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Donnerstag, 3. März 2016

Die faule Frau

An manchen Tagen habe ich keine Lust etwas im Haushalt zu machen, also fühle ich mich Unlustig, aber bin nicht so faul wie diese Frau in dem nachfolgenden Märchen. Möchte mich nicht besser machen als ich bin, aber "soooo" faul bin ich wirklich nicht. :-)

Die faule Frau

Es lebte mal eine Frau, die war so schrecklich faul, dass sie schließlich an ihrer Faulheit starb. Sie wollte überhaupt nichts machen, sie wusch keine Töpfe, fegte den Boden nicht, machte nicht das Bett, am liebsten hätte sie ununterbrochen gegessen und geschlafen.

Einmal, es war gerade vor Neujahr, sprach ihr Mann zu ihr: »Anderswo hat man überall die Kinder schön gewickelt. Warum tust du das nicht auch mit unseren Kindern?«
»Wenn ich ein Stück Leinwand hätte, hätte ich sie schon längst gewickelt«, sagte die Frau.
Der Mann erwiderte kein Wort, er ging in die Stadt und kaufte einen Ballen Leinwand. Die Frau nahm die Leinwand, wickelte alle drei Kinder hinein und machte aus ihnen ein Päckchen. Der Mann wollte sie auf die Beine stellen, doch die Kinder fielen um.
»Du hast wirklich keine Ahnung, wie man mit Kindern umgeht«, maulte die Frau, »du musst sie doch über den Boden rollen!«
Der Mann unterdrückte seinen Zorn und ging fort. Ein andermal kam er nach Hause und sagte: »Andere Frauen stricken für ihre Männer Strümpfe, nur du machst mir nie welche!«
»Ich wollte dir schon längst Strümpfe stricken, doch ich habe keine Wolle«, erwiderte die Frau giftig. Der Mann ging also in die Stadt und brachte seiner Frau einen Knäuel Wolle. Die Frau nahm die Wolle, trug sie in den Tempel und wickelte sie um den Fuß einer Statue. Dann wollte sie der Statue die Strümpfe ausziehen, doch die saßen fest. Also kehrte sie ohne Strümpfe nach Hause zurück.
»Wo sind meine Strümpfe?« fragte der Mann. »Die Statue wollte sie um keinen Preis der Welt ausziehen«, antwortete die Frau. Der Mann schluckte seinen Zorn hinunter und ging fort.
Eines Tages beschloss die Frau, ihre Mutter besuchen zu gehen. Und da der Weg weit war, buk ihr der Mann eine große Brezel und hing sie ihr um den Hals, damit sie nicht Hunger leide. Nach einigen Tagen erhielt der Mann die Nachricht, dass seine Frau unterwegs verhungert war.
»Wie ist das möglich?« jammerte der Mann, »ich habe ihr doch eine große Brezel gemacht!«
Und er ging, um nachzusehen, was geschehen war. Da stellte er fest, dass die Frau nur jenes Stück der Brezel gegessen hatte, das ihrem Mund am nächsten war, der Rest aber hing noch immer um ihren Hals. Sie war zu faul gewesen, die Brezel zu essen.


Nein, ich kann diese Frau nicht bedauern, sie hat nichts anderes verdient. Wie kann man so eine schöne Brezel verschmähen? Am liebsten würde ich jetzt zum Bäcker laufen, hmm ...



Kommentare:

  1. Wie kann (man) Frau nur zu faul zum Essen sein? Bedauern kann ich sie nun wirklich nicht.
    LG Elke

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    1. Guten Morgen liebe Elke, es geht mir auch so, ich glaube, ich kann auf alles verzichten, nur nicht aufs Essen. :-)
      Liebe Grüße, Margot.

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  2. Liebe Margot,
    da hast du weider eine tolle Geschichte ausgegraben.
    Oftmals bin ich auch faul - aber zum Essen eigentlich nicht, zumindest esse ich, wenn ich Hunger habe.
    Liebe Grüße
    Irmi

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    1. Liebe Irmi, danke für deine Worte. Verzichten kann ich auch auf vieles, nur nicht aufs Essen. Es ist für mich das Schönste. :-)
      Liebe Grüße, Margot.

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  3. Das war jetzt ein Märchen, das ich noch nicht kannte. Ich habe es gerne gelesen.
    Leider passiert es in der Realität nicht, dass jemand zu faul ist zum Essen. Heutzutage essen wir hierzulande wahrscheinlich alle viel zuviel. Wir haben das Essen im Überfluss und werfen es sogar weg. Während es Länder auf der Welt gibt, da würden die Menschen gerne essen, aber sie haben nichts.
    LG
    Astrid

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    1. Liebe Astrid, ich bin froh, dass es nur ein Märchen ist. Ohne Essen zu sein, ein furchtbarer Gedanke. So darf ich nicht an andere Länder denken, wo Hungersnot herrscht. Du hast in allem, was du geschrieben hast, die Wahrheit geschrieben. Danke und einen schönen Tag.
      Liebe Grüße, Margot.

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