Bei dieser nachfolgenden Geschichte muss ich an die Menschen denken, die Macht ausüben wollen. Und auch an uns, wir wählen unseren eigenen Machthaber und lassen uns den Kopf abbeißen. Ach, was für eine unsinnige Welt ...
König Iltis

Als dies die Hühner und Hennen sahen, wollten sie hinter den Fröschen nicht zurückbleiben; sie meinten, es wäre gut, wenn sie auch ihren König hätten. Sie hielten daher einen allgemeinen Landtag ab und begannen sich zu beraten

Die Hähne stellten sich daher zum Kampfe und hackten mit den Schnäbeln aufeinander los, so dass die Federn umherstoben und die Kämme bluteten. Endlich riet ihnen ein alter weiser Hahn, es wäre das beste, wenn sie den Iltis zu ihrem Könige nähmen; der sei ein gewaltiger Herr mit starken Zähnen, den jeder fürchte, und der gewiss Ruhe und Ordnung herstellen werde.
Der Rat gefiel den Hähnen, und sie sandten sogleich zum Iltis, um mit ihm einen Vertrag zu schließen.
Als der Iltis ihr Begehren vernommen hatte, zeigte er sich sehr freundlich und bereitwillig. Er versprach den Hühnern auch, sie vor dein Hühnergeier, der ihre Kinder forttragen vor dem Marder, der ihre Eier austrinke, und vor dem Spatzen, der ihnen die Körner vor der Nase wegstehle, zu schützen, und er verhieß ihnen, die schönen, großen Hähne zu seinen Kammerherren zu machen und sie zu anderen Würden zu erheben.

Es währte jedoch nicht lange, so gelüstete es den Iltis nach einem Huhn. Um die Gemüter aber nicht gleich durch offenbare Gewalt zu verbittern, beschloss er, unter irgendeinem tauglichen Vorwande ein Huhn totzubeißen, um dessen Blut auszusaugen. Er ließ daher einen schönen, fetten Hahn vor sich rufen und fragte ihn, ob er was rieche. Der Hahn war eine gute, ehrliche Haut und sagte aufrichtig: »Verzeiht, Herr König! Ich riech' etwas, das entsetzlich stinkt.« - Es war dies der Gestank, den die Iltisse gewöhnlich verbreiten. - »Du unverschämter Wicht!« fuhr der Iltis da auf. »Das wagst du deinem Könige ins Gesicht zu sagen?« - Und schwapps biss er ihm den Kopf ab und sog ihm das Blut aus.

»Warum zitterst du?« fragte ihn der Iltis streng. »Mir scheint, du hast kein gutes Gewissen! Sprich, was riechest du?«
Der Hahn raffte all seine Kraft zusammen, verneigte sich tief und sagte demütiglich mit süßer Stimme: »Herr König, ich riech' etwas, das wunderlich duftet.«


Hallo Margot,
AntwortenLöschenin der Politik muss man sich verhalten wie der letzte Hahn, dann hat man wohl den meisten Erfolg ;) Leider. Ehrlichkeit ist ja heute nicht mehr sehr gefragt.
Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag
Björn :)
Hallo Björn, da gebe ich dir recht, es ist Diplomatie in der Politik gefragt. :-))
LöschenDir ganz liebe Grüße, Margot.
Guten Morgen Margot, habe dich bei Regina entdeckt und die Fabeln haben mir sehr gefallen, sodass ich gerne mal wieder vorbei schaue.
AntwortenLöschenWünsche dir einen schönen Tag , liebe grüße Lore
Guten Morgen und danke für dein Kommen. Ich freue mich, wenn jemand meinen Blog findet und gerne zu mir kommt. Die Fabeln finde ich auch sehr schön, leider nicht von mir. Doch ich möchte sie, die Fabeln, dass sie Verbreitung finden. :-) Solltest du wieder einmal zu mir finden, würde ich mich sehr freuen. Danke und einen schönen Tag wünsche ich dir.
LöschenLiebe Grüße, Margot.