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Samstag, 28. Juni 2014

Ein Sommerlied ...

Der Tag beginnt mit Wärme, die Blumen blühen auf "Balkonien". Ich lass mich hier nieder und genieße die Zeit. Die realistische Welt ist weit von mir entfernt ich träume ein Sommerlied. Wäre ich eine Katze, würde ich vor Wohlbehagen schnurren.  Die Gedichte tragen mich in eine wunderschöne Welt.






Der Sommerfaden

Da fliegt,  als wir im Felde gehen, 
Ein Sommerfaden über Land, 
Ein leicht und licht Gespinst der Feen,  
Und knüpft von mir zu ihr ein Band. 
Ich nehm'  ihn für ein günstig Zeichen,
Ein Zeichen,  wie die Lieb' es braucht.
O Hoffnungen der Hoffnungsreichen,
Aus Duft gewebt,  von Luft zerhaucht!

Ludwig Uhland




Dorfkirche im Sommer

Schläfrig  singt der Küster vor,    
Schläfrig  singt auch die Gemeinde. 
Auf der Kanzel der Pastor  
Betet still für seine Feinde.   
    
Dann die Predigt,  wunderbar, 
Eine Predigt ohnegleichen.  
Die Baronin weint sogar 
Im Gestühl, dem wappenreichen.
    
Amen,  Segen,  Türen weit, 
Orgelton und letzter Psalter.   
Durch die Sommerherrlichkeit 
Schwirren Schwalben,  flattern Falter.

Detlev von Liliencron




Abseits

Es ist so still;  die Heide liegt
Im warmen Mittagssonnenstrahle,
Ein rosenroter Schimmer fliegt    
Um ihre alten Gräbermale;
Die Kräuter blühn;  der Heideduft
Steigt in die blaue Sommerluft. 
    
Laufkäfer hasten durchs Gesträuch
In ihren goldnen Panzerröckchen,
Die Bienen hängen Zweig um Zweig
Sich an der Edelheide Glöckchen;  
Die Vögel schwirren aus dem Kraut -
Die Luft ist voller Lerchenlaut. 
    
Ein halbverfallen niedrig Haus
Steht einsam hier und sonnbeschienen;    
Der Kätner lehnt zur Tür hinaus, 
Behaglich blinzelnd nach den Bienen; 
Sein Junge auf dem Stein davor
Schnitzt Pfeifen sich aus Kälberrohr.
    
Kaum zittert durch die Mittagsruh
Ein Schlag der Dorfuhr,  der entfernten;
Dem Alten fällt die Wimper zu,   
Er träumt von seinen Honigernten.
-  Kein Klang der aufgeregten Zeit
Drang noch in diese Einsamkeit.

Detlev von Liliencron




Juli

Klingt im Wind ein Wiegenlied,
Sonne warm hernieder sieht,
Seine Ähren senkt das Korn,
Rote Beete schwillt am Dorn,
Schwer von Segen ist die Flur -
Junge Frau, was sinnst du nur?

Theodor Storm




Sommer, der so fröhlich war

Sommer der so fröhlich war,
Er entlässt der Vögel Schaar, 
Tausend Stare weiter ziehn, 
Tausend Lieder jetzt entfliehn.

Auf der Wiese,  die verblüht,
Noch der Himmel einsam glüht,    
Wie die Sehnsucht, die nie stirbt
Und um neue Lieder wirbt.

Sitzt  das Herz am rechten Fleck,
Fällt's nicht wie ein Herbstblatt weg.  
Wechselt auch der Baum sein Kleid,
Lieb kennt keine Jahreszeit. 

Max Dauthendey




Hauch des Salzwassers

In Salzwiesen deren Raum ich morgens gern betrat
Quoll aus schlüpfrigem Boden Bläschen quirlend
Einen Fuß vor dem anderen gesetzt
Leere Muscheln in die Taschen gerüttelt
- Den Seestern oben quer -
Hob der Hauch des Salzwassers in den offenen Himmel
Und brach das dunkle Brot des Augenblicks
Dem Wasser abgewandter Wind fiel lichtblau über Wiesen


Herzlichst Margot

Kommentare:

  1. Guten Morgen, liebe margot,
    das sind wunderbare Bilder und ebenso wunderbare Gedichte, vielen Dank! Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und grüße dich herzlich
    Regina

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    1. Einen schönen Tag wünsche ich dir, liebe Regina.
      Ein herzliches Danke für deine schönen Worte.
      Sie sind ein Labsal für meine Seele. :-)
      Ganz liebe Grüße, Margot.

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  2. Hallo Margot,

    solche Tage gibt es, wenn der Tag ganz ruhig ist und die Luft mild und man könnte einfach nur stundenlang in der Sonne oder im Schatten sitzen :)

    Hier ist heute eher regnerisches Wetter angelangt, die Natur scheint es dennoch zu freuen, die Vögel singen um mich herum :)

    Liebe Grüße aus dem Odenwald und ein schönes Wochenende
    Björn :)

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    1. Danke lieber Björn für deine freundlichen Worte. Ich wünsche dir ein
      schönes Wochenende.
      Ganz liebe Grüße, Margot.

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  3. Liebe Margot, diese Blüten hast Du wunderbar in Szene gesetzt und mit herrlichen Gedichten garniert. Ich habe sie mir laut vorgelesen und hatte meine Freude daran. Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag, LG Claudia.

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    1. Liebe Claudia, deine Worte sind ein großes Kompliment für mich. Ich danke dir herzlichst. Trotz Regenwetter habe ich auch eine große Freude.
      Ganz liebe Grüße von mir und einen schönen Sonntag wünsche ich dir, Margot.

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  4. Ein wunderschöner träumerischer Beitrag, Margot.
    Gefällt mir rundherum sehr gut.

    Liebe Grüße
    Sonja

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    1. Danke liebe Sonja, deine Worte gefallen mir sehr.
      Sie gefallen mir auch rundherum gut. :-)
      Ganz liebe Grüße, Margot.

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