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Sonntag, 24. November 2013

Ein normaler Herbsttag ...

... gestern hatte ich Selbstmitleid und habe Fragen gestellt, die man gerne umgeht, ich aber stellte sie mir. Dadurch wurde ich auch nicht glücklicher ... aber mir wurden meine Fragen beantwortet, und ich habe einen Einblick in das Ende des Lebens erhalten. Doch heute mache ich weiter, als ob es diesen Tag nie gab ... mit Gedichte von Annegret Kronenberg.


NACKTE BÄUME

 Es ist kalt geworden.
Wilde Herbststürme
treiben die letzten Blätter
von den müden Bäumen.
Das Laub raschelt nicht mehr
unter unseren Füßen,
weil ständige Regenschauer
es weich und klebrig machen.
Es tut schon nicht mehr weh,
wenn die Bäume nackt
und traurig vor uns stehen.
Jeder weiß, dass sie nun
Zeit und Ruhe brauchen,
um in ihrem Inneren
den Frühling aufzubauen.


EISIGE KÄLTE

Es friert
die Luft ist eisig
trotz Sonnenschein
Die Vögel frieren
und sind hungrig
Gerne streue ich Futter aus
In meinen Ohren klingt
noch der Sommergesang
der gefiederten Freunde nach.


Luise_pixelio.de
HERBSTNEBEL

Nicht nackend und bloß stehen
die laublosen Bäume da.
Sanft umarmt sie eine zarte
Hülle aus leichtem Nebel und Dunst.
Mit weichen, feuchten Lippen
küsst und streichelt sie die raue
Rinde der Bäume.
Es ist nicht viel, aber mehr
als gar nichts.


Klaus-Peter-Wolf_pixelio.de
Klagelied der Blätter im Herbst

Leise flüstern müde Blätter
zitternd an des Baumes Zweigen:
"Was wird aus uns, wie lange noch,
wann beginnt der Totenreigen?

Wie lange können wir noch hier
das Lied des Waldes singen?
Wird es der Sturm sein oder Frost,
der uns am Ende soll bezwingen?

Unsre Schwestern, unsre Brüder,
alle schon erloschen sind.
Wo sie ihre Ruhe fanden,
weiß alleine nur der Wind.

Dürfen wir den Baum noch zieren
für kurze Zeit im bunten Kleid?
Oder wird die nächste Stunde
für uns die Fahrt zur Ewigkeit?"

Kaum war's geklagt, braust rücksichtslos
ein Sturmwind durch das Blättermeer.
Wild wirbelt alles durch die Luft,
nur ein Spatz schaut traurig hinterher.

Christiane Heuser_pixelio.de
Der Winter

"Jetzt komme ich!" knurrt rau der Winter.
"Jetzt beherrsche ich die Zeit!
Ich verwand'le Land und Wälder,
schenke all'n ein weißes Kleid.

Überall lass ich es glitzern,
alles glänzet wie Kristall.
Doch es werden heftig frieren,
die Menschen und das Vieh im Stall.

Keine Blumen werden blühen,
Bäume stehen nackend da,
selbst die kleinen Weidekätzchen
machen sich bei mir noch rar.

Federleichte zarte Flocken
lass' ich leis' vom Himmel schnei'n,
doch unter meiner weißen Decke
wird auch neues Brot gedeih'n."


Mit diesen Gedichten möchte ich allen Leser/innen, meines Blogs, ein wunderschönes Wochenende wünschen.


Kommentare:

  1. Vielen Dank für Deine Wochendwünsche und diese Gedichte.
    Es macht immer wieder Freude sie zu lesen.

    Liebe Grüße und auch Dir liebe Margot ein schönes Wochenende.
    Sonja

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    1. Danke für deine netten Worte, Sonja. Ich lese sie sehr gerne.

      Liebe Grüße, Margot.

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  2. Da hast Du aber wieder schöne Gedichte gefunden. Vielen Dank dafür und ein gutes Wochenende für Dich mit Sonne im Herzen.
    LG
    Eva

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    1. Dir auch mein herzlichstes Dankeschön für deine guten Worte, liebe Eva. Natürlich auch für deine lieben Grüße.
      Herzlichst Margot.

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  3. Wünsche dir einen herrlichen Sonntag :)
    Liebe Grüsse Babs

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    1. Danke liebe Babs, den wünsche ich dir auch.

      Liebe Grüße, Margot.

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  4. Ein wunderbares November-Posting - und das Kätzchen möchte ich sanft am Nacken packen und zu mir nach Hause ziehen ...

    Liebe Grüße - Monika mit Bente

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    1. Hallo Monika, danke dir für deine Worte, aber das Kätzchen würde ich gerne behalten. :-)
      Wünsche dir einen schönen Sonntag.
      Liebe Grüße, Margot.

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