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Montag, 19. Oktober 2015

Oktobersturm

Sonntag, kein Regen, ganz leichter Sonnenschein ist zu sehen. Trotzdem habe ich keine Lust meine müden Glieder durch die Botanik zu bewegen. In der Stube ist es angenehm warm und so möchte ich hier verweilen. Verweilen um Gedichte zu lesen. Es ist für mich schöner, als ein sonntäglicher Spaziergang ...




Der Himmel ist umgezogen

Der Himmel ist umgezogen
Die Winde rauschen traurig
Der Herbst kommt angeflogen
Die Tage gehen schneller.

Blätter rascheln unter Kindertritten
Der Hut des Nachbarn fliegt davon
Wir gehen schnellen Schrittes
Die Zeit eilt uns davon.


 © Monika Minder




Genieße mäßig Füll und Segen,
Vernunft sei überall zugegen,
Wo Leben sich des Lebens freut.
Dann ist Vergangenheit beständig,
Das Künftige voraus lebendig,
Der Augenblick ist Ewigkeit.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), 





Herbstgefühl

Rot und gelbe Herbsteslehnen 
An der Berge blauem Joch, 
Und wie Frühlingsgruss und Sehnen 
Astern blühen und Verbenen, 
Aber ach, wie lange noch?! 

Und aus dunkeltiefer Stelle 
Unter Schäumen und Gepoch 
An des Tages heitre Helle 
Bricht hervor die Waldesquelle, 
Aber ach, wie lange noch?! 

Und so schwindet hin das Leben, 
Schwindet, und du liebst es doch. 
Wieder regt sich Stolz und Streben, 
Und der Wunsch kommt auf daneben 
Aber ach, wie lange noch?!

Theodor Fontane






Oktobersturm
Schwankende Bäume
im Abendrot -

Lebenssturmträume
vor purpurnem Tod -
Blättergeplauder -
wirbelnder Hauf - -

nachtkalte Schauder
rauschen herauf. 
Christian Morgenstern



Es wird Herbst
Zaghaft mischt der Herbst
im Wald seine Farben.

Milde Herbstsonne streichelt
liebevoll die letzten Sommerblumen,
lässt sie noch einmal erstrahlen.
Die Baumfrüchte erhalten
noch einen Tatsch Röte und
einen guten Schuss Süße,
dann kann die Ernte beginnen. 

Annegret Kronenberg


Sonntag, 18. Oktober 2015

Die erste Zigarette

Es ist Wochenende, also gehe ich zum Einkauf, weil ich ja nicht nur heute essen möchte. Den Einkaufswagen vollgepackt, kaufe immer für die ganze
Woche ein, gehe ich zur Kasse, hier muss ich noch ein bisschen warten und so betrachte ich das Angebot der Zigaretten. Nein, ich rauche nicht, nicht mehr, aber ich versetzt mich ziemlich an den Anfang meines Lebens, als ich das Rauchen probiert habe, und erinnere mich an das "Herbst-Blatt" aus Unna, wo eine nette Geschichte über die "Erste Zigarette" stand. So, mit kleinen Abweichungen, erging es auch mir ...

Die erste Zigarette

Laura hatte Geburtstag, süße 17. Sie hatte sich Geld gewünscht, - mit 17 hat man noch Träume. Führerschein, kleiner Flitzer und, und...., die Liste der Wünsche ist lang. Auf meinem Umschlag mit Geld liegt ein Päckchen Zigaretten. Im unteren Drittel der Schachtel ein weißes Feld mit schwarzer Schrift; „Rauchen gefährdet die Gesundheit.“ Stimmt, ich heiße es auch nicht gerade gut, aber sie raucht nun mal, also lege ich ihr provokativ die Zigaretten dazu. Sie lacht mich verschmitz an und gibt mir einen Kuss. "Lieb von dir Oma, danke".
Ich erinnere mich dabei an meine erste Zigarette, die auch die letzte war. Ich war damals genau so alt wie Laura heute und hatte mir gerade die Freiheit durch die Flucht aus der DDR erobert. Nun wollte ich die große weite Welt in "vollen Zügen" genießen, einfach dazugehören. Meine beste Freundin Lilo und ich waren ziemlich naiv, um nicht zu sagen einfach zu blöd. Nicht einmal rauchen konnten wir. Wie denn auch? Im wohlbehüteten Elternhaus unterlag ich strengen Blicken. Um uns nicht zu blamieren, wollten wir erst einmal das Rauchen üben, allein.
Am Kiosk besorgten wir uns eine Schachtel Zigaretten. Unschlüssig für welche Marke wir uns entscheiden sollten, ließen wir uns vom Kioskbesitzer beraten. Natürlich sollten wir die Zigaretten nur besorgen und die beste Sorte bringen, so betonten wir mit Nachdruck. Dabei stellten wir uns allerdings so linkisch an, dass er unser Vorhaben bald durchschaute. Verständnisvoll nickend gab uns der Händler eine Schachtel mit der allseits bekannten roten Hand im Logo, auch heute noch ohne Filter. Er versicherte uns dabei, es sei zur Zeit die beste Marke am Markt, ein Briefchen Zündhölzer legte er gratis dazu. Hämisch grinsend wünschte er uns einen guten Abend.

Puuh, das war geschafft. "Nett, der Verkäufer", meinte meine Freundin. "Und gemerkt hat der auch nichts", fügte ich hinzu. Nun suchten wir uns ein ungestörtes Plätzchen und es konnte losgehen. Mit ungeübten Fingern rissen wir an der Verpackung. Schön sah die offene Schachtel nicht mehr aus. Die ersten "Stäbchen" fielen uns gleich entgegen. "Lass liegen, tritt sich fest", meinte Lilo frivol. "Du hast recht", entgegnete ich, "wir haben ja genug von dem Zeug". Igittigitt, war das eklig, dieser Tabak zwischen den Zähnen. Ich nahm die Zigarette aus dem Mund und spuckte einmal wie wild durch die Gegend, half aber nicht viel. "Los jetzt!" Lilo wurde ungeduldig und fügte hinzu "Außerdem darfst du die Zigarette nicht so weit in den Mund stecken, die ist ja ganz nass, bah! Du musst kräftig ziehen!" Dabei hielt sie das brennende Streichholz an meine Zigarette. "So und nun kräftig einatmen und den Atem anhalten". Ich befolgte ihren Rat, zog und atmete kräftig durch. Und noch einmal und - statt des Einatmens folgte ein kräftiger nicht enden wollender Hustenanfall. Dazu die Tabakreste und der Rauchgeschmack im Mund und dann, was war denn das?
Plötzlich drehte sich alles um mich herum, wie beim Karussellfahren. Puuh, war mir schwindelig. "Oh, Lilo mir ist so schlecht ...", weiter kam ich nicht.
Eine Zigarette habe ich seit diesem Abend nicht mehr angerührt. Lilo übrigens auch nicht. Und mit der großen weiten Welt war es auch nicht weit her. Manchmal denke ich an den Verkäufer im Kiosk von damals, an den Mann, der mit der "Roten Hand" eine weise Entscheidung traf.

Diese nette Geschichte wurde von Gisela Lehmann erzählt.
Die Zeichnung stammt von Kurt Pfautner.


Samstag, 17. Oktober 2015

Das Einhorn

Bei so einem Wetter wie es zur Zeit in Hessen herrscht, dunkel, kalt und regnerisch, möchte ich am liebsten nur Geschichten, Fabeln und Märchen lesen. Bis hierher, also bis zum heutigen Tag, habe ich nicht gewusst, das Leonardo da Vinci so schöne Fabeln erzählen konnte. Heute gefällt mir die Fabel  vom Einhorn ...



Das Einhorn

Die Jäger sprachen von dem Einhorn wie von einem geheimnisvollen Wesen.
"Ist es ein Tier, oder ein Geist?" fragten sie sich.
In der Tat, dieses fremde, kleine Pferd mit einem Horn mitten auf der Stirn tauchte bald hier, bald dort auf, aber niemanden glückte es, ihm beizukommen.
"Wild und sonderbar," sagte ein Jäger.
"Vielleicht ist es ein Bote der Unterwelt, der auf die Erde kam, um zu spionieren?"
"Aber nein, es ist zu schön, um ein unterweltlicher Geist zu sein; es muss ein Engel sein," entgegnete ein anderer.
Ein Mädchen, das allein unter einer Pergola saß, lauschte ins Schweigen, spann seine Wolle und lächelte. Dieses Mädchen kannte das Einhorn gut, wusste alles von ihm, war sein Freund. Und wahrhaftig; nachdem die Menschen gegangen waren, kam das Tier hinter einem Gesträuch hervor und eilte zu dem Mädchen. Es ließ sich vor ihm nieder, schmiegte seine Kinnbacken auf seine Knie und blickte es mit verliebten Augen an.
Das Einhorn, der streunende, wilde Vierfüßler, der gewöhnlich vor jeder Nachstellung floh, hatte eine Schwäche für junge Mädchen. Es liebte sie alle, und wenn es sich ergab, dass sie allein waren, näherte es sich ohne Scheu, um sie aus der Nähe zu bewundern. Nach der ersten Begegnung wurde es geradezu zahm wie ein Haustier und warb mit seinem Maul um eine Zärtlichkeit.
Sein sonderbare Liebe wurde ihm zum Verhängnis: Die Jäger entdeckten es eines Tages, und ohne Wissen des Mädchens stellten sie ihm eine Falle und töteten es.


Seine Geschichte vom "Stieglitz" gefällt mir auch sehr gut, auch wenn ich seine Gedankengänge nicht annehmen kann und schon gar nicht umsetzen. Freiheit ist ein großes Wort, aber deshalb meine eigene Brut töten, nein, dies könnte ich nicht. Nein, nicht als Vogel und schon gar nicht als Mensch.




Als der Stieglitz mit einem kleinen Wurm im Schnabel ins Nest zurückkehrte, fand er seine Jungen nicht mehr. Irgendjemand hatte sie während seiner Abwesenheit geraubt.
Der Stieglitz begann jammernd und klagend, sie überall zu suchen. Der ganze Wald tönte wider von seinen verzweifelten Rufen; aber niemand antwortete ihm.
Eines Tages sagte ihm ein Fink: "Ich glaube, ich habe deine Jungen am Haus des Bauern gesehen." Der Stieglitz brach voller Hoffnung auf, und schon bald kam er zum Hause des Bauern. Er setzte sich aufs Dach: Da war niemand. Er flog auf die Tenne: Sie war leer. Aber als er seinen Kopf hob, sah er draußen am Fenster einen Käfig befestigt. Darin waren seine Jungen. Gefangene. Als er sie so kläglich piepsend an die Stäbe des Käfigs gedrängt sah, bittend, sie zu befreien, versuchte er, mit Schnabel und Krallen die Gitter des Gefängnisses zu zerbrechen - aber vergebens.
Darauf verließ er sie mit lautem Klagen.
Am Tage darauf kehrte der Stieglitz zu dem Käfig zurück, in dem seine Jungen waren.
Er betrachtete sie. Darauf fütterte er einen um den anderen zum letzten Mal durch das Gitter. Tatsächlich hatte er seinen Kindern ein giftiges Kraut gebracht, an dem die kleinen Vögel starben.
"Besser tot", sagte er, "als die Freiheit verlieren."



Herzlichst Margot

Freitag, 16. Oktober 2015

Die Nuss und der Kirchturm

Wenn ich an kaputte Mauern vorbeigehe, muss ich jetzt immer an diese Geschichte von Leonardo da Vinci denken. Es stehen zwar nicht immer Nussbäume neben Kirchenmauern, aber meine Gedanken lassen es  sich nicht verbieten, außerdem gibt mir diese Geschichte ein wenig Heimatgefühl. In Gedanken lebe ich nicht in einer großen Stadt , sondern in einem Dorf wo noch die Menschen zusammenhalten ... und, und, und, einfach nur schön.


Die Nuss und der Kirchturm

Eine Krähe pickte eine Nuss auf und trug sie auf die Höhe eines Kirchturms. Die Frucht zwischen den Krallen, versuchte sie mit Schnabelhieben die Nuss zu öffnen; aber unversehens entrollte sie ihr und verschwand in einem Spalt des Mauerwerks.
"Mauer, gute Mauer!" flehte die Nuss, die glücklich war, aus dem tödlichen Schnabel der Krähe befreit zu sein. "Im Namen Gottes, der zu dir so gut gewesen ist, indem er dich so hoch und fest geschaffen hat und reich an schönen Glocken, die so herrlich tönen, hilf mir, habe Mitleid mit mir! Ich war ausersehen, unter die Zweige meines alten Vaters zu fallen, um mich auszuruhen in der fetten Erde, von gelben Blättern zugedeckt. Verlass mich nicht, ich bitte dich. Als ich im rohen Schnabel der Krähe war, habe ich ein Gelübde getan: Wenn Gott mich daraus entrinnen lässt, verspreche ich, den Rest meiner Tage in einem kleinen Loch zu verbringen."
Die Glocken warnten mit leichtem Murmeln die Mauer des Kirchturms, Acht zu geben, weil die Nuss gefährlich werden könnte; aber die Mauer, von Mitleid bewegt, beschloss, sie zu beherbergen, und erlaubte ihr, in dem Spalt zu bleiben, in den sie gefallen war.

In kurzer Zeit nun begann die Nuss sich zu öffnen und ihre Wurzeln zwischen
den Steinen zu entfalten, und die Wurzeln machten sich breit, indes die Zweige aus dem Spalt sprossen.
Und die Zweige wuchsen, wurden stärker, sie erhoben sich hoch bis zur Turmspitze, und die Wurzeln, anwachsend und sich wölbend, begannen, das Mauerwerk zu sprengen und die Steine beiseite zu stoßen.
Zu spät begriff die Mauer, dass die Bescheidenheit der Nuss und ihr Gelöbnis, im Spalt verborgen zu bleiben, nicht aufrichtig waren, und sie bereute, den Glocken kein Gehör
geschenkt zu haben.
Die Nuss wuchs weiter, herausfordernd und ungerührt, und die Mauer, die arme Mauer, fuhr fort, abzubröckeln und einzustürzen.

Herzlichst Margot

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Das Testament des Adlers

Wenn das Wetter so wie heute ist, voller Regen, ein dunkler Himmel, traurige Blätter, die sich durch den Regen tropfnass hängen lassen, dann möchte ich, nur gedanklich, in die Welt hinaus. Wirklich nur gedanklich, denn ich bin kein forscher Typ, der seine Gedanken auch umsetzt. Es ist mir alles zu gefährlich, ich lasse deshalb nur meine Gedanken wandern. Jetzt wandern sie zu Leonardo da Vinci und seinen Träumen, die er in Fabeln festhielt. Diese Fabeln gefallen mir und ich erzähle sie euch ... so nach und nach.


Das Testament des Adlers
Eine Fabel von Leonardo da Vinci


Ein alter königlicher Adler, der seit vielen Jahren einsam über einer sehr
hohen Felswand lebte, fühlte die Stunde seines Todes nahen. Mit
mächtigem Schrei rief er seine Söhne, die auf den umliegenden Felsen
hausten, und als alle um ihn versammelt waren, sah er einen um den
anderen an und sagte: "Ich habe euch genährt und aufgezogen, dass ihr
bis zum Jüngsten fähig sei, in die Sonne zu blicken. Ich habe Hungers
sterben lassen eure Brüder, die ihren Anblick nicht ertrugen.
Deshalb seid ihr würdig, höher hinaufzufliegen als alle Vögel. Wer nicht
sterben möchte, möge sich nie eurem Nest nahen! Alle die Tiere müssen
euch fürchten; doch ihr werdet keinem Übles tun, der euch Ehre erweist, sondern ihm die Reste eurer Beute lassen. Jetzt stehe ich im Begriff, euch zu verlassen; aber ich werde nicht hier in meinem Nest sterben. Ich werde in die Höhe fliegen, so weit mich meine Flügel tragen. Ich werde mich gegen die Sonne bewegen, als müsste ich zu ihr gelangen. Ihre entflammten Strahlen werden meine alten Federn verbrennen, und ich werde niederstürzen und ins Meer fallen.
Aber aus diesem Wasser werde ich durch ein Wunder ein zweites Mal geboren, verjüngt und gewillt, ein neues Dasein zu beginnen. So ist die Natur der Adler, so ist unsere Bestimmung."
Nach diesen Worten erhob sich der königliche Adler zum Flug. Majestätisch und feierlich zog er einen Kreis um den Felsen, wo seine Söhne verharrten; darauf strebte er steil in die Höhe, um in der Sonne seine nimmermüden Flügel zu verbrennen.


Das Papier und die Tinte
Eine Fabel von Leonardo da Vinci

Ein Blatt Papier, das zusammen mit anderen, ihm ähnlichen Blättern auf einem Schreibtisch lag, sah sich eines Tages mit Zeichen bedeckt. Eine Feder, in schwärzester Tinte gebadet, hatte es mit vielen Wörtern und Zeichen übersät.

"Konntest du mir diese Erniedrigung nicht ersparen?" sagte das Blatt erzürnt zur Tinte.
"Du hast mich besudelt mit deiner höllischen Schwärze und für immer ruiniert!"

"Warte ab", antwortete die Tinte. "Ich habe dich nicht besudelt, sondern dich
mit Sinnbildern versehen. Jetzt bist du kein Blatt Papier mehr, sondern eine Botschaft. Du bewahrst den Gedanken des Menschen und bist somit ein kostbares Instrument geworden."

Und in der Tat: Bald darauf machte jemand Ordnung auf dem Schreibtisch, sah die verstreuten Blätter und wollte sie ins Feuer werfen. Unversehens kam ihm das "besudelte" Blatt in die Hand, und er schied es von den anderen und legte es zurück auf seinen Platz, weil es unübersehbar die Botschaft der menschlichen Intelligenz trug.




Mittwoch, 14. Oktober 2015

Das gestohlene Ei

Wie geht es euch jetzt im Herbst. Nein, ich meine nicht die Gesundheit, sondern was ihr zu dieser Herbst- und Winterzeit gerne macht. Geht ihr gerne spazieren oder fangt ihr mit Handarbeiten an? Viele Menschen Kochen und
Backen gerne, sie probieren neue Rezepte aus und geben diese ausprobierten Rezepte, an Freunde und Bekannte weiter. Nein, ich bin kein Mensch für solche Hobbys, sondern ich setzte mich gerne an den Computer, um "Altes" und "Neues" zu erfahren. So lese ich sehr gerne Geschichten, aber nicht so ellenlange die mich ermüden. 
Nein, ich mag Kurzgeschichten, wie die nachfolgende, die mich auch zum Nachdenken anregt. 

Das gestohlene Ei

Einst befanden sich in einem Garten zwei Nester von Rebhühnern; eines war auf einer Zypresse, das andere auf einem Ölbaum.
Eines Tages nun stahl das Rebhuhn, das in der Zypresse wohnte, ein Ei von jenen im Ölbaum, um es den Eiern zuzufügen, welche es schon brütete.
Nach kurzer Zeit öffneten sich in beiden Nestern die Eier, und beide Rebhühner wurden Mütter. Ihre Kinder wuchsen, erhielten ein Federkleid, bis der große Tag des ersten Fluges herankam.
Eines hinter dem andern warfen sich die Kleinen, die im Ölbaum wohnten, nach unten, flügelten eine Runde und kehrten stolz und wohlbehalten in das heimische Nest zurück.
Eines hinter dem andern stürzten sich auch die, welche in der Zypresse wohnten, nach unten und flogen durch den Garten. Aber eins von ihnen, anstatt wieder auf die Zypresse zurückzukehren, flog zu dem Nest, das im Ölbaum gebaut war.
Es war der Vogel, der aus dem geraubten Ei geboren war. Sein Instinkt ließ ihn zur wahren Mutter zurückkehren.

Nun überlege ich mir, ob es so etwas in der gesamten Tierwelt gibt? Ich glaube nicht, es sind wohl Einzelfälle wo der Instinkt sagt, nein, hier bist du nicht Zuhause und noch sein Heim wiederfindet. 

Glaube ist Mangel an Wissen. Dazu sagte Michael Laitman, Gründer und Präsident des Bnei Baruch Kabbalah Bildungs- und Forschungszentrums, folgende Worte. Hier ein Auszug:

"Jemand hat einst berechnet, dass es in der Welt 3.800 verschiedene Religionen und Glauben gibt, worin es sich um zwei Begriffe dreht: Körper und Seele.

Wenn wir nichts außer dem tierischen Körper empfänden, dann existierten wir genauso wie die Tiere. Das Problem liegt darin, dass wir glauben, dass es eine Seele, irgendein Leben “über dem Körper” gibt. Der Mensch will wissen: wofür
lebe ich, warum? Und obwohl uns diese Fragen auf der Suche nach den Antworten im System der Naturgesetze gegeben sind, entstehen daraus nur Mystik und die unbegründeten Annahmen, die wir als Grundlage unserer Vorstellung über die Lebensaufgabe übernehmen, als ob es das Lebensende “hier” und seine Fortsetzung “dort” gäbe.

Und hier beginnt uns die Frage zu quälen: wird unser Leben zu Ende gehen oder nicht? Denn wir haben ein Zeitgefühl und sind auf einen gegenwärtigen Augenblick fixiert, wie die Tiere."

Wen es interessiert, kann unter dem Link von Michael Laitman, weiterlesen.



Dienstag, 13. Oktober 2015

Das Rasiermesser

Es ist Dienstag und eine neue Woche hat gestern begonnen, es ist nicht schön, nein, denn wir lieben die Freitage, die uns Freizeit gönnt und wir können unseren Hobbys nachgehen. 
Doch Leonardo da Vinci sagt uns, in einer seiner Fabeln, passt auf, dass es euch nicht wie dem Rasiermesser geht.
Das Rasiermesser

Als das Rasiermesser eines schönen Tages aus seinem Griff, der ihm als Scheide diente, herauskam und sich ins Fenster legte, sah es die Sonne sich in seinem Leibe spiegeln.
Da fühlte es sich von ungeheurem Glanz durchströmt und in Gedanken an sein Handwerk sprach es zu sich selber:

"Niemals will ich wieder in die enge Stube zurück, aus der ich kam! Mögen die Götter verhüten, dass meine leuchtende Schönheit so erniedrigt wird. Welcher Unsinn, die eingeseiften Knasterbärte dummer Bauern zu rasieren, was ist das für Hausknechtsarbeit! Ist dieser blitzende Leib dazu geschaffen? O bei Gott nein, ich will mich an einem verborgenen Ort verstecken und dort in stiller Ruhe mein weiteres Leben verbringen." Und so tat das Rasiermesser.

Als es nun einige Zeit in seinem Versteck zugebracht hatte, kehrte es eines Tages an die Luft zurück. Aber o Schreck! Es merkte, dass es aussah wie eine alte, verrostete Säge, die Sonne blitzte nicht mehr auf der stumpfen Fläche. Vergebens war alle Reue, nutzlos alles Klagen. "Wie viel besser hätte ich getan," sprach das Rasiermesser bei sich, "meine scharfe, nun verdorbene Schneide beim Barbier zu üben! Wo ist mein glänzender Leib? Weh mir, der tückische Rost hat ihn zerfressen."

Ganz so, meine Lieben, wird es denen ergehen, die sich dem Müßiggang hingeben, anstatt zu arbeiten. Sie werden, wie unser Rasiermesser, ihre scharfe Schneide verlieren, und der Rost der Unwissenheit wird ihre Form verderben.

Nein, meine Freunde, während meiner Arbeitszeit von 45 Jahren, habe ich die scharfe Schneide nicht verloren. Doch jetzt, wo ich im Zeitalter des Ausruhens bin, muss ich sehr aufpassen, da hatte Leonardo recht ... denn wie sagte auch
Johann Wolfgang von Goethe:



Ach, ich bin des Treibens müde.


Montag, 12. Oktober 2015

Lustige Versprecher



Nein ich schreibe nicht über das Wetter, nein, ich sage nicht, dass die Sonne scheint bei starkem Wind. Es ist ansonsten schön, ich klage nicht darüber, denn ich habe lustige Versprecher gefunden, die mir gefallen.



"Die Regenfälle lassen zunehmend nach"
(Christian Kolb im "Mittagsmagazin" / ARD)

"Wir sind heute schon vor dem Aufwachen aufgestanden"  
(Hamburgs Bürgermeister im "Stadtwecker" / NDR)

"Man soll die Grabrede nicht schreiben, bevor die Beerdigung zu Ende ist"
(Gehört beim Tennis "World Team Cup" / Eurosport)

"Es ist nicht nur optisch ein Genuß, sondern auch ein Riesenvergnügen, das zu sehen"
(Harry Wijnvoord in "Leben und Wohnen" / tm3)     

"Ich bin motiviert bis an die Zähne"
(Heinz Harald Frentzen in "Formel 1 - Warm up" / RTL)

"Ich hab Marius noch nie live gesehen, ich kenne ihn nur persönlich"
(Boris Becker in "blitz" / SAT.1)

"Auch er setzt nun noch seine Duftmarke an den Innenpfosten"
(Gehört in "ran" / SAT.1)

"Es steht also zu 99 Prozent fest, dass du der Vater des Kindes bist, und jetzt wartest du auf die restlichen 0,1 Prozent?"
(Birte Karalus in ihrer Talkshow / RTL)

"Der Spargel sollte mit möglichst feuchtem Wasser frisch gehalten werden"

(Spargelbauer im "Mittagsmagazin" / ARD)

"Zum Schluß führte Michael Schumacher mit 37 Sekunden vor Häkkinen und in der Formal 1 ist das mehr als eine halbe Minute!"
(Gehört in "ranissimo" / SAT.1)

"Als nächstes haben wir einen Zuschauer ins Studio geschaltet, der anonym bleiben möchste. Wen darf ich begrüßen?"
(Moderatorin in "Trends" / Hessen3)

"Zunächst aber müssen wir noch einmal auf die nächste Woche zurückblicken"
(Rudolph Brückner in "Doppelpaß" / DSF)

"Hast du einfach nur Angst um deinen schlechten Ruf?"
(Gehört bei "Birte Karalus" / RTL)
"Ich tanze immer so lange, bis ich tot umfalle - das macht mir gar nichts aus"
(Kandidatin in "Herzblatt" / ARD)

"Mein ganz persönliches Herz schlägt für die Kinder im Kosovo"
(Rudolf Scharping / ZDF)

"Heute kochen wir Seelachs gebraten"   
(Gehört in "Wunderschöner Norden" / N3)

"Ich fühle mich wie das fünfte Rad am Bein"
(Talkgast bei "Andreas Tück" / PRO7)

"Die Waschstraße wurde so stark beschädigt, dass zur Zeit wesentlich weniger Kunden gewaschen und gewachst werden können"
(Bericht über eine Auto-Waschanlage in "Guten Abend" / RTL)

"Er macht einen recht unbeeindruckten Eindruck"
(Kommentator beim Boxkampf Ottke-Hernandez / RTL)

"Es geht nicht darum, wie viele Betten wir in den Krankenhäusern haben, sondern was in ihnen passiert"
(Gehört im "Morgenmagazin" / ARD)

"In Magdeburg griffen Jugendliche einen Punk mit Basketballschlägern an"
(Gehört im "heute-journal" / ZDF)

"Männer sind ja naturgemäß etwas anders gebaut als wir Frauen"
(Hans Meiser in seiner Talkshow / RTL)

"Du macht doch schon den Mund auf, wenn du lügst!"   
(Talkgast bei "Nicole" / Pro7)

"Ein Pferd ist zwar kein Gegenstand, aber auch noch kein richtiger Mensch"
(Richter Eugen Menken in "Streit um Drei" / ZDF)

"Ich bin auf dem rechten Ohr fast blind"
(Talkgast bei "Bärbel Schäfer" / RTL)

"Das schreckt die Männer ab, wenn man zwei Zwillinge hat"
(Bärbel Schäfer in ihrer Talkshow / RTL)

"Und nun Joe Cocker mit seinem Hit N'oubliez jamais - zu deutsch: Never forget"
(Gehört im Radio)

"Es wird immer wieder davor gewarnt, lawinengefährdete Gebiete zu meiden"
(Gehört in "Brisant" / ARD)

"Was soll man machen, wenn man 15 oder 16 Monate im Jahr auf Reisen ist?"
(Talkgast bei "Hans Meiser" / RTL)

"Genießen Sie diesen ersten Montag in der Woche"      
(Sabine Steuernagel in "Hallo Niedersachsen")

"Meine Frau und ich haben uns beim Wickeln und Stillen immer abgewechselt"
(Gehört in der "Wunsch-Box" / ARD) 



Herzlichst Margot.

Sonntag, 11. Oktober 2015

Mein erster Kuss

Mit Sonnenschein und leichtem Wind, gehe ich in den Tag. Na ja, die Temperatur ist nicht zu hoch, sie liegt bei 11 ° und lässt mich nicht vor Wärme jubeln. Es ist aber, wie man es allgemein sagt, schönes Herbstwetter.
Dazu gehört eine nette Geschichte, von Anne Bachner, erzählt. Ich habe sie unter "Herbst-Blatt" gefunden und sie erinnert mich an meine Jugendzeit. So ähnlich erging es auch mir ...


Mein erster Kuss

Es ist Samstag morgen. Ich bin, wie so oft,im Dauerlauf unterwegs. In genau vier Minuten fährt mein Bus. Nur noch um die nächste Hausecke, und da steht mir ein junger Mann im Wege.

Es kommt zu einem heftigen Zusammenstoß. Zwei starke Arme bewahren mich vor einem Sturz. Ich sehe in zwei strahlend blaue Augen. Ich spüre, dass ich rot werde und fange auch noch an zu stottern. Mein Gegenüber lacht, und sagt: "Hallo, ich bin der Kai. Gehst du gern ins Kino?" Ein paar Minuten später bin ich zum erstenmal verabredet. – Vater wird das nie erlauben, ich bin doch erst 17. - Als er die Sportschau sieht, schleiche ich aus dem Haus. Im Kino hält Kai meine Hand und ich schwebe auf Wolke sieben.

Nach dem ersten Kuss

Auf dem Heimweg bleiben wir an der besagten Ecke stehen. Im Schein der Laterne bekomme ich meinen ersten Kuss. Auf einmal sind sie da, die
Schmetterlinge im Bauch, es müssen Tausende sein. So also fängt die große Liebe an. Die letzten hundert Meter gehen wir eng umschlungen.

Und dann, wie aus dem Nichts aufgetaucht, steht mein Vater vor uns. Er sagt kein Wort, verpasst Kai eine schallende Ohrfeige und zerrt mich unsanft ins Haus.

Mein Traum von der ganz großen Liebe, er begann und endete an einem Tag.

Falsch verstanden ...

Zwei Freunde unterhalten sich. Der eine klagt darüber, dass er nicht weiß, was er seiner Frau zum Geburtstag schenken soll. "Sie hat alles, und kann sich alles kaufen, was sie will. Was soll ich ihr nur schenken?" Daraufhin antwortet der Freund: "Ich hab da eine Idee. Schenke ihr einfach einen Gutschein über 60 Minuten fantastischen Sex, egal wie sie ihn haben will. Sie wird begeistert sein!" Er nimmt den Vorschlag dankend an und geht nach Hause. Nach zwei Wochen treffen sich die beiden wieder. "Und, war sie begeistert?" - "Ja, und wie! Sie ist vor Freude in die Luft gesprungen, hat mich umarmt, auf die Stirn geküsst, rannte zur Tür und rief: 'In einer Stunde bin ich zurück!'"

"Nur wer über sich selbst lachen kann, hat das Recht über andere zu lachen."



Samstag, 10. Oktober 2015

Süße Sprüche I

Süße Sprüche - sind heute angesagt, doch wie sind sie in der Regel, süße Sprüche, so, wie folgende ?


Manche Menschen lassen sich vom Wind treiben. Andere ärgern sich einfach nur über den Sturm.

Ich bin das Zentrum Deines Universums. Du darfst mich gerne ein paar Lichtjahre lang umkreisen.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wozu die jungen Leute alle so  ein Zungenpiercing brauchen. Befestigen die daran etwas?

Asiatinnen tun alles, um ihr Gesicht zu wahren. Amerikanerinnen kaufen sich einfach ein neues.

Lieber mit Helene Fischer atemlos durch die Nacht als mit mir selbst allein und keuchend auf dem Laufband.

Anzeige im Tageblatt: Frau von Welt sucht Mann mit Geld. Plan B: Ich nehme auch nur das Geld.

Wer grün hinter den Ohren ist, hat es vielleicht mit dem Verzehr von Spirulina-Algen übertrieben.
Dumm gelaufen ist es, wenn Du in einem Seitensprungportal unter einem Nickname mit Deinem eigenen Mann flirtest, ohne es zu wissen.

Ich versteh nicht, warum viele Politiker so dick sind, wo sie doch ständig Diäten kriegen.


Ein Pfeifkonzert ist, wenn Pfeifen in aller Öffentlichkeit mit Pauken und Trompeten untergehen.

Altersarme Veganer sollten aus ethischen Gründen auch auf Hundekuchen verzichten.

Schreite tapfer und mutig in die Volljährigkeit. Die Welt braucht Helden.

Anforderungen für eine leitende Position: Sprüche klopfen, wichtig Aussehen und andere den Job machen lassen.

Wer als Chef will, dass seine 20 Mitarbeiter pünktlich sind, der stellt ihnen nur 15 Parkplätze zur Verfügung.


Unser Büro ist ein gefährlicher Ort. Eine sichere und arbeitsfreie Zone ist nur das Büro vom Chef.

Überschreiten Sie nicht Ihre Kompetenzen – loben Sie nie  Ihren Chef!

Ein Chef kümmert sich um alles – sogar die unfertigen Mitarbeiter werden fertig gemacht.


Wenn Chuck Norris in den Himmel schaut, fangen die Wolken an zu schwitzen, manche nennen es auch Regen.

Chuck Norris liest keine Bücher: Er starrt sie so lange an, bis sie ihm freiwillig sagen was er wissen will.

Chuck Norris ging mit Jim Beam, Johnnie Walker und Jack Daniels zur Schule.

Chuck Norris kann eine Drehtür zuschlagen.

Was ist der Unterschied zwischen Chuck Norris und Gott? Gott kennt Gnade.

Es gibt feindliche Aliens. Sie warten nur bis Chuck Norris gestorben ist, damit sie angreifen können.



Zwei Knaben gaben sich einen Kuss,

der eine, der hieß Julius,
der andere hieß Gretchen,
ich glaub', das war ein Mädchen.