Wenn man sich in einem gewissen Alter befindet, hat man den Wunsch sich und die Welt kennenzulernen. Nein nicht, dass man die Koffer packt und in die Welt zieht, sondern aus einer gewissen Entfernung, seinem Zuhause. So ging und geht es mir ... ich fühle mich da, wo ich bin, zu Hause, hier habe ich eine gewisse innere Ruhe.

Alle Dinge sind vergänglich ...
In einem Zen-Kloster lebten einst zwei Brüder als Schüler. Zu ihren täglichen Aufgaben gehörte es, das Innere des Tempels zu reinigen. In einem der Räume standen kostbare Gefäße, die mit besonderer Sorgfalt gepflegt wurden. Eine Schale war besonders wertvoll, weil sie das Meisterwerk eines sehr berühmten Töpfers war, dessen Gefühl für harmonische Formen man im ganzen Land rühmte. Diese Schale zeichnete sich durch außergewöhnliche Schönheit aus. Obwohl Form und Glasur schlicht und einfach waren, strahlte sie etwas aus, dass jeden der sie sah, tief berührte. Um dieser Schale willen, hatte das Kloster eine gewisse Berühmtheit erlangt und die Pilger kamen von weit her, nur um einen Blick auf die vollkommene Harmonie und Schönheit der Schale zu werfen.
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Der junge Mönch begann verzweifelt zu weinen, aber sein älterer Bruder tröstete ihn und sagte: “Hab keine Angst, mir fällt schon eine Lösung ein.”
Sorgfältig sammelte er die Scherben ein, steckte sie in die weiten Ärmel seines Gewandes und setzte sich dann vor dem Tempel, um auf die Rückkehr des Meisters zu warten. Als dieser schließlich kam, stand er auf, verneigte sich tief und fragte:
”Meister, darf ich Euch einige Fragen stellen?” Der Meister nickte freundlich und blieb abwartend stehen.
“Meister” fragte der Mönch, “müssen alle Menschen dieser Welt sterben?”
“Gewiss müssen alle Menschen sterben. Selbst der erhabene Buddha ist gestorben.” antwortete der Meister.
“Und die nichtmenschlichen Wesen dieser Welt, müssen die auch sterben?”
“Ja, mein Sohn, alle Wesen sind vergänglich.”
“Und wie ist es mit den unbeseelten Dingen und Gegenständen dieser Welt, müssen die auch vergehen?”
“Ja, mein Sohn, alle Dinge, die eine Form annehmen, werden eines Tages wieder vergehen. Das ist das Gesetz des Universums.”
“Ich verstehe” entgegnete der junge Mönch, “alles ist vergänglich. Sagt Meister, ist es dann richtig wütend oder traurig zu sein, wenn etwas nicht mehr da oder zerbrochen ist?”

Da holte der Mönch die Scherben aus seinem Ärmel und reichte sie dem Meister. Als dieser die Scherben erkannte, stieg Zorn in ihm auf und gerade wollte er zu schimpfen anfangen, da erinnerte er sich seiner eigenen Worte. Und anstatt zu schimpfen, verneigte er sich vor dem jungen Mönch und ein stilles Lächeln überzog sein Gesicht.
Kein Mensch muss Buddhist sein, um so ein Missgeschick zu vergeben. Danach bekommt man ein Gefühl der Zufriedenheit.
Herzlichst Margot.
Das war ja schlau eingefädelt! :-)
AntwortenLöschenManchmal ist es schon schade, wenn Dinge zu Bruch gehen, aber man sollte demjenigen, dem dieses Missgeschick passierte nicht böse sein. Oftmals ist man außerdem selbst derjenige. Und was ich festgestellt habe: Es gehen nie diese Dinge kaputt, die schon einen Sprung hatten. Aber das soll wohl so sein im Leben, - vielleicht auch um vergeben zu können. Auch stimmt es, dass mit dem Vergeben die Verärgerung schwindet und ein Gefühl der Zufriedenheit sich ausbreitet.
LG
Astrid
Liebe Astrid, es ist auch meine Meinung, demjenigen, dem es passiert ist, sollte man nicht böse sein und ich war nie deshalb böse. Die Tatsache mit dem Sprung ist mir noch nicht aufgefallen, kann aber sein.
LöschenVergeben, egal, um was geht, ist immer eine gute Sache und ich habe es ein Leben lang getan. Es stimmt, es gibt Zufriedenheit.
Danke für deine klugen Worte.
Liebe Grüße, von Margot.