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Donnerstag, 12. Dezember 2013

Das gebrochene Versprechen ...

... ist eine Geschichte für unartige Kinder, die nicht auf die Eltern hören, und
mit ihrem Verhalten Stress erzeugen. Vielleicht gibt es sie auch bei euch, solche Kinder, und das Vorlesen dieser Geschichte ist vielleicht sinnvoll ... nicht nur, wenn man auf einen Bagger wartet.

Das gebrochene Versprechen

Vor langer, langer Zeit einige Wochen vor Weihnachten machte sich das Christkind auf den Weg zur Erde. Es wollte einmal schauen was die Kinder so taten oder auch nicht. Jeden Abend schaute es in viele Kinderzimmer wenn es Zeit wurde für die Kleinen zu Bett zu gehen. 
Als das Christkind bei Walter und Franz ins Fenster schaute stutzte es. Was war da denn los? Franz würde bald sechs Jahre alt werden und in die Schule kommen. Nun lag er friedlich in seinem Bett und schlief aber sein Bruder Walter, vier Jahre alt, wollte nicht schlafen. Immer wieder rief er nach seiner Mutter, wollte noch ein Bilderbuch ansehen, mit seinen Autos spielen, nur nicht schlafen. 
„ Walter nun ist mal Schluss mit dem Theater!“ schimpfte die Mutter „ Jetzt wird endlich geschlafen“. 
„ Ich will noch spielen“ antwortete Walter. „ Nein, jetzt wird nicht mehr gespielt. Es ist schon spät, nun wird geschlafen“. Kaum hatte die Mutter das Zimmer verlassen kletterte Walter wieder aus seinem Bett. Die Mutter kam und schickte den Jungen wieder zurück in sein Bett. So ging es eine ganze Weile bis der Junge endlich schlief. Das Christkind war entsetzt. Wie kann es nur sein das Walter nicht schlafen wollte? Wenn es jeden Abend so lange dauerte bis das Kind schlief war es ja kein Wunder das die Mutter traurig war und auch mal schimpfte. 
Wieder zurück im Himmel, nachdem es bei allen Kindern der Welt vorbeigeschaut hatte, überlegte das Christkind wie es bei Walter helfen konnte. 
Ende November, bevor der Nikolaus sich auf den weiten Weg machte um Süßigkeiten, Nüsse und Apfel an die Kinder zu verteilen, bekam er Besuch vom Christkind. „ Nikolaus ich habe eine Bitte an dich. Wenn du den kleinen Walter triffst, so möchte ich dass du ihm sagst er soll dir versprechen jeden Abend gleich ins Bett zu gehen und dort zu bleiben wenn seine Mutter ihn schickt. Sollte er das nicht tun so verspreche ich ihm das er in diesem Jahr kein Geschenk von mir bekommt.“ „ Liebes Christkind, das ist aber eine harte Strafe, kein Weihnachtsgeschenk!“ antwortete der Nikolaus. „Lass mich nur machen“ entgegnete das Christkind „ ich weiß schon was ich tue!“ 

Der 6. Dezember kam, ein schwerer Tag für den Nikolaus und seine Helfer. Als der Nikolaus an die Haustür von Walter und seiner Familie klopfte war es schon recht spät. Der Vater öffnete die Tür und bat den Nikolaus in die gute Stube, dort saßen Franz und Walter ganz aufgeregt auf dem Sofa. Franz hatte für den Nikolaus ein Gedicht gelernt und sagte es stolz auf. Dafür bekam er auch Äpfel, Nüsse und Schokolade. Dann winkte der heilige Mann Walter zu sich. Zögernd kam er auf den Nikolaus zu. „ Hallo Walter!“ sagte der „ in meinem goldenen Buch steht du willst nicht ins Bett gehen wenn deine Mutter dich schlafen schickt.“ „ Nein, ich will nicht schlafen. Ich will spielen!“ „ So, so. Das Christkind möchte das du ihm versprichst gleich ins Bett zu gehen und liegen zu bleiben wenn deine Mutter es sagt. Solltest du es nicht halten dieses Verspreche so kannst du sicher sein in diesem Jahr bringt dir das Christkind kein Geschenk. Und wenn das Christkind etwas verspricht so hält es das auch.“ „ Aber ich wünsche mir doch einen Bagger“ maulte Walter. „ Wenn du dein Versprechen hältst wird das Christkind sicher auch zu dir kommen, aber wenn
nicht ja dann“ der Nikolaus schüttelte traurig den Kopf „ ja dann kommt es nicht zu dir!“ „ Lieber Nikolaus sage dem Christkind das ich immer gleich ins Bett gehe und nicht wieder aufstehe! Ich verspreche es!“ „ Gut, ich will dir glauben und du hast es ja auch versprochen. Für dich habe ich auch Äpfel, Schokolade und Nüsse in meinem Sack.“ Der Nikolaus reichte Walter die leckeren Sachen. „ Danke“ hauchte der kleine Junge. „ Nun muss ich mich beeilen, es warten noch mehr Kinder auf mich.“ Franz und Walter brachten den Nikolaus zur Tür. „Denk an dein Versprechen Walter! Bis zum nächsten Jahr“ sagte er noch, drehte sich um und war verschwunden.

„ Kinder“ rief die Mutter „ es ist schon sehr spät. Zeit ins Bett zu gehen.“ Die beiden Jungen machten sich bettfertig, sagten „Gute Nacht“ verschwanden ins Kinderzimmer. Als die Mutter nach ihnen sehen wollte schliefen beide tief und fest. 
Doch schon am nächsten Tag war das Versprechen, das Walter gegeben hatte, vergessen. Es ging wieder wie vorher. Walter wollte nicht schlafen gehen, er wollte spielen. So wurde es wieder jeden Abend sehr spät bevor er einschlief. 
Von oben aus dem Himmel sah das Christkind zu wie Walter jeden Abend sein Versprechen brach das es gegeben hatte. Enttäuscht wendete es sich ab. „ Wer nicht hören will muss fühlen“ sagte es zu sich selbst. 

Am Heiligen Abend zog das Christkind mit seinen Helfern, den Weihnachtsmännern, durch die ganze Welt um den Kindern ihre Geschenke zu bringen. Als es bei Franz und Walter ankam, schaute das Christkind durch das Stubenfenster. Die Lichter am Weihnachtsbaum brannten, das Zimmer war mit
Tannenzweigen und Sternen geschmückt und die Familie sang gemeinsam Weihnachtslieder. Das Christkind klopfte an die Haustür und kurze Zeit später öffnete der Vater. In der Stube warteten Franz und Walter. Als das Christkind eintrat freuten sich die Beiden, hofften sie doch auf ihre Geschenke. Franz hatte sich eine Eisenbahn gewünscht und war nun sehr aufgeregt. Ob er sie bekommen würde? Auch Walter hoffte auf den Bagger den er gern haben wollte. Beide bekamen vom Christkind ein großes Geschenk in glitzerndem Papier eingepackt. Noch bevor sie es auspacken konnten war das Christkind verschwunden. Schnell rissen sie das schöne Papier auf. Franz holte eine Eisenbahn und Schienen aus dem Karton aber was war mit Walter? In seinem Geschenkkarton waren einige Nüsse, ein Brief und ein Bild von einem Bagger. Tränen liefen ihm übers Gesicht als er seiner Mutter den Brief reicht damit sie ihn vorlesen konnte. „ Lieber Walter“ stand da „ so sollte der Bagger aussehen den du dir gewünscht hast. Du hast dein Versprechen gebrochen aber ich halte meins. Zeige mir dass du das Versprechen einhältst, so sollst auch du dein Geschenk bekommen. Viele Grüße vom Christkind“ 
Traurig ging Walter zu Bett und weinte sich in den Schlaf. In den nächsten Tagen veränderte er sich, jeden Abend ging er ohne murren ins Bett, kuschelte sich in seine Decke und schlief ein. Das Christkind schaute mit Freuden bei Walter ins Fenster. Nun wird es aber auch Zeit, dachte es und machte sich auf den Weg zur Erde. Am Silvesterabend als Franz und Walter schon schliefen huschte das Christkind leise ins Kinderzimmer und stellte einen großen Karton, bunt eingepackt vor Walters Bett. Sprach ein leises Gebet und verließ das Haus. Als Walter aufwachte sah er das Geschenk sofort, riss es auf und fand nun darin seinen Weihnachtswunsch, einen tollen Bagger. 
Jeden Abend ging Walter auch weiterhin ohne zu murren in sein Bett, doch bevor er einschlief versprach er dem Christkind immer artig zu sein und bedankte sich für sein schönes Geschenk.
Autor: Gaby Jung




Kommentare:

  1. Die Geschichte ist mir aus dem Herzen geschrieben, Margot.
    Genauso geht es bei 4jährigen zu... Mein Kleiner ist ja auch fast 4.
    Wir haben zwar dieses typische Zu-Bett-Gehen Problem Gott sei Dank nicht, dafür aber ein riesiges Trödel Problem, bei dem es immer wieder zu Streit kommt.
    Ich denke, wenn das Christkind bei uns auch so konsequent wäre wie hier, würde es vielleicht auch helfen. Zumindest die erste Zeit... Denn wenn Weihnachten vorbei wäre, würde auch das Versprechen immer mehr verblassen... Aber bei uns ist das Christkind nicht so konsequent... ich bringe das nicht übers Herz.^^

    Liebe Grüße
    Sonja

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    1. Liebe Sonja, vielen Dank für diesen schönen Kommentar. Und ich muss dir gestehen, ich wäre auch nicht konsequent ... :-))

      Liebe Grüße, Margot.

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