Schneeflöcken (nach Chudjakow)
Russisches Volksmärchen
Es waren einmal ein alter Mann und seine Frau, die keine Kinder hatten. Eines Tages in Winter sagte die Frau: „Geh in den Garten und bring Schnee herein.“ So ging der Mann hinaus, sammelte den Schnee in einem großen Topf und brachte diesen herein. Die Frau formte daraus einen großen Schneeball und schob ihn in den Ofen.

Es wurde Frühling, es wurde Sommer und Mädchen kamen zum Haus, die Beeren im Wald sammeln wollten. Schneeflöckchen ging mit ihnen, doch sie verliefen sich im Wald. Sie liefen und liefen, bis sie an eine kleine Hütte kamen, die auf zwei Hühnerbeinen stand und sich auf ihnen drehte.
„Hüttchen, Hüttchen, stehe still,
wie ich es jetzt gerne will.
Dreh den Rücken zu dem Wald
Und die Türe zu mir bald.“
Das Hüttchen blieb stehen, als es mit den Eingang zu den Mädchen zeigte und sie gingen hinein. Dort jedoch saß die alte Hexe Baba Jaga, die ihre knorrigen Beine zur Decke gestreckt hatte und sagte: „Ich habe einen Geist gespürt, jetzt ist er da.“ Die Kinder sprachen: „Großmütterchen, gib uns etwas zu essen.“ Baba Jaga kratzte von ihren Armen Weizenkleie ab, gab sie in einen Topf und den Kindern zu essen. Die Mädchen aßen, nahmen immer einen Löffel in den Mund und gaben einen in ihren Ärmel, nahmen den nächsten in den Mund und den übernächsten wieder in ihren Ärmel. Nur Schneeflöckchen aß die ganze Kleie . Nach dem Essen kam Baba Jaga wieder zu ihnen und sprach:
„Ihr habt noch Brei. Gebt ihn mir zurück.“
Da schüttelten die Mädchen die Kleie aus ihren Ärmeln, Schneeflöckchen aber konnte ihr nichts geben.
Baba Jaga ließ daraufhin die Mädchen frei, Schneeflöckchen jedoch zwang sie, bei sich zu bleiben. Sie musste Baba Jagas Sohn hüten, während diese im Wald in der Nähe Beeren sammelte. Schneeflöckchen schaukelte den kleinen Jungen in der Wiege und sang:
„Schlafe, schlaf ein
mein Kleienkindlein“
Die Hexe hörte den Gesang, lief zur Hütte und sprach: „Du sollst das nicht so singen! Sing, schlafe, schlaf ein, mein Grafensöhnlein, das kannst du singen.“ Dann ging sie wieder und sammelte weiter Beeren. Schneeflöckchen aber war sehr traurig und weinte vor der Tür der Hütte. Ein Hahn kam vorbei und fragte sie: „Was weinst du so, du schönes Mädchen?“

Darauf ging sie wieder neben der Hütte zum Beeren pflücken, während Schneeflöckchen weiter ihren Sohn hüten musste. Sie schaukelte ihn in seiner Wiege und sang:
„Schlafe, schlaf ein
mein Kleienkindlein“
Die Hexe hörte wieder n Gesang, lief zur Hütte und sprach: „Du sollst das nicht so singen! Sing, schlafe, schlaf ein, mein Grafensöhnlein, das kannst du singen.“ Dann ging sie wieder und sammelte weiter Beeren. Todtraurig ging Schneeflöckchen wieder vor die Tür der Hütte und fing wieder an zu weinen. Ein Ochse kam vorbei und fragte sie: Was weinst du so, du schönes Mädchen?“


Schneeflöckchen und seine Großeltern jedoch lebten ab dieser Zeit glücklich, zufrieden und in Wohlstand.
Schön!
AntwortenLöschenIch dacht, dass nun noch ein Hinweis auf Sotschi kommt - aber nee ...
♥Grüße - Monika mit Bente
Hallo Monika, nein, kein Hinweis, habe schon viereckige Augen. So wird es auch vielen anderen Menschen ergehen ... :-)
LöschenLiebe Grüße, Margot.
Liebe Margot,
AntwortenLöschenein schönes Schneeflocken-Märchen hast du hier aufgeschrieben. Draußen bei uns sieht es noch bei weitem nicht nach Schneeflocken aus!
LG Calendula
Danke liebe Calendula, bei uns sieht es auch nicht nach Schneeflocken aus.
LöschenSchön, dass du wieder da bist. :-)
Liebe Grüße, Margot.