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Donnerstag, 22. Mai 2014

... und weiter geht's mit Ringelnatz

... ein neuer Tag, ein neues Leben, so fühl ich mich, und ich muss zum Einkauf. Einkaufen ist immer gut, egal ob altes oder neues Leben. Essen muss man ja immer. Nur habe ich mir nicht gewünscht, dass ich so von der Sonne gebeutelt werde. Nach dem Einkauf war ich unfähig etwas in der Wohnung zu tun. Die "Transpiration" war so stark, dass ich glaubte, ich habe im Laufen gebadet. Was braucht man dann, ihr habt recht, Entspannung. Die ich wieder gefunden habe ... und Joachim Ringelnatz lief mir wieder über den Weg. Seine Gedichte machten es mir wieder etwas leichter. Ich empfand sie als schön ...



Die Krähe

Die Krähe lacht. Die Krähe weiß, 
Was hinter Vogelscheuchen steckt, 
Und dass sie nicht wie Huhn mit Reis 
Und Curry schmeckt.

Die Krähe schnupft. Die Krähe bleibt 
Nicht gern in einer Nähe. 
Dank ihrer Magensäure schreibt 
Sie Runen. Jede Krähe.

Sie torkelt scheue Ironie, 
Flieht souverän beschaulich. 
Und wenn sie mich sieht, zwinkert sie 
Mir zu, doch nie vertraulich.

Joachim Ringelnatz




Die Schnupftabaksdose

Es war eine Schnupftabaksdose, 
Die hatte Friedrich der Große 
Sich selbst geschnitzelt aus Nussbaumholz. 
Und darauf war sie natürlich stolz.

Da kam ein Holzwurm gekrochen. 
Der hatte Nussbaum gerochen. 
Die Dose erzählte ihm lang und breit 
Von Friedrich dem Großen und seiner Zeit.

Sie nannte den alten Fritz generös. 
Da aber wurde der Holzwurm nervös 
Und sagte, indem er zu bohren begann: 
"Was geht mich Friedrich der Große an!"

Joachim Ringelnatz




Arm Kräutchen

Ein Sauerampfer auf dem Damm 
Stand zwischen Bahngeleisen, 
Machte vor jedem D - Zug stramm, 
Sah viele Menschen reisen. 

Und stand verstaubt und schluckte Qualm, 
Schwindsüchtig und verloren, 
Ein armes Kraut,  ein schwacher Halm, 
Mit Augen,  Herz und Ohren.

Sah Züge schwinden,  Züge nahn. 
Der arme Sauerampfer 
Sah Eisenbahn um Eisenbahn, 
Sah niemals einen Dampfer.

Joachim Ringelnatz




Ein grünes Blatt

Ein Blatt aus sommerlichen Tagen, 
Ich nahm es so im Wandern mit, 
Auf dass es einst mir möge sagen, 
Wie laut die Nachtigall geschlagen, 
Wie grün der Wald, den ich durchschritt.

Theodor Storm




Mittwoch, 21. Mai 2014

Ein humoristischer Dichter ...

Heute möchte ich keinen Wetterbericht abgeben, denn das Wetter ist wie am gestrigen Tag, einfach herrlich. Dadurch bin ich froh gestimmt und wende mich, wie schon so oft, Joachim Ringelnatz zu. Man schreibt, er war ein humoristischer Schriftsteller, was mir gefällt. Nur sein Leben war sehr vielschichtig und arm. Er starb am 17. November 1934 an Tuberkulose. Einige seiner Gedichte möchte ich wiedergeben. 






Kleines Gedichtchen

Kleines Gedichtchen,
Ziehe denn hinaus!
Mach ein lustiges Gesichtchen.
Merke dir aber mein Haus.
Geh ganz langsam und bescheiden
Zu ihr hin, klopf an die Tür,
Sag, ich möchte sie so leiden,
Doch ich könnte nichts dafür.
Antwort, nein, bedarf es keiner.
Sprich nur einfach überzeugt.
Dann verbeug dich, wie ein kleiner
Bote schüchtern sich verbeugt.
Und dann, kleines Gedichtchen du,
Sag noch sehr innig: "Geruhsame Ruh".

Joachim Ringelnatz



Zu einem Geschenk

Ich wollte dir was dedizieren,
nein, schenken, was nicht zuviel kostet.
Aber was aus Blech ist, rostet,
und Messing-Gegenstände oxydieren.

Und was kosten soll es eben doch.
Denn aus Mühe mach ich extra noch
was hinzu, auch kleine Witze.
Wär bei dem, was ich besitze,

etwas Altertümliches dabei ---
doch was nützt dir eine Lanzenspitze!
An dem Bierkrug sind die beiden
Löwenköpfe schon entzwei.

Und den Buddha mag ich selber leiden.
Und du sammelst keine Schmetterlinge,
die mein Freund aus China mitgebracht.
Nein - das Sofa und so grosse Dinge kommen 




überhaupt nicht in Betracht.
Ach, ich hab die ganze letzte Nacht,
rumgegrübelt, was ich dir geben könnte. 
Schlief deshalb nur eine,

allerhöchstens zwei von sieben Stunden,
und zum Schluss hab ich doch nur dies kleine,
lumpige, beschissne Ding gefunden.
Aber gern hab ich für dich gewacht.

Was ich nicht vermochte, tu du's: 
Drücke du nur ein Auge zu.
Und bedenke,
dass ich dir fünf Stunden Wache schenke.

Lass mich auch in Zukunft nicht in Ruh.

Joachim Ringelnatz


Lustiges Gedicht

Überall ist Wunderland. 
Überall ist Leben.    
Bei meiner Tante im Strumpfenband, 
Wie irgendwo daneben.

Überall ist Dunkelheit.  
Kinder werden Väter.   
Fünf Minuten später   
Stirbt etwas für einige Zeit, 
Überall ist Ewigkeit.
     
Wenn Du einen Schneck behauchst,
Schrumpft er ins Gehäuse.   
Wenn Du ihn in Kognak tauchst,
Sieht er weiße Mäuse.  

Joachim Ringelnatz





Ein Federchen flog durch das Land

Ein Federchen flog durch das Land;
Ein Nilpferd schlummerte im Sand
Die Feder sprach: "Ich will es wecken!"
Sie liebte, andere zu necken.
Aufs Nilpferd setzte sich die Feder
Und streichelte sein dickes Leder.
Das Nilpferd sperrte auf den Rachen
Und musste ungeheuer lachen.

Joachim Ringelnatz 1883-1934




Und ich, ich musste nicht lachen aber schmunzeln, denn auch bekannte Schriftsteller haben Unfug im Kopf, was ich wieder als angemessen halte.


Wünsche euch noch eine schöne Woche und sage ...


Dienstag, 20. Mai 2014

Kein Mensch ist schwach ...

Mein Wetterbericht zeigt an, herrliches Sonnenwetter, der Wind weht leicht und ist nicht kalt. Meine Blicke durch die Balkontür laden mich ein, mich auf dem Balkon auszuruhen. Nein, mein Widerstand hat etwas dagegen, es ist noch zu früh. Doch nicht zu früh, um im Internet spazieren zu gehen. Es gibt so viele interessante Seiten, die ich nicht versäumen möchte, um Lehrreiches zu finden. Lehrreiche Geschichten wie folgende ... die ich bei www.zeitzuleben.de gefunden habe. 


Vom Jungen, dem ein Arm fehlte


Es war einmal ein Junge. Er war mit nur einem Arm auf die Welt gekommen, der linke fehlte ihm.

Nun war es so, dass sich der Junge für den Kampfsport interessierte. Er bat seine Eltern so lange darum, Unterricht in Judo nehmen zu können, bis sie nachgaben, obwohl sie wenig Sinn daran sahen, dass er mit seiner Behinderung diesen Sport wählte.

Der Meister, bei dem der Junge lernte, brachte ihm einen einzigen Griff bei und den sollte der Junge wieder und wieder trainieren. Nach einigen Wochen fragte der Junge: “Sag, Meister, sollte ich nicht mehrere Griffe lernen?”

Sein Lehrer antwortete: “Das ist der einzige Griff, den du beherrschen musst.”

Obwohl der Junge die Antwort nicht verstand, fügte er sich und trainierte weiter.

Irgendwann kam das erste Turnier, an dem der Junge teilnahm. Und zu seiner Verblüffung gewann er die ersten Kämpfe mühelos. Mit den Runden steigerte sich auch die Fähigkeit seiner Gegner, aber er schaffte es bis zum Finale.

Dort stand er einem Jungen gegenüber, der sehr viel größer, älter und kräftiger war als er. Auch hatte der viel mehr Erfahrungen. Einige regten an, diesen ungleichen Kampf abzusagen und auch der Junge zweifelte einen Moment, dass er eine Chance haben würde.

Der Meister aber bestand auf den Kampf.

Im Moment einer Unachtsamkeit seines Gegners gelang es dem Jungen, seinen einzigen Griff anzuwenden – und mit diesem gewann er zum Erstaunen aller.

Auf dem Heimweg sprachen der Meister und der Junge über den Kampf. Der Junge fragte: “Wie war es möglich, dass ich mit nur einem einzigen Griff das Turnier gewinnen konnte?”

“Das hat zwei Gründe: Der Griff, den du beherrschst, ist einer der schwierigsten und besten Griffe im Judo. Darüber hinaus kann man sich gegen ihn nur verteidigen, indem man den linken Arm des Gegners zu fassen bekommt.”

Und da wurde dem Jungen klar, dass seine größte Schwäche auch seine größte Stärke war.



Und ich frage mich, warum bin ich berührt von dieser Geschichte? Wohl, weil ich daran glaube, dass jeder Mensch, egal in welcher körperlichen Verfassung er sich befindet, seine Schwäche in Stärke umwandeln kann. Wir müssen sie nur, auch ohne körperliche Versehrtheit finden.



Montag, 19. Mai 2014

Nicht auf Enten treten ...

Heute ist wunderschönes Wetter, die Sonne scheint, die Luft ist mild, der Wind ist nicht mehr kühl. Und ich, ich habe bis auf ein paar Kleinigkeiten, meinen Balkon fertiggebracht. Mein persönliches Gefühl sagt mir, Margot dir geht es heute sehr gut ... die paar Muskelschmerzen bemerke ich nicht, so gehe ich auf die Suche nach etwas Lustigem. An so einem schönen Tag muss man doch mal lachen. Eine Vorstellung was lustig sein soll, habe ich nicht, aber ich finde trotzdem etwas. Beim Lesen der nachfolgenden Zeilen musste ich mein Gesicht in Falten legen, was zum heutigen Wohlfühlgefühl passt ... 

Vielleicht gefällt diese kleine Geschichte, auch euch.


NICHT AUF DIE ENTEN TRETEN

Drei Männer sterben bei einem Unfall und kommen in den Himmel. Als sie dort ankommen, sagt Petrus zu ihnen: “Wir haben eine einzige Regel hier im Himmel. Nicht auf die Enten treten!”

Sie betreten also den Himmel und tatsächlich: Enten über Enten überall. Es ist nahezu unmöglich, nicht auf eine Ente zu treten, und obwohl sie ihr Bestes geben, um das zu vermeiden, tritt der erste Mann auf eine Ente.

Petrus kommt zu ihm mit der hässlichsten Frau, die er je gesehen hat, kettet sie aneinander und sagt: “Zur Strafe, dass du auf eine Ente getreten bist, wirst du den Rest der Ewigkeit an dieses hässliche Weib gekettet verbringen!”

Am nächsten Tag tritt der zweite Mann auf eine Ente, und Petrus, dem nichts entgeht, eilt herbei und mit ihm eine andere extrem hässliche Frau. Er kettet sie aneinander mit derselben Bemerkung wie beim ersten Mann.

Der dritte Mann hat dies alles beobachtet und achtet sorgfältig darauf, wohin er tritt, damit ihn nicht dasselbe Schicksal ereilt. Er bringt es fertig, monatelang umherzugehen, ohne auf eine Ente zu treten.

Eines Tages kommt Petrus zu ihm mit der überwältigendsten Frau, die er je gesehen hat. Eine große, gebräunte, kurvige sexy Brünette. Petrus kettet sie wortlos aneinander.

Der Mann bemerkt: “Wüsste gern, wie ich es verdient habe, den Rest der Ewigkeit mit dir verbunden zu werden.”

Sie: “Über dich weiß ich nichts, aber ich bin auf eine Ente getreten!”


Ich finde, trotz seiner Hässlichkeit hat er doch sehr viel Glück gehabt. Hihihi ...

Sonntag, 18. Mai 2014

Tupperware, hihihi ......

Habt ihr es auch schon gemerkt, wenn man alleine ist und man muss plötzlich Lachen, dann hat man das Gefühl, man tickt nicht richtig. Jedenfalls ist es mir heute so ergangen, als ich ein Schälchen aus "Tupperware" gesucht habe. Ich wollte einen Rest Erdbeeren aufbewahren ... und ich musste an die folgende Geschichte denken. Nein, ich habe keinen Ehemann aber trotzdem ... hihihi, ich habe ein Schälchen gefunden ...


TUPPERWARE AUS MÄNNERSICHT

Letzte Woche komme ich mal etwas früher von der Arbeit (“Überraschung, Schatz!”) und was finde ich vor?

Eine Gruppe von Mittdreissigerinnen hockt in meinem Wohnzimmer, leider alle angezogen, meine Herzdame mitten unter ihnen, und sie haben einen
Halbkreis um eine Mittdreissigerin gezogen, die neben sich ein Körbchen mit Plastikartikeln stehen hat. Jede der Damen hat eine Kaffeetasse unseres besten Geschirrs vor sich stehen, dazu unsere schweineteuren “Rosso-Bianco”-Gläser, sie knabbern MEINE Salzstängelchen und futtern MEINE Süßigkeiten und haben ob meines Eintretens einen erschrockengequälten Gesichtsausdruck.

Bis meine Frau die Worte als erstes findet: “Hallo Schatz, das ist Frau Mesenkamp (sie deutet auf die Lady mit den Plastikteilen), wir machen heute unsere “Tupper”-Party.”

Ahja. Party. Ohne mich. Tupper. Verstehe. “Hallo, Frau Mesenkamp” grinse ich die etwas verlegene Dame an. “Schön, sie kennen zu lernen. Darf ich mich dazu setzen?”

Alle Mädels öffnen den Mund, um “Nein” zu sagen, aber ich bin schneller und sitze am Tisch, bevor eines der anwesenden Hühner reagieren kann.

“Na, dann mal los!” ermuntere ich Frau Mesenkamp. Die hat einen verlegenen Gesichtsausdruck, lächelt schamhaft und gibt jeder der anwesenden
Hauskauffrauen ein Plastikschüsselchen mit Deckel. Ich kriege auch eines und stelle es vor mich hin.

“Das ist zum Frischhalten von Lebensmitteln” erklärt Frau Mesenkamp bei der Ausgabe. “Alles, was sie da rein füllen, wird bei Druck auf den Deckel luftdicht verschlossen. So können sie Hühnersalat bis zu einer Woche frisch aufbewahren.”

“Oh, ahja” echot die Damenriege und macht die Deckelchen auf die Schüsselchen und im Nu ist die Luft erfüllt mit poppenden Geräuschen, als die hühnersalatleeren Plastikteilchen verschlossen und wieder geöffnet, wieder verschlossen und wieder geöffnet werden. Ich lasse meine Hühnersalatschüssel zu und trommle ein wenig auf dem Deckel herum. Die Sitzgruppe hingegen kann nicht genug vom Schüsselchen auf und zumachen bekommen.

“Praktisch” meint meine Frau. “Ohja” gibt ihr Frau Mesenkamp Recht. “Tupperware ist die erste Firma, die diesen luftdichten Verschluss entwickelt hat und ist heute noch Marktführer auf dem Segment.”

Nun, bisher habe ich in noch keiner Börsenzeitschrift Kursnotierungen zum Segment “luftdichte Essensaufbewahrungsplastikschälchen” gefunden, aber ich will ja Frau Mesenkamp nicht widersprechen. “Guck mal, Schatz”, jubelt meine Frau “praktisch, oder?”.

“Sie können Ihrem Mann da auch Essen ins Büro mitgeben” springt Frau
Mesenkamp bei, die wohl ahnt, was jetzt kommt……vorsichtshalber setzt sie noch ein “mein Mann macht das immer so” hinzu……

“Man kann gut darauf trommeln” grinse ich sardonisch “aber der Tag, an dem Du mir einen eine Woche alten Hühnersalat mit ins Büro gibst, wird der Tag unserer Scheidung sein.” Ich wende mich Frau Mesenkamp zu: “Was soll dieses Wunderwerk malaysischer Spitzen-konservierungstechnologie denn kosten?”

Das Poppen mit den Deckelchen hat aufgehört. Die Damen schauen mich teils fragend, teils feindselig an. Preisfragen stellen. Bei so einem Spitzenprodukt. Wie kann ich nur……

Frau Mesenkamp, die meine Frage irrtümlich als Kaufsignal wertet, strahlt mich an wie ein Christbaum “bei Abnahme von 10 Stück kostet Sie eine Schüssel grade mal 2 Euro….”

Wie? 2 Euro, damit ich von einem eine Woche alten Hühnersalat keinen Durchfall kriege?

Ich wiege die lauernd wartende Mesenkamp in Sicherheit: “wie viel kostet eine Schüssel, wenn ich Ihnen 20 Stück abnehme?” “Oh” sagt das Mesenkamp, da muss ich nachschauen”…. “Tun sie das”.

Und während die Herrin der Schüsselchen nach ihrer Rabattliste kramt, starren die Mammis ihre Gastgeberin mit einer Mischung aus Häme und Verachtung an. 20 Schüsselchen. Meine Frau blitzt mich zornig an und tritt mir unter dem
Tisch ans Schienbein. Aber jetzt gibt es kein Zurück. “Naja, Schatz, so oft, wie ich Reste essen muss….” Hinten kichert die Mutter des besten Freundes meines Sohnes und meine Gattin wechselt die Gesichtsfarbe.

“Einseurofünfundsiebzich” piept Frau Mesenkamp aus der Kreismitte, aber jetzt geht es nicht mehr um den Preis. Jetzt geht es um das Prestige meiner Lebenspartnerin als treusorgende Ehefrau. “Wann hast Du je Reste essen müssen….?” zischt sie. “Wann hat es bei uns je Hühnersalat gegeben, Du kannst doch gar keinen machen” gebe ich trotzig zurück und beschließe, die Situation weiter eskalieren zu lassen – mit dem Satz, den jede Ehefrau nach “ich muss Dir was gestehen” am meisten hasst: “Meine Mutter, die konnte Hühnersalat machen, der war immer klasse.”

“Willst Du damit sagen, dass Dir mein Essen nicht schmeckt?” Erneuter Gesichtsfarbwechsel. “Naja, bei Dosenravioli kann man ja nicht viel falsch machen” schlage ich zurück. Allgemeines, verhaltenes Kichern in der Runde. Nur Frau Mesenkamp schweigt und überlegt sich, wie sie die Situation entschärfen und ihre Töpfchen doch noch an Mann und Frau bringen könnte. Aber sie braucht zu lange!

“Mein lieber Mann, ” die schneidende Stimme meint dabei das Gegenteil von “lieber Mann”, “ich racker mich von früh bis spät ab und mache jedes Essen frisch und das weißt Du auch!” “Und warum willst Du dann Tuppertöpfchen zum Frischhalten kaufen? Du widersprichst Dir doch selbst, merkst Du das nicht?”

Frau Mesenkamp hat gespannt, wohin das führt. Nix mit Töpfchenverkauf in der Damenrunde. Schließlich will sich keine als Resteverwerterin outen. Sie startet einen letzten Versuch mit “man kann in den Schalen ja auch Kuchenteig anrühren” aber ich blocke mit “meine Frau kann nur eines noch weniger gut als Hühnersalat – das ist Kuchenbacken.”

Das war’s. Meine Frau springt auf, heult, knallt zuerst mir eine und dann die Zimmertüre zu und ist weg.

In die peinliche Stille geben die anwesenden Ladys, die mich mittlerweile für das größte Chauvischwein der Welt halten, ihre Töpfchen Frau Mesenkamp zurück, diese sackt flugs wie ein Eichhörnchen ihren Ramsch ein, alles verabschiedet sich mehr oder weniger murmelnd von mir, weil alle noch gaaaanz wichtige Termine haben, ziehen im Gänsemarsch zur Tür und weg sind sie. Frau Mesenkamp und ihre Partygirls.

Und ich klopfe mir auf die Schulter. Nichts bei Tupper gekauft!”

Ich habe mich köstlich über diese Geschichte amüsiert und frage mich, wo stellt der Mensch nur diese viele Tupperware hin?


Samstag, 17. Mai 2014

Kalter Wind, nette Gedanken ...

... mein heutiger Eintrag, hier in mein Blog, fängt mit folgenden Worten an. Die Sonne ist hervorgekommen, die Luft ist kühl, aber ich habe Hoffnung, dass die Luft wärmer wird. Die Wolken sind so klein und halten Abstand, das muss doch etwas bedeuten ... Schäfchenwolken, Balkon-Wetter, und ich sitze im Liegestuhl, herrlich. Da kann ich doch gleich ein paar Gedichte lesen. Es wäre schön, wenn ihr mitlesen könntet ... na, ich fange mal an.



Die sonnige Kinderstrasse

Meine frühe Kindheit hat
Auf sonniger Strasse getollt;
Hat nur ein Steinchen, ein Blatt
Zum Glücklichsein gewollt.
Jahre verschwelgten. Ich suche matt
Jene sonnige Strasse heut,
Wieder zu lernen, wie man am Blatt,
Wie man am Steinchen sich freut.

Joachim Ringelnatz 1883-1934



Reiz des Lebens

Immer hab' ich es geliebt,
Dass es Leute, die lebendig,
Solche, die nur öd-verständig,
Solche, die schon halb elendig,
Und auch ganze Narren gibt!

Was auch hätten wir zu tun,
Und was könnt' uns amüsieren,
Schwankten wir nicht zwischen Tieren
Und den göttlichsten Manieren?
Alles Leben müsste ruhn.

Blas, du Erdenwirbelwind,
Uns das Dasein scharf zu beizen!
Wollen uns nicht gegenspreizen -
Und besonders soll's uns reizen
Wenn wir selbst die Narren sind!

Hanns von Gumppenberg 1866-1928



Wechsel

Mit Brünetten hat's eine Ende!
Ich gerate dieses Jahr
Wieder in die blauen Augen,
Wieder in das blonde Haar.

Die Blondine, die ich liebe,
Ist so fromm, so sanft, so mild!
In der Hand den Lilienstengel,
Wäre sie ein Heil'genbild.

Schlanke, schwärmerische Glieder,
Wenig Fleisch, sehr viel Gemüt;
Und für Liebe, Hoffnung, Glaube
Ihre ganze Seele glüht.

Sie behauptet, sie verstünde
Gar kein Deutsch – ich glaub es nicht.
Niemals hättest du gelesen
Klopstocks himmlisches Gedicht?

Heinrich Heine 1797-1856



Ein Wiesel sass auf dem Kiesel

Ein Wiesel sass auf einem Kiesel
Inmitten Bachgeriesel.
Wisst ihr weshalb?
Das Mondkalb verriet es mir im stillen:
Das raffinierte Tier
tat's um des Reimes willen.

Christian Morgenstern 1871-1914



So genug für heute, diese Gedichte müssen ja erst in unser Bewusstsein vordringen, um uns zu erfreuen.

Für heute sage ich ...


Freitag, 16. Mai 2014

Noch einmal ...

... möchte ich heute Blumen zeigen, es sind noch Nachzügler. Eigentlich wollte ich Geranien kaufen, sie halten sich immer sehr lange im Jahr, aber ich habe heute lieber Rosen, gekauft. Sie sind im Farbton Rosa und Weiß, dazu habe ich noch eine rote Hortensie gekauft. Dadurch muss ich wieder den Balkon verändern, na gut, ist nicht so schlimm, kann ich im Laufe des Jahres noch 1 bis 2 Töpfchen dazukaufen. Doch nun möchte ich die Pflanzen auch zeigen ... 








Barthold Heinrich Brockes

Frühlings-Seufzer

Grosser Gott, in dieser Pracht 
Seh' ich Deine Wunder-Macht
Aus vergnüg'ter Seelen an.
Es gereiche dir zu Ehren,
Daß ich sehen, daß ich hören,
Fühlen, schmecken, riechen kann!


Ludwig Heinrich Christoph Hölty


Die Mainacht

Die Luft ist blau, das Tal ist grün,
die kleinen Maienglocken blühn
und Schlüsselblumen drunter;
der Wiesengrund ist schon so bunt
und malt sich täglich bunter.

Drum komme, wem der Mai gefällt,
und freue sich der schönen Welt
und Gottes Vatergüte,
die diese Pracht hervorgebracht,
den Baum und seine Blüte.



Donnerstag, 15. Mai 2014

Schon wieder schöne Blumen ...

... heute möchte ich noch, trotz schlechtem Wetter, ein paar Aufnahmen von meinen Blumen zeigen. Ich freue mich, dass ich sie zeigen kann. Sie sind für mich die einzige richtige Freude im Sommer. Na gut, es könnte etwas wärmer sein ... aber ich habe noch Hoffnung auf eine Verbesserung des Wetters.



















Es würde mich freuen, wenn euch die Blumen gefallen würden.