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Freitag, 15. November 2013

Das Leid der Oase ...

... heute ist das Wetter grau aber nicht kalt, und ich bin zum Einkauf gegangen. Morgen könnte es vielleicht regnen, und ich habe, bevor ich gegangen bin, diese Redensart angewendet: "Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen". 
Und ich möchte jetzt zwei Geschichten erzählen, über die man gut nachdenken kann ... 

Das Leid der Oase

Es war einmal eine wundervolle Oase. Sie grünte in einer Pracht, die schöner kaum sein konnte.

Eines Tages blickte die Oase um sich, sah aber nichts anderes als die Wüste rings um sich. Vergebens suchte sie nach ihresgleichen und wurde ganz traurig.

Laut begann sie zu klagen: "Ich unglückliche, einsame Oase! Allein muss ich bleiben! Nirgends meinesgleichen. Nirgends jemand, der Freude an mir und meiner Pracht hat. Nichts, als die traurige, sandige, felsige, leblose Wüste umgibt mich. Was helfen mir hier in meiner Verlassenheit all meine Vorzüge und Reichtümer?"

Da sprach die alte und weise Mutter Wüste: "Mein Kind, wenn es denn anderes wäre und nicht ich - die traurige, dürre Wüste - dich umgäbe, sondern wenn alles um dich herum blühend, grün und prachtvoll wäre, dann wärst du keine Oase. Du wärst dann kein begünstigter Fleck, von dem, noch in der Ferne die Wanderer rühmend erzählen. Du wärst dann nur ein kleiner Teil von mir und bliebest unbemerkt. Darum also ertrage in Geduld, was die Bedingung deiner Auszeichnung und deines Ruhmes ist!"
(nach Arthur Schopenhauer, leicht geändert, aus E. Lukas: "Rendezvous mit dem Leben")

Die Schneeflocke

Einst fragte die Tannenmeise ihre Freundin, die Wildtaube: "Sag mir was eine Schneeflocke wiegt."

"Nicht mehr als ein Nichts", antwortet die Wildtaube.

"Dann lass mich dir eine wunderbare Geschichte erzählen." sagte da die Meise. "Ich saß eines Tages auf einem dicken Ast einer Fichte, dicht am Stamm, als es zu schneien anfing. Es schneite nicht heftig, sondern ganz sanft und zart, ohne Schwere. Da ich gerade nichts Besseres zu tun hatte, zählte ich die Schneeflocken, die auf die Zweige und auf die Nadeln des Astes fielen und darauf hängen blieben. Es waren exakt dreimillionen-siebenhundert-einundvierzigtausend-neunhundert-zweiundfünfzig Schneeflocken, die ich zählte. Und als die letzte der dreimillionen-siebenhundert-einundvierzigtausend-neunhundert-dreiundfünfzig
Schneeflocken leise und sanft niederfiel, die nicht mehr wog als ein Nichts, brach der starke, dicke Ast der Fichte ab." Damit flog die Meise davon. Die Taube, als Spezialistin für den Frieden, sagte zu sich nach kurzem Nachdenken: "Vielleicht fehlt ja nur eines einzelnen Menschen Stimme zum Frieden der Welt..."                                                       

Diese Vorstellung ist einfach großartig und ich würde es mir wünschen, aber ich kann es mir nicht vorstellen, leider ...


Kommentare:

  1. Hallo Margot :)

    kalt ist es heute bei uns auch, aber die Sonne scheint - was will man mehr,
    dazu noch gute Nachrichten gehört am Telefon - schön :)

    So wünsche ich Dir heute auch einen wunderschönen Tag
    und viele gute Nachrichten für Dich
    lieben Gruß Björn :)

    PS: Die Geschichte mit der Oase hat mir heute am besten gefallen, Zufriedenheit ist wichtig!

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    1. Danke Björn, es ist sehr lieb von dir, auch wenn ich mit guten Nachrichten nicht rechnen kann ... bis auf deine jetzige Nachricht. :-)) Freue mich darüber.
      Wünsche dir ein sonniges Wochenende, und finde auch, Zufriedenheit macht alles schön.
      Liebe Grüße, Margot.

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  2. Ein wünschenswerter Gedanke steht unter Deiner 2. Geschichte.
    Die Summe von Nichts kann schwer wiegen :)

    Ich wünsche Dir ein leichtes Wochenende
    Eva

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    1. Danke liebe Eva für deine sehr freundlichen Worte. Wünschen kann man sich sehr viel, leider, leider nur wünschen. :-)
      Wünsche dir auch ein sonniges, schönes Wochenende.
      Liebe Grüße, Margot.

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