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Donnerstag, 31. März 2016

Ein deutscher Dichter, Christian Felix Weiße


Es gibt nicht nur die deutschen Dichter J.W. von Goethe und Fr. Schiller, deshalb werde ich mal nach andere Dichter suchen. Heute habe ich Christian Felix Weiße gefunden ...

Christian Felix Weiße wurde 1725 als Sohn von Christian Heinrich Weiße, Rektor der Lateinschule im erzgebirgischen Annaberg und Lehrer für orientalische und neuere europäische Sprachen, und dessen Ehefrau Christiane Elisabeth geb. Kleemann, geboren. Als er ein halbes Jahr alt war, zog die Familie nach Altenburg, wo er ab dem zehnten Lebensjahr das Gymnasium besuchte. Zu dieser Zeit unternahm er seine ersten lyrischen Versuche.

Später übersiedelte seine Familie nach Leipzig. 1745 bis 1750 studierte er an der dortigen Universität Philologie und Theologie.

Am 16. Dezember 1804 starb Christian Felix Weiße in Stötteritz. Sein Grab befindet sich auf dem Alten Johannisfriedhof.




Die Lachtaube

Du fragst, warum diess art'ge Täubchen lacht,
Und was ihm so viel Freude macht?
Das Ding ist freylich lächerlich:
Es schnäbelt mit dem Täuber sich.

Da sieh nur hin! es schnäbelt wiederum,
Und sieht sich lachend nach uns um.
Ich glaub', es lacht uns spöttisch an,
Dass wir's ihm noch nicht nachgethan. 
Christian Felix Weiße


Liebe und Wein

Ohne Lieb' und ohne Wein
Was wär' unser Leben?
Alles, was uns kann erfreun,
Müssen diese geben.
Wann die Grossen sich erfreun,
Was ist ihre Freude?
Hübsche Mädchen, guter Wein,
Einzig diese beyde.


Helden, die des Siegs sich freun,
Fragen nichts nach Kränzen:
Sie erholen sich beym Wein
Und bey schlauen Tänzen.
Uns drückt oft des Lebens Pein,
Doch nur, wann wir dürsten;
Aber gebt uns Lieb' und Wein,
O! so sind wir Fürsten!

Christian Felix Weiße


Der geflügelte Amor

Es wartet Amor hier auf dich,
Bezaubernde Klimene!
Hier in den Büschen, wo ich mich
Nach deinen Küssen sehne;
Er nimmt oft deine Minen an,
Damit er sichrer siegen kann:
O! um geschwinder hier zu seyn,
Lass dir itzt seine Flügel leihn!
Christian Felix Weiße


Die Schamhaftigkeit
Wie schamhaft, o wie keusch ist sie,
Mein Mädchen, die kleine Blondine!
Heut in Gesellschaft küsst' ich sie,
Da sprach sie mit zorniger Mine:
Geh, Unverschämter, geh! was denkt die Welt von mir?
Heut Abends noch verlang' ich Rechenschaft von dir.

Wie schamhaft, o wie keusch ist sie,
Mein Mädchen, die kleine Blondine!
Ich kam bey Licht, und küsste sie,
Da rief sie mit drohender Mine:
Halt, Unbesonnener! der Nachbar gukt heraus!
Sie zog den Vorhang vor, ich blies die Lichter aus.

Christian Felix Weiße



Kommentare:

  1. Liebe Margot,
    ich finde es toll, dass du dich auch um
    weniger bekannte dichter kümmerst. die
    kleinen Gedichte von ihm gefallen mir sehr gut.
    Einen guten Start ins Wochenende wünscht dir
    Irmi

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    1. Danke, liebe Irmi, es ist für mich schön,
      deine Worte zu lesen.
      Wünsche dir auch ein schönes Wochenende.
      Liebe Grüße, Margot.

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