies die Einladung ab. Der Storch ließ aber nicht nach, ihn zu bitten, und der Fuchs willigte endlich ein.
Als er nun anderen Tages zum Storche kam, fand er alle möglichen Leckerbissen aufgetischt, aber nur in langhalsigen Geschirren. »Folge meinem Beispiele«, rief
ihm der Storch zu, »tue, als wenn du zu Hause wärest.« Und er schlürfte mit seinem Schnabel ebenfalls alles allein, während der Fuchs zu seinem größten Ärger nur das Äußere der Geschirre belecken konnte und nur das Riechen hatte.
Hungrig stand er vom Tische auf und gestand zu, daß ihn der Storch für seinen Mutwillen hinlänglich gestraft habe.

Was du nicht willst, daß man dir tu', das füg' auch keinem anderen zu.


Der Wolf und der Kranich

Ein Wolf hatte ein Schaf erbeutet und verschlang es so gierig, daß ihm ein Knochen im Rachen steckenblieb.
In seiner Not setzte er demjenigen eine große Belohnung aus, der ihn von dieser Beschwerde befreien würde.
Der Kranich kam als Helfer herbei; glücklich gelang ihm die Kur, und er forderte nun die wohlverdiente Belohnung.
»Wie?« höhnte der Wolf, »du Unverschämter! Ist es dir nicht Belohnung genug, daß du deinen Kopf aus dem Rachen eines Wolfes wieder herausbrachtest? Gehe heim, und verdanke es meiner Milde, daß du noch lebest!«

Hilf gern in der Not, erwarte aber keinen Dank von einem Bösewichte, sondern sei zufrieden, wenn er dich nicht beschädigt.



Samstag, 17. Januar 2015

Blondinen 2 ...

Was macht man bei Regenwetter? Jedenfalls ich, ich schaue mir das Wetter an, grübel ob ich aus dem Haus gehe, beantworte die Frage die ich mir gestellt habe, mit einem kräftigen Nein. Ich habe keine Regenjacke und keine Regenstiefel, also geht meine Verweigerung in Ordnung. Es ist für mich auch schöner, im Internet nach Lustigem zu suchen. Ich stoße wieder auf Blondinen-Witze und muss schon beim ersten Witz lachen ... 


Eine Blondine in der Wüste

Eine Blondine, eine Brünette und eine Schwarzhaarige gehen durch die Wüste.
Plötzlich kommt ein Löwe auf die drei zugerannt, geistesgegenwärtig bückt sich die Schwarzhaarige, greift in den Sand und wirft dem Löwen eine Hand Sand in die Augen.
Der Löwe rennt brüllend davon.

Etwas später kommen zwei Löwen auf die drei zugelaufen, geistesgegenwärtig bücken sich die Schwarzhaarige und die Brünette, greifen in den Sand und werfen je einem Löwen eine Hand Sand in Augen.

Endlich erreichen die drei eine Oase, eine unzählbare Menge Löwen kommt auf sie zu.
Die Schwarzhaarige und die Brünette klettern so schnell sie können auf bei ihnen stehenden Palmen., die Blondine bleibt unten.

Da ruft die Schwarzhaarige:
"Menschenskind, jetzt klettere schon auf eine Palme."

Entrüstet entgegnet die Blondine:
"Hab' ich mit Sand geworfen, oder ihr?"



Eine Blondine fährt auf der Autobahn und hört Radio. Der Sprecher gibt eine Eilmeldung durch: “Vorsicht! Auf der A6 kommt Ihnen ein Geisterfahrer entgegen!” Darauf die Blondine: “Von wegen einer! Das sind hunderte!”



Eine Blondine bekommt vom Arzt Zäpfchen mit. Zuhause angekommen, kann sie sich nicht mehr erinnern, wie sie eingenommen werden. Sie fragt ihren Mann, der meint, sie solle doch den Arzt anrufen und noch mal fragen. Sie ruft an, der Arzt meint, die würden anal eingenommen. Die Frau fragt nun ihren Mann, was anal wäre, der empfiehlt den Arzt noch mal zu fragen. Die Frau ruft an und sagt, sie wisse immer noch nicht, wie die Zäpfchen eingenommen würden. 
Darauf der Arzt: “Die werden rektal eingenommen.” Die Frau legt auf, ist aber so klug wie zuvor und ruft den Arzt schließlich noch einmal an. Der meint: “Stecken Sie sich die Zäpfchen in den Hintern!” Die Blondine legt auf und meint zu ihrem Mann: “Upps. Jetzt ist er sauer.”

Nun möchte ich noch ein Witz aus einer anderen Kategorie erzählen, den ich auch lustig finde und das Wetter vergesse.


Piraten

Vor langer, sehr langer Zeit, als noch mächtige Galleonen die Meere beherrschten, wurden ein Captain und seine Seemänner von einem Piratenschiff bedroht.
Als die Mannschaft drohte in Panik zu verfallen, wandte sich der Captain an seinen ersten Maat und schrie:
"Bring er mir mein rotes Hemd!"

Der erste Maat folgte dem Befehl, und nachdem der Captain es angelegt hatte, führte er seine Männer in den Kampf gegen die Piraten.
Obwohl einige Verluste hingenommen werden mussten, wurden die Piraten dennoch vernichtend geschlagen!


Etwas später am selben Tag, meldete der Ausguck zwei Piratenschiffe, die sich auf Abfangkurs befanden!
Die Mannschaft, die sich gerade mal vom ersten Überfall erholt hatte, zuckte furchterfüllt zusammen, aber ihr Captain, ruhig wie immer, wandte sich wieder an seinen ersten Maat:
"Bring er mir mein rotes Hemd!"

Und wieder entbrannte ein heftiger Kampf mit den Piraten, und wieder wurden sie zurückgeschlagen, obwohl dieses Mal mehr Verluste hingenommen werden mussten!

Am Abend dieses schweren Tages saß die erschöpfte Crew mit ihrem Captain an Deck und ließ die Ereignisse Revue passieren.

Einer der Matrosen fragte den Captain:
"Sir, warum rufen Sie immer nach ihrem roten Hemd, bevor sie kämpfen?"
Der Captain sah dem Matrosen tief in die Augen und sagte:
"Wenn ich im Kampf verwundet werde, kann man die Wunde wegen des roten Hemds nicht sehen, also sinkt die Moral nicht und alle kämpfen mutig weiter!"

Die Männer saßen schweigend und bewunderten die Weisheit und Voraussicht ihres mutigen Captains.

Als die Morgendämmerung kam, verkündete der Ausguck, dass weitere Piratenschiffe, zehn an der Zahl, sich näherten - bereit zum entern!

Es wurde still an Deck und alle sahen hoffnungsvoll zum Captain, ihrem Führer, warteten, dass er seinen üblichen Befehl schrie.

Und der Captain, ruhig wie immer wandte sich an seinen ersten Maat und schrie:
"Bring er mir meine braunen Hosen!...."

Wenn ich ehrlich bin, gefällt mir diese kurze Geschichte am besten ... und ich hoffe, auch euch und ...

... wer nicht mehr lachen kann, für den hat das Erdenleben seine Heiterkeit und Frische verloren, und wer so recht aus voller Seele lacht, der kann kein schlechtes Gewissen haben.

Christian Oeser
(1791 - 1850), deutscher Pädagoge



Freitag, 16. Januar 2015

Kennst du die Fabeln?

Wenn ich es mir heute überlege, habe ich schon seit langer Zeit keine Fabeln aufgeschrieben. Nun, heute werde ich einige aufschreiben, denn sie sind lehrreich. Was reich an Lehre ist, ist gut für mich. Ein Sprichwort sagte ja schon, "man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu." 
Die saloppe Redensart besagt, dass man bis ins hohe Alter lernt und immer wieder Neues [und Überraschendes] erfährt: so geht es auch mir.


Der Fuchs und der Holzhacker

Ein vor Jägern fliehender Fuchs fand, nachdem er lange in der Wildnis herumgelaufen war, endlich einen Holzhacker und bat denselben inständig, ihn doch bei sich zu verbergen. Dieser zeigte ihm seine Hütte, worauf der Fuchs hineinging und sich in einem Winkel versteckte. Als die Jäger kamen und sich bei dem Manne erkundigten, so versicherte dieser zwar durch Worte, er wisse nichts, deutete aber mit der Hand nach dem Orte hin, wo der Fuchs versteckt war. Allein die Jäger hatten nicht darauf geachtet und entfernten sich sogleich wieder. Wie nun der Fuchs sie fortgehen sah, ging er wieder heraus, ohne etwas zu sagen; und als der Holzhacker ihm Vorwürfe machte, daß er ihm, durch den er doch gerettet worden sei, keinen Dank bezeuge, drehte sich der Fuchs nochmals um und sprach: »Ich wüßte dir gerne Dank, wenn die Werke deiner Hand und deine Gesinnung mit deinen Reden im Einklange ständen.«


Die Fabel geht diejenigen an, die zwar die Rechtschaffenheit im Munde führen, durch ihre Handlungen aber das Gegenteil an den Tag legen.


Der Adler und die Dohle


Ein Adler stürzte sich hoch aus der Luft auf ein Lamm, faßte es mit seinen Krallen und trug es mit Leichtigkeit davon.
Eine Dohle hatte dies mit angesehen, und da sie sich ebenso stark glaubte wie der Adler, flog sie auf einen Widder zu. Aber vergeblich bemühte sie sich, ihn fortzubringen, sie verwickelte sich in die Wolle und konnte nun auch nicht wieder davonfliegen.
Als der Hirte sie zappeln sah, haschte er sie, beschnitt ihr die Flügel und nahm sie seinen Kindern zum Spielzeug mit.
»Ei! Ei!« riefen hocherfreut die Knaben, »wie nennt man diesen Vogel?« »Vor einer Stunde noch«, antwortete der Vater, »hielt er sich für einen Adler, mußte aber bald einsehen, daß er nur eine elende Dohle ist.«


Wage dich nicht an Dinge, die deine Kräfte übersteigen; es gibt sonst zum Schaden noch Spott.


Der Löwe und das Mäuschen


Ein Mäuschen lief über einen schlafenden Löwen. Der Löwe erwachte und ergriff es mit seinen gewaltigen Tatzen.
»Verzeihe mir«, flehte das Mäuschen, »meine Unvorsichtigkeit, und schenke mir mein Leben, ich will dir ewig dafür dankbar sein. Ich habe dich nicht stören wollen.«

Großmütig schenkte er ihr die Freiheit und sagte lächelnd zu sich, wie will wohl ein Mäuschen einem Löwen dankbar sein.

Kurze Zeit darauf hörte das Mäuschen in seinem Loche das fürchterliche Gebrüll eines Löwen, lief neugierig dahin, von wo der Schall kam, und fand ihren Wohltäter in einem Netze gefangen. Sogleich eilte sie herzu und zernagte einige Knoten des Netzes, so daß der Löwe mit seinen Tatzen das übrige zerreißen konnte. So vergalt das Mäuschen die ihm erwiesene Großmut.


Selbst unbedeutende Menschen können bisweilen Wohltaten mit Wucher vergelten, darum behandle auch den Geringsten nicht übermütig.



Herzlichst Margot