
Traurige Anna

Wie gut, dass Anna ihre Große in diesem Alter so vernünftig und brav war, sonst hätte sie vergebens auf ein Geschwisterchen gehofft. Damals mit Peter war vieles leichter gewesen – vor dem großen Streit. Mit einem Seufzer lässt sie Max auf den Boden zurückgleiten. „Lass’ nur Mama, ich mach’ das schon.“
Beherzt nimmt Anna ihren Bruder an der Hand, der ist davon so überrascht, dass er ohne Widerworte hinter ihr hertrottet. „Nach der Scheidung meiner Eltern war meine Mutter einfach überfordert. Mein Vater zahlte keinen Unterhalt und die Sozialhilfe reichte hinten und vorne nicht. Da habe ich ihr geholfen, so gut ich konnte.“ Anna stockt ... und beobachtet, wie sich ihr Psychologe eifrig Notizen macht. Soll sie ihm die ganze Wahrheit sagen? Über die einsamen Nachmittage – während sie auf ihren Bruder aufpassen musste statt draußen mit den Nachbarskindern unbeschwert herumzutoben.

Ihre Augen füllen sich mit Tränen, wie so oft in letzter Zeit. Anna hat keine starken Wurzeln, die sie halten. Sie besitzt auch keine Flügel, die sie tragen. Aber sie ist meine beste Freundin, denn ich kann mich auf sie jederzeit verlassen.
Auf meine Freundin kann ich mich auch immer verlassen.
Auf meine Freundin kann ich mich auch immer verlassen.
Eine sehr traurige Geschichte, die auch Gefühle der Wut in mir hervorrufen.
AntwortenLöschenWut darüber, wie viel Kindern angetan wird. Seelisch wie Körperlich.
Liebe Grüße
Sonja
Liebe Sonja hab vielen Dank für deine Worte. Du bist ein sehr mitfühlender Mensch und dein Sohn wird nie so denken müssen wie Anna.
LöschenGanz liebe Grüße, Margot.