Am Samstag, als ich beim Einkauf war, sah ich überall schon Weihnachtsartikel besonders Süßigkeiten. Ich wollte nichts kaufen, aber ich konnte nicht widerstehen, ich bin eine Naschkatze. An diese Dinge musste ich heute denken, als ich diese hübsche Geschichte las. Sie handelt auch von Weihnachten und soll Wahrheit sein, was ich besonders, als sehr schön empfinde ...
Weihnachtsbraten

Die beiden Damen wohnten in einem Mietshaus im zweiten Stock und niemand im Haus wußte, dass in einem der Wohnräume der Schwestern ein Federvieh hauste, das verwöhnt, gefüttert und großgezogen wurde.
Agathe und Emma beschlossen feierlich, keinem einzigen Menschen jeweils davon zu sagen – aus zweierlei Gründen:
Erstens gab es Neider, das sind Leute, die sich keine Gans leisten können.

Und so kam der Morgen des 23. Dezember heran. Es war ein strahlender Wintertag. Die ahnungslose Gans stolzierte nichtsahnend und vergnügt von der Küche aus ihrem Körbchen in das Schlafzimmer der beiden Schwester und begrüßte sie zärtlich schnatternd.
Die beiden Damen vermieden es, sich anzusehen. Nicht, weil sie böse aufeinander waren, sondern nur, weil eben keine von ihnen die Gans schlachten wollte. „Du mußt es tun“, sagte Agathe, sprach´s, stieg aus dem Bett, zog sich rasend rasch an, nahm die Einkaufstasche, überhörte den stürmischen Protest und verließ in geradezu häßlicher Eile die Wohnung.
Was sollte Emma tun? Sie murrte vor sich hin, dachte darüber nach, ob sie vielleicht einen Nachbarn bitten sollte, der Gans den Garaus zu machen, aber dann hätte man einen großen Teil von dem gebratenen Vogel abgeben müssen. Also schritt Emma zur Tat, nicht ohne dabei wild zu schluchzen.
Als Agathe nach geraumer Zeit wiederkehrte lag die Gans auf dem Küchentisch, ihr langer Hals hing wehmütig pendelnd herunter. Blut was keines zu sehen, aber dabei alsbald zwei liebe alte Damen, die sich heulend umschlungen hielten.
„Wie, … wie …“ schluchzte Agathe, „hast du es gemacht?“
„Mit … mit … Veronal.“ „Ich habe ihr einige deiner Schlaftabletten auf einmal gegeben,
jetzt ist sie …“ schluchzend „huhh, rupfen mußt du sie … huhuu …“, so ging das Weinen und Schluchzen fort.

Am zeitigen Morgen wurden Agathe und Emma geweckt. Mit einem Ruck setzten sich die beiden Damen gleichzeitig im Bett auf und stierten mit aufgerissenen Augen und offenen Mündern auf die offene Küchentür. Herein spazierte, zärtlich schnatternd wie früher, wenn auch zitternd und frierend die gerupfte Gans.
Bitte, es ist wirklich wahr und kommt noch besser! Als ich am Weihnachtsabend zu den beiden Damen kam, um ihnen noch rasch zwei kleine Päckchen zu bringen, kam mir ein vergnügt schnatterndes Tier entgegen, das ich nur wegen des Kopfes als Gans ansprechen konnte, denn das ganz Vieh steckte in einem liebevoll gestrickten Pullover, den die beiden Damen hastig für ihrem Liebling gefertigt hatten.
Die "Pullovergans" lebte noch weitere sieben Jahre und starb dann eines natürlichen Todes.
Ach Gott, ist das eine süße Geschichte!!!
AntwortenLöschenIch war froh, dass die Gans überlebt hat.
Liebe Grüße
Sonja
Danke Sonja, dafür dass du so denkst. :-))
LöschenLiebe Grüße, Margot.
Ja, das ist schon ein Problem: was einen mit seinen Augen angeschaut hat, das mag man nicht mehr essen, LG ClauDia.
AntwortenLöschenHallo Claudia, da gebe ich dir recht. :-)
LöschenLiebe Grüße, Margot.
Wie süß!! Ich bin froh daß es die Gans überlebt hat.
AntwortenLöschenAber ganz ehrlich, ich glaube so würde es vielen gehen, die für die Tiere selber sorgen müssten, um sie dann irgendwann selber zu... na ja, du weißt schon, und dann zuzubereiten. Ich könnte es nicht....
Liebe Grüße,
Sandra
Hallo Sandra, deine Worte sind sehr gut, sie entsprechen meiner Einstellung.
LöschenMir ist es als Kind mal so ähnlich mit einem Kaninchen gegangen, nur es hat keinen Pullover bekommen ... sonder wir konnten ihn nicht essen.
Trotz einer schlechten Zeit. Liebe Grüße, Margot.